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Marianne M.
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Rheinsteig | Leutesdorf bis Linz am Rhein

Marianne M.
Completed activities

Rheinsteig | Leutesdorf bis Linz am Rhein

went for a hike

June 1, 2026

Rheinsteig | Leutesdorf bis Linz am Rhein

06:19

30.2km

4.8km/h

990m

1,000m

Anreise ab Frankfurt:
RB 10 bis Koblenz, weiter mit RB 27 bis Leutesdorf. In Koblenz habe ich eine Umstiegszeit von 2 Minuten (von Gleis 1 hin zu Gleis 9, genauer: weiter hinten Gleis 109. Da die RB 10 wunderbare 30 Sekunden zu früh in Koblenz hält, schaffe ich den Sprint. Meine Lungen brennen, als ich auf den Sitz sacke.

Somit kann ich eine ganze Stunde früher als erwartet loswandern. Ich freue mich richtig. Unterwegs wird mir dann bewusst:
Mist, ich hatte mir während der Wartezeit in Koblenz ein Frühstück für unterwegs besorgen wollen. Zum ersten Mal hatte ich nichts von Zuhause mitgenommen. Nun stand ich ohne Proviant da. Nein, nicht ganz, ich hatte noch zwei Obstriegel. Aber ... Na ja.

Es ist herrlich frisch, als ich am Leutesdorfer Rheinufer aufbreche. Der Aufstieg am Weinberg wirkt heute, wegen der üppigen Vegetation, ganz anders als im März, als ich diesen Weg hinunter zum Bahnhof ging. Die Gräser stehen hoch und dicht, immer wieder verheddert sich mein Trekkingstock darin. Ganz schön steil geht es rauf.

An der Edmundhütte wird auf einen alternativen Weg für nicht Schwindelfreie hingewiesen. Ich zähle zu den Vorsichtigen (oder Ängstlichen - die einen sagen so, die anderen so ...) habe mich für den Mini-mini-"Kletterabschnitt" entschieden. Aufwärts kein Problem, da der "Schwindel" im Rücken verborgen bleibt. Es gibt ein Drahtseil, an dem man sich festhalten und auch am Felsen hochziehen kann (habe natürlich immer vorher getestet, ob es wirklich hält).

Nun folgt das rheinsteigtypische Rauf und Runter. Einfache Abschnitte dazwischen genieße ich zutiefst als Erholung und ich lerne mal wieder breite Wege ohne Wurzeln zu schätzen. Auch das Gehirn leistet Arbeit, wenn man immer auf den Untergrund achten und sich ausbalancieren muss. Das geschieht automatisch, aber als ich darauf achtete, dachte ich: wundersam, wie das alles so nebenher funktioniert.

In Bad Hönningen angekommen, überlege ich, weiter in den Ort zu gehen, um Wasser und Proviant einzukaufen. Ich frage einen Spaziergänger, wie weit der Weg zum nächsten Supermarkt ist. Und bei seinen Worten: "Sie gehen hier weiter ins Tal ..." denke ich mir so: Ob sich das überhaupt rechnet? Die Zusatzstrecke, das Schwitzen beim Weg aus dem Tal heraus hinauf? Kurz gesagt: ich habe wenig Lust auf sonnigem Asphalt zum Supermarkt und dann wieder aufwärts zu stapfen und rede mir schön, es nicht zu tun. Mein Allgemeinzustand ist gut. Schlimmstenfalls wird mir zum Ende der Tour etwas schlapp werden, Schlimmeres erwarte ich nicht. Weiter geht 's! Als ich dann später, von weiter oben den Discounter im Tal sehe, überlege ich allerdings wieder: Soll ich doch den Abstecher machen? Nur die große Straße dorthin schreckt mich hier ab.

Nach 19 km blockiert ein "Harvester" den Rheinsteig. Mit dem Fahrer habe ich ein Gespräch wegen eines fehlenden Hinweises auf die Sperre. Links vorbei geht es zu steil runter, rechts geht es zu steil rauf. Er meint: "Das gibt es doch nicht! Schild aufbauen ... Seit vier Tagen ist hier kein Mensch vorbeigekommen und nun kommen Sie!" Ich darf dann in die Monsterreifen steigen und mich dort entlang dem Trumm hangeln. Das war mal ein Mikroabenteuer. Die Arbeiter sind sehr freundlich.

Insgesamt finde ich diesen Rheinsteig-Abschnitt schön abwechslungsreich. Die hohen und dichten Gräser und Brennnesseln entlocken mir manchmal ein Grummeln. Die Brennnesseln "brennen" durch den Hosenstoff hindurch und die Gräser erweisen sich teils als tückisch, verbergen sie doch den Blick auf abwärtsführende Stufen. Ich merke es beim ersten Mal im letzten Augenblick, sonst wäre ich heftig gestürzt. Aus Erfahrung "klug" geworden, traue ich dem ersten Eindruck nicht mehr. Wegen der Zecken mache ich mir immer wieder Sorgen. Klar, Zeckenspray auf Haut und Hose, und nach entsprechenden Abschnitten die Hosenbeine abstreifen und überhaupt gucken, ob eine zu sehen ist. Doch das Borreliosebiest damals war so winzig gewesen, dass ich es erst mal in der Kniekehle übersehen hatte. Übler Geselle war das. Doch mit sorgenvollen Gedanken aller Arten darf man sich ja so eine schöne Wanderung nicht verderben.

Nach 25 km, in Leubsdorf, fragte mich ein Arbeiter, der mit Mäharbeiten beschäftigt ist, ob ich auf dem Rheinsteig unterwegs sei. Als ich das bejahe wünscht er mir so vergnügt eine schöne Wanderung, dass ich fast mühelos den Anfangsanstieg nehme. Ich hätte ihn als Begleitung mitnehmen sollen, und immer wenn ich aus der Puste gekommen wäre, hätte er mir wieder eine schöne Wanderung gewünscht und ich hätte wieder etwas frische Mühelosigkeit daraus gezogen. Oder? :-))

Ursprünglich hatte ich an diesem Tag nur bis Bad Hönningen gehen wollen. Denn am nächsten Tag geht es auf dem Rheinsteig weiter bis Unkel. Doch als ich vorabends die Wettervorsage betrachtete, beschloss ich, an Tag 1 gleich bis Linz zu gehen, um an Tag 2 bei kürzerer Strecke vielleicht vor dem Regen anzukommen.

Die rund 30 Kilometer haben viel Kraft gekostet. Das Frühstück fehlte, und das Trinkwasser ging mir zu schnell aus. Nicht wirklich schlimm, aber die Leistungsfähigkeit schien dadurch zu sinken. Oder es ist das zunehmende Alter, was weiß denn ich.

Bei Ankunft in Linz habe ich dann erst einmal den Marktplatz gesucht, um "Kaffee" zu trinken. Herrlich! Ich merkte irgendwann, dass ich im Sitzen einzuschlafen drohte. Ich hatte so kleine "Blackouts". :-)) Wegen der langen Anreise war ich schon um 3:30 Uhr aufgestanden, nun bekam ich es zu spüren. Bald machte ich mich auf den Weg zu meiner Unterkunft - ich freute mich unbändig auf eine Dusche.

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