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3 days ago

Día 1027: Volcanes Acatenango y Fuego

Die Nacht am Fuße des Acatenango war ruhig und angenehm frisch. Trotz Ankündigung wurden wir nicht durch andere Wanderer gestört, die hier mitten in der Nacht aufbrechen; auch nicht von Kate, die ihren Bulli nebenan auf dem Parkplatz geparkt hatte und verrückterweise auch 1:00 nachts aufgebrochen war, um zum Vulkan Fuego aufzusteigen (sie wollte die Wanderung am Stück machen, da sie es sich ersparen will, Zelt, Campingzubehör und Wasser für 2 Tage da hochzuschleppen - durchaus ein Argument!). Netterweise hatte sie uns aber einen Schlüssel für ihren Bus da gelassen, und so konnten wir da drin unser Frühstück zubereiten und unsere Rucksäcke final packen. Gegen 8:30, bei klarem, schönem Sonnenwetter, wie wir es seit Tagen nicht gesehen hatten, starteten wir in den langen Wandertag hinauf zum Acatenango und vielleicht noch zum Fuego, dem aktivsten Vulkan Zentralamerikas. Zuerst schlappten wir das erste Stück bis zum Restaurant hinauf, wo wir gestern zuerst eigentlich zelten wollten. Ab da gab es zwei Wege weiter bergauf, wir entschieden uns für den rechten Weg, denn auf dem sehr schmalen, linken Weg kamen uns massenweise Wanderer entgegengerannt (ja, wirklich, man rennt hier). Nachdem wir auf der rechten Seite die ersten 200 Höhenmeter weggeklettert hatten, kam von hinten ein Guide angeschnauft und wollte Geld von uns, da dieser Weg privat sei. Wir waren beide richtig angepisst, denn es gab zu Beginn des Wanderweges kein Schild und keinen Hinweis darauf, aber wir wollten natürlich den steilen Berg auch nicht wieder hinablaufen und zahlten zähneknirschend 50 Quetzal Wegezoll. Wir erreichten den Wald, der uns ab nun bis zur Baumgrenze begleiten würde, der Weg wurde noch steiler und uns kamen zahllose Wanderer entgegen, viele rannten mit Gepäck den Berg herunter, animiert durch ihre jungen Guides, die sich einen Spaß daraus machen, die zumeist jungen Backpacker aus aller Welt zu diesem kleinen Wettbewerb anzustacheln. Völlig bekloppt. Der Untergrund, dunkler, loser Lavasand, ist sehr rutschig, was das Gerenne noch deutlich gefährlicher macht. Wirklich erstaunlich, denn grob geschätzt mehr als 90% der Leute sind hier mit Guides und in Gruppen unterwegs, man sollte eigentlich meinen, den Guides sollte die Sicherheit ihrer Wandergruppe wichtiger sein als solch alberner Spaß. Mit den Unmassen an Wandergruppen um uns herum blieb der Genuss auch ein wenig auf der Strecke; Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch, Japanisch, Spanisch, die ganze Welt ist hier unterwegs, aber auch viele Einheimische - die beiden Vulkane sind zweifelsohne eine der größten Attraktionen Zentralamerikas. Wir hofften, dass es später ein wenig ruhiger werden würde, denn um den aktiven Vulkan Fuego, der die eigentliche Attraktion ist, erreichen zu können, gibt es zwei Wege um den Gipfel des Acatenangos herum, einen westlichen und einen östlichen. Wir entschieden uns für den westlichen, denn der östliche wird fast ausschließlich von Gruppen mit Tourguides genutzt, wir hätten dort nochmal bezahlen müssen zusätzlich zu der Wegegebühr und später noch der Eintrittsgebühr, die wir ebenfalls zu entrichten hatten. Zwar erwarteten uns auf der westlichen Seite ein paar mehr Höhenmeter, aber dafür wurde es tatsächlich ein wenig ruhiger. Was uns wirklich schwer schockierte, war der viele Müll, vor allem in den 2-3 Camps unterwegs. Noch nie habe ich so einen vermüllten Bergwanderweg gesehen, auch das schmälerte den Wandergenuss ein wenig und spricht leider Bände über die Mentalität der Leute hier, einheimischer wie auch ausländischer Touristen. Furchtbar. Die Camps waren vor lauter Müll eigentlich kaum noch nutzbar. Immer wieder trafen wir auch die bedauernswerten Träger, die Holz, Wasser und Gepäck für ihre allerhöchstens mittelmäßig zahlenden Kunden hochschleppen - nicht mehr als 25$ bekommen die Träger für etwa 25kg Gepäck. Ich trag mein Zeug lieber selber, ich könnte das nicht, jemand anderes mein Zeug hochschleppen zu lassen, auch wenn die Träger natürlich davon leben und es ihr Lebensunterhalt ist; trotzdem würde ich mich nicht gut damit fühlen. Mit Erreichen der Baumgrenze um die Mittagszeit herum wurde es deutlich kühler, nebliger und feuchter. Kurz vorher hatten wir uns einfach an den Wegesrand gesetzt und unser Brot mit Käse und Salami gegessen sowie Bananenbrot, unsere einzige Verpflegung für heute und morgen. Gleichbleibend steil ging es immer weiter bergauf, bis wir in etwa 3700m Höhe erreicht hatten und ab diesem Punkt die letzten 1-2km unterhalb des Gipfels des Acatenangos bis zum Basecamp weiterstapften, endlich weniger steil. Dabei gab es ein paar schöne Aussichten in die unter uns liegenden Täler und Berge, wenn sich kurz mal die ständig sehr dynamisch verändernde Wolkendecke lichtete. Am Basecamp angekommen hieß es, unsere Plattform zu finden, denn hier haben viele Touranbieter ihre Hütten auf den jeweils eigenen Plattformen am steilen Hang unterhalb des Gipfels gebaut. Unsere Plattform gehört Don Valeriano unten aus dem Dorf, dort gibt es gar nichts, nur eine kleine, flache Fläche zum Zelten, aber mehr brauchen wir ja auch nicht. Nach einiger Sucherei und ein bisschen Rumgefrage fanden wir dann auch unsere Plattform, die natürlich auch ordentlich vermüllt war; wir räumten ein bisschen auf und bauten unser Zelt auf. Nach etwa 1200 Höhenmetern hatten wir uns eine Pause verdient und so krochen wir ins Zelt und machten eine kleine Mittagsruhe. Von unserer Plattform aus hat man schon einen spektakulären Blick, nicht nur ins Tal, sondern vor allem auf den in südlicher Richtung gelegenen Fuego, wenn sich denn die Wolkendecke mal lichtet. Aber man sieht ihn nicht nur, sondern man hört ihn vor allem, mit einem sehr charakteristischen Geräusch speit er alle paar Minuten Lava und Gas aus, mal mehr, mal weniger grollend und irgendwie blechern zischend. Eindrucksvoll, sehr eindrucksvoll. Wir hofften, dass sich das Wetter zum Abend doch noch etwa bessern würde, denn mittlerweile, gegen 15:00 hatte sich der Himmel komplett zugezogen, dichter Nebel waberte um unser Zelt und wir warteten einen leichten Nieselregen ab. Gegen 16:00 aber zogen wir dann noch noch los, obwohl es immer noch sehr nebelig war und man bisweilen vom Fuego nichts sehen konnte. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Vom Basecamp aus geht es erstmal wieder knapp 400 Höhenmeter runter, um dann wieder genauso viel hinaufzuklettern, um nah an den Fuego heranzukommen. Zur gleichen Zeit wie wir brachen auch viele andere Wandergruppen auf, um am Abend bzw. in der Dunkelheit den feuerspuckenden Vulkan von nächster Nähe aus zu betrachten. Wir versuchten, uns an den vielen Leuten vorbeizudrängeln, was auch ganz gut gelang, und so kamen wir vor einem großen Teil der Gruppen oben an, allerdings leider immer noch in dichtem Nebel. Immer nur wenige Sekunden brach hier und da die dichte Wolkendecke auf und gab für einen kurzen Moment den Blick auf das tiefe Tal und zuweilen auch auf den vor uns liegenden Vulkankrater frei, ohne aber jedoch mal einen Moment preiszugeben, wenn er wirklich richtig Lava spuckt. Gespannt saßen alle Wanderer auf dem schmalen Kamm im dichten Nebel, genauso wie wir hoffend, dass es doch noch aufklaren würde, den Sonnenuntergang und die Dunkelheit abwartend. Immer wieder zischte und fauchte blechern der Fuego, einen Moment lichtete sich kurz die Wolkendecke und eine fette Rauchsäule und etwas Lava war durch den Nebel zu sehen. Bitterkalt und schneidend windig war es auf dem exponierten Kamm, wir hatten so ziemlich alles an Klamotten an, die wir dabei hatten, wer hätte gedacht, dass wir in Zentralamerika nochmal solche Temperaturen erleben würden. Die Dunkelheit setzte ein und tatsächlich, es klarte ganz langsam auf und wir konnten glühend leuchtende Lava sehen. Allerdings hatte ich leider ziemliches Bauchgrummeln, uns war furchtbar kalt und mir graute es vor dem langen Rückmarsch in der Dunkelheit an diesem sowieso schon langen Wandertag, und wir zogen uns langsam zurück, ein bisschen wehmütig, weil es nun immer mehr aufklarte und der Vulkan alle paar Minuten Feuer und Lava spukte, ein absolut beeindruckendes Schauspiel mit Gänsehautmomenten. Die ganzen jungen Ami-Backpacker grölten und schrien immer wieder wie von Sinnen laut auf, "Oh my goooood", "Awesome", jeder muss seiner Begeisterung noch lauter zum Ausdruck bringen als sein Nebenmann; wie nervtötend junge Backpacker doch manchmal sein können. Trotzdem, auch in Verbindung mit der nicht ganz einfachen Wanderung hier herauf hat sich das alles absolut gelohnt, so was sieht man nicht oft im Leben und das wird lange in Erinnerung bleiben. In der Dunkelheit, mit dem Kopflicht auf der Stirn, rutschten wir mehr als wir liefen auf dem Lavasand wieder den Fuego hinunter, immer wieder die Köpfe zum Vulkankrater drehend, wenn dieser erneut Lava spuckte, scheinbar immer größer und spektakulärer wurden die Ausbrüche; beeindruckend, wie die Lava, nicht weit von uns, die Hänge links und rechts des Kraters hinunterlief. In der Talsohle zwischen Fuego und Acatenango hielt ich es nicht mehr aus, ich hatte Bauchschmerzen, irgendwas hatte ich nicht vertragen und so verzog ich mich in der Dunkelheit zwischen die Büsche....ohnehin würde es auf unserer Plattform im Basecamp nirgendwo eine Toilette geben, und so war das wenigstens schon mal erledigt. Danach ging es nochmal den steilen Hang 400 Höhenmeter hinauf zurück zu unserem Basecamp unterhalb des Gipfels des Acatenango, wie Kaugummi zogen sich die letzten Meter den Berg herauf. Nach 21:00 erreichten wir endlich unser Zelt, hundemüde und ziemlich kaputt nach fast 12h Wanderung; die Höhe knapp unter 4000m machte uns doch schon zu schaffen, wir hatten beide Kopfschmerzen und waren ziemlich ausgezehrt. Aus dem Plan, noch ein Weilchen den spuckenden Vulkan zu beobachen, wurde nichts mehr, denn es war so kalt, dass wir zu schnell auskühlten, und so zogen wir uns sofort ins Zelt und in unsere Schlafsäcke zurück und versuchten, ein bisschen Schlaf zu finden.

