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Cappadocia Trail - Tag 3: Von Ortahisar nach Çavusin

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Cappadocia Trail - Tag 3: Von Ortahisar nach Çavusin

went for a hike

May 18, 2026

Cappadocia Trail - Tag 3: Von Ortahisar nach Çavusin

04:52

15.9km

3.3km/h

380m

510m

Die Masse der Fotos lässt erahnen, wie hoffnungslos reizüberflutet ich an diesem Wandertag war. Was für eine irre, surreale, abgefahrene und spektakuläre Landschaft wir im Meskendir Valley, Red Valley und Rose Valley auf dieser Etappe mit eigenen Augen gesehen haben, kann ich wirklich unmöglich in Worte fassen. Ich versuche es trotzdem mal.

Erstmal geht es noch ganz gemütlich und idyllisch am Bach entlang. Nachdem wir die Schnellstraße überquert haben, wandern wir im Auf und Ab über meistens breite Wege durch eine Kulturlandschaft, die immer wieder von roten Felsen unterbrochen wird. Rückblickend betrachtet würde ich diese zusätzliche Schleife, bevor man wieder zurück zur Schnellstraße und Kamelfarm kehrt, wohl eher auslassen und entsprechend abkürzen. Man verpasst dann wirklich nichts Wesentliches und kann sich viel mehr Zeit zum Entdecken der folgenden spektakulären Valleys lassen. Wir machen noch eine kurze Pause mit Eis und Cola an einer Pferderanch, nichts ahnend, was uns auf den folgenden Kilometern erwarten wird.

Kaum steigen wir ins Meskendir Valley bergab, ist meine Begeisterung nicht mehr zu bremsen. Schmale Pfade führen bergauf und bergab durch das wunderschöne, grüne Tal inmitten der Felsformationen. Völlig bekloppt, aber ich fühle mich manchmal, als würden wir durch eine künstlich geschaffene Themenwelt und Kulisse im Phantasialand laufen, nur mit dem Unterschied, dass das hier wirklich alles echt und von der Natur erschaffen ist.

Ein kleiner Abstecher führt uns extrem steil bergauf (wirklich nur mit Wanderstöcken zu empfehlen!) zu einem Aussichtspunkt, wo wir unseren Blick über das Meskendir Valley schweifen lassen. Kurz darauf wartet ein hübsches Gartencafé mit einem unglaublich herzlichen Besitzer am Wegesrand auf uns. Der frisch gepresste Granatapfelsaft und Apfeltee schmecken mal wieder köstlich!

Durch mehrere kleine Tunnel und an einer Höhlenkirche vorbei wandern wir weiter durch das Tal. Zum ersten Mal kommen uns nun auch andere Wanderer entgegen, was schon fast ein ungewohntes Bild für uns ist, nachdem wir die Felsen Kappadokiens in den letzten zwei Tagen fast für uns alleine hatten.

Der Übergang vom Meskendir Valley ins Red Valley bekommt nun immer mehr Abenteuercharakter, und ich fühle mich an die Slot Canyons in Utah und Arizona erinnert. Wir schlängeln uns durch die rosaroten Sandsteinfelsen hindurch und fühlen uns mal wieder wie Indiana Jones und Lara Croft zugleich. Vollkommen irre finde ich übrigens auch, dass zwischen den riesigen Felsen immer wieder Weinreben auftauchen. Hier wird wirklich überall angebaut.

Ein kurzer, recht abenteuerlicher Abschnitt über zwei lange Metallleitern und eine dunkle Höhlenpassage bringen meine Knie zum Wackeln (diesen kann man aber auch ganz easy oben rechts herum umgehen). Danach wird erstmal eine Picknickpause auf einer Wiese mit Ausblick auf eine Felsenkirche eingelegt. Die folgenden Meter durch die Sträucher sind ein bisschen tricky, aber wir bahnen uns mit ein bisschen Hin und Her den Weg zurück auf die Route.

Nicht weniger spektakulär-schön als das Red Valley ist auch das folgende Rose Valley im Göreme Nationalpark, und ich weiß gar nicht mehr wohin mit meiner Euphorie. Ab Mr. Ibrahims Restaurant, das mal wieder wunderschön in der Felsenlandschaft gelegen ist, bekommen wir Begleitung. Von hier aus folgt uns nun ein kleiner schwarzer Streunerhund über Stock und Stein bis ans Ende der Etappe - einfach herzzerreißend!

Höhlenkirche, Sunset Point, und weiter geht’s auf den Berggipfel Bozdag, wo die türkische Fahne stürmisch im Wind flattert, natürlich mit einer grandiosen Aussicht auf das Rosental. Traumhafte Pfade führen uns hindurch, unsere Fellnase posiert wie ein Weltmeister an Felsbögen und Viewpoints. Obwohl die Feenkamine und Felsformationen im Rose Valley dermaßen bizarr und spektakulär geformt sind, treffen wir hier mal wieder kaum auf andere Touristen. Das grenzt für mich fast an ein Wunder, hat doch jedes Tal einen komplett einzigartigen Charakter und Farbenspiel.

Noch ein letzter frisch gepresster Saft im Felsencafé inmitten des Rose Valleys muss einfach sein. Auch hier lohnt sich unbedingt noch ein Blick in die kleine Höhlenkirche mit ihren Fresken und den uralten in den Fels gehauenen Kammern. Schließlich erreichen wir das kleine Höhlendorf Çavusin, wo wir unseren neu gewonnenen Hundefreund schweren Herzens verabschieden müssen.

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