Recent Activity
Pedalen-Paul went for a bike ride.
2 days ago
Tatsächlich war die Nacht auf dem Campingplatz in San Jorge grauenhaft: es war sehr hell, wahnsinnig warm und stickig im Zelt, was dazu führte, dass ich ein Weilchen die Zelttür offen ließ und sich darauf eine Horde Mücken in meinem Zelt versammelte und mich zerstach; und 5:00 startete einer der Nachbarn laute Musik. Zerknirscht startete ich in den Tag, und es wurde erstmal nicht besser, denn unser Frühstück gestaltete sich schwierig: wir hatten gestern keine Bananen mehr bekommen, nur noch eine grüne Kochbanane, die wir zusammen mit dem Hafer versuchten, weichzukochen, was nur sehr schlecht und mit viel Zeitaufwand halbwegs gelang. In der Zwischenzeit war es schon wieder sehr heiß geworden und wir kamen ziemlich spät los. Von San Jorge mussten wir zuerst nach Rivas zurück, der Hauptstadt des Departamentos Rivas, um auf die NIC-2 zu gelangen, also auf die Panamericana - ein weiterer Tag auf dieser Straße, von dem es auch nicht allzuviel zu berichten gibt. Landschaftlich setzte sich die Trockenwaldvegetation der Nicoya-Halbinsel fort, gelbe, trockene Wiesen, viele blühende Bäume, meist ohne Blattwerk, aber mit dichten, tunnelbildenden und schattenspendenden Kronen; viele LKWs, aber auch fast genauso viele Pferdefuhrwerke oder sogar Ochsenkarren begegneten uns, so viele wie ein keinem anderen Land bisher. Die Straße wiederum war ganz frisch geteert, die Leitlinien waren gerade in Arbeit. Wir hatten heute oft seitlichen Gegenwind, Carmen versuchte also folglich wieder, sich in meinem Windschatten zu verstecken, was die meiste Zeit insofern ganz gut gelang, weil die Strecke überwiegend eben war und das nahe Beieinanderfahren mit gleichmäßigem Tempo so viel besser funktioniert. Wir kamen eigentlich gut voran, aber durch die immer noch schmerzenden Beine fühlte sich die Tagesetappe trotzdem irgendwie zäh an. Vor allem das letzte Stück hatte einen ca. 20km langen, sehr allmählichen, langsamen Anstieg, mit sowas komme ich echt schlecht zurecht. Lieber richtig bergauf als dieses ganz Allmähliche, fast Unmerkliche, bei sowas habe ich immer das Gefühl, förmlich auf der Straße zu kleben. Nach etwa einem Drittel der Strecke näherten wir uns einem kleinen Kiosk am Straßenrand und erblickten doch tatsächlich unseren italienischen Kollegen Sam, den Carmen liebevoll "unseren kleinen Italiener" nennt (obwohl er deutlich größer als wir beide ist). Der machte da gerade ein kleines Päuschen und wir gesellten uns dazu, aßen eine Kleinigkeit und tranken ebenfalls ein Kaltgetränk. Wir hatten eigentlich gedacht, dass Sam schon viel weiter vor uns ist und waren bisschen überrascht, ihn hier zu treffen, freuten uns aber auch und setzten den Weg zusammen fort, denn er hat das gleiche Ziel wie wir: Granada. Sam mit seinem minimalistischen Gepäck, seinem leichten Titan-Gravelbike und seinem jungen Alter ist natürlich viel schneller als wir; trotzdem gönnte er uns einige Zeit seinen Windschatten, zog dann aber doch davon und verschwand aus unserem Blickfeld. Zur Mittagszeit aber, in dem kleinen Ort Nandaime, wo wir etwas essen wollten, kam er zufällig aus einer Seitenstraße heraus und hatte die gleiche Idee wie wir: sich einen ruhigeren Ort zum Mittagessen zu suchen, was wir dann auch gemeinsam taten. Den treffen wir echt immer wieder. Manchmal sieht das Universum sowas einfach vor. Den Rest der Strecke bis Granada setzten wir dann tatsächlich gemeinsam fort und erreichten diese wunderschöne, über 500 Jahre alte Stadt mit vielen alten Gebäuden aus der Kolonialzeit gegen 15:00. Sams Mission war, eine gute Eisdiele zu finden, meine wiederum, mein kaputtes Handy in einen Laden zu schaffen, den wir schon angeschrieben hatten und der mir versprochen hatte, mir ein originales Samsung-Display bis morgen Vormittag auf mein Handy aufzupflanzen, also trennten sich unsere Wege erstmal; wir hatten sowieso schon eine Unterkunft für uns beide vorgebucht, Sam musste sich noch was suchen. Das Handy war schnell abgeliefert und wir erreichten unsere leider etwas enttäuschende Unterkunft, die sich allerdings im Herzen Granadas befindet. Es ist leider richtig eklig stickig heiß in unsere Bude, es gibt nur zwei Betten und sonst nichts, nichts, wo man seine Klamotten hinpacken kann, nichts zum Hinsetzen und verweilen, das ist doof. Aber Granada ist trotzdem eine einzigartig schöne Stadt, und nach der obligatorischen Waschorgie latschten wir wieder los auf der Hauptstraße Richtung Plaza, an vielen Restaurants und Kneipen vorbei durch die Fußgängerzone, und trafen uns zum Abend wieder mit Sam, mit dem wir zuerst mal Vigorón futterten, ein typisch nicaraguanisches Gericht, welches 1914 erfunden wurde und auf Bananenblättern serviert wird, zuerst mit einer Schicht gekochtem Yucca, darauf Chicharon (frittierter Schweinebauch) und frittiertem Schweinefleisch und darauf Krautsalat und sauer eingelegtem Gemüse - nicht ganz mein Ding, aber doch irgendwie interessant. Danach suchten wir uns eine der vielen Kneipen aus und ließen uns einen Eimer Bier kommen, den wir gemeinsam leerten und lange über Nicaragua und unsere Reise philosophierten. Mit Sam kann man wirklich gut quatschen und wir hatten einen weiteren, unterhaltsamen Abend mit dem jungen Italiener.
04:06
74.6km
18.2km/h
380m
370m
Pedalen-Paul went for a bike ride.