Time

11h55m

Distance

10.5km

Speed

3.6km/h

Ascent

1,660m

Descent

680m

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about 2 hours ago

I don't get the deal with the trash. They must also see that this is shit?!

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4 days ago

Día 1026: de La Soledad a Campo Miratenango

Mit Kate, der resoluten Britin, die wir auf dem Campingplatz kennengelernt hatten und die mit einem kleinen VW-Bus unterwegs ist, seit ihr Rad geklaut wurde, verstanden wir uns wirklich gut. Sie bot uns an, mit ihr zusammen in ihrem Bus zum Acatenango zu fahren, um diesen zu besteigen, so wie es viele Leute hier tun - es gilt als eines der absoluten touristischen Highlights Guatemalas, die meisten gehen mit Guides und gebuchten Gruppentouren hoch, wir wollen es auf eigene Faust machen. Gestern waren wir einkaufen und deckten uns mit Lebensmitteln ein und heute morgen packten wir unsere Sachen, ich verließ meine Yacht, in der ich die letzten Tage gehaust hatte, Carmen stellte ihr Rad und ihr Gepäck wieder auf dem Zeltplatz unter und wir stiegen kurz nach 10:00 in Kates Bus und fuhren etwa 1,5h in das kleine Dorf La Soledad, welches am Fuße des Acatenangos liegt und der Ausgangsort für die Wanderungen auf den Vulkan ist. La Soledad war deutlich weniger touristisch, als ich erwartet hatte, es ist wirklich nur ein kleiner Weiler, nicht gerade schön und auch ziemlich arm. Zuerst gingen Carmen und ich zu einem kleinen Equipmentverleih, dem einzigen hier, um uns Ausrüstung für die Wanderung zu mieten; nach ein bisschen Suchen fanden wir ein Schild und auch das Haus dazu, welches eigentlich ein normales Bauernhaus ist. Das uns dargebotene Equipment war dann auch in bescheidenem Zustand und von mittelmäßiger Qualität, eigentlich wollte ich einen wärmeren Schlafsack mieten, aber entschied mich, doch mit meinem hochzuwandern und hoffte, dass er ausreichen würde. Auch die Schaumstoff-Isomatte schlug ich aus, Kate bot mir stattdessen ihre an, die auf jeden Fall besser als meine billige Sommer-Isomatte von Decathlon ist, die ich mir in Bogota kaufen musste, nachdem sich meine gute Mountain Equipment kurz vorher delaminiert hatte. Carmen wiederum brauchte einen Rucksack, hier hatten sie tatsächlich einen ganz guten im Angebot und außerdem mieteten wir uns ein Zelt, das ausreicht, um gemeinsam drin pennen zu können. Die hochpreisigen, modernen Wanderstöcke in schlechtem Zustand schlugen wir auch aus und entschieden uns für Holzstöcke, die kosteten nur 1/5 davon. Nach ein bisschen Gehandel stand der Deal. Danach hieß es, herauszufinden, wo wir nächtigen können. Im Dorf gab es einen Parkplatz, wo man auch zelten kann, den steuerten wir zuerst an. Die Leute da waren sehr nett und hilfsbereit, Kate konnte ihren Camper da stehenlassen, Carmen und ich überlegten ein Weilchen hin und her, ob wir da zelten oder heute schon ein kleines Stück aufsteigen und einen etwas weiter oben gelegenen Zeltplatz, der auf Ioverlander eingetragen ist, aufsuchen sollten. Wir entschieden uns für letzteres, spätestens die Aussage der Parkplatzeigentümer, dass es nachts sehr unruhig auf dem Platz sein würde, da viele Touren abends und nachts starten (viele steigen tatsächlich über Nacht auf, um den sehr aktiven Zwillingsvulkan Fuego brodeln und die Lava leuchten zu sehen), überzeugte uns, wirklich noch weiter nach oben zu wandern. Ganz klar war zwar nicht, ob das klappen würde, da zu zelten, denn es gibt zwei Plätze: der erste mit vielen, sehr widersprüchlichen Aussagen, ob man da wirklich campen kann, denn eigentlich ist es nur ein Restaurant; und der zweite verlangt angeblich 50$ pro Nacht, was uns aber nicht wirklich als vorstellbar erschien. Aber das würde dich bestimmt alles finden. Wir aßen erstmal Mittag, machten uns einen großen Salat aus Kates Gemüsebeständen und dazu gab es noch Gegrilltes von einem kleinen Straßenstand nebenan. Danach sortierten Carmen und ich unser Gepäck neu und stopften die Rucksäcke. Der Plan war, heute zum untersten Campingplatz aufzusteigen, dort Carmens Zelt mit einigem Geraffel stehen zu lassen und morgen dann zum Basecamp auf ca. 3700m Höhe hinaufzuwandern und da im gemieteten Zelt zu übernachten, um am Montag morgen kurz vor Sonnenaufgang auf die Spitze des Acatenango zu wandern und danach wieder nach La Soledad hinabzukraxeln. Kate wiederum hatte den Plan, eine etwas kleinere Wanderung zu machen, nicht bis zur Spitze des Acatenangos, sondern zu einem tiefergelegenen Aussichtspunkt des Fuegos. Sie würde morgen früh um 1:00 starten und am selben Tag wieder absteigen, aber auf uns warten und mit uns zusammen nach Antigua zurückfahren; ihr Plan hat logistische Gründe, die ich hier nicht näher erläutern möchte, das sprengt den Rahmen. Nach dem späten Mittagessen und unserer Packerei liefen wir aber zu dritt los, Kate begleitete uns mit leichtem Gepäck. Steil, sehr steil, ging es gleich von Anfang an den Berg hoch und wir merkten alle sehr deutlich, dass wir überhaupt nicht akklimatisiert sind. Nach etwa 1,5km schon erreichten wir einigermaßen verschwitzt das Restaurant und vermeintliche Camp. Dort stellte sich schnell heraus, dass Zelten dort nicht möglich ist, das Restaurant war geschlossen und die Besitzer erklärten uns, dass die Wiese nebenan, die bisschen wie ein Campingplatz anmutete, privat ist, zelten nicht erlaubt. Also liefen wir wieder ein Stück bergab auf einem abzweigenden Wanderweg zu dem 50$-Zeltplatz, den wir nach einem kurzen Fußmarsch schnell erreicht hatten. Mitnichten 50$ waren da zu zahlen, sondern 50 Quetzal für uns beide zusammen, das sind nicht mal 8$. Wir wurden nett empfangen, es gab sogar eine warme Dusche für 35 Quetzal obendrauf, und wir können auch Carmens Zelt da stehen lassen. Perfekt. Kate öffnete den argentinischen Malbec, denn das war so ziemlich der Hauptgrund, warum sie mitgekommen war: sie wollte sich mit mir die Flasche Wein teilen, die ich vorher im Supermarkt gekauft hatte. Ich trank nur ein halbes Gläschen, das stieg mir sehr schnell ziemlich zu Kopf (Kate scheinbar auch, denn sie wurde noch gesprächiger als vorher). Während wir die Zelte aufbauten, verabschiedete sich Kate von uns, sie wollte vor Einbruch der Dunkelheit unten ankommen und früh ins Bett. Nachdem ich allerdings eine schöne, warme Dusche genossen hatte (denn hier oben wird es schon um einiges frischer), hörte ich ein bekanntes, typisches 2L-Diesel-Pumpe-Düse-Geräusch: Kates roter VW-Bus kam von der anderen Seite den Berg hochgekrochen. Sie hatte auf dem Rückweg entschieden, dass es hier viel schöner ist als auf dem Parkplatz unten im Dorf, und der alternative Rückweg hatte sich als verkehrsfähig für ihren Bulli gezeigt und so hatte sie sich spontan entschlossen, hier hoch zu kommen, was für mich und Carmen noch um einiges komfortabler war, und auch in mancherlei Hinsicht eine kleine Rettung. Carmen hatte nämlich ihre Kocher-Benzinflasche eingepackt, nicht aber den dazugehörigen Kocher, so dass unser Abendessen ins Wasser gefallen wäre, wäre Kate nicht aufgetaucht. Zusammen kochten wir uns ein schönes Pastagericht mit viel Gemüse in ihrem Camper. Desweiteren musste ich feststellen, dass ich klamottentechnisch womöglich doch etwas unterausgestattet bin, denn mir war heute und hier auf 2600m schon empfindlich kalt. Sie lieh mir lange Merino-Unterwäsche, die zwar recht eng sitzt, aber ihren Zweck erfüllen und mich zumindest in der Nacht echt retten wird. Mal sehen, wie die Nacht wird, denn wie wir später erfuhren, wird es auch hier nochmal bisschen trubelig zwischen 22:00 und 1:00, denn auch hier starten einige Nachttouren hinauf zum Acatenango. So schön ruhig ist es hier gerade, dass ich mir das gar nicht vorstellen kann, und es gibt sogar gutes Mobilnetz, sodass ich diesen Bericht hier abschicken kann.

Time

1h00m

Distance

1.86km

Speed

3.2km/h

Ascent

190m

Descent

40m

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3 days ago

Happy Easter hike! Good thing the first "campsite" was closed. I would have loved to share the red wine with you, but it's no longer time to climb mountains. I hope to see photos of my first volcano, the one I wanted to climb as a child.

