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Día 1072: de San Juan Bautista Cuicatlán a Teotitlán de Flores Magón
Día 1072: de San Juan Bautista Cuicatlán a Teotitlán de Flores Magón
Pedalen-Paul and Carmense went for a bike ride
5 days ago
05:13
57.3km
11.0km/h
49.6km/h
1,210m
800m
Garmin Edge 1040
Das war mit Abstand eine der heißesten Nächte der Reise. 4x ging ich während der Nacht kalt duschen, weil ich es nicht mehr aushielt, mich schwitzend auf der durchgelegenen Matratze hin- und herzuwerfen. Schrecklich! Gegen 2:00 weichte ich ein Handtuch im Waschbecken in Wasser ein und deckte mich damit zu, das rettete mich über den Rest der kurzen Nacht und ich fand so wenigstens noch 1-2 Stunden Schlaf, denn der Wecker klingelte heute schon um 5:15. Carmen wollte das schon immer gern, dass wir eher aufstehen, aber ich bin 'ne Nachteule, eigentlich, und 6:00-6:30 ist für mich eigentlich schon Folter und das Höchste der Gefühle. Nunja, nach der infernalischen Hitze gestern kam der Vorschlag diesmal sogar von mir, denn es ist einfach nur Quälerei, bei 45-50°C herumzufahren, und noch viel schlimmer ist es, dabei noch Berge hochzukraxeln. Die Hoffnung war, dass wir bis zur Mittagshitze schon so viel wie möglich der Höhenmeter wegpedaliert haben würden, leider verteilten sich diese für diesen Plan recht ungünstig erst ans Etappenende. 6:40 saßen wir auf den Rädern, da war die Sonne noch nicht über den Horizont gekrochen. Nur wenige 100m waren es bis zur MEX-131, und wir fuhren in eine wunderschöne Morgenstimmung hinein. Zugegeben, zeitig Aufstehen hat auch seine Vorteile, die Lichtstimmung gab der morgendlichen Landschaft etwas magisches. Da wir lange dem schönen Flusstal entlang des Rio Grandes folgen würden, hatten wir eine phänomenale Landschaft zu durchqueren, mit breiten, grünen Ebenen, spektakulären Felsen, diesigen, geschichteten Bergen, der dornigen Vegetation und vor allem einer breiten Palette an Kakteen, die alles überzogen. Klischeehafter konnte sich uns Mexiko kaum mehr präsentieren als heute. Die ersten 35km waren auch im Prinzip noch ziemlich angenehm zu fahren, leicht wellig ging es in stetigem Wechsel auf und ab auf einer sich wild windenden, sehr kurvigen Straße mit wenig bis fast keinem Verkehr.
Ein erstes Päuschen machten wir in Santa Maria Tecomavaca, wo wir einige Liter Kaltgetränke in uns hineinkippten und ein Weilchen in einem kleinen Park saßen. Dabei wurde ich sehr schläfrig und müde, zu früh war der Start heute und ich tat mich schwer, wieder auf's Rad zu steigen. Inzwischen war es auch wieder richtig schön heiß geworden, aber den gesamten Tag über wurde es nicht ganz so brutal wie gestern, das Heißluftgebläse pustete zum Glück nicht, sondern der leichte Wind kühlte ein klein wenig.
Einige Kilometer nach unserer Pause aber ging es dann stetig weiter nach oben, zwar nicht zu steil, selten mit mehr als 5-6%, aber die Sonne brutzelte uns erneut das Hirn weg. Jede der seltenen schattenspendenden, dünn belaubten Bäume nutzte ich, um auf Carmen zu warten, die wieder den Kriechgang eingelegt und echt zu kämpfen hatte; aber auch mir war das erneut echt zu viel, das macht so keinen Spaß und wir quälen uns einfach nur.