3 days ago
Obwohl die alten Beine heute genauso betonhart waren wie gestern, starteten wir trotzdem wieder durch. Es gab noch ein leckeres Frühstück mit Pancakes und Obst auf der Terrasse mit Blick auf den Vulkan Concepcion, danach verließen wir die Finca Magdalena, ich werde diesen besonderen, sehr friedlichen und ruhigen Ort aber lange in Erinnerung behalten. Wir polterten den Berg herunter zurück zur Hauptstraße um die Insel herum, auf der uns überraschend wenig Schotter und dafür viel Kunststeinpflaster erwartete (ein ähnliches Pflaster wie auf vielen Radwegen in Deutschland). Vom kleinen Dorf Balgüe aus wollten wir den südöstlichen Teil der Doppelinsel um den Vulkan Madera herum umrunden und sozusagen die Acht vollmachen. Dabei kamen wir eigentlich fast ununterbrochen durch lose bebautes Gebiet mit dörflichem Charakter. Die Behausungen der Menschen sind, gelinde gesagt, sehr einfach und arm, nur sehr wenige Autos begegneten uns, Privatautos gibt es auf der Insel kaum, die meisten gehören genossenschaftlichen Agrarbetrieben, und so sahen wir heute, wie entlang der Strecke Bananen geerntet und auf kleine LKWs verladen wurden. Wir trafen außerdem einen Schweizer Radreisenden, der sein Gepäck in einem Hostel gelassen hatte und die Insel ohne Ballast umrundete, ich beneidete ihn ein bisschen bei all den vielen kleinen Anstiegen, die die Strecke für uns parat hielt. Wir fuhren ein Stückchen zusammen und quatschten, doch wir waren ihm natürlich zu langsam. Später trafen wir ihn noch 2x wieder, grüßten uns aber nur. Nur wenige Minuten nach der Trennung von dem Schweizer wurde mein Hinterrad immer weicher und weicher, und da ich einen Moment auf Carmen warten musste, nutzte ich die Zeit und pumpte nach; das öffnete die Büchse der Pandora, gleich an mehreren Stellen fing es an zu zischen und Luft sowie Dichtmilch kam aus mindestens 2 Löchern im Mantel, eines davon ein ziemlich breiter Schnitt von knapp einem Zentimeter, den hatte ich mir auf der Panamericana in Panama eingefangen. Der Mantel, der schon bei unserer Abfahrt relativ weich war, verlor nun innerhalb von 2-3 Minuten fast komplett die Luft. Die Dichtmilch hatte bis dahin dichtgehalten, aber sobald man dann nachpumpt, weiten sich die Löcher, vor allem, wenn noch ein Gegenstand im Reifen bzw. Schlauch steckt, und so blieb mir nichts anderes übrig, als mein Rad umzudrehen und den Schlamassel zu reparieren. Mit dem eingebauten Schlauch gab ich schnell auf, zu viele Löcher hatte dieser, und so baute ich meinen letzten, jungfräulichen Schlauch ein, den ich auch gleich mit Dichtmilch befüllte. Den Schnitt in meinem Reifen versuchte ich, mit einer von Carmens "Salamis" zu verschließen, die ich da reinstopfte. Es ist ein Test, denn normalerweise sind die für Tubeless-Reifen, aber warum sollte das nicht auch bei normalen Reifen mit Schläuchen funktionieren? Carmen war derweil schon weitergefahren und wartete an einem kleinen Kiosk auf mich, wo sie ein Kaltgetränk zu sich genommen hatte. Weiter ging es am Ufer des Nicaragua-Sees, der auch Lago Cocibolca genannt wird, weiter durch die Dörfchen, in denen auch hier viele Leute auf Pferden unterwegs sind. Rechts blieb die ganze Zeit der Vulkan Madera, der zuerst völlig von Wolken verhangen war, nach dem Mittagessen aber die Sicht freigab. Wir aßen ein recht günstiges Mittagessen in einem kleinen Restaurant, es gab da nur ein Gericht, Hühnchen mit Reis (und Salat, Bohnen, Kochbananen), endlich mal wieder. Die Umrundung des Madera war zum frühen Nachmittag abgeschlossen und wir erreichten wieder die Mitte der Doppelinsel, auf diesem Stück der Straße waren wir schon gefahren, es ist die einzige Verbindung, um die Runde um die nordwestliche Halbinsel im südlichen Teil zu erreichen. Von da ging es also ins Inselinnere, und dazu mussten wir natürlich ein längeres Stück bergauf, um genau zwischen den Vulkanen hindurchzufahren. Auch der Concepcion war heute gut und sehr nah sichtbar, man konnte bestens erkennen, wie aus dem Gipfel Gaswolken aus der Erde dampften und spiralig um den Kraterrand herumzogen und permanent die kleine, weiße Wolkenmütze über der Spitze des Vulkans speisen. Erstaunlicherweise war genau dieser Mittelteil der Insel zwischen den beiden Vulkanen der lebhafteste und am dichtesten besiedelte Teil der Insel, war mein Eindruck. Zur Südküste des nordwestlichen Teils von Ometepe ging es wieder bergab bis zur Küste. Unser Ziel war dann nicht mehr weit, denn wir hatten uns abends dagegen entschieden, noch bis Moyogalpa zu fahren und die Doppelumrundung komplett abzuschließen und da morgen die Fähre zurück zum Festland zu nehmen. Wir wollten nur noch bis in das Dorf San José fahren, dort gibt es auch Fähren, allerdings sollen die viel seltener fahren. Aber es war sowieso schon relativ spät, meine Reifenreparatur und das Mittagessen und andere Pausen hatten zu viel Zeit gekostet. Wir wollten uns also eine Unterkunft suchen und morgen früh 7:30 die Fähre nehmen. Carmen wollte eigentlich gleich ins Quartier fahren, aber ich plädierte dafür, erstmal noch kurz zum Hafen zu fahren, um uns da nach den tatsächlichen Abfahrtszeiten zu erkundigen. Wir kamen 16:27 am Hafen an, und unsere müden Augen erblickten da eine vollgepackte Fähre am Kai, die so aussah, als würde sie entweder gerade ankommen oder jeden Augenblick abfahren. Der Sicherheitsmann am Tor bestätigte, dass diese in 3min abfahren würde, wir könnten noch mit, wenn wir uns beeilen. Wir spurteten ins kleine Terminal, kauften schnell Tickets und rollten tatsächlich noch auf die Fähre, als letzte. Richtig geil, damit hatten wir nicht mehr gerechnet und das wird unseren morgigen Tag stark entzerren. Und wieder hatten wir das Glück, die Insel Ometepe und ihre beiden Vulkane im Abendrot zu sehen, diese Insel ist schon wirklich spektakulär, ein ganz einzigartiger Ort. San Jorge auf dem Festland erreichte die Fähre kurz vor Sonnenuntergang, und da wir als letzte auf die Fähre rauf sind, konnten wir auch als erste runter, das war sehr praktisch. Gleich in der Nähe gibt es ein Hotel mit angeschlossenem Campingplatz, da fuhren wir direkt hin. Der Platz gehört einem uralten Ami, wir bekamen einen Sonderpreis als Radfahrer. Es sind nur Deutsche auf dem Campingplatz, 3 Wohnmobile und wir, klassisch. Es ist überall sehr hell auf dem Platz und wir versuchten lange, aber vergeblich, unsere Zelte irgendwie halbwegs im Schatten aufzubauen. Das wird keine so gute Nacht. Da es schon spät war, aßen wir einen Hamburger im Restaurant des Platzes, der war gar nicht so schlecht. Im Fernseher lief laut FOX News, Trump-Propaganda vom Feinsten in Dauerbeschallung und Kontrastprogramm zu dem alten, amerikanischen Akademiker-Ehepaar, welches wir in der Finca auf Ometepe kennengelernt hatten. Ein bisschen unterhielten wir uns noch mit einem der Deutschen, die hier ebenfalls campen, ein Berliner, die sich nun hier in Nicaragua eine Wohnung gekauft haben, weil sie eine Auszeit von ihrer 2 Jahre langen Reise brauchen; das Geld scheint bei denen keine Rolle zu spielen, es sei ihnen gegönnt, aber ich kann da wenig anknüpfen und Berührungspunkte finden, wenn sich Leute für 130.000€ eine Wohnung zur Auszeitüberbrückung ihrer Reise kaufen in einem armen Land wie Nicaragua, weil die Immobilienpreisentwicklung hier gerade so günstig ist; da zeigt mein moralischer Kompass woandershin. Spät war es mittlerweile schon und wir machten uns an unsere Berichte und krochen in unsere taghell erleuchteten Zelte. Na gute Nacht!