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March 27, 2026

Día 1017: Tikal

Nachdem wir uns "ein letztes Mal" von Sam verabschiedet hatten, dem italienischen Radreisenden, der uns meist zufällig immer wieder über den Weg lief, stapften wir also vorgestern Abend zur Agentur, wo unser Kleinbus abfuhr nach Guatemala-Stadt. Dort stiegen wir in einen Nachtbus um, um in den Norden Guatemalas zu fahren, nach Flores, der Hauptstadt der Provinz Petén, die etwa 50km entfernt liegt von Tikal, der alten Maya-Ruinenstadt, die wir in der Zwischenzeit besuchen wollen, während meine Rohloff-Nabe auf sich warten lässt. Die Busfahrt war viel länger als geplant, es gab eine Sperrung auf der Schnellstraße und so erreichten wir völlig zerrödelt erst gegen 12:00 (statt 6:00) Flores. Wir hatten beide kaum geschlafen, denn der Bus ackerte stundenlang immer wieder durch Dörfer und die damit verbundenen, obligatorischen Bremshügel, die uns ständig unsanft aus dem sowieso schon sehr leichten Schlaf hinausrüttelten. In Flores angekommen, wurden wir uns, die Busfahrt noch in den Knochen steckend, schnell einig, dass wir beide dieses Busgefahre absolut schrecklich finden. Was für viele Rucksackreisende völlig normal ist, ist für uns eine richtige Tortur, in solchen Momenten wird einem bewusst, wie frei und unabhängig man mit dem Fahrrad ist und wie sehr wir uns in den letzten 2-3 Jahren wir uns an diese Freiheit gewöhnt haben und nicht mehr darauf verzichten können und wollen. Nicht nur, dass wir nun permanent auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, sondern auch immer nur von Stadt zu Stadt und von Touristenort zu Touristenort reisen können, das frustriert uns schon jetzt. Mittlerweile wissen wir ja, dass meine Nabe leider erst nach Ostern ankommen wird, und mein Plan war ja eigentlich, noch weiter mit dem Bus nach Belize zu reisen. Carmen hatte sich das bis zum Schluss offengehalten, einige Faktoren spielten für ihre Entscheidung eine Rolle: ob sie alleine weiterfährt oder mich begleitet, und wenn ja, wie lang und bis wohin, in Abhängigkeit der Dauer der Abwesenheit meiner Rohloff-Nabe. Im Busbahnhof gab es dann eine längere Krisensitzung, denn hier musste sie sich entscheiden. Der Faktor Ostern bzw. "Semana Santa", die heilige Osterwoche, die hier eine ganz andere Bedeutung hat, ändert zudem alles, wir mussten hier und jetzt Busse und Unterkünfte buchen, bevor wir gar nichts haben. Nach einer fast schlaflosen Nacht im Bus, mit leerem Magen, ziemlich blöde Situation, vor allem, wenn man dabei noch von windigen, schlitzäugigen Ticketverkäufern, Busfahrern und anderen obskuren Gestalten, die einem "helfen" wollen, indem sie versuchen, so viel Geld wie möglich aus einem herauszuholen für überteuerte Bus- oder Taxifahrten, war das keine einfache Situation. Das ist die Realität von Busreisenden Gringos in Lateinamerika. Carmen war ziemlich angespannt und machte deutlich, dass die absolut keine Lust darauf hat, tagelang mit dem Bus weiter nach und durch Belize zu fahren und dort viel Geld für teure Hotels auszugeben (Belize ist sehr teuer), und auch meine Motivation dafür war stark gesunken. Sie machte mir aber auch deutlich, dass sie die Reise doch gern bis zum Ende mit mir fortsetzen würde, was mich wiederum bewegte, einzulenken und ich mich endgültig von dem Gedanken verabschiedete, nach Belize zu fahren. Wir kauften also Bustickets für Sonntag, zurück nach Antigua, und fanden auch doch noch einen günstigen Bus, um heute doch noch nach Tikal fahren zu können. Nach dem Mittagessen und einem Einkauf saßen wir auch schon wieder im Bus nach Tikal, wo wir etwa 1,5h später ankamen, ziemlich fertig und echt bedient von über 20h Busfahrt. In Tikal bzw. am Rande der alten Ruinenstadt übernachteten wir auf dem Campingplatz, Carmen in ihrem Zelt, ich mietete mir eine Hängematte mit Moskitonetz (das war auch nötig). Ich freute mich sehr auf 2 ruhige Nächte im Regenwald in der Hängematte, das hatte ich lange nicht mehr. Heute morgen klingelte der Wecker 5:30, denn wir wollten zum Sonnenaufgang schon in Tikal sein. Der Himmel aber war grau, es tröpfelte leicht und Carmen hatte ihre Motivation verloren, so früh schon loszulaufen; das hätte tatsächlich auch keinen Sinn ergeben, und so drehten wir uns beide nochmal für ein Stündchen rum, frühstückten gemütlich und liefen erst gegen 7:30 in die alte Maya-Stadt Tikal, die im dichten Nebel lag, von Sonnenaufgang und Morgenstimmung keine Spur. Der Himmel war grau, es war sehr neblig, was den Ruinen Tikals etwas magisches, mystisches einhauchte, auf den Fotos aber kommt die Atmosphäre leider nicht rüber, es sah eher trist aus. Zuallererst liefen wir relativ gerichtet zum großen Hauptplatz Tikals, der um diese Zeit noch sehr ruhig war und den wir fast für uns hatten, man kann zwischen und auf den Ruinen herumwandern. Die Mischung in Tikal gefiel mir sehr gut, es gibt komplett freigelegte und sanft restaurierte Gebäude, unrestaurierte, aber freigelegte, halb freigelegte und noch komplett zugewucherte Ruinen und Tempel, die man aber unter den unnatürlich geformten Hügeln erahnen kann. Das riesige Gelände ist sehr weitläufig, immer wieder ruhige Passagen auf gut gepflegten, aber natürlichen Wegen legt man durch dichten Dschungel zurück zwischen den einzelnen Tempeln und Komplexen. Einige der Tempel kann man besteigen und hat eine atemberaubende Sicht über die Baumkronen des Dschungels hinweg, aus dem die Tempel herausragen, die aussehen wie überdimensionierte Sessel für Götter. Wir hatten uns vorgenommen, das gesamte Gelände abzulaufen, und bis zur Mittagszeit hatten wir auch schon mehr als 80% aller Gebäude besichtigt und uns die meisten Wege erschlossen. Wir verließen das Gelände, um an einem der Imbiss-Buden was zu essen. Beide entschieden wir uns für mit Ei überbackene Palmfrüchte; so richtig vom Hocker warf uns das nicht, ziemlich bitter und ansonsten geschmacklos kam das daher. Wir hatten eigentlich geplant, eine kleine Mittagsruhe auf dem Zeltplatz einzulegen, die für mich aber jäh gestört wurde. Die netten Chilenen aus dem riesigen Wohnmobil nebenan, mit denen wir ein langes Gespräch im Park geführt hatten, hatten uns nämlich das Passwort für ihr Starlink-Wifi gegeben, und so wurde ich der schlechten Nachrichten gewahr, die mir DHL über den Verbleib meines Paketes mit meiner Rohloff-Nabe mitteilte. Es befindet sich erstaunlicherweise schon in Guatemala-Stadt, aber, es war nicht anders zu erwarten, natürlich kommen wieder einige bürokratische Hürden in Form von Zoll-Angelegenheiten und natürlich auch völlig überzogener Forderungen von DHL auf mich zu. Mittlerweile hasse ich DHL so sehr, mein Bart wird immer grauer, wenn ich ihn denn mal wachsen lasse, und ich bin mir absolut sicher, dass nur DHL daran schuld ist. Statt also Mittagsruhe zu machen, schrieb ich Mails an den DHL-Broker, der für die Zollabwicklung meines Paketes verantwortlich ist, an Peter White Cycles in den USA, Andreas von Biketaxi (ich brauche eine Rechnung für meine Rohloff) und an Sergio, dem Warmshowers-Host und Empfänger meines Paketes in Guatemala-Stadt und versuchte so, an die nötigen Dokumente und Daten zu kommen, die für die Zoll-Angelegenheiten nötig sind. Zum Nachmittag gingen wir wieder in die alte Maya-Stadt und schauten uns die verbliebenen Tempel im Komplex Q an, die etwas abseits und tief im Dschungel lagen. Zum Schluss liefen wir nochmal zurück zum Hauptplatz Tikals, kletterten erneut auf den Aussichtspunkt auf einem der beiden, sich gegenüberliegenden Haupttempel, um Fotos im Abendlicht zu schießen. Es hatte sich wirklich gelohnt, zum Abschluss nochmal zum Hauptplatz zu kommen und die Tempel und Ruinen statt im Morgennebel in der Abendsonne zu sehen. Aber auch im Allgemeinen war dieser Ausflug nach Tikal, trotz der langen, nervenzehrenden Busfahrt, absolut lohnenswert und sehr schön, neben den vielen, beeindruckenden Ruinen sahen wir viele Tiere wie z.B die um die 20-25 Exemplare zählende Gruppe von Nasenbären, die zwischen den Ruinen und völlig angstfrei um uns herumwuselte, aber auch Spinnenaffen, die artistisch und wild durch die Bäume sprangen, immer und überall hörbare Brüllaffen, sowie Tukane, Papageien und andere, exotische Vögel. Tikal ist wirklich außergewöhnlich, ganz anders als Machu Picchu bei weitem nicht so überlaufen und touristisch, dafür sehr weitläufig, gut gepflegt, natürlich, mit viel Abwechslung, was die Erschließung des Komplexes betrifft, was es sehr anschaulich macht, wie es hier vor, während und nach den Ausgrabungen und der Restaurierung aussah. Auch unsere Zeit auf dem Campingplatz war sehr entspannt und angenehm, die vielen, exotischen Vögel, die einen morgens wecken, die sehr angenehmen, moderaten, fast schon kühlen Temperaturen mitten im Dschungel, die uns sehr überrascht hatten und nicht zuletzt meine zwei Nächte in der Hängematte an der frischen Luft werden mir lange in Erinnerung bleiben und somit ist Tikal ganz bestimmt der Höhepunkt unserer Zeit in Guatemala.

