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Low Traffic Cycling Route to Tbisli Tag Nummer 43 auf dem Weg nach Indonesien

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Low Traffic Cycling Route to Tbisli Tag Nummer 43 auf dem Weg nach Indonesien

went for a bike ride

4 days ago

Low Traffic Cycling Route to Tbisli Tag Nummer 43 auf dem Weg nach Indonesien

05:39

72.6km

12.9km/h

48.3km/h

770m

610m

Tag Nummer 43 auf dem Weg nach Indonesien.

Das war eine schwere, aber gute Entscheidung, heute nach 73 Kilometern den Anker zu werfen. Es wären noch knapp 6 Kilometer bis zum Mittelmeer gewesen. Davon noch etwas leichter Anstieg und dann eine lange Abfahrt zum Meer.

Die Frage, die sich mir gestellt hat war, ob ich dort einen vernünftigen Platz für mein Zelt gefunden hätte. Den ich "hier oben" gerade habe. Außerdem hatte ich einen Mörderhunger, den ich gerade mit einem frischen Salat und Brot gestillt habe. Dazu nuckel ich gerade noch an einem Liter Milch. Dem zweiten des heutigen Tages. Alles richtig gemacht, glaube ich.

Heute früh habe ich ein wenig länger geschlafen, als ich dies normalerweise tue. Es war der Tatsache geschuldet, dass mir der Wecker in Form von Vogelgezwitscher gefehlt hat. Es war verhältnismäßig leise, wo ich mein Zelt aufbauen durfte.

War auch nicht schlimm, dass ich spät dran war, die Telefonläden machen eh nicht vor neun Uhr auf. Bis auf ein paar Bäckereien, die schon zeitig den Menschen Frühstück anbieten, fängt das Arbeitsleben erst so gegen neun Uhr an. Ich habe mich dem angepasst, mir etwas zu futtern geholt und erstmal den Tag genossen.

Fünf Minuten nach neun stand ich im Turkcell-Laden. Um mir von einer sehr jungen Dame mit sehr viel Spachtelmasse im Gesicht und Fingernägeln, die das Tippen am Computer schwierig machen, sagen zu lassen, dass das einzige Angebot einer SIM für mich 75 Euro kostet und 50 GB enthält.

Nun wusste ich, dass es ein Angebot für knappe 45 Euro mit 25 oder 30 GB gibt, was für mich vollkommen ausreichend ist. Aber Frau Gipsgesicht ließ keine Diskussion zu, dann eben nicht!

Ab zu Türk Telekom. Die haben ein Angebot für 39 Euro, 25 GB bei drei Monaten Laufzeit für die SIM. Gebongt. Die nette Dame hat alles eingegeben...und eine Fehlermeldung bekommen, dass zur Zeit für Ausländer keine SIM vergeben werden kann.
Ich habe gedacht, jetzt wird es aber langsam persönlich mit mir und einer türkischen SIM. Sie hat es nochmal probiert, nix. Wegen des Feiertags, der auch heute noch ist, konnte sie auch nicht in der Zentrale anrufen.

Super. Vodafone hatte kein Shop offen. Aber vor einem zweiten Türk Telekom Shop genossen zwei junge Damen gerade ihren Espresso. Also hin zu den beiden und zweiten Versuch starten. Siehe da, nach viel Tastaturgeklapper wurde ich stolzer Besitzer einer türkischen Telefonnummer! 😊.

Jetzt bin ich wieder uneingeschränkt Lebenstauglich. Irgendwie bin ich schon ein bisschen abhängig vom Netz. Der Draht zu Freunden und Familie ist schon ein langes "Rettungsseil", wenn ich so alleine vor mich hin strampel.

Über dem ganzen Prozedere war es wieder halb elf geworden. In einem großen Bogen ging es dann in Richtung Mittelmeer. Auf Wegen, die eher Semi-Optimal waren. Viele Schlaglöcher, viel rauher Asphalt. Wieder durch einige kleine Dörfchen. Bei denen ich immer die Aufmerksamkeit der alten Männer genieße, die im Café am Ortsplatz sitzen, dem verrückten Radfahrer winken und ihre Kommentare geben. Ich winke freundlich zurück und weg bin ich.

Nervig sind die Autofahrer, die entweder der Meinung sind, ihr Auto wäre nicht laut genug oder ich müsste ihnen doch unbedingt zuwinken und deswegen hupen. Meistens, wenn sie direkt neben mir sind. Das schreckt mich dann schon mal aus der Tiefenmeditation, die das konstante Kurbeln bei mir so mit sich bringt.

Zu Mittag gab es noch ein Gebäck und einen Liter Milch. Nicht viel Zeit mit kochen verschwenden. Nachdem ich gegessen hatte, fing es kurz an zu regnen. Eine dunkle Wolke hing genau über mir, ich konnte sie jedoch abschütteln.

Irgendwann kam ich dann auf die Schnellstraße in Richtung Tekirdag, der Stadt, bei der ich dann das Meer bewundern kann. Kein Wunder, dass diese Straße so gut befahren ist. Die wollen alle die Füße ins Meer stecken.

Eine zweite tote Schildkröte habe ich gesehen. Diese Straßen sind erbarmungslos.

Morgen früh habe ich dann etwas schönes vor mir. Jetzt fallen mir tatsächlich die Augen zu. Obwohl es hier erst viertel vor acht ist.

73 Kilometer sind es heute geworden. Kann ich gut mit Leben. Ein kühler Wind geht hier, aber die Sonne ist draußen.

Ich wünsche euch das Beste für den Abend!

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