09:23
68.3km
7.3km/h
610m
650m
Pedalen-Paul and Carmense went for a hike.
4 days ago
Wir sind alte Säcke. Unsere Beine taten uns nach der gestrigen Wanderung sowas von brutal weh, das ist unnormal. Unsere Gehmuskeln haben sich über die letzten 2-3 Jahre so sehr zurückgebildet, dass solche anspruchsvollen Wanderungen wie gestern sich ganz fies rächen. Aber selbst der junge Spund Sam war träge heute morgen, das beruhigte uns wenigstens ein bisschen. Er zögerte seine Weiterfahrt bis zur Mittagszeit hinaus und schien selbst nur mittelmäßig motiviert, weiterzufahren; wir hatten uns da mittlerweile schon längst dazu entschieden, dass wir unseren alten, schmerzenden Beinen heute Ruhe gönnen müssen, und es gibt kaum einen Ort, der mehr dazu einlädt als dieser. Auf der Finca war viel los heute morgen und wir warteten sehr lange auf unser Frühstück. Viele andere Touristen starteten ihren Aufstieg zum Vulkan von hier und bestellten Lunchpakete oder frühstückten mit ihren Guides; Italiener, Deutsche, Japaner, Franzosen, Amerikaner. Während wir also auf unsere Pancakes warteten, kamen wir mit einem wirklich überaus netten, US-amerikanischen Rentner-Ehepaar ins Gepräch. Die beiden haben ein sehr besonderes Verhältnis zu dieser Insel, zur Finca Magdalena und vor allem zu den Petroglyphen, den alten Steinzeichnungen, die sich nur etwas mehr als 1km Fußweg von hier entfernt befinden, denn beide sind Archäologen, und von diesem Fakt abgesehen, erbitterte Trump-Gegner, die uns einen interessanten und erfrischenden Einblick in die sich immer stärker werdende Gegenbewegung in den USA gaben. Es stimmt einen wirklich zuversichtlich und optimistisch, solche Menschen zu treffen und zu sehen und zu hören, dass es durchaus sehr sehr nette und interessante Menschen mit einer nicht ganz so verrückten Weltanschauung aus diesem Land gibt. Wir unterhielten uns lange und angeregt mit den beiden, was uns unter anderem motivierte, uns zum Nachmittag doch nochmal aufzumachen, um uns die Petroglyphen selbst anzuschauen. Die Motivation war bitter nötig, denn wir hatten entgegen unserer Pläne eigentlich beschlossen, hierzubleiben und uns einen ruhigen, faulen Tag auf dieser wunderschönen Finca zu gönnen; dieser Ort ist etwas wirklich besonderes, so friedlich, einfach und echt. Die Arbeiter sitzen an ihren Tischen und sortieren Kaffeebohnen, die Finca ist eine Kooperative und alle werden an den Gewinnen beteiligt. Harte Zeiten hat diese Kooperation hinter sich, denn ein Schädling hat 2020 fast den gesamten Kaffeepflanzenbestand vernichtet und das zweite Standbein, der sich in Nicaragua in den Kinderschuhen befindliche Tourismus, ist umso wichtiger für die Finca geworden. Nach einem zweiten Frühstück zur Mittagszeit - Haferbrei mit Ananas - machte ich einen Mittagsschlaf, doch danach rafften wir uns dann wirklich auf und machten die kurze Wanderung zu den Petroglyphen, die etwa um 1500 v.Chr. von den Ureinwohnern Ometepes angefertigt wurden. Man braucht sehr viel Fantasie und Konzentration, um in den Steingemälden etwas zu erkennen, sie bestehen vor allem aus vielen Spiralen und Kreisen und es ist oft gar nicht klar, was sie darstellen sollen, selbst die US-amerikanische Archäologin hielt sich da ziemlich bedeckt in der Interpretation der Zeichnungen. Aber es sind hier und da durchaus symbolische Darstellungen von Tieren und Pflanzen zu erkennen, wenn man genauer hinschaut. Mit schmerzenden, schweren Beinen schleppten wir uns den größtenteils ebenen Wanderweg entlang, machten viele Pausen und bestaunten nicht nur die Petroglyphen, sondern auch ein paar natürliche Kuriositäten, unter anderem einen riesigen, umgestürzten Baum, aus dessen Stamm wieder neue, bis zu 30m hohe, selbst stattliche Bäume gewachsen waren, die sich über den in der Luft hängenden, umgestürzten Stamm ernähren und versorgen. Wirklich verrückt, sowas in der Art ist mir noch nie begegnet. Desweiteren staunten wir über einen beachtlichen, uralten Baum mit einem absolut majestätischen Stammdurchmesser und riesigen, freiliegenden Flachwurzeln, die weit mehr als mannshoch waren und richtige Pfeiler bilden. Nach unserer Rückkehr verbrachten wir einen ruhigen Abend auf der Finca und genossen die Ruhe, den Frieden und den absolut einzigartigen Blick über den Fincagarten und den riesigen See auf den abendlich rot gefärbten Vulkan Concepcion und die immer vorhandene, kleine Wolke über seiner Spitze.
01:32
2.51km
1.6km/h
20m
30m
Pedalen-Paul and others went for a hike.
5 days ago
Die Nacht war für mich mal wieder recht kurz, denn unser italienischer Kamerad, mit dem wir uns zusammen ein Zimmer genommen hatten, schnarchte recht ausgiebig. Wir frühstückten lang und reichlich, es gab ein typisch nicaraguanisches Frühstück mit Pinto de Gallo (Reis mit Bohnen), Patacones (frittierte, gepresste Kochbananen), Weichkäse und Spiegeleiern. Danach bereiteten wir uns unsere Tagesverpflegung zu: als Guacamole-Ersatz improvisierten wir eine Art Bruschetta zusammen und kochten diverse Eier dazu. Das sollte als Brotbelag reichen. Wir packten unsere Rucksäcke und latschten los, um den Vulkan Madera zu besteigen. Die Wanderung war zwar nur 10km lang, aber knapp 1400 sehr schwierige Höhenmeter waren zu bewältigen, der Aufstieg und später der Abstieg war eine tagesfüllende Aufgabe. Wir liefen 9:00 los und kamen 17:00 wieder zurück. Der Weg war steil, steinig, wurzelig und wurde immer matschiger und rutschiger, umso höher wir kamen. Abgesehen von dem wunderbaren Aussichtspunkt über die Bucht und den Nachbarvulkan Concepcion gab es auch nichts weiter zu sehen, wir wanderten durch dichten Wald, und auch von dem konnte man wenig wahrnehmen, weil man die ganze Zeit seine volle Konzentration auf den Untergrund richten musste. Im Nachhinein muss ich sagen, mir hätte der Aufstieg bis zu dem Aussichtspunkt eigentlich gereicht, aber der war ja noch ganz am Anfang. Den Kratersee erreichten wir erst viele Stunden später gegen 13:30. Dieser war bei weitem nicht so spektakulär, wie ich erwartet hatte. Schon ein schöner Ort, aber rein subjektiv für mich nicht wirklich den langen, sehr beschwerlichen Aufstieg wert. Immerhin, ich hatte unterwegs ein sehr unterhaltsames Gespräch mit Sam, der ein wirklich sympathischer Typ ist, mit dem man gut schwafeln kann. Am Kratersee hatten wir unsere Brotzeit, wo wir das mitgebrachte, gestern gekaufte Sauerteigbrot mitsamt der Bruschetta vernichteten. Wir saßen noch ein ganzes Weilchen da rum und ruhten uns für den langen Abstieg aus, der sich dann wie Kaugummi dehnte. Wir rutschten, stolperten, taumelten und eierten den nicht enden wollenden Abstieg herunter, der sich viel anstrengender anfühlte als der Aufstieg und einfach kein Ende nehmen wollte. Sam war mit einem anderen Italiener, einem Hafenarbeiter, den wir oben am Kratersee kennengelernt hatten, viel schneller als Carmen und ich heruntergekraxelt und erwartete uns bereits in der Finca, die wir beide mit zitternden Beinen erreichten. Im Restaurant der Finca trank ich noch schnell einen Kaffee aus eigener Produktion und ging danach relativ flott über in den Waschmodus und spülte meine Schuhe, die aussahen wie Matschmonster, und später tat ich selbiges unter der Dusche mit meinen Klamotten. Abends kochten wir uns in der Finca-Küche unser Abendessen: wir machten Yucca-Pommes und Bratgemüse, Sam steuerte Reis bei, den er auf den Punkt garte, wie ich es noch nie geschafft hatte. Wir sind alle ganz schön kaputt vom heutigen Tag und werden ziemlich früh in die Heia springen. Leider muss vorerst die heutige Tour ohne Bilder von meinem Handy auskommen (die vorhandenen Bilder sind von Carmens Handy), denn im Laufe des Abends verabschiedete sich mein Handydisplay wieder ganz spontan, sodass ich keine Bilder mehr hochladen und auch in den nächsten Tagen keine Tour vom Garmin übertragen und somit auch keine Berichte schreiben kann, bis mein Handy hoffentlich wieder repariert ist - oder ich ein neues aufgetrieben habe. Das nervt ziemlich und war zum Abend ein großer Runterzieher. Update vom 21.02.: mein Handy hat ein neues Display und funktioniert wieder, sodass ich hehute nun auch noch meine Bilder hochladen konnte.