Time

10h10m

Distance

14.5km

Speed

4.5km/h

Ascent

250m

Descent

250m

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March 24, 2026

Día 1014: Antigua #3 - por el Mercado Central

Ich habe mein Mietzelt auf dem Campingplatz in Antigua gegen einen alten VW T1 eingetauscht, welcher ganz spartanisch mit einem bequemen Bett ausgestattet ist und nicht ganz so brutal wie das Zelt angeleuchtet wird, sodass ich besser schlafen kann. Carmen zog mit ihrem Zelt zu mir ins Separee, denn hier haben wir ein eigenes Bad und eine Dusche für uns zusammen und sind durch einen Zaun vom Rest des ziemlich gut besuchten Campingplatzes getrennt, was uns ein bisschen Privatsphäre gibt. Gestern Abend hatte ich nun einen weiteren Zahnarzttermin in Antigua, die provisorische Füllung wurde entfernt, eine richtige Füllung eingesetzt und ich habe gerade mal 50$ dafür bezahlt, sodass meine Reisekrankenkasse wieder nicht zum Tragen kommt (50€ Selbstbeteiligung). Irgendwie ärgerlich, so viel Geld für nichts, denn in bald 3 Jahren hab ich die nicht ein einziges Mal nutzen können, aber letztendlich ist das ja eigentlich was Gutes. Meine Rohloff-Nabe ist nun mittlerweile schon in Boston angekommen und bereits repariert worden und macht sich hoffentlich morgen auf den Weg zurück nach Guatemala. Da das aber doch noch ein paar Tage dauern wird, bis ich sie in den Händen halten und wieder einspeichen kann, nahmen heute im Laufe des Tages unsere weiteren Pläne Gestalt an, wie wir die Zeit bis dahin noch nutzen können. Wir machten uns zuerst auf in die Stadt, um eine Möglichkeit zu finden, von Antigua in die alte Maya-Stadt Tikal zu kommen. Dies fand sich schnell, wir hatten zuerst telefonischen Kontakt zu einer Agentur und fragten aber auf dem Weg ins Zentrum von Antigua bei einer weiteren Agentur an, an der wir zufällig vorbeiliefen und fanden dort eine günstigere Möglichkeit, um mit einem Nachtbus über Guatemala-Stadt nach Tikal zu fahren. Außerdem kann Carmen einen Teil ihres Gepäcks und ihr Fahrrad sicher auf unserem Campingplatz abstellen, das war schnell geklärt. Wir mussten aber noch eine Möglichkeit finden, wie Carmen ihr Reisegepäck transportieren kann und gingen dazu auf den großen Zentralmarkt in Antigua, der sich am anderen Ende der Stadt befindet. Nach ein bisschen Sucherei fand sich eine große Reisetasche für gerade mal 10$, und so war auch dieses Thema abgehakt. Wir kauften noch bisschen Gemüse und Käse für den Abend auf dem schönen, großen Markt, auf dem es erstaunlich ruhig und gesittet zugeht, danach trennten wir uns, denn Carmen wollte noch bisschen durch die Stadt bummeln, von der ich mittlerweile so gut wie jede Straße kenne. Ich dagegen ging zuerst noch in den Supermarkt, den einzigen der Stadt, den ich nun schon x-mal besucht hatte und setzte mich danach in das Café, in dem ich auch schon mehrmals war, auf so einer langen Reise freut man sich mittlerweile irgendwie, an Orte zurückzukommen, die man schon kennt. Ich trank einen Kaffee und aß einen Brownie und machte mich schließlich wieder auf den Rückweg zu unserem Campingplatz. Die Zeit hier in Antigua verflog schnell und es wird Zeit, dass wir uns mal weiterbewegen und noch was anderes von Guatemala sehen. Da Tikal weit im Norden liegt und wir uns den Umweg mit dem Rad gern sparen wollen, bietet sich die Fahrt mit dem Bus dahin also auf mehreren Ebenen an. Abhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln zu sein aber ist eine Sache, mit der ich mich auf Dauer schwer arrangieren kann, ich freue mich mittlerweile wieder auf mein Rad und die damit verbundene Freiheit.

Time

3h57m

Distance

5.92km

Speed

4.6km/h

Ascent

50m

Descent

50m

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March 25, 2026

Am I right in assuming that you are skipping Belize? The Tikal trip suggests so.

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and went for a hike.

March 22, 2026

1012: Antigua #2 - Procesion Jesús Nazareno de la Caída y Virgen de Dolores

Bisschen aufgeregt war ich heute, denn nach 11 Tagen Trennung würde Carmen hier von ihrer Extratour ankommen. So lange waren wir bisher noch nicht getrennt. Mittagessen ging ich aber noch alleine, denn gleich um die Ecke vom Campingplatz waren unzählige Essenstände aufgebaut, denn heute ist großer Prozessionstag in Antigua. Als ich gestern Nacht von der Kneipe nach Hause lief, sah ich die Vorbereitungen, die Straßen wurden eifrig geschmückt, selbst um 1:00 waren Leute dabei, die Straße mit gefärbten Sand und Schablonen, mit Blumen und Fahnen zu dekorieren, die ganze Stadt ist festlich geschmückt mit violetten Fahnen. Nachdem Mittagessen aber trudelte Carmen nun tatsächlich ein und nun werden wir unsere Tage hier wieder zusammen verbringen. Aber nun musste sich die Gutste erstmal bisschen ausruhen und sortieren. Zum späten Nachmittag erst gingen wir in die Stadt, in der Carmen vor über 20 Jahren schon einmal war, aber sich kaum noch dran erinnern kann. Heute konnte man überall auf der Straße laufen, denn der größte Teil von Antigua ist für den Autoverkehr gesperrt. Die Straßen sind voll mit Menschen, und nun nicht mit Gringos, sondern vor allem mit Einheimischen bzw. gualtemaltekischen Touristen, die die Prozession sehen wollen, die als eine der wichtigsten katholischen Prozessionen in Lateinamerika gilt. Man kann sie live im Fernseher sehen, Ü-Wagen und Kamerateams stehen herum, Kamerakran, Drohnen, Hubschrauber sind unterwegs zwischen all den herausgeputzten Menschen in Sonntagskleidung, traditioneller Tracht oder in violetten Kutten; eine sehr interessante Mischung, als Europäer ging man hier heute angenehm in der Masse unter. Wir schafften es dann auch, wirklich nahe an den Prozessionszug heranzukommen und diesen am Ende bis zum Parque Central zu begleiten, wo es dann eine große Ansprache bzw. Open-Air-Messe gab, die wir aber schnell verließen. Erstaunt waren wir, wie geordnet alles zugeht, direkt hinter dem Prozessionszug fuhren Müllautos und Geschwader von Reinungskräften beseitigten alle Hinterlassenschaften des Zuges, Müll wie auch den überall hingestreuten, farbigen Sand. Wir suchten uns was zu essen und landeten wieder bei den vielen Fressständen hinter dem Zentralpark. Dort gab es Tacos, die hier immer wirklich super schmecken, obwohl wir noch nicht in Mexiko sind, und Pupusas, obwohl wir nicht mehr in El Salvador sind. Im Vorbeigehen erblickten meine müden Augen ein Irish Pub - ich konnte nicht anders, musste da rein, ich hatte so Bock auf ein Guinness und einen guten, irischen Whiskey, und so überredete ich Carmen, die ja eigentlich keinen Alkohol trinkt, mich zu begleiten und gönnte mir ein eigentlich viel zu teures Guinness. Den Abend verbrachten wir mit Sam, dem italienischen Radreisenden, den ich hier gestern tatsächlich wiedergetroffen habe, zum wiederholten Mal, es ist wirklich verrückt, er ist einer von denen, mit dem es scheinbar eine kosmische Verbindung zu geben scheint, weil wir uns einfach irgendwo auf der Straße oder in Orten immer wieder zufällig treffen, obwohl er einen ganz anderen Lebensstil und Rhythmus als wir hat und deutlich jünger ist. Wie auch immer, ich freute mich total, ihn wiederzusehen, und wir spielten mit einem anderen italienischen Reisenden Tischfußball und saßen bis in die Nacht am Lagerfeuer, während die erschöpfte Carmen lange schon in ihrem Zelt schlummerte.

Time

6h32m

Distance

4.67km

Speed

4.5km/h

Ascent

30m

Descent

40m

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March 23, 2026

Juhu my dear, after 4 months I am back on par with you time-wise, but I don't promise improvement. Enjoy the time together and reduce your fast-food consumption ;-}. I'm keeping my fingers crossed that the Americans work quickly...

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and went for a bike ride.

