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slueart

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About slueart

Meine Motivation zum Wandern ist vielschichtig, der Einfachheit und der Mehrdeutigkeit wegen schließe ich mich einigen Denkern an, deren weise Worte zum Thema Wandern mich begleiten.
„Der Wanderer wandert nicht um ein bestimmtes Ziel auf dem schnellsten Wege
zu erreichen, sondern er wandert um des Wanderns willen“ wusste schon Hans Jürgen von der Wense.
Nur wo man zu Fuß war, sei man auch wirklich gewesen, befand bereits der bekanntlich gut herumgekommene Goethe und Friedrich Nietzsche empfahl, keinem Gedanken zu trauen, „der nicht im Freien geboren ist und bei freier Bewegung“.
Viele meiner Touren sind Heimat-Touren, das Landkartennetz im Kopf verdichtet sich: „Wie glücklich der, welcher sagen kann: Es gibt gewiss viel Grösseres und Schöneres in der Natur, dies aber ist mir innig und vertraut, blutsverwandt, ja noch mehr.“ (Wense)
Und vergessen wir nicht, dass Wandern allen Diktaturen verpönt und verdächtig erscheint, weil es unabhängig und frei ist!
Wandern macht anarchisch – wenn nicht gar anarchistisch.
(Zitate: kunstforum.de/artikel/nur-narr-nur-dichter-nur-wanderer)Neue Collection:
komoot.de/collection/983254/-2020-07-20-29-breaking-corona-g-k-alaska-in-deutschland-werden-edersee-251km-6000hm

Distance travelled

2,077 mi

Time in motion

616:56 h

Recent Activity
  1. slueart went for a hike.

    September 13, 2020

    03:44
    12.4 mi
    3.3 mph
    825 ft
    875 ft
    Martin L, Klaus and 26 others like this.
    1. slueart

      Breaking Corona (Silent) Walk Alone 10
      Die B.C.-Wanderreihe weist plangemäß mehrere Merkmale auf: Da in Zeiten von Corona zunächst die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel noch immer nicht besonders prickelnd ist, führt fast jede Wanderung, die ich alleine laufe, von Haustüre zu Haustüre.
      Die ganz besonders persönliche Note liegt bei dieser Sonntagswanderung darin, dass wir Familie die Keith-Haring-Ausstellung im Museum Folkwang per Autofahrt besuchen und ich anschließend alleine den Gedanken
      ...wenn ich aus der Innenstadt nach Hause laufe....
      in die Tat umsetze.
      Die Wanderungen unter dem BC-Motto verlaufen bekannterweise meistens über lange Strecken, die erste hatte auch zum Ziel, endlich die "40km-Marke zu knacken", ein sehr persönliches Ziel.
      Voller Ungeduld und auch mit ein wenig Bammel warte ich auf die Bewältigung der 50er Marke.
      Heute, am Sonntag, dem 21.06.2020 sind es nur 20 km, dies liegt an dem Museumsbesuch, dem der späte Wander-Start gegen 15 Uhr geschuldet ist. Trotzdem erlebe ich eine gewisse Anstrengung auch bei dieser relativ kurzen Distanz; die für September außergewöhnliche Hitze macht sich bemerkbar, außerdem habe ich etwas wenig Getränk dabei, da mir ein halber Liter "K. alkfrei" klamm-heimlich im Rucksack ausläuft.Außergewöhnlich auch, dass ich mich an einem sonnigen Sonntag an den Baldeneysee traue, da mir Menschenmassen, nicht nur in C.-Zeiten, wenig Freude bereiten.
      Schon zu Beginn im Museum ist es sehr viel voller, als wir aufgrund des zahlenmäßig beschränkten und anzumeldenden Besuchs erwartet haben.
      Später am See ist es so überlaufen wie befürchtet, aber nur eine "Etage" höher am Hang des Stadtwaldes ist es menschenleer.
      Eine Pause mitten im Wald, auf einem umgestürzten Baum sitzend, verbringe ich eine halbe Stunde lang, ohne eine Menschenseele zu sehen.
      Wenn zu Beginn der Pandemie die Straßen leer und die Wälder voll waren, so ist mittlerweile wieder das Gegenteil der Fall: Über die Rü schieben sich die Massen, schon kurz nach Eintritt in den mir bislang unbekannten Teil des Stadtwaldes zwischen Rü und dem Stadtteil Stadtwald, ist die Zahl der Menschen überschaubar.Den "Waldpark" umrunde ich einmal, weil ich hier auch noch nie gewesen bin, sprich, ein weiteres "weißes" Landkartenstück im Kopf mit Eindrücken fülle.
      Im Waldpark gibt es in der Tat einige kleinere Attraktionen, die von Hugo Kükelhaus und seinem "Erfahrungsfeld der Sinne" inspiriert sind, für Familien mit Kindern oder Kindergruppen.
      Als weit weniger inspirierend erweist sich die Ampelschaltung an der Frankenstraße.
      Ein rotes Pferd strahlt den Wartenden an, das Grüne lässt auf sich warten.
      Kurzentschlossen stapfen alle fußläufig Wartenden irgendwann trotz des roten Pferdes los, das Grüne kommt nicht.
      Des Rätsels Lösung erschließt sich mir auf der anderen Straßenseite; dort ist in Überkopfhöhe ein Druckschalter Marke "HochzuRoss" angebracht.
      Wanderfreudig laufe ich durch den sonnigen Stadtwald, vorbei an der gut besuchten "Kluse", der auch von mir, in erster Linie wegen der Lage, geschätzten Gaststätte.Nach dem Queren der Lerchenstraße trete ich in den "Baldeney-Teil" des städtischen Waldgebietes ein und erwische in der Fortführung des Waldsträßchens "Baldeney" den mittleren Hangweg, der sich, nicht als Wanderweg gekennzeichnet, überraschend still und unbegangen vorstellt.
      Aber auch bei der Fortsetzung der Route auf dem Baldeneysteig ist dieser nicht reich bevölkert.
      Etliche Ausblicke auf den See weiter durchwandere ich das Gebiet der sterbenden Buchenriesen an der Heisinger Straße. Die wenigen mächtigen Bäume, die den Stürmen der vergangenen Jahre hier auf der Höhe trotzen konnten, werden jetzt konsequent zermürbt, weil der Schutz durch die soziale Buchengemeinschaft zerstört ist. Die Rinde platzt auf und im Endeffekt geht es den Bäumen wie uns Menschen, wenn wir uns zu lange ungeschützt der Sonne aussetzen.
      Sonnenbrand.
      Und wie beim Hautkrebs kann es auch bei den Buchen irgendwann tödlich enden.
      Graue, in den blauen Himmel ragende Stümpfe zeugen davon.
      Für den Abstieg zum See habe ich bewusst den Waldabschnitt gewählt, der von MTB-Trails durchzogen wird, weil dieser meist recht einsam und wild daherkommt.
      Und wenn es teilweise auch sehr naturverletzend geschehen ist, so ist es trotzdem beeindruckend, welch waghalsige Lehm-Holz-Sprunganlagen hier im Wald angelegt worden sind.
      Völlig undenkbar für Laien wie mich, dass jemand hier durch die Luft geflogen ist, ohne sich sämtliche Gräten zu brechen.
      Mittlerweile wirkt alles ziemlich unbefahren und verfällt allmählich.
      So treffe ich auch in dem ganzen herrlich wilden Buchenhangwald bis zur Zeche Carl Funke nur zwei unentschlossene Querfeldein-Radler.Dann wird es aber so richtig voll.
      Der Uferweg am Baldeneysee birst vor Menschen. Trotzdem finde ich eine schattige Bank, auf der ich eine kleine Pause einlege und die Boote auf dem See beobachte.
      Mal wieder paddeln.
      Wäre auch nicht schlecht.
      Im NSG Heisinger Ruhrbogen beobachte ich die leeren Reiherhorste, kontraindiziert dazu sind die Beobachtungsstellen nirgendwo leer, sondern von neugierigen Menschen besetzt.
      Statt der Reiher erwartet mich heute ein zerzaustes Rotkelchen zum Fototermin.
      Hinter den Altwassern herzulaufen, erweist sich wieder als schlau, nur wenige Personen finden hier längst, während der Uferweg überfüllt ist.
      Keine Schildkröten heute in Sicht.Fußgängerbrücke über'n See, Bahnhof Hespertalbahn, Deilbachrenaturierung, Eiscafé Plückthun; schnell lasse ich all diese Hotspots hinter mir; folge dem Pilgerweg/Raute acht zum Reulsbergweg, dessen Waldeintrittt dramatisch mit "Lebensgefahr-Flatterband" versperrt ist.Darauf gebe ich auch heute wie in der Regel wenig und kann auch hier bald den blinden Alarm vermelden, da mir keinerlei Gefahr außer ein paar Wegbrüchen begegnet.Die steile Treppe zum Haus Ruhrblick steige ich heute zum ersten Mal hinauf, oben gelange ich auf die kleine Straße namens Reulsbergweg (alles heißt hier so), die mich schnell Richtung Byfanger Wasserturm, den wir intern gerne als den Unsrigen bezeichnen, führt.Bänke besetzt.
      Kurze letzte Rast auf einem Buchenstumpf im Wäldchen am Wasserturm.
      Die Aussicht auf die City jetzt besonders beleuchtet im Schein der bald untergehenden Sonne, auch dies ein mir wenig bekanntes, aber umso eindrucksvolleres Bild.Heimatliche Gefilde; Blick auf die Burg in BAD,
      19:30 Uhr auf der Kirchturmuhr von Herz Jesu.
      Schöne, wanderbare Tour; selbstredend ziemlich privat gestrickt.Danke.(Anmerkung:
      Fotos im Karten-Verlauf rund 200 Meter zu spät gesetzt.)