04:57
10.9km
2.2km/h
1,170m
1,150m
Pedalen-Paul and others went for a bike ride.
6 days ago
Ich schlief nicht so gut, denn es bellten viele Hunde während der Nacht. Nicaragua ist ein armes Land und das heißt, dass es wieder viel mehr Hunde gibt (und leider auch viel mehr Müll am Straßenrand). Außerdem scharzwenzelte irgendjemand mitten in der Nacht um unsere Zelte herum, ich hatte ein unterdrücktes, männliches Husten gehört, und sowas aktiviert mein inneres Alarmsystem und dann kann ich nicht mehr pennen. Wir krochen bisschen später aus den Zelten, denn wir hatten heute eine recht übersichtliche Strecke zu bewältigen. Unser Frühstück bereiteten wir uns in der riesigen, gut ausgestatteten Hostelküche zu und starteten langsam in den Tag. Wir fuhren die nordwestliche Schleife um den aktiven Vulkan Concepcion herum, der sich zum Vormittag unter einer tiefhängenden Wolkenglocke versteckte und fast gar nichts von sich preisgab. Das änderte sich aber im Tagesverlauf, die Wolken lösten sich immer mehr auf, zum Nachmittag war er komplett zu sehen, und auch abends hing im Sonnenuntergang nur ein kleines Wölkchen an der Kraterspitze. Obwohl diese Gegend wahrscheinlich eine der touristischsten Nicaraguas ist und dementsprechend bisschen ausländische Kohle hier hängenbleiben dürfte, ist der Kontrast zu Costa Rica wirklich immens. Uns begegnete viel Armut, sehr einfache Häuser, die Gesellschaft scheint viel stärker kleinbäuerlich geprägt zu sein als im globalisiertesten aller lateinamerikanischen Länder, Costa Rica. Viele Menschen sind zu Fuß, auf dem Rad oder mit uralten, US-amerikanischen Bussen unterwegs, die sich über die staubigen, steinigen und schlaglochzerfressenen Schotterpisten oder in den Dörfern über das Kunststeinpflaster quälen. Private Autos gibt es auf Ometepe nur wenige. Trotzdem gefällt es mir hier besser als in Costa Rica, so ein Land mit dem Rad zu bereisen ist einfach spannender und interessanter, die Begegnungen mit den Menschen sind authentischer und irgendwie echter. Unsere Mittagspause verdeutlichte nochmal mehr die Verhältnisse hier, wir hielten an einem "Comedor" und Carmen war recht sauer, dass ich mich nicht davon überzeugen ließ, weiterzufahren, womit sie aber, das muss ich im Nachhinein zugeben, wohl recht hatte. Ich wiederum bestand darauf, dazubleiben, weil sie aufgrund von Unterzuckerung richtig miese Laune hatte und was essen wollte und sollte, obwohl wir nur 15min vorher eine lange Pause mit Süßgetränken und der restlichen Ananas von heute morgen gemacht hatten und ich angenervt war, dass sie schon wieder Mittagspause machen wollte, nach gerade mal insgesamt 18 gefahrenen Kilometern. Hachja, unsere Bedürfnisse sind manchmal schwer vereinbar. Zumindest stellte sich schnell heraus, als ich das "Klo" der Kantine besuchte, dass Hygiene hier an diesem Ort etwas kleiner geschrieben wird und ich konnte auch einen Blick in das Haus und die Küche werfen, das verschwieg ich Carmen aber; mir verschlug es den Atem und mir verging der Appetit vollends dabei und ich hoffte inständig, dass wir das nicht später bereuen würden. Ich hatte zum Glück nur eine Gemüsesuppe bestellt, da kann man nicht so viel falsch machen, Carmen aber hatte Hühnchen mit Reis und ich kreuzte meine Finger insgeheim, dass das keine üblen Nachwirkungen haben würde. Nach nur 5 Minuten Fahrt trafen wir an einem kleinen Fluss Sam aus Italien wieder. Wir hatten schon in den letzten Tagen Kontakt gehabt und uns dazu verabredet, morgen mit ihm zusammen den Vulkan Madera zu besteigen und wir hatten uns dazu eine gemeinsame Unterkunft reserviert. Sam hat heute Geburtstag, und ich glaube, er freut sich vielleicht, diesen mit ein paar Gleichgesinnten zu verbringen. Er stand in Unterhose in dem klaren Fluss, der von einer Vulkanquelle gespeist wird, aber trotzdem angenehm und erfrischend temperiert war und ich gesellte mich gleich mal dazu. Nach dem herrlichen Bad setzten wir unsere restliche Fahrt gemeinsam fort, nur noch knapp 8km waren es bis nach Balgüe, einem kleinen Dorf am Ufer des großen Vulkansees. Es ist ein kleiner Backpacker-Ort, es gibt ein paar Hostels, ein paar Cafés und Restaurants und ein paar kleine Läden, aber alles trotzdem sehr gemütlich und ruhig, nicht übertrieben touristisch, ganz und gar nicht. Wir kauften da ein paar Vorräte ein, klapperten sämtliche Läden ab, um Avocados für Guacamole zu finden, denn wir hatten in einer Hipster-Bäckerei ein leckeres und auch wieder sehr teueres Sauerteigbrot gekauft, welches wir morgen auf der Wanderung mit der Guacamole verspeisen wollten, aber leider wurden wir nicht fündig und so werden wir irgendwie was anderes auftreiben uns zusammenimprovisieren müssen. Unsere Unterkunft, eine etwas abgelegene Finca, lag weiter oben, schon ein Stück Richtung Vulkan. Von da aus hat man eine wirklich spektakuläre Sicht auf den anderen Vulkan, den Concepcion. Das alte Finca-Gebäude aus dem 19. Jh. ist riesig, die Zimmer sind sehr rustikal (und auch günstig); wir wurden herzlich empfangen und fühlten uns da sofort sehr wohl. Ich genoss den Sonnenuntergang mit Blick auf den See und den Vulkan vom Balkon aus, während ich meine gerade gewaschene Wäsche aufhängte. Außer uns gibt es nur noch zwei Dreadlockmädels aus dem Schwarzwald hier, ansonsten haben wir die riesige Finca fast für uns.