March 9, 2026

Día 999: de Santa Maria a Zacatecoluca

Die Nacht im Liebeshotel war einsam, aber ruhig. Unsere Räder parkten, wie es hier typisch ist, in der zum Zimmer gehörenden Garage, die man von innen verschließt. Carmen musste mir also ihr Garagentor öffnen, damit wir bei ihr im Zimmer frühstücken konnten. Recht früh kamen wir heute los, aber heiß war es trotzdem schon, 7:30, 8:00 unterscheiden sich die Temperaturen kaum von denen zur Mittagszeit, das Thermometer kletterte schnell über die 40°C und erreichte später wieder kurzzeitige Rekordwerte um die 48°C. Zuerst fuhren wir durch die etwas größere Stadt Usulutan. Die Städtenamen hier sind alle sehr kompliziert und schwer zu merken, die basieren auf indigenen Wörtern, die von den Spaniern hispanisiert wurden, wie so oft in Lateinamerika, aber die aus den Maya-Sprachen entlehnten Namen sind ungleich komplizierter. Usulutan war sehr lebendig, wir mussten uns durch ziemlich dichten, chaotischen Verkehr durchkämpfen, bis wir endlich aus dem urbanen Gebiet rauskamen. Danach ging es recht ereignislos auf der CA-2 weiter, die zwar mal nicht zur Panamericana gehört (die verläuft weiter nördlich, durch die Hauptstadt San Salvador hindurch), aber der Verkehr war trotzdem ziemlich dicht und somit war das Ganze wenig genussreich. Immerhin gab es einen gut befahrbaren, breiten Seitenstreifen, sodass die Fahrt soweit recht gefahrenfrei war, außer in den kurzen Verengungen an Brücken, an denen man immer wieder mal für einen kurzen Moment auf die Fahrbahn ausweichen musste. Aber man muss sagen, der Verkehr in El Salvador ist zumeist erstaunlich respektvoll und entspannt, die meisten Fahrer nehmen Rücksicht auf uns. Leider gab es auf dem Seitenstreifen wieder eine Menge Müll und vor allem Reifenkarkassenreste und die damit verbundenen Drähte, die überall herumliegen und die man oft nicht sieht. So trug es sich zu, dass ich natürlich mal wieder einen Platten hatte, den ich bei größter Mittagshitze am Straßenrand im Verkehrslärm flicken musste. Ein etwas schräger Herr gesellte sich zu uns und quatschte uns ununterbrochen voll. Carmen, die eigentlich zuerst weiterfahren wollte, erkannte aber ihre Aufgabe an und hielt mir den irgendwie lustigen, interessanten, aber auch etwas anstrengenden Mann vom Leibe, indem sie die Kommunikation mit ihm übernahm. Nebenbei fand sie auch ein paar der in ihren Reifen steckenden Drähte, die sie aber scheinbar noch früh genug herauszog, bevor sie größeren Schaden anrichten konnten. Ja, die Hitze frisst die Reifen auf, das kann ich auch an meinen Schlappen gut erkennen, die schon wieder ganz schön abgefahren sind, das geht viel schneller als in kühleren Gegenden. Die hatte ich ja erst vor gar nicht so langer Zeit in Bogotá aufgezogen, in Guatemala City muss ich mir nun schon neue besorgen, hoffentlich halten sie noch so lange durch. Apropos Guatemala City: unser Tempounterschied war heute wieder ziemlich groß, Carmen war sehr langsam, obwohl es flach war und auch der Wind nicht störte, und ich fühlte mich unterfordert und gelangweilt. Nach einem kleinen Disput darüber ratterten unsere beiden Köpfe, wie man damit umgeht und bei einer kleinen Pause stellten wir im Gespräch fest, dass sie die gleiche Idee hatte wie ich, nämlich dass ich ab morgen auf kürzestem Wege nach Guatemala City durchziehen werde, um meine Rohloff-Nabe so schnell wie möglich einschicken zu können (die Vibrationen werden immer stärker und ich habe Angst, dass die Nabe überhaupt bis dahin durchhält und möchte ihr keine zusätzlichen Kilometer und Belastungen mehr zumuten); Carmen dagegen kann sich dann bisschen Zeit lassen, ihr eigenes Tempo fahren und sich noch etwas El Salvador anschauen und wir treffen uns später wieder in Guatemala. Dieser Plan entstand also heute auf der Straße. Bis zu unserem Ziel passierte ansonsten nicht mehr viel, einige Vulkane zogen vor allem auf der rechten, also nördlichen Seite an uns vorbei, aber daneben gab es wenig zu sehen und wir kurbelten die heutige Strecke recht mechanisch weg. Auf den letzten 10km ging es sehr allmählich und unmerklich bergauf, ich hasse das, man klebt auf der Straße, sieht den Anstieg nicht, irgendwie geht das in meinem Kopf nicht zusammen und frustriert mich sehr, viel mehr als ein richtiger Anstieg, dazu noch in der unmenschlichen Hitze. Mehr, schneller und weiter zu fahren in den nächsten Tagen wird vielleicht eine Aufgabe, die ich eventuell unterschätze? Zur späten Mittagszeit erreichten wir unser Ziel mit dem nächsten, komplizierten Namen: Zacatecoluca. Wir hatten Hunger und suchten lange nach einem Imbiss oder Restaurant, es ist seltsam hier in El Salvador, die meisten Straßenstände, Lokale und Restaurants öffnen erst nach 16:00, mittags ist das eher schwierig, bestimmt wegen der Temperaturen. Wir fanden aber ein chinesisches Restaurant mit einem günstigen Tagesgericht und schlugen zu. Danach fuhren wir in einen Supermarkt, denn da wir uns ja morgen trennen würden, mussten wir ein paar Sachen einkaufen, die wir normalerweise zusammen benutzen und nun in getrennter Ausführung in unseren Taschen haben müssen, wie Hafer, Nüsse, Öl, Nudeln usw. Außerdem wollten wir heute zelten und abends kochen, dafür kaufte ich auch noch Gemüse. Wir hatten auf Ioverlander eine Finca gefunden, bei der man wohl zelten kann, der Eintrag war etwas schwammig und geheimnisvoll, wir wussten noch nicht genau, was uns da erwartet. Den Besitzer hatte ich heute morgen schon angeschrieben und wir wurden bereits erwartet. Gegen 16:30 erreichten wir die Finca. Tatsächlich hieß man und sehr überschwänglich willkommen und uns wurde unterwarteterweise eine sehr innige Gastfreundschaft zuteil, wie wir sie selten erlebt haben. Carlos und Linda, 75 und 85 Jahre alt, luden uns zuerst auf ihre riesige Terrasse ein, es gab Kuchen und Kaffee, und wir unterhielten uns erst ein Weilchen und erfuhren einiges über die beiden. Sie haben beide über 50 Jahre in den USA gelebt und sich da sehr viel erarbeitet, wie man an der wirklich wunderschönen, riesigen Finca sehen kann, auf der sie nun hier leben. Carlos führte uns später auf seinem ausladenden Grundstück herum, Teile davon werden für Hochzeiten, Geburtstage und andere Events vermietet; es gibt unzählige Vögel, ein Hobby von Carlos: Fasane, Pfauen, Perlhühner, Gänse, Enten, Hühner usw., es ist ein wirklich sehr schöner, friedlicher Ort, an dem wir uns sofort sehr wohl und sehr willkommen fühlten. Auch die beiden mochten wir sofort sehr gern, beim Blättern in ihrem Gästebuch fielen mir einige Namen anderer Radreisender ins Auge, die wir zum Teil persönlich getroffen hatten, zum Teil über die WhatsApp-Gruppen kennen; die Gastfreundschaft wurde also nicht nur uns zuteil. Die größte Überraschung war allerdings, dass wir hier mitnichten zelten würden, sondern wir bekamen ein schönes Zimmer mit Klimaanlage und eigenem Bad zugewiesen, mit einem Kühlschrank voller Obst, Wasser und Bier im Wohnzimmer, wo wir uns bedienen dürfen - wie verrückt! Das war aber noch nicht alles, nein, denn nachdem wir uns geduscht und im Zimmer eingerichtet hatten, fuhren wir mit Carlos und Linda mit ihrem Auto in die Stadt und wurden von den beiden in ein Buffet-Restaurant eingeladen, wo wir uns typisch salvadorianische Speisen auf die Teller luden: die schon bekannten Pupusas, verschiedene Bohnenzubereitungen, Eierspeisen, Chorizos, mariniertes Schweinefleisch, Kochbananen in Honig, Tortillas uvm., außerdem gab es frischen Cashew-Apfel-Saft (El Salvador ist einer der größten Cashew-Produzenten der Welt). Kugelrund und vollgefressen wurden wir wieder auf die Finca kutschiert und staunten ein weiteres Mal, als sich Carlos und Linda von uns verabschiedeten und uns hier alleine ließen, denn sie wohnen in einem Haus in der Stadt. Ich hatte erst bisschen damit gefremdelt, dass wir heute nicht weitergefahren sind, aber der Besuch auf der Finca toppt so ziemlich alles, was wir bisher so an Gastfreundschaft erlebt haben. Carmen und ich hatten spontan die Eingabe, dass wir einen Tag hier verbringen sollten, und das wurde uns natürlich auch sofort gewährt. So kommt es also, dass der Tag 1000 meiner Reise ohne Bericht und ohne gefahrene Kilometer auskommen muss, aber das ganz ohne schlechtes Gewissen!

Time

7h49m

Distance

61.8km

Speed

15.9km/h

Ascent

410m

Descent

290m

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March 10, 2026

I can recommend the coastal road near El Zonte to Carmen (the one with five tunnels), at least for the scenery. However, wild camping might be problematic in the touristy area.



Good luck with your trip to Guatemala City. In Antigua, I can recommend Thomas, a German Warmshowers host. He's very helpful

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and went for a bike ride.