      • 7 days ago

  2. slueart and Ursula went for a hike.

    September 6, 2020

    slueart, Lothar Cieborra and 34 others like this.
    1. slueart

      We have finally found the time to run together on a sunny Sunday.The two of us, never that far.
      A good two hours, then that's good.
      Today a bit of local history again.
      In addition to everything that is well known, I showed the "B" and "O", the path that leads so perfectly along the Linden settlement areas through the forest.
      The visit of the Horkenstein between Dahlhausen and Linden and the associated remarkable view of the Ruhr and the Dahlhauser Wehr was completely new for both of us.
      There used to be a restaurant here, as a board tells us.
      At the weir there was a lot of hype, on the Ruhr it is almost as full on nice days as on the Ruhr.And again: It is quiet in the forest and even on the above-mentioned forest edge path the number of people is manageable.

      translated byView Original
      • September 6, 2020

  3. slueart, Klaus and 42 others like this.
    1. slueart

      ... and then I keep walking, finding many new, unknown ways in the familiar.
      In the end it turned out to be quite a stately group compared to an enjoyable Sunday afternoon stroll.
      Incredibly many people flood the area on this sunny Sunday afternoon, especially near the river it is jam-packed, but there is no quiet place in Weitmarer Holz either.
      Amazingly often I manage to avoid the crowds, so I run on the Ruhruferweg in the direction of Sundern parallel to the asphalt over a field and scare away the Canada geese while the crowds push themselves on tires thirty meters next to me.
      The spontaneous thing about unplanned running is immediately apparent behind the Dahlhauser floating bridge when I climb the stairs to the ferry path.
      I've always wanted to do that once, bearing in mind that up there only the settlement areas of Bochum-Linden can actually await me, I've always refrained from doing it.
      On the other hand, my ambition also dictates that I get to know as many paths and places close to home as possible, so it fits perfectly.
      All the more astonished, I am positively surprised to find that I am walking through the forest on the edge of the settlement.
      Soon I have to follow Dahlhauser Straße through Hattingen Baak, which is really not a highlight, but then I am amazed to find that after a good hour I am standing at the Hattingen Ruhr Bridge.
      Such a huge shortcut.
      Which I don't intend to run in shape again.
      The Hattinger boat slide is the longest and wildest known slide on the Ruhr, which I have rushed down several times with different canoes.
      As always when the weather is nice, there are a large number of boats in the area under the bridge.
      However, in the rapid current in the slide bed, the final waves rear up in such a way that all open boats have problems or are simply filled up.
      I see a Canadian capsizing right behind the flood, a kayak is full to the edge of the coaming.
      But behind the flood the Ruhr is very flat and so all victims stand cheerfully in the river and sort their bins and themselves.
      Again, the RADOM spontaneously comes to my mind with the meanwhile white-blue sky and is declared a turning goal.
      The inevitable stretch of towpath is full of ants again, shortly before the end I find, creeping through a fence, creeping across a willow, a place of pure idyll on an old fallen willow tree, unfortunately every corner under the trees is bursting with environmentally unfriendly legacies.
      It's so disgusting and annoying.
      A lonely path leads me uphill from the main cyclist route Rauendahlstraße (was that the "O"?).It is always amazing how quickly the change from overcrowded hotspot to loneliness takes place. On the forest path to Sundern I don't meet a soul until Oberbaakstrasse.I am now following the pilgrimage path of the diocese of Essen, which has also been in the region for some time.
      This is followed by some, also photographic, impressions of the gleaming white RADOM, before it goes past the forester's lodge into the densely populated peripheral areas of the Weitmarer Holz.
      With quick steps I always overtake the next group of people and then immerse myself behind the Hattinger Straße in the relaxing silence of the Weitmar cemetery.
      Actually, I'm not a cemetery-goer, but this cemetery has done it to me:
      It is a large, quiet park with a number of open spaces without digging, active wildlife (today a croissant greets me) and many red benches.
      And I'm the only living soul far and wide.
      I actually encounter the overcrowded route of the Springorum cycle path as complementary.
      Minimum distance difficult.
      After finding myself twice in the dusty aerosols of a racing cyclist cutting me, I leave the overcrowded route at the next opportunity.
      However, the square waymark is not a good choice, as it leads me eastwards uphill over the Nevelstraße back to the main road.I now have to walk along Hattinger Strasse for a while, at least I'm moving forward quickly.
      The orientation officer remains weighed down to me, I realize that I am crossing the Linden district optimally and then end up in the wooded area on Ferdinand-Krüger-, later Lewacker Straße, which I also passed today at the beginning.
      Down to the river and home.

      translated byView Original
      • August 30, 2020

  4. slueart and Klaus went for a hike.

