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Corinna 🐧
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Moselsteig Etappe 19, Cochem-Karden, 07.10.26

Corinna 🐧
Completed activities

Moselsteig Etappe 19, Cochem-Karden, 07.10.26

went for a hike

October 7, 2026 at 07:11

Moselsteig Etappe 19, Cochem-Karden, 07.10.26

07:45

24.2km

3.1km/h

930m

910m

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Am Endertplatz in Cochem hole ich mir heute morgen noch die Stempel meiner letzten vier erwanderten Etappen.

Die Frau in der Tourist-Information ist ganz beeindruckt wie viel ich wandere. Kann ich garnicht nachvollziehen, für mich ist das völlig normal.

Dann geht es auf Etappe 19 (den Stempel habe ich mir noch nicht geholt, könnte Unglück bringen). Ich laufe durch die Stadt zur Talstation der Sesselbahn. Abkürzen ist allerdings nicht, der Lift ist so früh noch nicht in Betrieb. Vielleicht besser so, dann ist noch nicht so viel Betrieb auf dem Berg. Also meistere ich den fordernden Anstieg über Betonstufen und Schieferfelsen fußläufig. Ich muss aufpassen, mich noch nicht zu sehr zu verausgaben, schließlich habe ich noch 23 km vor mir.
Den Abstecher zum Pinnerkreuz hätte ich mir auf dem Weg hoch fast sparen können. Eine Aussicht gibt es nämlich auch an diesem Morgen nicht. Wiedermal alles schön grau.

Nach einem kurzen Plausch mit dem Angestellten der Bergstation erklimme ich auch noch den Rest des Berges. Ganz schön anstrengend! Wenigstens scheint hier oben die Sonne.
Ich passiere den Wild- und Freizeitpark Klotten und bin froh, von Asphalt wieder auf einen Waldpfad wechseln zu können. Jetzt geht’s aber auch schon wieder abwärts. Eigentlich hatte ich mich gefreut, einfach ein wenig auf der Höhe weiterlaufen zu können. Nach etlichem auf und ab gönne ich mir an einem Aussichtspunkt eine Tasse Kaffee. Wenigstens hat man jetzt wieder einen Blick ins Tal.

Auf dem weiteren Verlauf des Pfades gibt es noch einige schöne Rastplätze und ich bereue es fast, den erstbesten genommen zu haben. Am Seits-Heiligenhäuschen wechsele ich wieder auf einen breiteren Weg in den Weinhängen und schon bald führen mich ein schmaler Pfad, sowie eine Straße zügig hinunter in das frohe Weindorf Klotten.

Erst wird die Burgruine halb umrundet (kann nicht besichtigt werden, privat), dann geht es durch enge verwinkelte Gassen hinunter zum Bahnhof. Ich laufe parallel zu den Gleisen und teils zwischen Gleisen und Bundesstraße weiter. Dann kommt die Abzweigung ins Dortebachtal.

Dieses Seitentam der Mosel mit seiner einzigartigen Flora und Fauna wurde schon 1930 zum Naturschutzgebiet erklärt. Im kühlen Tal schlängelt sich der Pfad am Bach entlang und führt dann serpentinenartig steil den Berghang hinauf. Am Aussichtspunkt ‚Kasteschkopp‘ angekommen mache ich erst einmal Mittagspause.
Dann ist der zweite von drei großen Anstiegen für heute geschafft und ich lande auf einer Hochfläche. Die folgenden Kilometer bin ich mehr genervt als entzückt. Zwischendrin geht es zwar noch durch ein sehr schönes Waldstück, aber ansonsten immer am Waldrand entlang, an Feldern vorbei, zwischen Feldern hindurch ist der Weg mehr als langweilig. Die Viecher schwirren mir um den Kopf und machen mich völlig wahnsinnig, zeitweise bin ich richtig Aggro.

Um so mehr freue ich mich, als es hinter dem Ort Kail wieder auf einen schmalen Waldpfad im Bachtal, diesmal abwärts geht. Als nach 2 km die Mosel in mein Blickfeld zurückkehrt bin ich zufrieden. Dachte ich, ich könnte jetzt gemütlich bis Pommern ins Tal laufen, zeigt sich der Moselsteig gnadenlos. Es geht erst zweimal rauf, die Sonnenuhr oberhalb von Pommern muss man natürlich noch begutachten, bevor es ganz ins Tal hinunter geht.
Irgendwann bin ich dann mal im Tal angekommen und jetzt erst folgt der dritte heftige Anstieg für heute. Rauf auf den Martberg zur Tempelanlage. Mehrfach könnte ich auf dem Weg nach oben heulen, nach jeder Kurve zeigt sich ein weiterer Wegabschnitt bergauf, wieder und wieder. Dieser Berg fordert nochmal alles von mir. Gegen Ende werde ich schneller, nur um es endlich hinter mich zu bringen.

Dann stehe ich vor dem Tempel und habe null Bock, diesen zu besichtigen. Ich lasse mich auf die nächste Bank fallen und esse und trinke meinen Rucksack leer. Nach dieser Pause mache ich etwas, was ich sonst nie tue. Ich kürze ab, denn eigentlich möchte ich nur noch ins Tal zurück. Das dauert aber trotzdem noch eine ganze Weile. Erst muss ich noch auf der Höhe weiter, bis sich ein Serpentinenpfad scheinbar endlos lange hinab schlängelt. Karden kommt in Sicht, für mich geht es aber noch durch die Weinhänge bevor ich den Ort erreiche.

5 Minuten bevor die Tourist-Info schließt, kann ich noch den heutigen Stempel abholen und eine Viertelstunde später fährt mein Bus. Perfekt!

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