March 8, 2026

Día 998: de El Bonjo a Santa Maria

Unseren gemütlichen Pausentag am Playa Mango verbrachten wir mit gepflegtem Nichtstun. Viel mehr geht bei der Hitze eh nicht, unwillkürlich drängt sich einem die Frage auf, wie man sonst bei diesen Temperaturen überhaupt auch nur wenige Kilometer mit dem Fahrrad fahren kann. Dass das geht, das wollten wir heute wieder einmal mehr beweisen. 6:00, eine halbe Stunde vor dem Weckerklingeln, krochen wir aus den Zelten, bauten schnell ab, köchelten unser Frühstück in der speckigen Campingküche und schoben so ziemlich Punkt 8 Uhr unsere Räder über den Strand. Der steile Berg zurück zur Hauptstraße war nur eine kleine Aufwärmübung, denn nachdem wir unsere Wasservorräte an einem Kiosk aufgefüllt hatten und knapp 2km gefahren waren, endete der Asphalt und die gut ausgebaute Straße wurde zu einem furchtbaren Schotterweg, wie ich ihn in der Art noch nicht gesehen habe. Die Kombination aus 7 bis 15% Steigung mit bis zu pferdekopfgroßen, festen Steinen und massenweise losem Gelöt und bröckeligem Untergrund zwang uns dazu, den größten Teil der 175 Höhenmeter zu schieben; an Fahren war da nicht zu denken. Schweißüberströmt ochsten wir unsere Esel den Berg hoch, erst auf den letzten Höhenmetern konnte man hier und da mal bisschen fahren. Bergab war es kaum besser, zwar mussten wir nicht schieben, aber mit größter Vorsicht, sehr bedacht und langsam durch das viele, grobe Geröll ackern. Immerhin, der schwerste Teil des Tages war gleich am Anfang erledigt. Parallel zur Küste fuhren wir weiter, immer mal wieder gab es dann noch mal Stücken mit sehr grobem Natursteinpflaster, immer, wenn es kurz bergauf ging, auch da war dann noch ein paar Mal schieben angesagt. Nur kurze Augenblicke lang gab das Dickicht am Rand und die Topographie mal einen Blick auf das Meer und einsame, unerreichbare Strände preis dabei. Wir erreichten zum späten Vormittag das Ende der Schotterpiste und bogen Richtung Norden auf eine Asphaltstraße ab. Hier ging es wieder nach oben, nochmal 350 Höhenmeter warteten auf uns, in der prallen Mittagshitze kurbelten wir mit vielen Pausen nach oben; ich wartete immer wieder auf Carmen, denn die hatte Kopfschmerzen und fuhr besonders langsam, in den Wartezeiten spielte ich Backgammon auf dem Handy, um mich von meiner Ungeduld abzulenken, das funktioniert ganz gut. Seit ich mir in Granada wieder ein originales Samsung-Display auf mein Handy draufplanzen lassen hab, hält mein Akku wieder viel länger und ich kann es mir also leisten, bisschen zu daddeln dazwischen. Dann ging es auch mal ein Stückchen bergab, die schweißdurchtränkten Klamotten konnten dabei endlich mal ein bisschen trocknen. Längere Zeit hielten wir Ausschau nach einem kleinen Imbiss oder einem Kiosk, aber in El Salvador wird der heilige Sonntag sehr ernst genommen, alles hat zu. Wir fanden dann relativ spät, gegen 14:30, doch noch einen kleinen Imbiss, wo wir nun endlich mal "Pupusas" aßen, eine traditionelle Speise in El Salvador: mit geschmolzenem Käse und zu Soße zermanschtem Chicharon (frittierter Bauchspeck) gefüllte Mais-Tortillas, die immer mit ganz leicht saurem Weißkraut gereicht werden (wobei mir noch nicht so 100%ig klar ist, ob die Säure mit Absicht hinzugefügt wird oder dabei entsteht, weil die mit Kraut gefüllten Behälter stundenlang in der Sonne vor sich hingären). Lecker und sehr günstig waren die Dinger, und wir holten uns noch ein paar nach bei den netten Damen, die uns extra einen Tisch mit Decke bezogen hatten in ihrer kleinen Garküche am Straßenrand. Von dort war es gar nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Ziel, von dem aus wir erstmal entscheiden müssen, wie wir weiterfahren, da ist noch bisschen Beratung fällig. Wir erreichten Santa Maria, ein Vorort der größeren Stadt Usulután, schon 15:30. Hier sollte es mehrere Liebeshotels geben, also solcherart Hotels, wo eher jüngere Paare meist stundenweise absteigen; das hatten wir ja in den meisten lateinamerikanischen Ländern schon häufiger gesehen und erlebt. Oft sind diese Hotels aber gar nicht so schlecht und vor allem unschlagbar günstig. Hier aber mussten wir bis 18:00 warten, um einziehen zu können, denn den Nachttarif gibt es erst ab dieser Uhrzeit, und so mussten wir uns bis dahin die Zeit vertrödeln. Wir fuhren bisschen ziellos hin und her, wieder zurück zur Hauptstraße; auch hier hatte alles zu, sodass unser Plan, uns an einen Kiosk zu setzen und ein paar kalte Limos zu trinken, erstmal nicht aufging. Wir fanden dann aber ein weiteres, großes Pupusa-Restaurant, wo wir uns für die nächsten 2,5 Stunden einnisteten und zuerst einmal Cola und Light-Bier bestellten und uns ein Diesel mischten; ich hab Carmen mit dieser Macke angesteckt, ich trinke gern mal ein selbstgemischtes Diesel. So kamen wir auch dazu (vor allem Carmen, die das immer zum größten Teil macht, wie ich an der Stelle mal gesagt haben muss), unsere Strecke für die nächsten Tage zu planen und zu besprechen. Wir futterten weitere Pupusas, davon kann man sich wirklich gut vollfressen, gar nicht schlecht, die Dinger, und günstig. Auch hier standen wieder riesige, mit Weißkraut gefüllte Behälter herum, der Inhalt hatte sich im Laufe des Tages auf etwa 50°C erwärmt; ich kam nicht umhin, mal meine Nase reinzustecken und wäre fast umgekippt bei der heiß-sauren Wolke, die mir da entgegenkam - das rühre ich lieber nicht an, aber die Einheimischen schaufeln sich das Zeug fleißig auf die Teller. Carmen wagte das Experiment, es blieb aber beim zaghaften Versuch. Nach Einbruch der Dunkelheit radelten wir bei leichtem Nieselregen und einer sehr eigenartigen Wetterstimmung zurück zum Liebeshotel und nahmen uns aufgrund der günstigen Preise und um ein Statement zu setzen, jeder ein eigenes Zimmer - mal ein bisschen Abstand kann zwischendurch mal nicht schaden, auch oder gerade in einem Liebeshotel. Man traut sich kaum, irgendwas anzufassen in dem Zimmer, alles ist ein bisschen ranzig und irgendwie eklig, man hat das Gefühl, in jedem Winkel kleben Körperflüssigkeiten, obwohl die Zimmer an sich gar nicht so schlecht sind. Aber der riesige, wandgroße Spiegel neben dem Bett, das leuchtende, große Herz an der Decke, die seltsame, rote, geschwungen gebogene Lederliege lassen keine Zweifel offen, wofür das Zimmer eigentlich gedacht ist und was die Gäste hier in 99% der Fälle so treiben, es sei denn, ein paar seltsame Radreisende verirren sich mal in solch eine Unterkunft.

Time

10h41m

Distance

56.2km

Speed

11.5km/h

Ascent

810m

Descent

740m

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March 9, 2026

Sorry, but I just can't click the heart (following you) button. Even your description of the room made me think of bedbugs. So I really hope that on your thousandth day back in Germany, you and Carmen will finally treat yourselves to a nice bed with good food and drinks.



If that seems too expensive or

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March 6, 2026

Día 996: de la Playa Icacal a El Bonjo

Kurz vorm Schlafengehen baute ich mein Zelt nochmal um, denn ich wollte "mit offenem Verdeck" schlafen, Cabriozelt sozusagen, und dazu flüchtete ich mich unter Palmen, um dem hellen Mond zu entgehen, und unter ein Schutznetz, um nicht von Kokosnüssen erschlagen zu werden. Dadurch hatte ich endlich mal wieder eine erholsame Nacht mit halbwegs ausreichend Schlaf, das war bitter nötig. Morgens ließen wir uns viel Zeit auf der Zeltwiese des schönen Freizeitresorts, wir würden es später noch ein bisschen bereuen, dass wir nicht heute schon einen Pausentag hier eingelegt haben. Lange unterhielten wir uns mit einem der Angestellten des Resorts, der uns einige interessante Einblicke gab in das Leben in El Salvador: die großen Veränderungen im Land in den letzten 5-6 Jahren mit Präsident Bukele, der das Land befriedet und all die Maras-Banden in den Knast gebracht hat (und international damit auch viel Kritik erntet, weil er El Salvador zu einer Autokratie umbaut, Menschenrechte beschneidet, die freie Presse unterdrückt, mit Korruptionsskandalen zu kämpfen hat usw., also alles, was symptomatisch ist für die meisten lateinamerikanischen Länder); die Menschen lieben ihn, wie wir nun schon wiederholt vernommen hatten, trotz aller internationaler Kritik, ihren Präsidenten, und man kann es verstehen, wenn man sich überlegt, wie schlimm es sein muss, viele Jahre in bürgerkriegsähnlichen Zuständen leben zu müssen, mit alltäglicher Gewalt, Bandenkriminalität, einer der höchsten Mordraten der Welt, Schutzgelderpressungen usw. usf. - wie kann man es den Menschen verübeln, dass sie lieber einen autoritär regierenden Präsidenten haben als diese schreckliche Gewalt im alltäglichen Leben? Der junge Mann erzählte uns auch von den Chinesen, die hier einen Flughafen bauen und Straßen (das war gestern der Grund, warum wir so eingestaubt worden von all den LKWs, mit Baustoffen beladen); von seinen 15$ Tageslohn; von den ganzen Investitionen im Land, die ausschließlich aus dem Ausland kommen, die USA und China kämpfen um die Vormachtsstellung, und man muss sich schon fragen, was am Ende den Salvadorianern selber bleibt von ihrem kleinen Land. Langsam begaben wir uns dann doch mal auf die Straße, verabschiedeten uns von den herzlichen Menschen im Freizeitresort und fuhren die paar Kilometer durch die immer noch rauchenden, kokelnden Weiden und Felder zurück zur Hauptstraße, um uns da wieder für einige Kilometer von den chinesischen LKWs einstauben zu lassen und auf dem holprigen Schotter-Asphalt-Mix dahinzuhoppeln. Bei Intipuca bogen wir von der Hauptstraße ab, um uns wieder Richtung Süden zum Pazifik zu bewegen. Ab hier wurde es deutlich ruhiger, die Straße besser, mit viel weniger Verkehr und durchgängig gutem Asphalt. Nach einem Anstieg ging es wieder abwärts bis zur Küste, wo wir einige Kilometer an vielen Hotels, Hostels und ähnlichen Etablissements vorbeifuhren, die sich fast durchgängig am Strand aneinanderreihten. Hier ist touristische Aufbruchstimmung, wenngleich wir nicht viele Touristen sahen, obwohl Freitag und Hauptsaison ist. Man fragt sich, wovon und wie all die Herbergen leben können. Wir würden es auch hier später ein bisschen bereuen, dass wir da nicht schon hielten und uns eine Unterkunft suchten, denn wir brauchen einen Tag Pause, die Beine sind schwer und die Hitze macht uns zu schaffen. Wir fuhren aber weiter und erreichten zur frühen Mittagszeit das Dörfchen Playa Cuco. Dort stopften wir uns ordentlich die Taschen mit Nahrungsmitteln, Wasser und Bier voll, denn in der Nähe des Campingplatzes, den wir uns rausgesucht hatten und wo wir Pause machen wollen, gibt es wahrscheinlich nichts zum Einkaufen. Nachdem wir einige kleine Läden abgeklapptert und alles beisammen hatten, war die Mittagszeit angebrochen und wir eierten bisschen durch den touristischeren Teil des Dorfes zum Strand hin. Die vielen kleinen Comedores und Restaurants aber hatten alle noch geschlossen, die öffnen erst zum Abend, wie wir erfuhren. Also teilten wir uns ein Kombomenü mit 2 kleinen Pizzen bei einer Pizzakette, da wir nichts anderes fanden und auch nicht weiter suchen wollten. Vollgefressen machten wir uns wieder auf Achse, nichtsahnend, dass es nun anstrengend werden würde. Das Höhenprofil wurde ab hier sägezahnartig, viele viele, kurze, aber knackige Anstiege galt es zu bewältigen, die Sonne brannte und wir verwelkten förmlich in dieser, diese Kombination ist wirklich unmenschlich, zu brutal ist die Hitze, um da auch noch ständig 10-12%ige Hügel zu erklimmern, die kurzen Abfahrten boten nur wenig Abkühlung. Wir liefen echt auf dem Zahnfleisch und beteten das Ende der heutigen, eigentlich kurzen Tour herbei, die sich zäh wie Kaugummi dahinzog. Die 36km wurden immer länger und länger, eigentlich sollte das heute nur ein halber Fahrtag werden. Nach etwa 32km erreichten wir unser heutiges Ziel namens "The Bongo Experience" in dem kleinen Dorf Bonjo. Dieses einstmalige Hostel mit Campingmöglichkeit und Privatstrand, so stellte sich hier leider heraus, ist nun aber eine Soldatenunterkunft, wie wir von den dort hausenden Soldaten erfahren mussten, das war ein ordentlicher Runterzieher, denn wir hatten uns extra für diesen Ort eingedeckt und auf den Pausentag da gefreut; der Effekt, innerlich schon angekommen und den Fahrtag beendet zu haben, macht es umso schwerer, nochmal auf das Rad zu steigen und weiter zu suchen, der mentale Widerstand in solchen Momenten ist enorm. Nach einer kleinen Krisensitzung einigten wir uns, wieder ein Stück zurückzufahren, es sollte am Playa Mango eventuell ein-zwei Möglichkeiten zum Campen geben; also wieder zurück, auf und ab. An einem Hostel klingelten wir, aber es öffnete niemand. Dann fuhren wir herunter zum Playa Mango, dort sollte es am Strand einen Campingplatz geben, allerdings war der genaue Standort unklar. Wir fanden ein Grundstück, das eher ein Parkplatz zu sein schien und erkundeten das Areal ein wenig. Es fand sich eine Outdoor-Dusche, eine weitere Duschkabine, eine verschlossene Hütte mit Vordach und Hängematte davor und ein paar Sitzmöglichkeiten und einem Spülbecken zum Geschirrwaschen; das könnte doch der halbfertige Campingplatz sein, wie er bei Ioverlander beschrieben war. Toilette und Strom gab es aber nicht, und offensichtlich hängen da gern auch die lokalen Jugendlichen ab, alles in allem also eigentlich ein guter Ort für eine Nacht, aber nicht für einen ganzen, weiteren Pausentag. So richtig zufrieden waren wir also nicht mit der Situation, beschlossen aber, dazubleiben; immerhin, der Strand war wirklich schön und lud zum Bleiben ein, und ruhig und dunkel würde es hier in der Nacht auch sein. Wir entschieden uns, ein Stück am Strand entlangzulaufen und den Besitzer dieses Ortes zu finden, um zu erfahren, ob wir da Campen können, da fühlt man sich wohler mit einer Genehmigung und erspart sich eventuelle unangenehme Situationen. Wir landetet etwa 200m weiter in einer Bar, bestellten und da zwei teure Bier, um einen Aufhänger zum Quatschen zu haben, mussten aber schnell feststellen, dass das Vergebens war, die wenig motivierten Jungs konnten uns keine Infos geben, ob und zu welchen Konditionen man hier zelten kann. Naja, also ich ging erstmal eine Runde schwimmen, Carmi fläzte sich in die Hängematte. Auf dem Weg ins Wasser wanderte mein Blick auf das westliche Ende des Strandes und ich erkannte das Haus, was bei Ioverlander abgebildet war, da würden wir vielleicht auch den Besitzer finden. Schnurstracks nahm ich Carmi an die Hand und wir latschten rüber. Es stellte sich heraus, dass das eine kleine Surfschule mit Campingmöglichkeit war, der Besitzer Gustavo, ein etwas angetrunkener, aber nicht unsympathischer Brasilianer, lud uns ein, bei ihm zu campen, allerdings für 10$ pro Person, was nicht unbedingt günstig ist für das, was man bekommt. Der Ort, wo wir uns bereits eingenistet hatten, gehöre Carmelo, sagte uns Gustavo, er könne ihn anrufen, Camping würde da aber 7$ kosten, ohne Strom, Toilette und Küche, was wir dagegen bei ihm alles bekommen könnten. Da saßen wir also und überlegten hin und her, hatten eigentlich eher Lust auf Carmelos Platz, wegen der Ruhe und Einsamkeit, entschieden uns aber am Ende trotzdem für Gustavos Angebot, denn auch sein Plätzchen ist doch sehr gemütlich und schön, und Küche, Toilette und Strom waren zu verlockend für unseren Pausentag. Wir schoben also unsere Räder über den Strand zu ihm herüber und richteten uns bei ihm ein. Ich brutzelte uns Bratkartoffeln mit Spiegeleiern in der Küche, später duschten wir uns im Dunkeln in der freistehenden Outdoordusche, nicht gerade Carmis Traum-Waschort, aber wat willste machen? Es wurde trotzdem ein sehr ruhiger, entspannter und sehr schöner Abend in der Hängematte, Gustavo verkrümelte sich früh ins Bett und wir hatten im Prinzip den Ort für uns. Wir freuen uns auf einen entspannten Pausentag am Playa Mango bei Gustavo, das wird bestimmt schön hier. Muss nur noch rausbekommen, wo ich Bier herbekomme.

