
Have your own adventure with the #1 outdoor app today.
Wanderung zum ehemaligen Knappendorf St. Martin am Schneeberg, zum Kleinen Schwarzsee und auf das Schneebergjoch (2.675 m)
Wanderung zum ehemaligen Knappendorf St. Martin am Schneeberg, zum Kleinen Schwarzsee und auf das Schneebergjoch (2.675 m)
Rudolf FREI went for a hike
September 8, 2026 at 07:10
04:43
16.6km
3.5km/h
1,070m
990m
Diese außergewöhnliche Rundwanderung führt durch das einst höchstgelegene Bergwerk Europas am Schneeberg im Hinterpasseier. Sie verbindet eindrucksvolle Zeugnisse des über 800 Jahre dauernden Silber-, Blei- und Zinkbergbaus mit einer großartigen Hochgebirgslandschaft der Stubaier Alpen. Historische Knappenwege, stille Bergseen, hell leuchtende Kalkberge und weite Fernblicke machen diese Tour zu einem der eindrucksvollsten Bergerlebnisse Südtirols. Das Bergwerk am Schneeberg zählte über viele Jahrhunderte zu den bedeutendsten Erzabbaustätten des Alpenraums (Im 15. Jahrhundert über 1000 Beschäftigte). Einstellung des Erzabbaues 1985.
Ausgangspunkt ist die Schneebergbrücke an der Timmelsjoch-Hochalpenstraße auf etwa 1.670 m, oberhalb des Bergdorfs Rabenstein.
Von hier folgt der Aufstiegsweg Nr. 31 zunächst den Spuren des historischen Bergbaus bis auf die Hochebene des Seemooses (ca. 2.150 m). Hinter dem See kann man die ersten Bauten aus der Bergwerkszeit erkennen, darunter das Kraftwerk und den beeindruckenden Wassertonnen-Aufzug auf Schienen. Zwei Wege klettern den steilen Hang hinauf, beide führen zum heutigen Schutzhaus Schneeberg und ehemaligen Knappenbehausungen. Ich bin direkt dem sehr steilen Schienenstrang gefolgt. Oben angekommen, befindet man sich im ehemaligen Knappendorf St. Martin. Es besteht aus dem großen, heutigen Schutzhaus, der Kapelle und weiteren Gebäuden des ehemaligen Bergwerks (2.355m). Umrahmt wird diese historische Hochalpensiedlung (über Jahrhunderte die höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung Europas) im Norden von der Gürtelwand, der Schneeberger Weißen und der Schwarzseespitze sowie vom ebenfalls auffälligen Moarer Weißen im Nord-Osten, während im Westen die noch spärlich verbliebenen Gletscherausläufer am Hohen First (3.405m) und Granatkofel sichtbar sind. Nach einem stetigen, teilweise sehr steilen Anstieg erreicht man das ehemalige Knappendorf St. Martin am Schneeberg auf rund 2.355 m Höhe. Die historischen Gebäude vermitteln noch heute einen lebendigen Eindruck vom harten Alltag der Bergknappen. Im ehemaligen Herrenhaus, das heute als Schutzhütte genutzt wird, sowie im Museumschauraum wird die Geschichte des Bergbaus anschaulich dargestellt: Werkzeuge, Dokumente und technische Einrichtungen erzählen von den Jahrhunderten des Silber-, Bleiglanz- und späteren Zinkabbaus.
Oberhalb des Knappendorfes führt der Weg zum Kleinen Schwarzsee, der still zwischen den Bergflanken eingebettet liegt (2.609m). Die Landschaft verändert hier ihren Charakter und wird zunehmend hochalpin. Rund um den See fallen mehrere Gipfel und Bergzüge durch ihre ungewöhnlich helle Färbung auf. Große Partien aus Kalk- und Dolomitgestein leuchten besonders bei Sonnenschein auffallend weiß und bilden einen reizvollen Kontrast zu den dunklen, kristallinen Gesteinen der Stubaier Alpen. Die hellen Felsflanken verleihen diesem Landschaftsraum eine ganz besondere Ausstrahlung (Schneeberger und Moarer Weiße). Von dort steigt die Route, weiter südostwärts, zur Schneebergscharte (Kaindljoch) an, dem höchsten Punkt der heutigen Wanderung (2.675 m). Von der Scharte eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama über die Bergwelt der Ötztaler, Stubaier und Zillertaler Alpen. Im Nordosten fällt der Blick hinüber ins Ridnauntal, wo sich die ehemaligen Aufbereitungsanlagen des Schneeberger Bergwerks befanden.
Der Abstieg führt zur Schutzhütte Schneeberg zurück. Dabei folgt man erneut Abschnitten der früheren Aufzugs- und Transporttrassen. Zahlreiche Relikte erinnern an die Zeit, als hier oben über Generationen hinweg Erz gefördert wurde. Unterhalb des Bergbaugebietes zweigt die Route auf den Weg Nr. 29 ab. Nun wechselt das Landschaftsbild erneut. Die felsige Hochgebirgswelt geht in sanfte Almflächen über. Weite Bergwiesen, durchzogen von kleinen Bächen und traditionellen Weideflächen, begleiten den Wanderer talwärts. Besonders reizvoll ist der anschließende Abschnitt durch einen urwüchsigen Lärchenwald. Die alten, knorrigen Bäume und die wechselnden Lichtverhältnisse verleihen diesem Wald einen beinahe märchenhaften Charakter.
Schließlich erreicht man die Timmelsbrücke auf etwa 1.760m Höhe, einen markanten Punkt am Europäischen Fernwanderweg E5. Hier schließt sich die Runde.
Die Wanderung vereint auf einzigartige Weise die Geschichte eines der bedeutendsten hochalpinen Bergwerke Europas mit der wilden Schönheit der Stubaier Alpen und hinterlässt bleibende Eindrücke von Natur, Kultur und alpiner Technikgeschichte.
Eckdaten
Start: Schneebergbrücke, ca. 1.670 m
Historisches Knappendorf St. Martin am Schneeberg: 2.355 m
Höchster Punkt: Schneebergscharte (Kaindljoch 2.675 m)
Endpunkt: Timmelsbrücke, ca. 1.760m
Gebirgsgruppe: Stubaier Alpen
Besonderheiten: ehemaliges Silber- und Bleibergwerk, Bergbaumuseum, Kleiner Schwarzsee, historische Aufzugstrassen, Knappensteig, Almwiesen, Lärchenwald, Fernblicke ins Ridnauntal und zu den Ötztaler und Zillertaler Alpen.
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Sign up to see more specific route details
Sign up for free
Comments
Want to know more?
Sign up for a free komoot account to join the conversation.