    August 22, 2020

    slueart, Chris Walk and 66 others like this.
    1. slueart

      Breaking Corona 8:
      Spätestens seit unserem großen Sommer-Wander-Abenteuer
      komoot.de/collection/983254/-2020-07-20-29-breaking-corona-g-k-alaska-in-deutschland-werden-edersee-251km-6000hm
      sind die Wanderungen von Klaus und mir mittlerweile das Miteinanderwandern eines "Haushaltes" geworden.
      Denn welcher Haushalt hält enger als ein kleines Zelt?
      Die BC.-Wanderreihe weist plangemäß mehrere Merkmale auf:
      Da in Zeiten von Corona die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht immer einfach und meistens unangenehm ist, versuchen wir Start- und Endpunkt einer Wanderung so zu legen, dass wenig Stress beim Fahren entstehen sollte.
      Unsere Start- und Zielorte sollten dabei halbwegs mittig zu unseren Wohnorten liegen.
      Die Wanderungen unter dem BC-Motto verlaufen zudem über relativ anspruchsvolle Strecken.
      Wir laufen mit K.s iPhone, sprich, die Wanderungen werden von mir am Computer ausgetüftelt und unterwegs "spricht die Maschine mit uns“.
      Die Strecke von Ratingen Ost nach Neviges stellt einen interessanten Querläufer zu unseren meisten Routen hier in der weiteren Heimat dar.
      komoot.de/collection/1002100/-breaking-corona-wanderungen-g-k-2020
      komoot.de/collection/1002267/-g-k-wanderungen-komoot
      Meine alte Heimat Ratingen stellt sich sofort hinter dem Bahnhof mit neuem Gesicht vor. Die beindruckende Büroarchitektur mit auffallend sorgfältig angelegten Grün- und Erholungszonen für die Mitarbeiter kennen wir beide noch nicht.
      Allerdings sind Corona geschuldete Insolvenzen und nachfolgender Leerstand auch schon sichtbar.
      Hinter der Autobahn an der Mettmanner Straße leuchtet uns vom Bauernladen der Herbst ins Gesicht. Der Beginn der Kürbisausstellung mit den vielfarbigen Kalebassen und sogar an Blumenkohl erinnernden Früchten springt uns spätsommerlich an.Dem Schwarzbach folgend stellen wir fest, dass wir erstaunlicherweise hier noch nie anzutreffen waren, obwohl zwischen alter und älterer Heimat gelegen, ist dieses Bachtal uns streckenweise unbekannt.
      Hinter der A3 passieren wir den Stinshof und wandern ein Stück den nächsten Hügel hinauf, als der Weg plötzlich als Pfad über eine geschwungene Weide unter dichten Brombeerranken in den dunklen Wald führt.
      Hier auf der Grenze zwischen Mettmann und Homberg zeigt sich der Schwarzbach von seiner verschwiegen wilden Seite.
      Zunächst queren wir den Bach über eine kleine ungesicherte Steinbrücke, die Kante getarnt unter’m Randbewuchs ragt über einer stattlichen Fallhöhe von mindestens drei Metern auf.
      Der Matsch bleibt feucht im schattigen Tal, gestürzte Bäume liegen quer unter den hohen Pappeln, wir sind allein und verzaubert von so viel urwaldähnlichem Charakter.
      „Fischscheune“ steht auf einem Wegweiser am Ilbeckweg, dem wir kurz folgen, um zu schauen, ob das Bauerncafé, an das Klaus sich erinnert, noch existiert.
      Groß-Ilbeck hat zu dieser Tageszeit allerdings geschlossen, scheint aber noch als Gaststätte vorhanden zu sein.
      Wir folgen dem Rosendalweg vorbei an einem weiteren Teich bis zum Ententeich mit Reiher und Schönungs(schlamm)teich mit fett im Moder wälzenden Karpfen.
      Der Schwarzbach speist viele Teiche.
      Es kommt zu der bislang einzigen Begegnung mit einem Waldwasserläufer, was uns aber zunächst nicht bewusst ist, sondern erst nach einer Wasservogel-Recherche deutlich wird.
      Überraschend auch dies, da wir uns doch in einer stark besiedelten Region bewegen.
      Zwischen Grevenmühle und Schrieversweg zeigt sich der Bach noch einmal urig, wir rasten neben einer Schautafel, die Auskunft über mindestens fünfzehn Mühlen gibt, die der Schwarzbach einst mit Leben erfüllte."In der Ratinger Ebene entlang des Schwarz- und Angerbachs hat es einst 32 Mühlen gegeben, so ist es im Handbuch der allgemeinen Staatskunde Europa verzeichnet. Sie wurden als Öl- oder Getreidemühle genutzt, angetrieben durch die Kraft des Wassers mittels eines Mühlrades. Übrig geblieben sind davon wenige, vor allem entlang des Schwarzbachs sind die allermeisten im Laufe der Jahre verschwunden.“
      rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/ein-bewohntes-muehlen-denkmal-im-schwarzbachtal_aid-38201171
      Mit dem Löffelbeckweg verlassen wir kurzzeitig den Schwarzbach und gelangen auf eine kleine Höhe mit Aussicht, um bald darauf ein letztes Mal ins besagte Tal einzutauchen, bevor wir es gen Meiersberg verlassen.
      Zunächst unten auf dem malerischen Bauernhof in Niederschwarzbach lernen wir eine Hühnerschar kennen, die wahrlich „freilaufend“ lebt.
      Überall auf Weide und Hof stolzieren Hähne, picken Hühner und eine besonders vorwitzige Henne macht sich gerade daran, das Bauernhaus zu inspizieren.
      Unumgänglich sind leider die knapp zwei Kilometer Straße, die nun an Bibelskirch vorbei folgen, dann aber betreten wir ein weiteres Stück Natur, das, durch die Kalksteinwerke geprägt, ausgebeutet und zurückgegeben, nicht allerdings ohne ihm einen weiteren Stempel in Form des von uns getauften „Lhoist-Designs“ aufzudrücken, ziemlich identisch wirkt mit den alten Steinbrüchen etwa in Flandersbach.
      „Lhoist-Design“: Ein „authentischer“ Schienenstrang und eine Bank! oder Felsblöcke inmitten eines kleinen aufgetürmten Felshalbkreises.
      Erfreulicherweise gibt es zweimal eine Sichtschneise im dichten Baumbestand, durch die hindurch wir das unwirklich blaue Wasser des „Wülfrather Sees“ leuchten sehen können.
      Im Hintergrund die Kalksteinwerke Rohdenhaus, deren Hinterland wir bald darauf durchwandern.
      Hier sind wir ganz alleine unterwegs und die leuchtend roten Früchte der Ebereschen krönen die beinahe „unwirkliche“ Landschaft am Adelscheidberg in Nord-Erbach mit ihren Farbakzenten.
      Unterhalb der „Kleinen Schweiz“ stoßen wir auf bekanntes Terrain.
      Nach einer Pause folgen wir dem herrlich wilden Waldweg längst des Kocherscheidtbaches bis zur Tönisheider Höhe, queren die Wülfrather Straße und laufen ein kurzes Stück auf der Trasse des Niederbergbahn-Radweges.
      Hier steht die „Schirmherr-Villa“, rund ansprechend mit gekreistem tonfarbenen Flachdach (über die ich keine Auskunft fand).
      Hoch über Neviges verlassen wir endlich die Straßen und betreten nun die geballt anzutreffende Prominenz der regionalen Wanderwege: Bergischen und Neanderland-Steig nehmen wir unter die Sohlen.
      Im Wald lassen wir ein sich nicht entladendes Unwetterchen über uns hinwegziehen, in der Schutzhütte an der alten Burg, deren Reste wir noch nie zu Gesicht bekamen, warten wir ein Weilchen, bevor wir das Finale der Wanderung antreten.
      Kreuzweg Neviges: Ein wenig Gothik (nicht Gotik), ein bisschen schwülstiges Disney mit kumulierenden Betonfelsen und doch ein Ort von gewaltiger Stille und Andacht.
      Kitsch und echte Berührung gehen bei diesem aufwändig gestalteten und in die Natur gekerbten Kreuzweg Hand in Hand.
      Im Alten Bahnhof nehmen wir ein Getränk, auf die ehrliche Antwort der freundlichen Kellnerin hin verzichten wir auf das Abendessen vor Ort, weil wir nicht die eine Stunde Wartezeit investieren möchten.Fazit: Eine wunderbar wanderbare Strecke, die uns mehrfach äußerst positiv überrascht hat.
      Das Schwarzbachtal ein uns wenig bekanntes Kleinod.
      Insofern eine absolut zu empfehlende Wanderung, die auch in der umgekehrten Richtung sehr attraktiv sein wird, dann liegt das bezaubernde Tal am Ende des Weges.