Time

7h44m

Distance

36.4km

Speed

11.8km/h

Ascent

500m

Descent

510m

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March 5, 2026

Día 995: de El Amatillo (Honduras) a la Playa El Icacal (El Salvador)

Nach einer absurden Verdunkelungsaktion unseres Zimmers, die mich an mir selbst zweifeln ließ, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe, schlief ich aber endlich mal wieder bisschen besser. Heute morgen kamen wir nur langsam in Fahrt, wir frühstückten vor unserem Zimmer auf der Bank, Kaffee holte ich mir von der Rezeption. Bis zur Grenze waren es keine 5 Minuten Fahrt mehr, diesmal ohne den typischen, kilometerlangen LKW-Stau wie an sämtlichen anderen Grenzen Mittelamerikas, denn die Panamericana verläuft über einen anderen Grenzübergang nur ca. ein-zwei Kilometer südlich. Wir tauschten noch schnell unsere übrigen Lempiras in Dollar um, denn in El Salvador ist seit 2001 neben dem Bitcoin vor allem der Dollar Hauptzahlungsmittel. Dann hatten wir den schnellsten und entspanntesten Grenzübertritt seit längerer Zeit, wir kamen beim Ausreisen aus Honduras sowie nach der Überquerung der Brücke über den Grenzfluss bei der Einreise nach El Salvador ohne Wartezeit sofort dran, und diesmal gab es auch weder Ausreise-, noch Einreisegebühren zu bezahlen. Heute wurde aber seltsamerweise Carmen an beiden Grenzposten genauer durchleuchtet, in Honduras scannte man ihre Fingerabdrücke und in El Salvador hatte sie ein kurzes Interview; ich dagegen bekam an beiden Posten ohne langes Gelaber sofort meinen Stempel. Meine Gefährtin scheint gefährlich zu wirken. Nur wenige Minuten nach dem Grenzposten stoppten wir an einem vielversprechenden Mobilfunkladen, dort kauften wir uns salvadorianische SIM-Karten; das Ganze ging ebenfalls sehr flott, professionell und problemlos. Dann dauerte es auch nicht lange, dass wir uns wieder auf der Panamericana befanden, wie könnte es auch anders sein. Sie heißt hier weiterhin auch CA-1, wie schon in Honduras, der Zustand allerdings ist schlechter: der Asphalt ist sehr grob und der Standstreifen bröckelig und ziemlich vermüllt, vor allem mit vielen, kleinen Glasscherben, da freut sich das Radfahrerherz. Erstaunlicherweise war das ganze Zeug auf dem Seitenstreifen nicht der Auslöser meines Plattens am Hinterrad, sondern allem Anschein nach hatte das verrutschte Felgenband den Schlauch von der Innenseite aufgerubbelt und porös gemacht. Während ich also meiner Lieblingsbeschäftigung nachging, Schlauchtausch bei Affenhitze im Dreck am Straßenrand, fuhr Carmen schon mal gemütlich weiter, ohne den permanenten Stress, den ich ihr auferlege mit meinem höheren Tempo, wie sie sagt. Ich holte sie nach einigen Kilometern ein und wir fuhren trotzdem zusammen weiter. Landschaftlich, aber auch architektonisch, änderte sich nicht viel, die fast halbwüstenhafte Trockenlandschaft blieb, die einzelnen Hütten und kleinen Siedlungen sahen ähnlich aus wie in Honduras, das Verkehrsaufkommen war genauso, nicht zu dicht, aber durchaus ausreichend viel. Weniger Geschäfte gab es am Straßenrand, wo man mal auf ein kaltes Getränk hätte halten können. Allerdings gibt es die aus meiner Sicht selbe, mich extrem nervende Sache: Wasser aus 0,5L-Beuteln, die es für sehr wenig Geld, nur ein paar Cent, bei jeder Gelegenheit zu kaufen gibt und deren leere Verpackungen einfach überall herumliegen. Diese Beutel werden an der Ecke mit den Zähnen aufgerissen und dann ausgesaugt. Ich finde es absolut kulturlos, aber Carmen steht richtig drauf und kauft sich alle naselang diese verdammten Teile und fährt dann jedesmal mit so einem Beutel im Mäulchen baumelnd hinter mir und saugt langsam das Wasser raus. Das macht mich ganz wuschig! Ich hatte gehofft, dass sich das nun in El Salvador wieder ändert, aber auch hier gibt es nun wieder diese verdammten, kulturlosen Beutel. Unsere Mittagspause machten wir an einem Straßenstand, nur wenige Kilometer vor La Union, dort aßen wir unser erstes salvadorianisches Mittagessen. Die Preise in El Salvador sind hoch, dank der Dollarisierung, und so bezahlt man für ein einfaches Mittagessen nun wieder mindestens 4$, ohne Getränk. Allerdings war das Essen wirklich gut und mal was anderes, zumindest zum Teil: mit Käse und Hackfleisch gefüllte und panierte Paprika mit Gemüsereis, Bohnenpaste, Salat und Tortillas - sehr gut! In die größte Mittagshitze hinein fuhren wir weiter Richtung La Union, am Stadtrand machten wir einen kurzen Schlenker in eine Tankstelle, denn da gab es einen Geldautomaten ohne Gebühren, da holten wir uns ein paar Dollar und ein weiteres, kaltes Getränk, dann bogen wir aber von der CA-1 ab in Richtung Süden, Richtung Pazifik. Unsere Hoffnung, dass unsere Fahrt nun entspannter werden würde, löste sich in kurzer Zeit in Luft auf bzw. in eine riesige Staubwolke, denn über mehr als 20km wurden wir vor allem von unzähligen, chinesischen Kipplastern, die permanent in beiden Richtungen unterwegs waren und im Dauertakt an uns vorbeirauschten, richtig schön eingestaubt, von oben bis unten, und es knirschte zwischen den Zähnen. Scheinbar haben die Chinesen hier irgendwo ein großes Bauprojekt, was mit großen Investitionen und einer riesigen Fahrzeugflotte nagelneuer Shacman-Kipplaster verwirklicht wird, wahrscheinlich ein Hafen am Pazifik, könnte ich mir vorstellen. Diese Flotte rödelte ohne Unterlass über den Flickenteppich von Straße, ein bunter Mischmasch aus bröckeligen Asphaltresten und staubig-steinigem, holprigem Schotter. Auf den letzten Kilometern mischte sich in die Staubwolke dann noch Rauch, überall brannte es drumherum, eine wirklich einzigartige Kombination, bei 42-45°C ein wahrer Fahrgenuss. Ich war froh, als wir diesen Wahnsinn endlich hinter uns hatten und zu unserem Ziel abbogen. Dahin folgten wir einer kleinen, asphaltierten Nebenstraße durch frisch abgebrannte Weiden, Wiesen und Felder, hier und da kokelte oder brannte es sogar noch. Die sind echt so irre hier, dass die alles mit Absicht in Brand stecken und ihr eigenes Land abfackeln, bei dieser Trockenheit und Hitze - total absurd. Wir erreichten nun aber den Pazifik, kamen an einem Strand an. Dort sollte es ein Hotel geben, wo man auch auf der Wiese zelten kann - keine Kombination, die ich gerne mag, die letzten Male fühlte ich mich da immer wie ein Mensch dritter Klasse: erste Klasse sind die Hotelgäste, zweite Klasse sind die Overlander und Wohnmobilbesitzer, und dritte Klasse sind wir mit unseren popeligen Zelten, irgendwo am Rand, Ausgestoßene, einer kleinen Minderheit angehörend, mit sehr geringen Rechten, die so gut wie kein Geld einbringen. Nach ein bisschen Sucherei fanden wir aber das kleine Freizeitresort und waren zuerst überrascht, da es von außen ein bisschen wie ein Hochsicherheitsgefängnis aussah auf den ersten Blick. Als wir aber die Schranke hinter uns gelassen hatten, bot sich ein anderes Bild: hier nun waren wir die einzigen Gäste auf einem großen Areal direkt am Meer, mit vielen Kokospalmen, einigen Pools, ein paar palmwedelbedeckten Hütten und einer Terrasse, einem Restaurand und einer insgesamt netten Atmosphäre bei schönem Abendlicht. Ein paar Tagesgäste waren alle gerade am Abreisen und das Restaurant machte auch langsam dicht - alle verschwanden, und nachdem wir den heruntergehandelten Preis gezahlt hatten, verdrückten sich so langsam, Stück für Stück, auch die Angestellten und ließen uns mit den Überwachungskameras, die uns bei jedem Schritt verfolgten, allein. Es gab sehr saubere Duschen, wo wir unsere staubigen Klamotten durchspülten und danach uns selbst, zuvor war ich gleich direkt in meinen Radklamotten noch schnell in den Pazifik zum Schwimmen reingelaufen. Als wir dann unsere Nudeln mit Jemüse kochten, waren wir schon ganz allein und genossen die Ruhe und Einsamkeit. Ok, die Einsamkeit mit Myriaden von Mücken, aber die halten wir uns mit 30%igem DEET-Spray vom Leib, so gut es geht. Das verspricht doch, eine ruhige, entspannte Nacht zu werden - oder?