02:50
31.3km
11.0km/h
470m
390m
5 days ago
After just a few days, I already like your photos from Nicaragua better than those from Costa Rica 📸
Translated by Google •
Pedalen-Paul and Carmense went for a bike ride.
7 days ago
An der nicaraguanischen Zollstation wurde es etwas unübersichtlicher, ein Straßengewirr erwartete uns da und mir mussten uns durchfragen. Das Gebäude der Zollbehörde war überraschend modern und sehr groß, innen war eine lange Schlange von Menschen vor uns, und wie wir schon erwartet hatten, gab es große Durchleuchtungsautomaten, wo alle Reisenden ihr Gepäck durchschieben mussten. 1$ Eintritt musste man gleich erstmal bezahlen, um das Gebäude überhaupt betreten zu dürfen, auch mal nicht schlecht. Den Mann, der das Eintrittsgeld kassierte, fragten wir mehrmals, ob wir unser Gepäck auch durchleuchten lassen müssten, und er winkte ab und meinte "später". Wir waren bisschen verunsichert, wollten vor allem vermeiden, dass wir uns ein zweites Mal an diese ewig lange Schlange anstellen müssen, aber wollten es dennoch probieren, denn wir hatten von anderen Radreisenden gehört, dass einerseits schon Messer und Werkzeug eingezogen worden, andererseits manche ebenso wie wir durchgekommen waren, indem sie ihr Gepäck einfach am Rad ließen. 13$ Einreisegebühr waren zu entrichten, als wir nach knapp 1h Wartezeit die Schlange hinter uns gebracht hatten. Man wollte außerdem eine Hotelreservierung sehen, wir hatten einfach beide ein Angebot eines Hotels in der Nähe auf Booking.com geöffnet, ohne irgendwas zu buchen und das reichte dann auch schon. Zack, Stempel im Pass, Lenkertasche durch die Durchleuchtung, und schon waren wir in Nicaragua; also noch nicht 100%ig, wir waren uns der Sache noch nicht ganz sicher, denn unsere Räder samt Gepäck standen noch auf der anderen Seite der Migrationsbehörde. Dahin gelangten wir aber ganz einfach und es hielt uns auch niemand an, als wir das gesamte Zollgelände dann auf den Rädern samt unkontrolliertem Gepäck verließen. Wir hätten auf diese Weise einige Kilogramm Kokain, Waffen oder Sprengstoff schmuggeln können. Nun waren wir also wirklich in Nicaragua, ich war sehr gespannt auf dieses Land, denn ich habe im Allgemeinen habe ich nicht die geringste Ahnung, was uns hier erwartet. Es ist ein armes Land, ein autoritär regiertes Land, aber es soll auch ein Land mit vielen tollen Sehenswürdigkeiten sein und überaus netten Menschen und ich freue mich darauf. Gleich einen knappen Kilometer hinter der Grenze gab es eine Art Busbahnhof mit einer angeschlossenen Markthalle. Da heute Sonntag war, waren die meisten Stände geschlossen, allerdings gab es dort einen Geldautomaten, wo wir uns schnell Bargeld holen konnten. Die Währung hier heißt Cordoba und wird 1€ zu 43 Cordoba getauscht. Außerdem konnten wir uns auch beide eine SIM-Karte an einem Kiosk kaufen, was hier absolut unkompliziert und schnell funktionierte, ohne ewige Registriererei wie beispielsweise in Kolumbien. Nun befanden wir uns wieder auf der Panamericana, die mich auf den ersten Kilometern sehr an die panamaische Panamericana erinnerte: 4-spurig, gut ausgebaut, aber mit einem breiten Seitenstreifen und vor allem fast völlig leer, relativ flach und ohne Anstiege - so hätte ich direkt bis Mexiko durchfahren können. Allerdings änderte sich das alles ein paar Kilometer später, zwei der vier Spuren verschwanden, der Standstreifen leider ebenfalls. Aber der Verkehr blieb weiterhin relativ dünn, zum Glück. Richtig schön war der Baumkronentunnel, der uns auf dieser Straße den Rest des Tages begleitete und angenehmen Schatten spendete. Die Papagayo-Winde scheinen wir auch überstanden zu haben und wir kamen mit etwas leichtem, kühlenden Wind gut voran. Schon bald kam die erste und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sicht: die beiden Vulkane Concepcion und Madera, die sich auf der Doppelinsel Ometepe in einem riesigen See befinden. Diese beiden omnipräsenten Vulkane begleiteten uns auf der rechten Seite durchgängig. Zu unser großen Überraschung fuhren wir viele Kilometer an zahlreichen Windrädern vorbei, nur in Ecuador hatten wir mal welche gesehen in Lateinamerika, hier hatte ich damit nicht gerechnet. Als wir an grünen, saftigen Wiesen mit Bäumen an den Rändern vorbeifuhren, dachte ich einige Minuten, ich befinde mich auf dem Weg zu meinen Freunden Tanni und Svenni nach Quermathen, sehr brandenburgisch kam die Kombination aus Windrädern und grünen, von Baumalleen eingefasste Wiesen daher. Nur die 2 Vulkane am Horizont wollten nicht so recht dazupassen. Später kamen wir an gemähten Feldern mit den typisch europäischen, gerollten Heuballen vorbei, auch das hatte ich in Lateinamerika noch nie gesehen, aber auch hier wollten die 2 Vulkane nicht recht dazupassen. Heute morgen schrieb ich ja, wir würden das Mittagessen ausfallen lassen aufgrund des reichhaltigen Frühstücks, entschieden uns aber, damit hatte ich schon gerechnet, doch noch anders, denn es kam zum frühen Nachmittag wieder ein Hüngerchen auf; außerdem wollten wir gleich mal die nicaraguanische Küche antesten und hielten am ersten Restaurant, was uns unter die Räder kam. Dort gab es eine sehr reichhaltige Suppe mit ganz leckerem, weichgekochtem Rindfleisch, Yucca, Kürbis, Mais, Kochbanane und Reis. Sehr lecker! Die erste nicaraguanische Stadt, die wir erreichten, war Rivas. Dort kauften wir bisschen was ein, denn unsere Vorräte sind aufgebraucht, paar Notnudeln und Tomatensauce mussten in die Tasche. Hier stellten wir fest, dass in Nicaragua wieder viel mehr Leben auf der Straße ist, das typisch quirlige, bunte, authentische und immer etwas chaotische hatten wir in Costa Rica vermisst und finden wir hier wieder, beide freuen wir uns darüber: die vielen kleinen Läden, Gemüse- und Obststände, kleine Fressbuden, Kiosks, Straßengrills, viele Menschen auf Fahrrädern und vor allem auch Frontlader-Rikschas ohne Motor, das war mal was neues. Nach Rivas bogen wir rechts nach San Jorge ab, denn da fährt die Fähre zur Insel Ometepe, auf der wir 3 Tage verbringen wollen. Eigentlich wollten wir da erst morgen früh übersetzen, aber es war heute an der Grenze doch schneller gegangen als erwartet und wir fuhren doch erstmal zum Hafen und schauten, ob wir nicht doch noch heute eine Fähre bekommen könnten. Und siehe da, das klappte tatsächlich stressfrei. 