      • August 24, 2020

  5. Anna Schlüter, Herbert and 23 others like this.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020
      Tag ZEHN: Von Medebach nach Herzhausen (Eder), 18km, Abstieg: 420hmFrüh am Morgen wecken mich keine Kettensägen im fernen Wald, sondern die Müllabfuhr vor der Hoteltüre auf der Ausfallstraße in Medebach.
      Noch früher als die Waldarbeiter gestern gehen die Müllwerker geräuschintensiv ihrer Arbeit nach.
      Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Vesperpaket verlassen wir bei strahlender Morgensonne die Stadt über eine kleine Landstraße „Am Faustweg“ und laufen strikt gen Osten der Sonne entgegen.
      Nachdem uns gestern eine Art Endzeitgefühl beschlichen hat, sind wir heute beide überraschenderweise von einer freudigen Wanderlust erfüllt, obwohl dies unser letzter Wandertag sein wird.
      Vorbei an einem mächtig-weißen Wegkreuz verlassen wir gemeinsam mit einigen sehr jungen Kröten das Land NRW und gelangen nach Hessen.
      Zunächst ändert sich nix, wir passieren eine Fischzucht, an deren großem Angelteich sich jetzt am frühen Mittwochmorgen schon eine gewaltige Zahl von angelnden Männern ein Stelldichein gibt.
      Die geplante Route führt über einen Wegabschnitt, der aus Naturschutzgründen gesperrt ist, was von uns selbstredend immer akzeptiert wird. Die gewählte Alternative führt uns zunächst parallel, später aber immer weiter vom Wege ab, sodass wir uns schließlich doch zu einer Querfeldeinrückführung entschließen.
      Ein Sturz und zwei geknackte Zecken (auch diese Biester haben uns „oben“ im Hochsauerland in Ruhe gelassen und sind jetzt wieder da) später sind wir wieder in der Spur.
      Bei Kilometer sieben erwartet uns ein ganz besonders erquickliches Highlight südlich des Probstberges (476 m). Auf der Ebene der Hochheide, die sich in warmen Gelb- und Ocker-Tönen vor uns ausbreitet, befindet sich das Areal der Schutzhütte „Auf dem Driesch“ mit waagerechten Wiesenflächen, etlichen Bänken und einem relativ sauberen Wiesenplatz im Angesicht einer weiten Pferdeweide, auf der sich drei Zossen neugierig nähern, als wir eine erste Pause nach dem komplizierten Aufstieg einlegen.
      Das wäre ein Biwakplatz erster Wahl gewesen, wenn er denn verlaufsmäßig gepasst hätte.
      Aber auch jetzt feiern wir diesen Traum von einem Pausenort hoch erfreut.
      Hessen meint es gut mit uns, schon zwei Wegbiegungen weiter, immer noch die Hochheidelandschaft durchstreifend, tummeln sich drei halbstarke Hasen in der Morgenwärme auf einem Feldweg. Hasen sind meist schneller fort als du eine Kamera gezückt hast, die drei Gesellen aber spielen übermütig oder unerfahren miteinander weiter, so dass wir sie in Ruhe „zoomen“ und ablichten können.Niggemucke, L 3076, Kilometer neun:
      Wir genießen den phantastischen Rundblick, hinter uns das Hochsauerland, vor uns, wie ein Gebirge im Tal, der Kellerwald. Irgendwo zwischen den bewaldeten Höhen versteckt sich der Edersee.
      Eigentlich hoffen wandernde Menschen immer, dass der Höhepunkt, auf den sie zulaufen, in irgendeiner halbwegs spektakulären Form auftaucht: Plötzlich ist der See da.
      Nix davon, ab in nächste Tal.
      Die Fuchsmühle am Schaakenbach begegnet uns mit einem liebevoll gestalteten Ensemble am kleinen Bachlauf im idyllischen Tal. Kurz danach wählen wir einen Weg, der uns besonders passabel erscheint, sich nach kurzer Zeit aber als nicht „richtungsweisend“ herausstellt, so dass wir umkehren und dem „Igelpfad Fürstenberg 3“ folgen.Eine wohl platzierte Bank nördlich von Fürstenberg und die umliegenden hoch gelegenen Felder bieten einen wunderbaren Rundumblick auf Hochsauerland und Kellerwald.
      Päusken zum Wassertrinken mit Blick auf die Landstraße „Ziegelei“.
      Mit faszinierenden Aussichten, vielen neuen Wanderwegzeichen, von denen einige Hölzerne schon stark bemoost und pittoresk verwittert sind und einem steilen Pfad bergab begrüßt uns der bekannte "Kellerwaldsteig“.Uns fällt auf, dass wir als West-Ost-Querläufer viele bekannte „Steige“ und Hauptwanderrouten wandernd angeschnitten haben, beginnend mit dem heimischen Neanderlandsteig, ebenso dem Bergischen Steig, weiter über den Lennesteig, den Siegerlandweg, den Plackweg, den Drahthandelsweg, den X18 oder Christine-Koch-Weg, den Homertweg, die Sauerland-Waldroute und den Kurkölner Weg X12 (mal nicht als Steige benannt, aber doch!) über den Rothaarsteig, den Uplandsteig bis hin zum hessischen Kellerwaldsteig.
      Ein Stück des Weges folgen wir auch dem Kaiser-Otto-Weg, dem Jakobsweg zwischen Köln und Paderborn und dem F.W.-Grimme-Weg.
      Jetzt nähern wir uns rasant unserem Ziel, legen noch eine letzte Pause ein, um uns „reise- und zugfertig“ zu machen, dann stehen wir auch schon auf der EDERBRÜCKE in Herzhausen, unserem Ziel.Wir haben es geschafft, sind mächtig stolz auf uns und unsere Freundschaft!
      Den einzigen wunden Punkt sehen wir in dem Fakt, dass der Aufbruch ins nächste „Alaska“ noch lange auf sich warten lässt.
      Rückfahrt: Sechs Stunden Zug mit vielfachem Umsteigen und Wartezeiten in Willingen, Brilon-Wald, Schienenersatzverkehr in Neheim-Hüsten und letzter Zugwechsel in Dortmund.Unser Dank geht dahin, „wo die Regie geschrieben wird!"

      • August 4, 2020

  6. Verklicker, Marc and 22 others like this.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020:
      Day NINE:
      From the Hoppecke source on the CLEMENSBERG to Medebach, 23km, descent: 600m
      At the Hoppecke source on the CLEMENSBERG:
      The still distant screeching of the “spruce mopeds” sets into the morning silence.
      Thunder.
      The hardworking forest workers start their daily work early, however, a glance at the clock shows that it is only half past six.
      After another look at the sky, we are grateful to them:
      It is still dry.
      Brisk departure.
      The tent is quickly dismantled and we follow the path of the stones:
      There are many marking stones on this section of Rothaarsteig / Uplandsteig: boundary stones, marksmen and signposts.
      It's dark, the air feels like rain.
      We hike past the closed Clemensberg hut.
      When looking back, the Clemensberg with its open quarry wound is our companion for long meters.
      The small bakery in Hildfeld closes at nine in the morning.
      Thanks again to the early forest workers.
      There is no coffee.
      Neither is evidence.
      While eating a cherry crumble, we listen to the stories of past adventures, told by an eager villager.
      Otherwise a quiet place.
      Interesting is the village path, which shoots steeply behind the village into the terrain and to Grönebach and further ??? leads. If you don't want to walk along the main road, you have to tackle a few meters of altitude.At 600 m we go over the Hille before we climb up.
      Beautiful meadow path on a slope with a view back to the Clemensberg.
      Today there is also gradually the certainty that we will finish the tour, that we will reach our destination. In the meantime, it also looks a lot like we can do it in the planned ten days.
      Only the fact that we physically, especially my flat feet are worth mentioning, after this time scratch a little to the limit, the downside in terms of longer hiking plans and wishes.
      The story that the backpack is longer and easier to carry is fortunately confirmed.
      Body and backpack weight probably add up in the brain to a uniform mass to be carried.
      We tend to approach another selected highlight of our walking trip downhill:
      The Ruhr source.
      As a man from the Ruhr, I "must" have been here once.
      Funny the river sign "Ruhr" in front of an extremely unspectacular trickle.
      Soon the source stone and the source, which is just wet, can be found.
      Will probably not drink anything with Ruhr spring water.
      At first calm, soon a flood of cyclists poured over the ensemble.
      As hikers, we stay among ourselves.
      This is a piece of land for cyclists, especially the Ebiker (up and down) and the Ruhr Valley Cycle Path (up train, down bike).
      The "real" Ruhr spring lies a few inconspicuous meters behind the source stone, a minimal water flow quickly flows out of a popular plastic tube, just enough to moisten your lips.We walk through a picturesque place called Küstelberg, which also seems to harbor a bit of tourism.At the shelter at Henkmannskopf we are just having a snack with the last remnants when a huge wooden truck appears like a forest monster.
      We are fascinated to see how handily the man with the mechanical gripper juggles, charges, rearranges and arranges the giant trunks.
      Lashed down.
      Leaves.
      Huge truck in the forest.
      Important labels on the wood.
      In the valley of the butterflies, in the Gelängebachtal, there are many blooming thistles, the flock of insects, but especially butterflies such as the imperial coat and the peacock butterfly attract.
      Photographing butterflies is always annoying because they often “click” the wings to fold at the same time.
      A pair of peacock eyes and an imperial coat graciously open in the sun.
      After almost 20km a shelter, clean and with strict rules, no bivouac.
      If we do not need it today, the last break will remain before the finish, because today we have already booked a room in Medebach out of the forest for hygienic reasons.
      The beautiful meadows on the left a last pleasant sight of nature in front of the city. Once we have to cross the city center before we disturb the day of rest of the hotelier “Zum Oesterntor” and enjoy the advantages of a room.The end is near.
      At dinner, the emotions make room for the end of a journey.
      A little bit of grief that it is coming to an end, a little relief to have survived.
      A little anticipation of home.

