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Pedalen-Paul
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Día 1057: Monte Albán

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Día 1057: Monte Albán

and went for a hike

May 5, 2026

Día 1057: Monte Albán

00:47

3.34km

4.2km/h

70m

50m

Die letzten Tage in Oaxaca passierte nicht viel, denn es ist einfach soooooo heiß! Ab der Mittagszeit kann man bis zum frühen Abend eigentlich kaum was machen. Deswegen ist es auch nicht schwer, fix einen Schnellüberblick zu liefern. Das einzige wirklich Bewegende, was wir zustande brachten, war, dass ich Carmens Rad auseinandergebaut habe, Carmen hat eine Kiste und Verpackungsmaterial besorgt und wir haben den Rahmen zu einer Firma in Mexico City geschickt. Die können da WIG-Schweißen, sind selbst Radreisende und haben uns versprochen, das so schnell wie möglich zu erledigen. Trotzdem kostet es uns wieder eine Menge Zeit und Carmen auch viel Geld, von dem nun sowieso langsam nicht mehr viel da ist und sie hat sehr mit sich und der Entscheidung gehadert.
Ansonsten sind wir durch die Stadt geschlendert, über die Märkte, durch die schönen Gassen, die Kulturzentren und kostenlosen Museen, haben auf immer wieder auf dem "Zocalo", dem großen Hauptplatz Oxacas, herumgesessen, die Kulinarik genossen, das lebendige Treiben auf den Straßen beobachtet, waren in Kneipen, haben Prozessionen gesehen, Streetfood gefuttert, ich habe mir ein neues Multitool und eine neue Radhose gekauft, aber die Mittags- und Nachtmittagszeit haben wir meist in Knuts und Miriams Haus verbracht, fast regungslos.

Heute aber stand mal ein Ausflug in die Umgebung von Oaxacas Hauptstadt an, wir fuhren mit einem Shuttlebus nach Monte Albán, einer zapotekischen Ruinenstätte etwa 30km entfernt, die auch UNESCO-Weltkulturerbe-Status hat. Diese große Ruinenstadt war einst die Hauptstadt und das religiöse Zentrum der Zapoteken (und später der Mixteken), gelegen auf einer künstlich abgeflachten Bergkuppe auf knapp 2000m Höhe. Die Blütezeit wird auf etwa 300-800n.Chr. datiert, aber die erste Besiedlung fand schon etwa 800v.Chr. statt. Erhalten geblieben bzw. zum Teil restauriert sind Reste von Wohn- und Kultbauten, ein Observatorium, Grabkammern, Skulpturen, Wandmalereien und Fresken. Einst lebten bis zu 30.000 Menschen in Monte Albán, um etwa 900n.Chr wurde die Stadt, wie so viele ähnliche Städte in Zentralamerika, aus nicht geklärten Gründen aufgegeben, später aber von den Mixteken als Nekropole genutzt, im 15.Jh. von den Azteken besetzt und schließlich natürlich von den Spaniern erobert, die sich auch hier an Baumaterial bedienten.
Interessanterweise, anders als bei den Azteken, finden sich hier wie auch in Mitla Hieroglyphen und frühe Formen einer eigenen Schrift, auch ein großer Ballspielplatz und natürlich viele monumentale Tempel mit unzähligen, steilen Stufen.

Wir schlenderten langsam über das große Gelände, welches aber trotzdem vergleichsweise kompakt ist und das man sich von innerhalb einer bis eineinhalb Stunden recht einfach erschließen kann. Carmen ging es nicht so gut heute, sie hat irgendeine seltsame Seuche, die ich die Tage vorher hatte und die sie sich wahrscheinlich von mir eingefangen hat. Ich hatte nur heuschnupfenartige Symptome: Gaumenjucken, laufende Nase, Niesen; bei Carmi ist es heute im Laufe des Tages zu einer ausgewachsenen Erkältung mutiert und sie schleppte sich ziemlich angeschlagen durch die Ruinen und konnte das Ganze nicht so richtig genießen. Zum Glück war es hier oben ein klein wenig frischer als unten in Oaxaca, und wir sehnten uns, zumindest was die Temperaturen betrifft, gar nicht so richtig zurück in die ansonsten so wunderschöne Stadt.
Um die Mittagszeit aber saßen wir schon wieder im Shuttlebus und fuhren zurück.
Wie schon die letzten Tage gingen wir in ein kleines, sympathisches Lokal in der Nähe unserer Gastgeber, wo es sagenhaft günstige und leckere Tortas gibt. Danach schauten wir auf dem kleinen Markt vorbei, wo wir schon mehrmals Obst und Gemüse, Tortillas und vor allem Mole Negro gekauft hatten und stapften zurück in Miriams und Knuts Bude und machten einen ausgedehnten Mittagsschlaf in unserem völlig überhitzten Zimmerchen (wir sind dazu übergegangen, dass nachts immer einer von uns oben auf der Dachterrasse in der Hängematte oder im Zelt schläft; tagsüber aber ist es dort oben die Hölle, man wird praktisch geschmorrt).

Erst zum späten Nachmittag liefen wir noch ein bisschen durch die Stadt, gingen Eis essen, schauten uns das Centro Cultural San Pablo ein, eines von vielen Museen und Kunstausstellungen der Stadt, die völlig gratis besuchbar sind - der mexikanische Staat investiert viel Geld in Kunst und Kultur, das muss man mal festhalten!

Abends kochten wir uns wieder etwas ganz besonderes: Tortillas (frisch vom Markt) mit Mole Negro. Ich bin der Soße komplett verfallen, ihr komplexer Geschmack ist wirklich etwas ganz besonderes: Rauch, Nuss, Schokolade, Chili, Koriander, Kakao, starke, fast teerige Röstaromen, aber auch eine dezente Fruchtigkeit! Ich habe mir vorgenommen, das auch mal in Deutschland zu machen, auch wenn die Zutaten nicht einfach zu bekommen sind.

Wir werden noch einige Tage in Oaxaca sein, bis Carmens Rahmen - hoffentlich ausreichend haltbar repariert, besser als das letzte Mal - wieder hier eintrudelt und wir die allerletzte Etappe über Puebla nach Mexico City zurücklegen können, bis sich unsere Wege trennen.

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