Time

8h43m

Distance

71.1km

Speed

15.3km/h

Ascent

480m

Descent

540m

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March 7, 2026

Probably not a very peaceful night. You'll have to open the tent again and share it with mosquitoes all night.

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March 4, 2026

Día 994: de la Isla del Tigre/Playa Tamarindo a El Amatillo

Der Betonboden auf der Kaimauer hatte mein Zelt tatsächlich in eine kleine Sauna verwandelt, der Zeltboden und meine Isomatte hatten die Wärme aufgenommen und das hielt wirklich durchgängig die ganze Nacht an. Von oben leuchtete hell der Vollmond in mein Zelt. Den Zelteingang musste ich offen lassen, sonst wäre ich da drin gestorben, allerdings bekam ich so ungebetenen Besuch von diversen Blutsaugern, die mir meinen Rücken zerstachen. War also mal wieder 'ne wilde Nacht, aber dafür haben wir einen sehr exklusiven Zeltplatz gehabt, an dem wir zum Glück auch sonst von niemandem gestört wurden, und ich hatte irgendwie trotzdem gute Laune heute morgen, obwohl ich mich gleichzeitig auch ziemlich gerädert fühlte - war bisschen viel Schlafmangel in den letzten Tagen. Wir frühstückten auch auf der Kaimauer mit Meeresblick, die Zelte hatten wir natürlich schon lange eingepackt. Die Sonne ging in unserem Rücken auf der anderen Seite der Insel auf, sodass wir von diesem heißen Feuerball noch eine Weile verschont wurden. Ich wünschte mir, es könnte einfach den ganzen Tag so bleiben. Wir schleppten unsere Sachen auf der Kaimauer zurück zu unseren Rädern, die zum Glück auch noch da waren, schummelten unser Gepäck wieder um den Zaun herum, bastelten alles zusammen und fuhren los, um die Inselumrundung abzuschließen. Sanft hügelig ging es die zweite Hälfte um die Insel herum, auf Kunststeinpflaster, durch erstaunlich entspannte und ziemlich idyllische, kleine Siedlungen mit immer freundlich grüßenden Menschen und für honduranische Verhältnisse sehr aufgeräumten Grundstücken, ohne Müll am Straßenrand. Ich glaubte, erahnen zu können, dass das Leben hier auf der Isla del Tigre wahrscheinlich für die Verhältnisse in diesem Land so ziemlich eines der besten sein dürfte, vor allem, was das Thema Sicherheit betrifft, aber auch im Allgemeinen den Lebensstandard und das Zusammenleben betreffend. Honduras hat auch eine notorisch hohe Analphabetenquote, aber hier auf der Insel sahen wir im Verhältnis zur kleinen Anzahl an Menschen, die hier leben, ziemlich viele Schulen. Schön ist auch, dass es fast keine Autos gibt auf der Isla del Tigre, die meisten Leute bewegen sich mit Motorrädern, Mototaxis oder Fahrrädern fort. Carmen wollte unterwegs die Strände anschauen, aber die Ringstraße um die Insel herum war recht hoch gelegen, sodass das sehr viel Hoch- und Runtergekurbel bedeutet hätte. Einzig einen Strand konnten wir besuchen, fast am Ende unserer Umrundung, dort war es dann auch sehr schön und wir verweilten einen Moment, obwohl wir heute noch einiges vor uns hatten. Vor allem wurde uns da bewusst, dass unserer Rückkehr ans Festland die derzeitig vorherrschende Ebbe einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Als wir aber wieder am Playa Burno ankamen, sahen wir, dass bei Ebbe die Lanchas von einem am Rande des Strandes gelegenen Steges ablegen. Wir fuhren also über den Strand dahin und konnten sofort eines der Boote nehmen. Wir schmissen unsere Taschen auf die Lancha, die Räder hinterher und schon legte das Boot ab. Das hatte also schon mal gut geklappt. Als nächstes mussten wir wieder über den Berg der Vulkanhalbinsel, um in den Mangrovenwald zu gelangen. Nachdem das geschafft war, hielten wir bei dem gleichen Restaurant wie gestern, wollten aber nicht wieder so teuer essen, sondern beließen es bei einem Getränk. Allerdings hatten wir gestern ja das WLAN-Passwort bekommen, und da wir uns für die 2-3 Tage in Honduras nicht erst eine SIM-Karte kaufen wollten, sind wir auf solche Möglichkeiten angewiesen, wenn wir zwischendurch mal ins Netz wollen. Mit leichtem Gegenwind fuhren wir weiter nach Norden, um die CA-1, die Panamericana zu erreichen. Zur späten Mittagszeit waren wir dann wieder auf der Piste Richtung Westen und somit Richtung El Salvador. In erstbesten Restaurant, darauf hatten wir länger schon gewartet, hielten wir und futterten etwas und erholten uns ein bisschen von der Hitze, die auf der stark befahrenen Schnellstraße nochmal um einiges heftiger war als auf der einsamen Nebenstraße. Auf dem Standstreifen fuhren wir wieder durch das hier so schmucklose und wenig sehenswerte restliche Stück Honduras - gut, dass wir wenigstens gestern und heute auch eine schöne Seite des Landes gesehen haben. Die Menschen, die wir trafen, waren aber überall sehr nett, aufgeschlossen und neugierig. In der kurzen Zeit wurden wir mehrmals mit Aufmerksamkeiten und Geschenken beglückt, so auch heute wieder: ein Mann schenkte Carmen hinter mir zuerst diese typischen 0,5L-Wasserbeutel, vor mir hielt er dann an und teilte mir mit, dass er uns in etwa 2km zu einem "Fresco", einem Kaltgetränk, einladen möchte. Tatsächlich wartete er knapp 3km später am Straßenrand und lud uns auf die andere Straßenseite in eine Autowerkstatt mit Kiosk ein. Viele Männer standen da und wir kamen mit einigen ins Gespräch, während wir unsere Colas tranken und auch noch Wasser zum Mitnehmen bekamen. Wir wurden vorgewarnt vor der Grenzstadt, gefährlich soll es da sein. Wir wurden eingeladen, lieber hier zu bleiben, aber so richtig geheuer war uns die Situation irgendwie nicht und wir zogen es vor, nach einem Weilchen weiterzufahren. Ein paar Kilometer später erreichten wir dann auch den Grenzort, ein kleines Dorf, durch das die Schnellstraße direkt hindurchführt und an dessen Rand auch gleich die Grenze zu El Salvador liegt. Zwei Hostels sollte es da geben, gleich das erste gefiel uns ganz gut, der Preis war verhandelbar, der Vermieter sehr nett und so bezogen wir unser Zimmerchen und beendeten den Fahrtag. Zum Hotel gehört ein chinesisches Restaurant, da aßen wir später Chop Suey und frittierten Reis, später ritt noch eine Horde junger Bauarbeiter ein, die noch lange rumlärmen werden und zu hoher Wahrscheinlichkeit für die nächste, unruhige Nacht sorgen werden. Diese Reise kostet mich ein paar Lebensjahre...

Time

8h55m

Distance

72.1km

Speed

14.0km/h

Ascent

690m

Descent

640m

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