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Berlin – Kopenhagen 9 von 13: Præstø – Køge

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Berlin – Kopenhagen 9 von 13: Præstø – Køge

and went gravel riding

August 18, 2026 at 07:17

Berlin – Kopenhagen 9 von 13: Præstø – Køge

04:15

79.8km

18.8km/h

43.6km/h

350m

350m

Garmin Edge 1030

Das Frühstück wartet heute im Præstø Bagværk am Rathaus. Der Seniorchef repariert dort Räder, die Tochter betreibt ein Café, hat uns die Quartiergeberin erzählt.
Die Etappe umrundet den Præstø-Fjord auf einem Radweg an einer Landstraße. Es geht leicht hügelig durch gepflegte Dörfer. Bald kommt auf der Gegenseite ein Megalithgrab in Sicht. Nach 20 Km folgt der Ort Faxe Ladeplatz mit der Hylleholt-Kirche. Dort hat die abstrakte Künstlerin Maja Lisa Engelhardt den Altar gestaltet. Die große Tafel zeigt eine gebrochene Figur, die einen Säureanschlag erlebt haben könnte, sodass man erschrickt. Engelhardt hat sich nach einer schweren Entwicklungszeit durch die Bücher des Philosophen Sören Kierkegaard dem Christentum zugewandt. Ihre Bilder hängen auch im Obersten Gerichtshof und in der Universität Kopenhagen.
Nach 38 km lockt der Hafen von Rødvig mit Jachten und Fischerei zur Pause mit dem traditionellen Smørrebrød. Von dort sieht man schon die Kreide-Steilküste, die 7 km weiter mit Stevns Klint einen touristischen Aussichtspunkt erreicht. Kurz später folgt der gigantische aasgeschürfte Stevns-Kreidebruch.
Er lieferte auch den Baustoff für das 600 Jahre alte Schloss Giorslev, das einzige (privat) bewohnte mittelalterliche Herrenhaus des Landes.
In Strøby folgt eine leider verschlossene alte Kirche, umgeben von einem Friedhof. Hier lässt sich wunderbar rasten. Es gibt Toiletten und frisches Wasser.
Dann folgt Schloss Vallø. Seine Geschichte lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Um 1285 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Von dieser frühen Bebauung finden sich allerdings nur noch Reste. Der Süd- und Westflügel in der heutigen Form und die beiden charakteristischen Türme wurden 1586 errichtet, die anderen Flügel im 16. und 17. Jahrhundert.
Das Quartier in Køge erweist sich als Enttäuschung. Das Haus verspricht, dass Gäste am Leben einer normalen dänischen Familie teilhaben. Wer ein komfortables Quartier suche, solle es woanders probieren, werden Gäste per Zettel am Eingang begrüßt. Wir haben den Eindruck, in den angejahrten shabby chic einer Hippiefamilie geraten zu sein. Für die Fotos im Netz war aufgeräumt worden. Das Bad teilen wir tatsächlich mit der Familie. Es ist auch der Durchgang zur Dachterrasse. Schlüssel sind nicht vorgesehen. Für die Barzahlung müssen wir eine Bank suchen.
Im Café am Markt macht die Küche in fünf Minuten zu, erfahren wir um fünf vor acht am Eingang. Penne rigate gehen gerade noch. Apfelsaft gibt es nur bis fünf. Also Wasser. Gegen neun gibt es auch keinen Kaffee mehr. Aber der Italiener etwas weiter, den wir eigentlich im Auge hatten, ist aus unerklärlichen Gründen zu. Wir haben also noch Glück gehabt.

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