16:00 kamen wir an, 16:30 rollten wir auf die Fähre. Die Abfertigung allerdings war wirklich sonderbar und bisschen schon wie an der Grenze: zuerst bezahlten wir Eintrittsgebühr für das Hafengelände; dann die Tickets für uns; dann an einem weiteren Schalter Tickets für die Räder; und an einem weiteren Schalter noch mal Gebühren oder Steuern für das alles. Wir waren ziemlich verwirrt von dieser ineffizienten Abfertigung, aber in einem autoritär geführten, pseudosozialistischen Land darf man sowas wahrscheinlich nicht hinterfragen. Insgesamt bezahlten wir am Ende nämlich trotzdem insgesamt keine 6€ für uns beide samt Rädern für die einstündige Überfahrt bis nach Ometepe. Und wir taten auch gut daran, dass wir uns dazu entschieden hatten, noch heute Abend zu fahren, denn die in das rote Abendlicht getauchten Vulkane mit ihren weißen Wolkenmützen sahen um die Zeit umso eindrucksvoller und wunderschön aus. Der Vulkan Concepcion gilt als Nicaraguas aktivster Vulkan und seine weiße Mütze entstammt tatsächlich auch den Gasen, die ihm entströmen. Der Vulkan Madera auf der anderen Seite der Doppelinsel dagegen ist inaktiv und auch ohne Führer besteigbar. Während der Überfahrt hatte die Besatzung des alten International-Trucks, der mitten auf der Fähre stand und praktisch alle anderen Reisenden dabei blockierte, die Fähre zu verlassen, als diese angelegt hatte, angefangen, diesen zu reparieren. Die Kabine war hochgeklappt, zwei ölverschmierte Männer hingen im Motorraum und schraubten dran herum. Auch wir konnten nicht runter vom Schiff, das war ziemlich blöd, denn es würde nur noch 20-30min Tageslicht geben. Irgendwann sprang die alte Möhre aber an, die Kabine wurde fix heruntergeklappt und der Truck rollte von Deck, direkt gefolgt von uns, ich war schon auf glühenden Kohlen. Durch das gemütliche, interessante, etwas touristische Dorf Moyogalpa rollten wir schnell hindurch, es gab da viele, nette, kleine Hostels, doch wir wollten auf einen Campingplatz etwas außerhalb, und das auch gern noch mit einem Rest Tageslicht. Diese Mission erfüllten wir auch, kurz nach Sonnenuntergang erreichten wir ein sehr gemütliches, angenehmes und sympathisches Hostel, was aber leider komplett ausgebucht ist, wo man aber auf der großen Wiese auch sein Zelt aufschlagen kann für ein paar Dollar, und genau das taten wir dann auch. Es war ein langer Tag und wir waren beide ziemlich fertig. Mehr als Nudeln mit Fertigtomatensoße war heute nicht mehr drin, unsere Notration wurde damit schon wieder aufgebraucht. Unsere Berichte mussten wir uns ganz schön zusammenquälen, und ich bin erstaunt, dass wir die letzten Gäste sind, die noch draußen auf der Veranda sitzen, alle anderen sind in ihren Zimmern verschwunden; wahrscheinlich, weil sie eben Zimmer haben, im Gegensatz zu uns, denn der Ort ist wirklich übel mückenverseucht.
03:38
57.6km
15.8km/h
210m
220m
Pedalen-Paul and Carmense went for a bike ride.
7 days ago
Heute, ganz ausnahmsweise, frühstückten wir nicht unser Hafergedöns, sondern gönnten uns ein gutes Frühstück im Restaurant der Schweizer. Die 10$ haben sich gelohnt, frisch gebackenes Brot, Ziegenkäse und -joghurt aus eigener Herstellung, frisches Obst, selbstgemachte Marmelade, Spiegelei - Mittag fällt heute aus. Dadurch kamen wir bisschen später auf's Rad, aber dafür satt und glücklich. Bis zur Grenze warteten ohnehin nur ein paar Kilometer auf uns, der Wind war vormittags noch schwach und wir hatten die Strecke schnell abgespult. Nach etwa 2-3km schon erreichten wir das Ende der bestimmt 10km langen LKW-Kolonne, der Rückstau von der Grenze. Ich hielt zwischendurch und fragte ein paar Trucker, wie lang sie hier im Schnitt warten, ein bis zwei Tage war die Antwort. Mit denen möchte ich nicht tauschen. Hunderte von Trucks aus allen Ländern Zentralamerikas überholten wir, Panama, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, selbst Honduras, alles vertreten außer Belize. Kurz vor der Grenze setzten wir noch schnell die restlichen Colon in Getränke und Kekse um. Danach hieß es schon wieder Abschied nehmen vom schönen Costa Rica, natürlich mit dem Gefühl, ganz viel verpasst zu haben. Der Abschied kostete 8$ Ausreisegebühr - welch schöne Abschiedsgeste. Chao Costa Rica, chao la pura vida. Auf nach Nicaragua.
01:02
15.0km
14.6km/h
140m
200m
Pedalen-Paul and Carmense went on an adventure.
February 14, 2026
Ungeplante, spontane Pausentage sind meist die besten, der hier heute gehörte dazu (obwohl über Nacht schon wieder irgendwer auf mein Zelt gekackt hat). Wir ließen den Tag langsam angehen, nutzen die erste und einzige Möglichkeit bisher in Costa Rica, unsere Wäsche mal von einer Waschmaschine durchspülen zu lassen, Carmen werkelte an ihrem Zelt, das so langsam immer mehr zerfällt, ich putzte meine Essenstasche samt Inhalt, ein Glas mit Pesto war ausgelaufen und hatte alles schön vollgeölt. Außerdem hatten wir ein langes und interessantes Gespräch mit dem Schweizer Besitzer der Lodge, der uns ein paar interessante Anekdoten von seinen 28 Jahren hier in Costa Rica zum Besten gab. Kurz vor Mittag begann ich den ersten Teil meines kleinen Triathlons (und leider ist das auch nur der Teil, der von meinem dämlichen Garmin aufgezeichnet wurde): ich fuhr in der heftigsten Mittagshitze den 20% steilen Berg hinauf ins Dorf El Gallo, denn ich hatte versprochen, bisschen was für's Mittag- und Abendessen und Getränke zu besorgen, nichtsahnend, dass ich dazu diesen Berg hochfahren müsste. In El Gallo gab es dann auch nur einen kleinen Dorfladen, in dem ich aber trotzdem bisschen Gemüse für das Abendessen auftreiben konnte, außerdem, ganz wichtig: Bier. Und als kleinen, kulinarischen Höhepunkt unserer gemeinsamen Reise brachte ich uns zwei Instant-Nudelsuppen für ein kleines Mittagessen mit, wohlwissend, wie sehr sich Carmen darüber freuen wird. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Reisenden, egal ob Radreisende, Backpacker, Wohnmobilisten, wir ernähren uns eigentlich sehr gut und gesund im Vergleich und ich finde, einmal im Jahr kann man zur Not auch mal 'ne Instantsuppe essen. Carmen war dann auch überraschenderweise nicht angepisst, und so gab es dieses famose Mittagsmahl. Nach dem "Essen" begaben wir uns auf den zweiten Teil meines Triathlons, auf eine 3km lange Wanderung auf dem roten Lehrpfad, der zum Gelände der Lodge gehört. Unser ortskundiger Führer Simba, der den Schweizer Besitzern der Lodge gehört, ein deutscher Schäferhund mit langem Fell, führte uns zielgerichtet den steinigen Wanderweg entlang, auf dem es einige interessante und Bäume und Pflanzen zu entdecken gab. Es ging dabei ein ganzes Stück nach oben, und auf dem höchsten Punkt hatten wir eine weite Aussicht auf einen entfernten Vulkan im Guanacaste-Nationalpark. Es gibt da deren vier, aber ich bin mir nicht sicher, welchen man von hier aus sehen kann, aber ist auch egal, die Aussicht war fantastisch. Simba führte uns genauso zielgerichtet wieder zurück zur Lodge, er begleitet öfter die Leute auf den Wanderwegen, wie wir erfuhren. Deutsche Schäferhunde sind mir immer sehr suspekt, aber Simba hat einen ausgesprochen freundlichen und zutraulichen Charakter, ein echt toller Hund. Teil 3 meines Triathlons war die kleine Paddeltour auf dem Rio Sapoa. Leider war die größte sportliche Betätigung dabei, das schwere Boot ins Wasser zu hieven und wieder hinauszubekommen. Die Paddeltour an sich dauerte nur etwa 20min, denn der zu bepaddelnde Abschnitt war aufgrund der Trockenzeit leider relativ überschaubar und durch viele Steine blockiert. Egal, ich habe mich trotzdem ausreichend und abwechslungsreich körperlich betätigt heute. Den Rest der Zeit verbrachten wir ziemlich stressfrei und gut gelaunt auf dem schönen Gelände der Lodge.
