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Pedalen-Paul and Carmense went for a hike
May 25, 2026 at 19:12
01:05
4.78km
4.4km/h
90m
90m
Es ging so weiter mit dem seltsamen Tag (und später noch mit einer seltsamen Nacht). Nachdem wir bisschen im Hotelzimmer ausgespannt hatten, liefen wir zur Pyramide von Cholula.
Diese Pyramide ist eines der größten Sakralbauten und die größte Pyramide der Welt rein vom Volumen her (4,45Mio. m³) und übertrifft dabei sogar die Cheops-Pyramide (allerdings ist sie mit der heutigen Höhe deutlich kleiner als die Cheops-Pyramide, war allerdings früher größer). Sie wurde von einem unbekannten Volk ab dem 3.Jhr. v.Chr. errichtet und alle 52 Jahre erweitert (die Zahl 52 hat in mesoamerikanischen Kulturen übergreifend eine besondere Bedeutung); bis 750 n.Chr bauten verschiedene Völker an ihr.
Nur 40% der Pyramide, nämlich der Sockel, wurden bisher freigelegt und restauriert, es wurde ein 8km langer Gang hineingearbeitet, um die vielen verschiedenen Erweiterungsschichten zu erforschen. Teile des Ganges sind heute auch zu besichtigen - zumindest theoretisch.
Die Spanier wiederum hatten nichts besseres zu tun, als auf der Spitze der Pyramide eine Kirche zu errichte, die aus den Steinen umliegender Tempel gebaut wurde - sozusagen als Zeichen ihrere absoluten Überlegenheit und natürlich auch als religiöses Machtsymbol.
Alexander von Humboldt war auch hier und hat die Anlage mehrfach vermessen, wo der Mann überall war ist schon verrückt und ein weiteres Mal begegnet wir ihm im übertragenen Sinne - oder auch nicht bzw. nicht so richtig.
Wir wollten uns die Pyramide also anschauen und liefen nach einem schnellen Mittagessen, wo wir Cemitas in einem kleinem Imbiss futterten, dahin. Es regnete leicht, als wir losliefen, schon mal kein gutes Omen. Um den Eingang zu finden, umrundeten wir die gesamte Anlage einmal fast komplett, es gab keine Beschilderung, obwohl der gesamte Ort touristisch auf die Pyramide ausgerichtet ist. Bevor wir überhaupt den Eingang fanden, liefen wir aber zuerst die lange Treppe hinauf zur Kirche, die auf der Pyramide thront und schauten uns diese an. Die Kirche ist innen völlig übertrieben prunkhaft mit Gold ornamentiert und zugegebenermaßen sehr schön anzusehen, von hier hat man auch einen guten Ausblick auf Puebla und theoretisch auch auf den 5452m hohen Vulkan Popocatepetl, der sich allerdings hinter dichten Wolken versteckte, nicht mal Umrisse waren sichtbar.
Danach liefen wir den selben Weg wieder bergab und hatten die Runde um die gesamte Ruine fast komplett, als wir endlich den Eingang fanden. Dort standen wir vor verschlossenen Toren, denn die gesamte Anlage ist montags und dienstags geschlossen - also heute und morgen auch noch. Wir waren richtig angepisst, sind wir doch extra deswegen hiergefahren!
Ziemlich bedröppelt liefen wir ein weiteres Mal am Zaun entlang und begafften durch die Metallstäbe hindurch das, was man von Weitem von der Pyramide sehen kann (was nicht gerade viel ist). Was für ein Mist; das war nicht unser Tag heute. Bis dahin zumindest.
Wir liefen in unser Hotel zurück, tranken heiße Schokolade respektive Kaffee aufm Zimmer und frusteten still in uns hinein.
Immerhin, einen Lichtblick gab es noch: wir waren mit Hermann verabredet, der ja in Cholula wohnt. Er lud uns in ein ziemlich gutes und recht teures Restaurant gleich neben unserem Hotel ein, wo wir sehr lange saßen und schwatzten, einige Bier tranken und ein sehr gutes Abendessen bekamen, obwohl Carmen und ich, bescheiden wie wir nun mal sind, das möglichst günstigste Gericht aßen.
Hermann zeigte sich überaus spendabel und wir hatten einen sehr unterhaltsamen Abend mit ihm. Zum Schluss lud er uns noch ein, dass wir ihn morgen in seinem Haus besuchen und wir da zusammen essen, und wir entschieden spontan, noch einen Tag hierzubleiben und das Angebot anzunehmen; es war eh schon so spät und wir hatten beide leicht einen im Tee, keine gute Voraussetzung, um morgen auf den letzten, hohen Pass, den Paso de Cortes zum Popocatepetl, hochzufahren auf 3600m Höhe.
Die Nacht wurde leider eine wirklich richtig schlechte, vor allem für mich, denn unser Hotelzimmer, das auf den ersten Blick wirklich sehr gemütlich und ansprechend war, ließ in der Nacht einen großen Haken durchblicken: das Bett bzw. die Bettwäsche roch sehr sehr seltsam, und im Laufe der Nacht quoll mein Hals immer mehr zu, meine Bronchien waren extrem gereizt und ich bekam kaum noch Luft. Ich zog auf meine Isomatte am Boden um, aber es wurde nicht besser, sodass ich mich gegen 4:00 anzog und das Hotelzimmer und das Hotel an sich verließ und eine Stunde auf den Zocalo setzte, um frische Luft zu schnappen. Dabei schrieb ich diesen Bericht hier, zumindest Teile davon, bis ich vor Müdigkeit nichts mehr sehen konnte, ging zurück in unser Zimmer und legte mich in Embryostellung auf die Couch - und so endete der Tag richtig mies, selbst unser schönes Zimmer hatte sich als Fehlgriff erwiesen. Und nicht nur das, am Morgen teilte uns Hermann mit, dass er keine Zeit hat, sich mit uns zu treffen, es hatte einen unvorhersehbaren Zwischenfall in seiner Familie gegeben. Komplettverriss irgendwie, unser Besuch in Cholula.
Waypoints
Route Details
Elevation
Highest point (2,190 m)
Lowest point (2,130 m)
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