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Hintersee mit Aussicht auf Perspektivwechsel

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Hintersee mit Aussicht auf Perspektivwechsel

went for a hike

April 18, 2026

Hintersee mit Aussicht auf Perspektivwechsel

03:00

12.6km

4.2km/h

190m

160m

Gemeinsam mit Uwe bin ich heute mit einem Mitrehabilitanden nach Ramsau gefahren. Schon die Hinfahrt war ein echtes Erlebnis. Wir haben zweimal angehalten, nur um die Berge anzuschauen und über die ständigen Perspektivwechsel zu reden. Je nach Kurve, Höhe und Blickrichtung sah das Tal immer wieder anders aus. Allein dafür hätte sich die Fahrt schon gelohnt. Auch auf der Rückfahrt, auf einer etwas anderen Strecke, hatten wir dieses Gefühl von ständig neuen Blickwinkeln.

Am Hintersee haben wir geparkt und sind „frei Schnauze“ losgelaufen. Ein grobes Ziel im Kopf, aber ohne Stress, ohne festen Plan. Der See hat uns direkt gepackt: die Spiegelung der Berge im Wasser, das klare Licht, immer wieder neue Ausblicke rund um den See. Im Zauberwald hat der Name dann wirklich gepasst. Überall lag Geröll im und am Wald, große Felsblöcke, dazwischen Wasser, Wurzeln, Moos. Es hatte tatsächlich etwas Verwunschenes und wir konnten gut verstehen, warum dieser Abschnitt Zauberwald heißt.

Wir haben uns viel Zeit genommen, sind oft stehen geblieben und haben einfach nur geschaut. Ein erstes längeres Päuschen gab es am Ufer des Hintersees, als wirden Lieblingsplatz des Prinzregenten entdeckt und beschlossen, uns dort auch einmal wie Prinzregenten zu fühlen. An seinem Platz sitzend haben wir die Aussicht genossen und darüber philosophiert, ob er damals wohl schon eine Bank hatte oder einfach auf den Steinen saß. Die Szene mit den Fliegenfischern, die ruhig und konzentriert in eine Boot standen.
Später haben wir noch ein kleines Extra geschenkt bekommen. Zwei Enten zogen im glasklaren Wasser ihre Kreise und tauchten immer wieder ab. Weil das Wasser so durchsichtig war, konnten wir ihre Tauchgänge richtig mitverfolgen, fast so, als würde man in ein Aquarium schauen. Vielleicht entdeckt ihr sie in meinen Fotos. Sie passt gut zu diesem Platz, an dem Geschichte, Landschaft und kleine Naturbeobachtungen zusammenkommen, hat das Ganze noch abgerundet.

Nach der Seeumrundung waren wir kurz im Informationshaus des Nationalparks und haben uns ein paar Exponate angeschaut. Danach ging es weiter in Richtung Klausbachtaler Hängebrücke im Nationalpark. Der Weg dorthin war wieder geprägt von diesen Perspektivwechseln: links und rechts die Berge, dazu der Bach im Tal, der stellenweise scheinbar verschwand und dann plötzlich wieder auftauchte. Das machte den Weg lebendig und spannend.

Auf dem Weg zur Hängebrücke haben wir am Bach unsere Mittagspause eingelegt. Beim gleichmäßigen Rauschen des Wassers haben wir unsere Lunchpakete ausgepackt, etwas getrunken und dem Bach zugeschaut, wie er sich seinen Weg durchs Tal sucht. Zum Schluss haben wir noch das eiskalte Wasser genutzt, um Gesicht und Hände zu waschen. Als ich mir das Wasser ins Gesicht strich, konnte ich richtig spüren, wie jede einzelne Pore und jede Linie der Haut das kühle Nass annahm. Das Gefühl zog langsam über das ganze Gesicht, sehr klar, sehr bewusst. Mir wurde dabei deutlich, wie selten ich so etwas in der heutigen hektischen Zeit wirklich wahrnehme. Es war eine einfache, aber große Wohltat.

Die Hängebrücke selbst war natürlich ein Highlight der Tour, ein kleiner Nervenkitzel mit großem Panorama.

Von dort sind wir noch weiter bis zur Engert Alm, die wir als unseren Wendepunkt gewählt haben. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Felswand vorbei, die uns besonders fasziniert hat. In kleinen Vorsprüngen und Löchern hatte sich jeweils ein eigenes Mikroklima entwickelt. Dort wuchsen andere Pflanzen als im direkten Umfeld. Wer genau hinschaut, entdeckt auf den Fotos vielleicht auch einen Marterpfahl, den ich an dieser Wand gefunden habe. Die Indianer waren aber gerade nicht anwesend.😃

Der Rückweg führte uns wieder entlang des Bachs in Richtung Parkplatz. Noch einmal Berge, Wasser, Wald und dieses Gefühl, in einer besonderen Landschaft unterwegs zu sein. Insgesamt war es eine sehr gelungene Wanderung, ruhig, eindrücklich und ohne Hektik. Ich kann den Nationalpark in dieser Jahreszeit, im Frühjahr, nur empfehlen, wenn noch hier und da etwas Schnee liegt und es insgesamt noch nicht so voll ist. In der Ferienzeit ist hier wahrscheinlich deutlich mehr Betrieb. Heute war es einfach nur wunderschön.

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