      translated byView Original
      • August 4, 2020

  7. Schroedefix, Ursula and 17 others like this.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020:
      (Einführung siehe Tag Eins oder ZWEI)Tag ACHT:
      Von der Elper Hirtenwiese zur Hoppecke-Quelle auf dem CLEMENSBERG,
      26km, 700hm
      Der Tag der Tage.
      Wenn wir von einem Höhepunkt im Sinne "Bester Tag", sprechen können und wollen, dann hat dieses Kompliment der achte Tag unserer Tour verdient.
      Denn nicht nur, dass wir von dem einem Lieblingsbiwak (Wir nennen das jetzt mal so, auch wenn ein Zelt drumherum war, immerhin schlafen wir erst auf 600, dann auf 800 Metern Hochsauerlandhöhe.) zum anderen Lieblingsbiwak laufen, sondern wir durchwandern Highlights von Rang und Namen, wie die Bruchhauser Steine, besuchen zuvor das Gutscafé Rosenbogen im Schloss Bruchhausen, besteigen und überqueren mit dem Langenberg den höchsten Berg von NRW.
      Am Ende landen wir auf dem Clemensberg, einem steinbrecherisch südseitlich abgetragenen Achthunderter, der uns wegen seines Namens viel bedeutet.
      Dort wiederum endet dieser hervorragende Wandertag an der Hoppeckequelle, an der wir verbotenerweise unser Zelt aufschlagen. Dass die Quelle noch im Hochheide NSG liegt, ist uns nicht bewusst, das zugehörige Schild steht hinter der Quelle, die Karte heute spricht eine andere Sprache.
      (Ohne Sorge: Ein Pfadfinder hinterlässt NICHTS als seinen Dank!)
      Wunderbar beginnt der Tag in der Morgensonne, das Zelt ist trocken und hurtig abgebaut, waschen fällt einmal mehr aufgrund fehlenden Wassers aus, das karge Frühstück werfen wir nebenbei ein.Wir wandern durch den Wald, der schon in der Frühe von Waldarbeitern beackert wird.Bald haben wir eine gute erste Sicht auf die Bruchhauser Steine: Vorfreude und Vorschmerz geben sich ein Stelldichein.Wieder passieren wir ein regelrechtes Kahlschlaggebiet, allerdings sind die befallenen und zerstörten Waldstücke hier in HS deutlicher weniger zu finden als in tiefer gelegenen Waldgebieten.Wülmeringhausen bietet laut digitaler Ansage keine Frühstücksgelegenheit, so müssen wir weiter bis Assinghausen, Frühstück gibt es erst bei Kilometer sechs.An der Assinghauser Straße befinden sich auf 422 Meter Höhe ein Kruzifix und mehrere Bänke an einer Straßenkreuzung.
      Ein exponierter Ort, der viele Aussichten ins Umland bietet.
      (Tja, wenn wir die Bänke gerade mal nicht brauchen, erscheinen sie zahlreich.)
      Bei Kilometer sechs stoßen wir neben den Schautafeln mit den Gästeinformationen auf ein hervorragendes Lebensmittelgeschäft.
      (Häufig fehlen die sehr wichtigen Angaben zu LM in Wanderinformationen, dabei ist das nicht sachdienlich, schließlich müssen viele wandernde Menschen sich unterwegs verpflegen.)
      Der Besitzer, darauf angesprochen, dass er wohl das „bestsortierteste uns bekannte Geschäft“ führe, antwortet lakonisch freundlich, dass er selbst nur bei sich einkaufe, der Laden deshalb alles aufweisen müsse, was er persönlich zum Leben brauche.
      Guter Mann!
      Wir frühstücken erfreut am Tisch vor dem Geschäft.
      Das Timing stimmt, wir beginnen gerade mit dem Aufbruch, da beginnt es zu regnen!
      Damit haben wir heute überhaupt nicht gerechnet!
      (Alaska 2019 Schluchtensteig-Spruch: „Gedacht, gesacht, ausgelacht!“)
      Unvorhergesehenes bestimmt den Ablauf, wir stecken nur die Rucksäcke unter die Ponchos, selbst sind wir so nass geschwitzt, dass der Regen nur die Salzbatiken der Hemden verwischt.
      Assinghausen ist ein "Golddorf" und so sieht es auch aus.
      Heute leider ein Golddorf im Regen.
      Alles fein erhalten und herausgeputzt, selbst im Wald finden sich noch von Schützenkönigen gesponserte Wegweisersteine.
      Die historischen Fachwerkbauten strahlen im regnerischen und im Glanz des Wohlstandes, die Straßen empfangen uns menschenleer.
      Montagmorgen.
      Ein freundlicher Ort, aber sicher auch ein anstrengender Ort für nicht angepasste Einwohner, so stellen wir uns das vor, als wir die uniformen Namensschilder an den Häusern betrachten.
      ("Da schau, der macht nicht mit, der hat's bestimmt nicht leicht im Dorf!“)
      Ein Brunnen spendet Wasser und Waschgelegenheit am Ortsausgang, der kleine Küsterland-Park dahinter bietet ungezählte Bänke, die, anders verteilt, ausreichend für eine lange Wanderung wären.
      Zwei Radwanderinnen suchen in der Kapelle Schutz vor der Nässe.
      Eine Marienstatue gemahnt in der gemauerten Felsenhöhle zur Andacht.
      Die nächste Steigung.
      Der Kreuzweg, der sich nun hinter Assinghausen steil den Iberg (569 m) bis zur Grabeskapelle hochzieht, schont die Sünder nicht.
      Aber er wartet mit einer bestaunenswerten Besonderheit auf:
      Die Bildnisse zu den einzelnen vierzehn Stationen sind in einer Art verschlossenem Tabernakel eingefügt; Gläubige müssen den Weg seitlich verlassen, um die jeweilige Türe zu öffnen und das farbenprächtige Relief zu betrachten.
      Wir verlassen den Kreuzweg hinter Station IX, geraten kurzzeitig und fälschlicherweise in eine „Jägerfalle“ und ziehen bei stärker werdendem Regen den Berg hinauf, lassen allerdings das Gipfelkreuz des Iberges linker Hand erhöht liegen.Bei Kilometer neun verlieren wir in einem kleinen Kahlschlaggebiet den Weg unter den Füßen und krauchen regennass durch’s verwüstete Gelände.Wir lassen uns nicht „unterkriegen“, in einer trockenen Bushaltestelle vor St. Cyriakus in Bruchhausen eröffnet sich uns dann das Motto des Tages:
      „Gute Laune im Sauerland!“
      Im Nieselregen ziehen wir weiter, die altbewährte Beschwörungsformel. „Gleich kommt die Sonne raus“ singend und als wir das Gutscafé Rosenbogen im Bruchhauser Schloss erreichen, können wir (Gottseidank!) schon wieder draußen unter dem Schirm sitzen.
      Das Gutscafé, indem wir einen herzhaften, kleinen, aber warmen Eintopf zu uns nehmen, ist Teil von Schloss Bruchhausen.
      Beim Verlassen des Geländes erfreut und erheitert uns ein überklebtes Schild, das den Montag als ehemaligen Ruhetag ausweist.
      Ein schmaler Pfad durchschneidet die Serpentinen der Auffahrt zum Eingang ins NSG Bruchhauser Steine, auch Zubringerweg zum berühmten Rothaaarsteig.Das Museum "Nationales Naturmonument Bruchhauser Steine" bietet einen kleinen, aber feinen Überblick über die geologischen, biologischen und historischen Besonderheiten des NSG. Wir sind Wanderer, haben mal wieder wenig Zeit im Gepäck, oder ist es eher die mangelnde Geduld?
      Ich fege nur kurz durch die Räume, schieße einige Fotos und wir bezahlen den Eintritt von 5,50 € p.P., nachdem wir es uns nicht verkneifen konnten, anzufragen, ob wir als „Durchwanderer“ nicht ohne Ticket passieren dürfen.
      Müdes Lächeln.
      Wir könnten uns auch einige Meter vor der Ampel in den Wald und hindurch schlagen, aber wir wollen nicht übertreiben und zahlen brav unseren Obolus.
      Kurz darauf erleben wir etwas Einzigartiges.