00:28
4.08km
8.8km/h
170m
180m
Pedalen-Paul and Carmense went for a bike ride.
February 13, 2026
Da gibt man schon so einen Haufen Geld für das einzige Hostel in Costa Rica aus und dann pennt man da noch nicht mal richtig. Es war so stickig heiß in unserem Zimmer, der Ventilator half mir da auch nicht; im Zelt hab ich in den letzten Wochen meist viel besser gepennt. Aber im Hostel schmeißen wenigstens Affen nicht mit ihren Exkrementen. Wir bereiteten uns das Frühstück in der Hostelküche und frühstückten auf der Veranda und saßen heute auch bisschen eher auf dem Rad. Liberia verließen wir fix, in dem Ort gab es auch nicht viel zu sehen, gesichtslos, funktionell und bisschen heruntergekommen für ticanische Verhältnisse war die Kleinstadt, nichts zum Verweilen. Wir fanden uns auf der vielbefahrenen Route 1 wieder, also auf der Panamericana. Viele LKWs rollten an uns heute vorbei, davon der größte Teil nicaraguanisch. Die meisten überholten uns mit Abstand, bremsten sogar hinter uns bei Gegenverkehr, was man an dem lauten, maschinengewehrartigen Gebrüll der Motorbremse ihrer Trucks hören konnte. Ein paar gefährliche und sehr unangenehme Überholmanöver waren aber auf der oft uneinsichtigen Piste trotzdem immer mal wieder dabei. Die Landschaft blieb trocken, die Bäume kahl, aber auffälligerweise standen ein Großteil der Bäume in Blüte, was schon bisschen seltsam anzusehen ist, so ohne Grünwerk. Sehr interessant und irgendwie schön waren die vielen über und über mit Blüten überzogenen Kronen, die oft offene und geschlossene Tunnel über der Straße bildeten. Die Kulturlandschaft der letzten Tage verschwand, heute war es sehr einsam, keine Dörfer und Siedlungen und damit auch keine Geschäfte, wo wir uns mal ein kühles, überteuertes Getränk hätten kaufen können unterwegs, stattdessen der endlose tropische Trockenwald. Auf dem späteren Teil der Strecke tauchten am Horizont die anfangs wolkenverhangenen Gipfel der vier majestätischen, bis zu 1600m hohen Vulkane im Nationalpark Guanacaste auf. Einen weiteren Vulkangipfel konnten wir noch viel weiter weg undeutlich am Horizont erkennen, nämlich den des Vulkan Madera auf der Insel Ometepe im See Cocibolca, einem großen Vulkansee in Nicaragua, den wir in den nächsten Tagen besuchen und den Vulkan auf der Doppelinsel wohl auch besteigen werden - so der Plan. Wieder heftige Papagayo-Winde machten uns zu schaffen, die halb von der Seite, halb von vorn wehten und uns oft sehr überraschend auf die recht enge Straße hineindrückten, kein Spaß bei dem hohen LKW-Verkehr. Carmen klemmte sich wieder in meinen Windschatten, wir kurbelten recht mechanisch und mit sehr wenigen Pausen die überwiegend gefühlt flache Strecke weg, die trotzdem ein paar meist subtile Höhenmeter parat hielt. Nach dem Mittagessen an einem Rasthof mitten im Nichts, was uns zur Mittagszeit mehr als gelegen kam, legte der Wind nochmal eine spürbare Schippe drauf und hatte wieder patagonische Ausmaße; trotzdem kamen wir gar nicht so schlecht voran und ich arrangierte mich ganz gut mit dem Wind, obwohl ich trotzdem immer wieder sehr überrascht von einigen heftigen Böen war, die manchmal völlig willkürlich und unvorhersehbar wie eine Faust von der Seite kamen und dazu führten, dass man sich eine zeitlang schräg gegen den Seitenwind lehnen musste. Sowas hab ich wirklich zuletzt in Argentinien erlebt, hätte nicht gedacht, dass uns sowas in Zentralamerika erwarten würde. Gegen 14:00 hatten wir schon den Großteil unserer heutigen Tour weggekurbelt. Obwohl es noch nicht so spät war, würde es sich trotzdem nicht mehr lohnen, noch 20km bis zur nicaraguanischen Grenze zu fahren, denn die Grenzabfertigung da dauert, das hörten wir von anderen Reisenden, viele Stunden, da sämtliche Taschen durchsucht und durchleuchtet werden, Handys und Apps bzw. soziale Netzwerke angeschaut werden, das machen wir dann morgen. Wir hatten uns einen Campingplatz ca. 12km vor der Grenze ausgesucht, und in der Kleinstadt La Cruz, der letzten vor der Grenze, hoben wir nochmal ein paar wenige Colon an einem Bankautomaten ab und kauften in einem Supermarkt noch ein bisschen was ein, bevor wir die letzten 7km bis zum Campingplatz zurücklegten. Das letzte Stück konnten wir, als wir die Route 1 verlassen hatten, nochmal bisschen durchatmen und die vielen riesigen, alten Bäume bewundern, die über und über mit Kakteen-Epiphyten überwuchert waren - sowas hatten wir noch nie gesehen, Kakteen, die auf Bäumen wachsen, verrückt. Der Campingplatz ist eigentlich eine "Eco-Lodge", die von einem Schweizer Ehepaar betrieben wird; es gibt aber auch eine Campingmöglichkeit. Das Gelände gefiel uns sofort sehr gut, alles ist, wie man das von Schweizern erwartet, sehr gepflegt und mit Liebe zum Detail gestaltet, aber auch alles sehr natürlich, an einem kleinen Fluss gelegen, in dem es auch ein paar Krokodile geben soll, Faultiere hängen oben in den Bäumen, die pure Idylle. Beide hatten wir, nach dem Gespräch mit der netten Besitzerin, den Impuls, dass wir einen Tag hierbleiben sollten, es gibt ein paar Wanderwege und Lehrpfade, die wir uns morgen ansehen können und es schreit eigentlich danach, das wir nicht sofort wieder weiterziehen. Es gibt einen Sonderpreis für uns als Radreisende, obwohl alles andere hier sehr teuer ist, und so werden wir wohl morgen wirklich einen Pausentag hier verbringen und erst übermorgen nach Nicaragua über die Grenze fahren.
