
Have your own adventure with the #1 outdoor app today.
Söhni 🏃 went mountain biking
September 28, 2026 at 12:38
02:10
41.4km
19.1km/h
49.0km/h
410m
410m
🚵♂️ Zwischen Felswänden, Quellen und alten Tälern
Mit dem Mountainbike von Hollfeld über Steinfeld, Hohenhäusling und Königsfeld zurück nach Hollfeld
Heute ging es mit dem Mountainbike auf eine Runde, die eindrucksvoll vor Augen führt, wie vielfältig die Landschaft rund um Hollfeld eigentlich ist. Mein Weg führte zunächst von Hollfeld durch das Obere Wiesenttal in Richtung Steinfeld – immer wieder begleitet von den markanten Felsformationen, die hier unmittelbar neben der B 22 aus dem Tal emporragen.
Schon oft ist man diese Strecke gefahren und hat die Felsen am Straßenrand gesehen. Heute aber war der Blick ein anderer: Mit dem Fahrrad blieb Zeit, genauer hinzuschauen, anzuhalten und die imposanten Felswände auch fotografisch festzuhalten.
🪨 Die Felsen des Oberen Wiesenttals
Das Obere Wiesenttal ist eine geradezu klassische Landschaft des nördlichen Frankenjuras: Kalk- und Dolomitfelsen, Höhlen, Felsriffe und enge Talabschnitte wechseln sich mit offenen Wiesen und bewaldeten Hängen ab. Auch der bekannte Wanderweg von Steinfeld nach Hollfeld wird offiziell mit „Felsen und Höhlen“ als einem seiner charakteristischen Merkmale beschrieben.
Dabei kam unweigerlich die Frage wieder auf, die mich schon bei der Vorbereitung beschäftigt hatte: Wie viel dieser Felsen musste eigentlich dem Straßenbau weichen?
Die heutige B 22 folgt zwar einem uralten Verkehrsweg durch das Tal und ist keineswegs erst im 20. Jahrhundert völlig neu durch den Fels gelegt worden. Die moderne Straße wurde jedoch über Jahrzehnte immer wieder ausgebaut. So begegnen einem heute natürliche Felswände ebenso wie Felsanschnitte und bearbeitete Böschungen.
Und ausgerechnet dort, wo einst der Straßenbau eine Herausforderung gewesen sein muss, finden heute Kletterer ideale Bedingungen.
🧗♂️ Mein besonderer Halt: die Kuhkirchner Wand
Einer der Höhepunkte der heutigen Tour war für mich die Kuhkirchner Wand.
Die rund 20 Meter hohe Kalksteinwand liegt unmittelbar an der Straße und ist heute ein ausgewiesener Kletterfelsen. Sie weist senkrechte bis leicht überhängende Wandbereiche mit charakteristischen Löchern und Rissen auf.
Noch faszinierender fand ich aber die Höhle in der Felswand. Hier bekommt man einen unmittelbaren Eindruck davon, wie stark Wasser und Verwitterung diese Landschaft über Jahrtausende geprägt haben.
Überhaupt sind Höhlen und Felsenkeller im Oberen Wiesenttal keine Seltenheit. Bei Steinfeld etwa finden sich in einer Felsgruppe ebenfalls Höhlengänge und ehemalige Felsenkeller; manche wurden früher sogar als Lager für Kartoffeln und Rüben genutzt.
So wurde aus der heutigen Radtour beinahe eine kleine Entdeckungsreise durch die Geologie und Geschichte des Wiesenttals.
💧 Von der Wiesentquelle in Steinfeld …
In Steinfeld wartete anschließend ein ganz anderer, aber nicht minder bemerkenswerter Ort auf mich: die Wiesentquelle.
Nur wenige Meter von der B 22 entfernt tritt hier das Wasser aus dem Karst zutage. Die Wiesent beginnt hier noch ganz unscheinbar ihren Lauf – und entwickelt sich auf ihrem Weg durch die Fränkische Schweiz zu einem der bekanntesten Flüsse der Region. Ihre Gesamtlänge beträgt rund 78 Kilometer, bevor sie bei Forchheim in die Regnitz mündet.
Ein bemerkenswerter Gedanke: Nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt liegt bereits die nächste bedeutende Quelle der Region.
🌄 Über Hohenhäusling zur Aufseßquelle
Von Steinfeld führte meine Mountainbike-Runde weiter hinauf nach Hohenhäusling und anschließend nach Königsfeld.
Dort machte ich Station an der Aufseßquelle.
Und hier wird die besondere Wasserscheide dieser Landschaft besonders deutlich: Wiesentquelle und Aufseßquelle liegen nur etwa 3,5 Kilometer Luftlinie auseinander. Trotzdem nehmen die beiden Gewässer anschließend ganz unterschiedliche Wege. Die Aufseß legt fast 30 Kilometer zurück, bevor sie bei Doos in die Wiesent mündet.
Es ist schon erstaunlich, wie nah die Ursprünge zweier Flüsse beieinanderliegen können, deren Wasser anschließend zunächst ganz unterschiedliche Täler prägt.
🌳 Durch Neuhaus und den Felsengarten
Von Königsfeld ging es weiter über Neuhaus. Dort wartete noch einmal eine ganz andere Felswelt auf mich.
Der Bereich um Neuhaus ist geprägt von markanten Dolomitfelsen. Besonders bekannt ist die Neuhauser Wand, auch Taschnerfelsen genannt. Die bis zu eindrucksvolle Felswand ist heute ebenfalls ein beliebtes Klettergebiet; dort gibt es zahlreiche Kletterrouten.
Und mitten in dieser felsigen Landschaft liegt der historische Felsengarten von Neuhaus. Auf einer vorspringenden Felsnase befand sich einst das von den Andechs-Meraniern um 1218 errichtete Castrum Newehaus. Von der ehemaligen Burganlage sind heute noch Mauerreste und Teile des Kreuzkellergewölbes erhalten.
Damit schloss sich auf meiner heutigen Fahrt ein schöner Kreis:
Felsen, Höhlen, Quellen und Geschichte – alles auf einer einzigen Mountainbike-Runde.
🚵♂️ Zurück nach Hollfeld
Von Neuhaus aus ging es schließlich wieder zurück in Richtung Hollfeld.
Im Laufe des Tages wurde mir dabei noch einmal bewusst, wie außergewöhnlich diese Landschaft eigentlich ist. Was man auf der B 22 während einer Autofahrt meist nur als „Felsen am Straßenrand“ wahrnimmt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als eine faszinierende Welt aus Kalkriffen, Höhlen, alten Verkehrswegen, Quellen, Burgen und Kletterfelsen.
Und vielleicht war gerade das der besondere Reiz der heutigen Tour:
Nicht möglichst schnell von Hollfeld nach Steinfeld zu kommen, sondern einmal anzuhalten und genauer hinzusehen.
Die B 22 führt mitten durch diese Landschaft – aber mit dem Mountainbike erlebt man sie aus einer völlig anderen Perspektive.
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (530 m)
Lowest point (380 m)
Sign up to see more specific route details
Sign up for free
Comments
Want to know more?
Sign up for a free komoot account to join the conversation.