      Nicht die Bruchhauser Steine als felsgewordenes Naturereignis sind gemeint, sondern die Masse an Menschen, die hier plötzlich ameisengleich den Berg von mehreren Seiten emporkrabbeln und sich a l l e vor und auf dem Feldstein versammeln.
      Sowas kennen wir „Waldläufer“ gar nicht mehr.
      Wo kommen die alle her?
      Irritiert kämpfen wir einen inneren Kampf und diskutieren kurz, ob es unseren Reiseeindrücken ernsthaft schadet, wenn wir
      n i c h t oben auf dem Gipfel am Kreuz gekratzt haben. Es ist beileibe keine Faulheit, die uns dann wirklich davon abhält, diese letzte Höhe zu besteigen.
      Wir ergreifen die Flucht.Gesagt werden muss aber schon, dass die Felsen eindrucksvoll sind, dass sie prächtige Steinmonumente in der Landschaft mit fabelhaften Ausblicken ins Hochsauerland darstellen.
      Schade, dass dies sehr viele Menschen wissen.
      Eines Rätsels Lösung erschließt sich bald in Form des Wanderparkplatzes „Vesperhütte“, denn bis hierhin können die Besucher sich in ihren Fahrzeugen bewegen und "zwei Meter weiter oben“ als Wanderer ankommen.
      Lässt uns jetzt kalt, denn „zwei Meter weiter“ im Wald ist es wieder so gewohnt einsam, dass wir bald auf unzertretene Rehspuren stoßen.
      Wir sind -ausschließlich heute- in Nord-Süd-Richtung unterwegs, die Wege sind ausgebaut, die Pfade erkennbar, die Steigungen vergleichsweise moderat.
      Unter unseren Wanderschuhen der „Rothaarsteig“ und der „Uplandsteig“. So nähern wir uns auf prominenten Wegen flott dem geschichtsträchtigen „Richtplatz“, an dem wir auf einem modernistischen Bank-Ensemble kurz rasten.
      "Knapp 1 km südsüdwestlich des Hoppernkopfgipfels liegt oberhalb des Quellbereichs der Schmala ein ehemaliger Richtplatz des Kurkölner Gogerichts. Er befindet sich direkt südöstlich der Landesgrenze auf hessischem Gebiet bei 762,6 m Höhe (statt 800 m Höhe laut Inschrift am dortigen Gedenkstein).
      Inschrift der Bronzetafel des Gedenksteins:
      „Hier, im ehemals kurkölnisch-waldeckischen Grenzgebiet befand sich seit dem 13. Jhd. eine Gerichtsstätte des kurkölnischen Gogerichtes und Amtes Medebach. Als Richter amtierten damals die von Gaugreben, deren Name aus ihrer Amtbezeichnung als Gograf abgeleitet ist.“ (Wiki)
      Wie wichtig es sein kann, einmal vom geplanten Wege ab und eine Ecke weiter zu gehen, erfahren wir, als wir bei Kilometer 20,2 trotz der einsetzenden Erschöpfung einen kleinen Abstecher zu einem nur in der Karte beschilderten Aussichtspunkt wählen.
      Vor einem traumhaften Ausblick übers Fichtenland steht wie gewachsen eine Bank am Hang. Eines von diesen neuartigen, ergonomisch geformten „Baumelbein“-Modellen, die den Ruhenden in den Himmel träumen lassen, wenn nicht, wie in unserem Fall, nach etwa drei Minuten kontemplativer Meditation und Staunen, der Himmel erneut die Schleusen öffnet und wir die Idylle fluchtartig verlassen.
      Kurzer Fotostop am Gipfelkreuz des Langenberges, mit 843 Metern als NRWs höchster Berg ausgewiesen, in herber Konkurrenz -wie uns erzählt wird- zu dem ungleich bekannteren Kahlen Asten bei Winterberg, der es nur auf schlappe 841 Meter bringt.Der Regen lässt nach und unser „Montagsglück“ bleibt uns hold, als wir die Hochheide-Hütte (805 hm) bei Kilometer 24 erreichen. Eigentlich schon ab achtzehn Uhr geschlossen, hat sich der Hüttenwirt mit zwei Streckenwanderern, die hier schon vor Stunden gestrandet sind, verplaudert und wir laben uns mit Frischgezapftem, bekommen auch unsere Wasservorräte coronascheu aufgefüllt, so dass wir anschließend beruhigt in den ungewissen Abend starten können.
      Das Bier, auch das alkoholfreie, aus Westheim ist übrigens köstlich.
      Ein Lob auf die kleinen, regionalen (nicht nur) Brauereien.
      Der Abend nähert sich und die Verblauung der Bergketten ist in der untergehenden Sonne ein berührendes Schauspiel, das wir auch in Form luftperspektivischer Photographien festzuhalten versuchen."Das Wanderziel im benachbarten Niedersfeld!
      Die aus Naturholz gebaute Hütte bietet Ihnen eine erfrischende Pause in 805 m Höhe, keine drei Kilometer vom höchsten Berg des Sauerlandes entfernt, dem 843,5 Meter hohen Langenberg.
      Frische Delikatessen aus der Küche erwarten Sie an einem der schönsten Plätze im Hochsauerland. Zum Beispiel: leckere regionale Speisen, Omas Landkuchen, frische Waffeln oder einen guten Kräuterlikör und Westheimer Bierspezialitäten.“ (meine-gastronomie-willingen.de)
      Die Wirtsleute der Hütte können endlich in den Feierabend starten und fahren, als wir einen Wiesenweg zum NSG Neuer Hagen, der eigentlichen Hochheide, hinaufsteigen, mit ihrem Auto zu Tal.
      Blicke zurück in die Abendstimmung über der Hütte hinaus begleiten uns zunächst auf unserem Weg zum nächsten „großen“ Ziel, dem CLEMENSBERG.
      Es sei nur soviel verraten, dass uns der Berg wegen seines Namens nahesteht, ja, wir der Route sogar wegen IHM den Verlauf an dieser Stelle gegeben haben.
      So richtig ans Herz wächst ER uns, als wir am Fuße SEINES Gipfelkreuzes in ordentlich auffrischendem Wind weit über das Land schauen.
      Südlich, direkt vor unseren Augen, liegen der riesige Krater des Diabas-Steinbruches und das dahinter stehende Werk.
      Der Ort, an dem wir stehen, wird auch „neuer Clemensberg“ benannt, weil der alte Berg dem Krater durch Abtragen weichen musste.
      Möglich, dass sich auch an diesem Hotspot oft die Menschen tummeln, jetzt, kurz vor halb acht am Montagabend, ist die Kuppe menschenleer und wir genießen die windige Einsamkeit.
      Der Endspurt des Tages zieht sich, auf schlottrigem Wege dem Rothaarsteig folgend, über eine wunderschöne, leicht dämmrige Heidelandschaft an dem Zaun des Steinbruchs entlang.
      Zweimal stoßen wir auf fingerhutförmige Bunker, die wohl irgendwie den Sprengungen im Steinbruch geschuldet sind.
      Unser Ziel naht, als auch der Uplandsteig wieder unter unsere Füße findet: Die Hoppeckequelle am nordöstlichen Rand des Clemensberges.
      Ebenso wie die Elper Hirtenwiese ist auch diese „kleine Oase“ (Komoot) als Schlafplatz ein Produkt von Phantasie und Hoffnung.
      Im Luftbild zuvor als Idylle deklariert, steuern wir tatsächlich auf ein in der Realität angesiedeltes Refugium zu.
      Wir nehmen an, dass die Grenze des NSG hinter der Quelle liegt, da erst dort ein Schild darauf verweist. Die Quelle liefert klares, kühles Wasser, mit dem wir uns erfrischen.
      Drei Bänke stehen im Halbkreis, hinter der einen findet sich ein halbwegs waagerechtes Stückchen Wiese, auf dem wir unser Zelt aufstellen.
      Ganz diskret versucht es sich an der Bank zu verstecken, ohne Erfolg allerdings, denn die plötzlich (schon wieder!) im Schwall auftauchenden Gebirgsradler staunen nicht schlecht, sind aber zu schnell um großartig zu reagieren.
      Uns zwackt das schon, aber nach einer Weile kehrt wieder Ruhe ein und wir widmen uns dem Abendbrot, heute auch mit Käse „Alter Schwede“.
      MannMannMann: „Alter Schwede!"
      Im Gebüsch ein munteres Fitispaar, mehr Unterhaltung braucht es nicht.Ruhige Nacht.Danke!

