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long_distance_solo_cyclist went cycling
August 14, 2026 at 03:21
16:28
366km
22.2km/h
52.2km/h
1,380m
1,370m
Spontan hatte ich mir am Donnerstag für Freitag einen Tag Urlaub genommen. Geplant war ein 400er Richtung Malchow. Zügig, nachdem der Wecker um vier Uhr klingelte, frühstückte ich, machte meine Wasserflaschen fertig und war um zwanzig nach fünf auf der Straße. Aber etwas stimmte nicht: Wo war der Track auf dem Wahoo? Ich zoomte ein wenig raus und erkannte, dass der Track erst am Bahnhof Bergedorf startete und schließlich auch dort endete. Also kamen zehn km dazu für die Fahrt zum Bahnhof und wieder nach Hause. Davon war ich nicht vollständig begeistert.
Für den Augenblick war das gleichgültig, denn mich fröstelte ein wenig: Wegen der Wettervorhersage hatte ich nur die Armlinge angezogen, keine Knielinge, und den Windbreaker hatte ich erst recht zuhause gelassen. Auf dem platten Land war es etwas frischer als innerorts. Statt milder 16°C herrschten teilweise nur 12 °C oder 13 °C. Und es dauerte, bis die Temperaturen so weit stiegen, dass die fehlende Windjacke und die fehlenden Knielinge nicht mehr störten.
Nach 60 km machte ich die erste Bäckerpause in Bennin, die zweite Pause folgte nach 77 km in Wittenburg, wo ich erstmals meine Vorräte ergänzte. Denn heute wollte und musste ich angesichts der vorhergesagten Temperaturen mehr trinken als sonst. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich erst eine Flasche geleert, viele weitere folgten.
Hinter Wittenburg verließ ich die L041 und folgte der K27. Und erschrak: Was für ein Ungeheuer kam mir da auf dem Radweg entgegen? Ach so, ein Eishockeyspieler in voller Montur, mit Helm, auf Inline-Skates, die Schlittschuhe über der Schulter.
Und dann erschien vor mir ein Schild, das ich während der Tour noch häufiger sehen sollte: Ortsdurchfahrt gesperrt, keine Umleitung ausgeschildert. Ich musste mir meinen Weg also selbst suchen. Und wie das in der Pampa nun so ist, führte der Weg über kurz oder lang auf Schotter. Da hätte ich auch über die Baustelle fahren können.
Highlights gab es auf der Tour natürlich auch:
In Bakendorf bewunderte ich die malerische Kapelle, und in der Lewitz war ich vom Elbe-Oderhaff-Radweg begeistert, der wenigstens streckenweise als reiner Radweg ausgeschildert und wunderbar asphaltiert war.
Über Blievenstorf und Stolpe fuhr ich weiter nach Parchim, wo ich die nächste Pause machte, die ich auch nötig hatte: beide Wasserflaschen waren leer. Im Supermarkt holte ich mir Wasser und eine Dose Cola für unterwegs sowie eine Flasche Schokodrink für sofort, beim Bäcker gab es eine belegte Laugenstange und ein Schokocroissant zur Stärkung und eine einfache Laugenstange für unterwegs, wenn mich Appetit überkäme und ich nicht in einen Haferriegel beißen mochte.
Da ich schon lange Zeit auf dieser Tour mit Beschwerden im rechten Schienbeinkopf kämpfte, entschied ich außerdem, die Strecke abzukürzen: Malchow nahm ich von der Strecke, stattdessen sollte mich der Weg über Rom nach Lübz und dann nach Hause führen. Als ich die Strecke umgeplant hatte, war ich überrascht: Die Strecke hatte sich von wenig über 400 km nur auf knapp über 350 km verkürzt. Das hatte ich anders erwartet. Na gut, was soll's, wird schon irgendwie gehen.
Nachdem ich meine Fahrt fortgesetzt und Lübz und Passow passiert hatte, war auf einmal keine Sicht mehr: Ein Landwirt bestellte seinen völlig ausgetrockneten Acker, sodass es massiv staubte und der Staub über die Straße zog. Erst als der Landwirt sich mit seinem schweren Gerät auf seinem Acker von der Straße entfernte, löste sich der Staub über der Straße etwas auf. Unter solchen Umständen haben sich schon Unfälle ereignet.
Wenige km später die nächste Überraschung: Die B392 hatte keinen Radweg. Ich musste also auf der Fahrbahn fahren. Nur ein Lkw-Fahrer hat den Überholabstand von 2 m massiv unterschritten, schon der nächste Lkw-Fahrer verhielt sich wieder vorbildlich.
Und als ob ich nicht schon genug Überraschungen erlebt hätte, folgte eine weitere: Die Nebenstraße, der ich nun folgte, war über mehrere km eine Schotterpiste. Und anschließend folgte eine asphaltierte Schlaglochpiste, ich geriet also vom Regen in die Traufe. Da war ich dankbar, als ich wieder zurück war auf der radweglosen B392.
In Crivitz folgte die nächste Pause: Zusätzlich packte ich diesmal auch zwei 0,5-l-Flaschen stilles Wasser ein. Die goss ich mir später auf der Tour über Kopf und Oberkörper. War das erfrischend! Das hätte ich schon viel früher machen sollen.
Durch Schwerin zu fahren, war ziemlich spaßbefreit. Ich war dankbar, als ich aus der Stadt rauskam und wieder über leidlich ruhige Nebenstraßen fuhr.
Meine anfänglichen Schienbeinkopfbeschwerden waren schon längst verschwunden, trotzdem überlegte ich angesichts der Temperaturen und schwindender Kräfte, ob es nicht an der Zeit wäre, die Option B(ahn) in Erwägung zu ziehen. Diese Überlegung war jedoch schnell erledigt: Ich stand hinter Boddin auf dem Radweg und informierte mich über mögliche Bahnverbindungen. Und Google Maps schlug mir allen Ernstes vor, zurück nach Schwerin zu fahren. Was ist mit Wittenburg? Es führen zwar Gleise durch Wittenburg, aber die enden in Zarrentin im Nirgendwo. Und Hagenow als nächster Bahnhof nach Schwerin war auch keine Alternative. Also fuhr ich weiter nach Zarrentin, wo ich die letzte Pause für heute machte. Und auch hier prüfte ich wieder, ob es eine Abkürzung per Bahn gab. Jein: Ich hätte in Büchen in die Bahn steigen können, hätte aber die Bahn um 20:06 Uhr nicht erreicht, und die nächste fuhr um 21:06 Uhr, sodass ich reichlich Aufenthalt gehabt hätte. Also entschied ich, frisch gestärkt, die Tour mit dem Rad zu Ende zu fahren. Schließlich kam ich nur zehn Minuten nach der Bahn in Bergedorf an. Mittlerweile war es stockdunkel. Es folgten die letzten km, am Bahnhof vorbei, nach Hause, wo ich reichlich erschöpft ankam.
Danke, war trotz allem eine geile Tour!
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (100 m)
Lowest point (0 m)
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