Um die Mittagszeit erreichten wir das Dorf San Juan de los Cués, wo wir von der MEX-131 herunter- und in das Dorf hineinfuhren. Wir hatten hier immerhin schon das Plansoll erfüllt und den allergrößten Teil der heutigen Strecke und auch einen ordentlichen Teil der zu erklimmenden Höhenmeter erledigt, 10km und etwa 350 Höhenmeter lagen nur noch vor uns, das war recht übersichtlich, und so wollten wir heute mal Siesta machen, das bot sich in dem Dörfchen tatsächlich an. Zuerst fragten wir uns auf der Straße durch, ob es einen Comedor - ein kleines Dorfrestaurant - gibt und fanden nach einigem Hin und Her dann auch tatsächlich die einzige Möglichkeit hier im Dorf. Kein Schild wies draußen darauf hin, aber einige Leute hatten uns dahin geschickt und wir schauten einfach mal in das Haus hinein und siehe da, wir fanden uns in einer Art Restaurant wieder. Es gab nur ein einziges Gericht, das dafür aber umso leckerer war: Rindfleisch in einer sehr würzigen Brühe, die mich richtig umwarf, so gut war die, mit Nelke, Zimt, Chili und anderen Gewürzen. Dazu gab es natürlich Bohnenpaste, frische Tortillas und Gemüsereis, dazu Chile seco, Chilipaste, die darf hier auch nie fehlen. Zu Trinken bekamen wir frisch zubereiteten Kaktusfrucht-Saft, Jugo de Tuna. Wahnsinnig nett waren die beiden Frauen, die uns bewirteten, wir bekamen immer wieder Fruchtsaft nachgeschenkt, noch ein paar Tortillas mehr, am Ende schenkten sie uns noch Mangos und Ciruelas, pflaumenähnliche, kleine Früchte.
Nach dem wirklich guten und günstigen Mittagessen fuhren wir weiter ins Dorf, auf der Suche nach einem Plätzchen für unsere Siesta und fanden diesen auch am Dorfplatz. Im Schatten eines großen Tamarindenbaums parkten wir die Räder und legten uns auf die niedrige Steinmauer. Sonst hab ich ja, wie mittlerweile aufgefallen sein dürfte, ziemliche Probleme beim Einschlafen, aber in solchen Situationen, obwohl es hell ist, Motorräder durch das Dorf knattern, Kinder schreien, die Unterlage ungemütlich und hart ist, kann ich seltsamerweise immer schnell mal wegnicken und ein Schläfchen machen. Auch Carmen nickte ein bisschen ein, aber in diesen kleinen Dörfern machen wir uns nie Sorgen, dass uns jemand beklaut, außerdem ist unser Schlaf so flach, da mache ich mir keine Gedanken, dass da was passieren könnte.
Nach dem Mittagsschläfchen schlappte Carmi in einen Dorfkiosk und brachte Cola und Sprudelwasser mit und wir machten uns wieder unsere Mische - 2L Sprudel auf 350ml Cola - sehr erfrischend.
Gegen 16:00 wurde es Zeit, sich wieder auf die Socken zu machen, wir fuhren aus dem Dorf heraus wieder auf die MEX-131, die schlimmste Hitze hatten wir hinter uns gelassen, und ich fand es nun deutlich angenehmer zu fahren. Carmen aber ging es auch jetzt wieder nicht so gut; wir mussten einige Pausen einschieben, weil sie Kreislaufprobleme hatte; außerdem versuchte ich sie, gegen den Gegenwind abzudecken und mitzuziehen, aber so langsam kann ich gar nicht fahren, ich weiß nicht, wie sie das macht. So wurde es langsam spät und wir erreichten unser Ziel, das etwas größere Dorf Teotitlán de Flores Magón, erst kurz nach 18:00. Das kleine Hotel, was wir uns vorher ausgesucht hatten, fanden wir schnell und nahmen uns auch ein bzw. heute mal zwei Zimmer, denn die Betten in den Doppelzimmern waren uns viel zu klein, wir brauchen beide unseren Platz, besonders, wenn es so heiß ist, und so nahmen wir uns hier mal zwei getrennte Zimmer, des Schlafes wegen und weil sonst nichts anderes verfügbar war.
Dusche, Wäsche, und ab ins Dorf. An einem Straßenstand futterten wir mexikanische Empanadas, die sind ganz anders als ihre südamerikanischen Pendants, aber durchaus sehr lecker. Ich kaufte noch bisschen ein und ging dann schnell zurück auf mein Zimmer - das Bett ruft!
Waypoints
Route Details
Elevation
Highest point (1,040 m)
Lowest point (550 m)
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