      • August 4, 2020

  8. Schroedefix, Olive R and 15 others like this.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020:
      (For introduction see day one or two)Day SEVEN (hiking day, 2nd half):From Ramsbeck to Elper Hirtenwiese, 9km, 400hmAs already suspected, the climb behind Ramsbeck begins with a merciless climb. The fact that ascent remains the motto of the second half of the day is shown by the fact that we have at least 400 meters of altitude difference over the next nine kilometers.Our destination today is the Elper Hirtenwiese, an almost imaginary destination, since I only looked at it during the planning, among other things, in an aerial view and guessed or dreamed of a fictional bivouac site there.Between Sengershausen, Schwabenberg and Sachsenglück, the terms are influenced by Germany. Let us not forget Heinrichsdorf, also northwest of Elpe.
      In addition to the usual Christmas tree cultures, which can also be found here as a baby room, we can enjoy a number of beautiful views.
      The Elpe flows through Elpe from south to north and shows itself as a small contemplative brook, the species-rich bank vegetation of which is gradually becoming deserted under the invasive predominance of the glandular jumping herb.We get drinking water from an initially suspicious couple (understandable, as we now look like. Not only the salt baked goods on the shirts, also the generally muddy exterior certainly do not inspire confidence, there is also the C. worry.), Whose Sunday rest we disturb dare when we pass Elpe at the far north end.Water must be:
      We still have a steep climb ahead of us.
      There is nothing on top of the shepherd's meadow, not tonight and not tomorrow morning.
      And will we even find a place to sleep there at 620 meters?
      (Fortunately, the meadow is of historical importance and not a designated NSG.)
      Or do we have to move on?
      So.
      Water.
      Towing.
      There is no real highlight, rather a low light, hardly anyone will chase the route, because this time it is 400 meters cross country that we climb the mountain.
      Any forgotten path is hidden so well that we can no longer find it even with Navy.
      At the top, a strange, completely dilapidated ensemble with a collapsed gate testifies to the former existence of a man-made place.
      Up at a height of over 600 meters on the high plateau of the shepherd's meadow, there is little, no water, but a fine seating area with a table.
      Fortunately, the meadow is of historical importance and not a designated NSG.
      In the past, the "one-cow farmers" drove their cows and the shepherds their animals up here to pasture.
      In 1928/29, some villages played their soccer games against each other on the meadow, which barely has a horizontal square meter.
      In the fresh wind our dripping wet tent dries in no time, we find a reasonably straight square meter right next to the seating group and create a Sunday-temporary piece of home with this and our quickly set up tent.In the last sunlight we devote ourselves to the evening meal and once again indulge in our hard sausages, the even older rolls and lots of water.We are and remain alone all evening, the hard floor lures us to sleep early.
      This time I catch a hollow that takes me in a latent embryonic position, rolled up in the lower part of the tent.
      I don't sleep well in a long time.
      Ten hours at a time, only interrupted once, and on this occasion we can admire a starry sky that is as clear as heaven, as we no longer know it from urban space.
      St. Rochus, patron saint and others the vagrant, thank you.

      translated byView Original
      • August 2, 2020

  9. Manuela, Schroedefix and 12 others like this.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020:
      (For introduction see day one or two)Day SEVEN (hiking day, 1st half):From the campsite on the Hennesee to Ramsbeck, 16km, 450hm
      (For planning reasons, the tour track is split today.)
      It rains all night long.
      In the morning we pretend to be asleep so that we don't have to look the Driss in the wet eye.
      Around eight o'clock it drives us out of the tent and lo and behold ...
      .. the weather god has an understanding with us, when we pack the soaking wet tent, the sun is shining again tentatively.We decided against the "Seeweg" (man wants to get ahead and yesterday ...) and follow the country road via Horbach to Remblinghausen.
      Who thinks of mountain hiking again at Landstrasse?
      Well, the road winds up the mountain right behind the first curve, there are villages above and Remblinghausen is one of them.
      (The Komoot map shows the contour lines, you just have to pay attention to them!)
      Gutshof Horbach is large, has a fine side in the direction of Remblinghausen and a back that is characterized by the work.
      The manor builders probably had their own chapel, dedicated to St. Apollonia.
      Behind Remblinghausen, we are forced to follow the uncomfortable 700 meters of the busy and fast-moving L 740, before we - of course - dive again into the forest.
      We walk the next ten kilometers to Ramsbeck through uninhabited areas, mostly through the forest. However, we can take a look at the rising landscape in several places.
      "Holy Family" in the forest: a small place of prayer.
      It is amazing wherever the pious Sauerlanders build their religious memorials. However, it is a touching effort that testifies to people's faith.
      The rock has changed completely in the meantime. We're walking over a different part of Earth's history than before. Silvery-white quartz blocks stand out again and again from the needle-cushioned forest paths.
      Mushrooms are already represented in large numbers at the end of July, but we don't know what we're doing and don't touch them.
      (We have read P. Wohlleben's chapter "Surviving in the forest", luckily we have not yet relied on it.)
      The trap:
      One way, a salt lick, 100 meters to the high seat with two closed shooting gaps.
      On the border between the municipalities of Bestwig and Schmallenberg, not far from the border of Meschede, border triangle, so to speak, there is an impressive tree ruin behind a small covered wooden crucifix at a crossroads just below the Kernebrockskopf, which is at least an impressive 682 meters high.
      A weathered tin sign on the heavily mossy tree, the illegibility of which speaks of old age.
      Unfortunately, there is also no bank at this exposed location.
      From here it goes downhill, but only in a non-transferring sense, because the sun is now shining so strongly that we have to protect ourselves and we march towards Valmetal, enjoying a number of noteworthy views of the southern Sauerland, often adorned in the foreground with the ripe berries the mountain ash, which, as a precaution, complete a mast year after the two dry, hot summers.It goes steeply downhill on the "mining hiking trail" on gravel, past an expansive scree, crowned by the abandoned chimney of the former lead and metal hut.
      At a bench with impressive supervision towards Ramsbeck, a board wants to explain the mining history of the place to us, but we have little point for it now and stumble across the stony, later meadow-soft path towards the place.
      Today is Sunday, the supply situation is poor to "tense".
      Two glances up and down Heinrich-Lübke-Hauptstraße not only convey sadness on Sundays.
      Ramsbeck suddenly offers a pleasant surprise in the form of the afternoon café Hamich below the white church of St. Margaretha, located directly on the Valme.
      C. catches up with us here in the form of the hooded human snake.On the palm tree, in addition to the colorfully laid out bank flower meadows, the invasive gushy balsam takes over the regiment.Two beers and two pairs of Sauerland Bockwurst strengthen us for the next tough climb.