04:24
66.4km
15.1km/h
620m
650m
Pedalen-Paul and Carmense went for a bike ride.
February 12, 2026
Letzte Nacht wurden wir endlich mal vom Papagayo-Wind verschont, es war windstill, aber dafür auch wärmer. Ich schlief wie ein Stein, nur zwischendurch wachte ich mal kurz auf, denn irgendwas rieselte etwas auf mein Zelt; ich dachte, Blätter, Blütenpollen, Samen oder sowas ähnliches. Nachdem ich aber 6:15 aus meinem Zelt gekrochen war, stellte ich fest, dass die blöden Brüllaffen auf mein Zelt gepisst und gekackt hatten von oben aus den Bäumen. Mein Verhältnis zu diesen Affen ist nun tief zerrüttet. Frustriert reinigte ich mein Zelt, zufällig gab es auf dem ansonsten einsamen und nicht besonders gut gepflegten Campingplatz einen Gartenschlauch, mit dem ich die Außenhaut reinigen konnte; die Urinspritzer auf dem Netz der Innenhaut (ich hatte aufgrund der Hitze die Außenhaut nur halb übergezogen) reinigte ich mit einem Schwamm. Mistviehcher! Carmen hatte derweil Frühstück gekocht, heute immerhin gab es im Müsli auch wieder Obst, diese Lektion haben wir gelernt. Von Playa Hermosa aus ging es erstmal straff bergauf Richtung Inland, wir waren im Begriff, die Halbinsel Nicoya zu verlassen und fuhren Richtung Liberia, die einzige größere Stadt von Costa Rica, die wir besuchen werden. Das aber sollte gar nicht so einfach werden, denn heute hatten wir Gegen- und Seitenwind patagonischen Ausmaßes, richtig fies und stark wie wirklich seit Argentinien nicht mehr. Gestern noch schrieb ich irgendwelches Gefasel von "stört mich seit Argentinien nicht mehr blablabla" - ja klar. Natürlich störte es mich, vor allem, nachdem wir von der ruhigen Nebenroute auf die Route 21 abgebogen und damit wieder auf der extrem dicht befahrenen Panamericana gelandet waren. Spätestens hier nervte es mich, denn mit dem starken Verkehr ist so ein halb Seiten-, halb Gegenwind, der auch noch sehr böig daherkam, ziemlich gefährlich, wenn man immer wieder mal unerwartet bei einer plötzlichen Böe vom 20cm "breiten" Seitenstreifen in den Verkehr reingedrückt wird. Carmen krallte sich wieder in meinen Windschatten, absolut verständlich, ich ziehe sie gern mit. Davor aber trafen wir genau an der Kreuzung zwischen Panamericana und unserer Landstraße, von Nicoya kommend, auf Maria aus Deutschland und Lerón aus Dänemark, zwei Radreisende, die unabhängig voneinander in Mexiko gestartet waren und sich in El Salvador kennengelernt hatten und seitdem zusammen fahren; beide waren ein bisschen jünger als wir und werden auch nicht so lange unterwegs sein, trotzdem kann man irgendwie Parallelen zwischen den beiden und uns finden. Wir verstanden uns sehr gut, quatschten lange und tauschten Nummern aus, bevor wir in entgegengesetzte Richtung weiterfuhren. Schade, dass diese Begegnungen immer so kurz sind, ich würde mir so sehr mal einen gemeinsamen Abend mit solchen Leuten wünschen, am besten mit einem freiem Tag im Anschluss und einer Flasche Wein oder so ähnlich. Auf halber Strecke zwischen diesem Treffen und Liberia fuhren wir an einer "Panaderia Alemania" vorbei, einer deutschen Bäckerei, nebst Restaurant und Biergarten, natürlich wieder mit völlig überzogenen Mondpreisen. Da mussten wir anhalten, keine Frage. Wir kauften, trotz der saftigen Preise, ein dunkles Brot und freuten uns auf den feierlichen Verzehr am Abend. Hessischen Äppelwoi gab es da auch, den hätte ich gern probiert, aber es war zu früh dafür. In Liberia hoffte Carmen, neue Reifen zu finden, ihre Schlappen sind schon wieder ziemlich runtergefahren, obwohl der letzte Tausch noch gar nicht so lange her ist. Da die Wahrscheinlichkeit, in Nicaragua, Honduras und El Salvador was Brauchbares zu finden, und das auch noch in 27,5", sehr gering sein dürfte, war es eine gute und letzte Gelegenheit, in Liberia auf die Suche zu gehen. Drei Radläden klapperten wir ab, im ersten und zweiten gab es gar keine 27,5er, im dritten nur ein Modell für Vorder- und Hinterrad. Den Vierten sparte ich mir und ging in eine Bäckerei und wartete da, Carmen fuhr noch zum vierten Laden, der das gleiche Angebot wie der dritte hatte, wo sie letztendlich sich dann auch neue Schlappen aufziehen und mit neuer Dichtmilch befüllen ließ. Auftrag erfüllt. Für eine Weiterfahrt war es zu spät, und so bedeutete das, dass wir heute die erste und einzige Nacht in Costa Rica in einem Hostel verbringen werden. Diese Unterkunftfindungsorgie hab ich gar nicht vermisst, wie ich feststellen musste, das viele Gezelte hier in diesem Land war eigentlich viel angenehmer gewesen irgendwie. Wir klapperten eine ähnliche Anzahl Hostels wie Fahrradläden ab, entschieden uns dann auch in diesem Fall für Nummer 3, weil am ruhigsten gelegen, aber nicht am günstigsten, dafür mit einer Küche (die wie heute nicht brauchen würden) und großen Gemeinschaftsräumen. Unsere staubig-verschwitzte Wäsche schrie auch mal wieder nach einer Wäsche in der Dusche und Trocknung durch Ventilatoren in unserem kleinen, aber teuren Zimmer. Ich ging nochmal auf die Straße, Zubehör für's Brot kaufen, Butter, Frischkäse, Gemüse, Bier. Beim Abendessen unterhielten wir uns länger mit einem alten Syrer, der seit 40 Jahren in Kanada lebt. Interessanter Typ, der mich an irgendjemanden erinnert.
03:02
36.8km
12.1km/h
480m
350m
about 3 hours ago
A masterful photo of the volcano and some amazing street art. It's a shame these little paradises are so far away from Berlin. Sure, there are beautiful spots here too, but the weather...
Translated by Google •
Sign up or log in to continue
Everything You Need To Get Outside
Ready-Made Inspiration
Browse personalized adventures tailored to your favorite sport
A Better Planning Tool
Build your perfect outdoor experience using the world’s best outdoor tech
More Intuitive Navigation
Turn-by-turn navigation and offline maps keep your adventure on track
A Log of Every Adventure
Save every adventure and share your experiences with your friends
Sign up or log in
Like