      translated byView Original
      • August 1, 2020

  10. Karl Vogel, Gudrun and 23 others like this.
    1. slueart

      2020.07.20-29-Breaking Corona
      G&K ALASKA 2020:
      (Einführung siehe Tag EINS +ZWEI)Tag SECHS (Halber Wandertag):
      Von Grevenstein, Camping am Einberg zum Campingplatz am Hennesee bei Meschede, 16km, 300hm
      Um acht Uhr ist das Zelt abgebaut, wir endlich frisch geduscht, das Gepäck wanderfertig und wir freuen uns auf das reichhaltige Frühstück, das sich etwas in die L ä n g e zieht, so dass wir erst gegen neun Uhr auf dem Pfad sind.
      Dieser führt direkt vor dem Hof steil den Hügel hinab Richtung Esmecke-Stausee, den wir uns aber verkneifen und auf halber Höhe in Richtung Wenholthausen wandern.
      Von hier haben wir schöne Aussichten über das Land.
      Der kleine Esmecke Stausee liegt vor uns im Tal.
      Allerdings zeigt sich der Himmel heute dramatisch verhangen, die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 40%.
      In Wenholthausen überqueren wir die Wenne, finden am Wenneplatz wieder viel Lesestoff auf Pfählen, den wir ungelesen verlassen und ein kurzes Stück dem Wennepfad folgen.
      Dieser erweist sich als ein didaktisch liebevoll aufgemachter Uferweg, der teils wirklich auch am Ufer verläuft.
      Durch einen kleinen Tunnel verlassen wir die Wenne und beginnen einen äußerst mühseligen Aufstieg.
      West-Ost-Wege gibt es weniger, oft sind es vergessene Pfade oder aufgelassene Wirtschaftswege. Durch das Waldsterben begünstigt, wachsen im neuen Licht die Gräser, Kräuter und das Buschwerk, überwuchern schließlich den schmalen Pfad.
      Zudem sind solche Wege in Punkto Steigung oft wenig erfreulich für den wandernden Menschen.
      So auch hier, außerdem fangen wir uns Zecken ein. Nach einer ersten Passage mit hohem Gras und Ginster (You know: Zeckensprungbrett) kann ich mir eine große schwarze Zecke vom Arm fischen und zerknacken.
      Dagegen ist dann der alte, „senkrechte“ Wirtschaftsweg einer von denen, die man auch Holzweg nennt, am Ende krabbeln wir kletternd schon wieder durch’s Gesträuch.
      Aber oben angelangt:
      Blumenwiesen in vielfältiger Farbenpracht belohnen das Auge. Ebenso der Weitblick über das Land nach Nordwest und Südost, denn der Kamm ist fast erreicht.
      Weniger beschaulich auch hier die allgegenwärtigen Weihnachtsbaumkulturen.
      Kurz unter der Kammhöhe erwartet uns eine Bank mit Blick ins Land.
      Pause.
      Wasser.
      Neben der Bank ein gestürzter Wanderpfahl.
      Der nächste Weg ist von einem schräggestellten Allrad versperrt, wir nähern uns den beiden Waldarbeitern vorsichtig.
      „Was meint ihr wohl, warum ich den Wagen quergestellt habe?“
      „Damit wir Sie fragen können, ob Sie uns freundlicherweise durchlassen?"
      „Die mit Hund hätte ich zurückgeschickt.“
      Guter Rucksack!
      Die gefällte Fichte liegt quer über dem Weg, haargenau bis an die Böschung.
      Nacheinander quetschen wir uns durch die Baumspitze und fangen uns eine Menge Harziges ein.
      Hinter Oesterberge beginnt die Wanderlust auf leeren Landstraßen.
      Eine schöne, langgezogene Kuppe in einer geordneten Landschaft mag das wandernde Auge erfreuen, wenn nach und nach sich das geheimnisvolle Dahinter auftut und dann manchmal enttäuschend trivial und wenig wünschenswert erscheint.
      Hier kann jederzeit eine Einmotorige über'm Horizont hervorbrausen, denn hinter der Kuppe liegt der kleine Flughafen von Meschede-Schüren.
      Das Korn ist reif und steht goldgelb vor unseren Augen, als wir uns auf der Bank am Mescheder Höhenweg niederlassen. Eine kleine Idylle unter dem jungen Baum, auch mit Blick auf die Birkenallee, durch die wir bald darauf zum Hennesee hinabsteigen.Obermielinghausen bietet zwar keine Einkehr, aber ein schön anzuschauendes altes Gasthaus (Gibt es hier noch Zimmer?), die Alte Kastanie.Wieder das Thema selbstaufgestellte Regeln.
      Schon wieder auf den Campingplatz?
      Nach so kurzer Strecke?
      Ein halber Tag Urlaub von der Wanderarbeit?
      Das unsichere Wetter spricht dafür.
      Wir lassen („Die Regie wird eh woanders geschrieben!“) entscheiden.
      Besetzt oder frei?Knaus Campingpark am Hennesee ist ein recht großer Platz. Obwohl schon seit zehn Minuten Mittagspause angesagt ist, wird uns sehr freundlich von einem jungen Rezeptionisten geholfen und er zeigt uns Plätze zum Aussuchen an.
      (Er leiht uns sogar sein Feuerzeug über Mittag.)
      Eine Wucht ist der steile Badestrand, der zum Campingplatz gehört und von der Straße aus nicht so ohne Weiteres zu erreichen ist.
      Wenige Menschen tummeln sich heute bei dem bedeckten Wetter auf der Hangwiese, auf der wir einen Teil unseres „freien Nachmittages“ verbringen und ausgiebig im See schwimmen.
      Das Vorbecken hier ist "randvoll", im Gegensatz zum Henne-Stausee.
      Die Badestelle Mielinghausen am eigentlichen Hennesee ist auch empfehlenswert, wenn auch jetzt im Juli 2020 der Strand breit und tief verläuft, denn der Wasserstand ist sehr niedrig.Immerhin gibt es hier die einzige! Verpflegungsstation in Form einer Frittenbude, da der „Grieche“ am Camping noch geschlossen hat.Campingplatz.
      Und Corona ist wieder da.
      Und wie immer gibt es genug Trumpel, die die Gefahr durch den Virus nicht ernst nehmen.
      Meistens funktioniert es mit den Abstandsregeln, aber im Waschhaus wird’s eng.
      Wir zelten direkt davor.
      Manchmal frage ich mich, ...
      Es regnet die ganze Nacht.
      Das Zelt ist dicht.
      Zwischendurch schlafen wir gut.

      • August 1, 2020

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