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Dominik went gravel riding
October 6, 2026 at 08:39
09:17
60.5km
6.5km/h
43.7km/h
2,130m
1,850m
Gute Nacht und gutes Frühstück.
Der Plan ist eigentlich heute einen "gemütlichen Radeltag" zu bestreiten. Kam anders.
Es geht bei 28 Grad in der Sonne 1000 hm hinauf. Schon wieder bombastischer Ausblick. Sehr ruhige Straße. Tatsächlich brausen ca. 8 Franzosen auf e-bikes an uns vorbei zum Pass wo auch schon ein "Versorgungsauto auf sie wartet" sagen sie. Dass es auch ohne e und ohne Begleitauto geht können sie kaum glauben.
Am Tizi N'Ait Imi (Tizi heißt glaube ich Pass) sieht man auf der anderen Seite wieder in andere faszinierende Berge und Täler. Alles in blau weiß.
Die Abfahrt ist auf groben holpergravel bei dem man über 60 mm Reifen sehr froh ist.
Unten am Fluß ist die Gite d'etape (Gite ist eine Art einfache Hütte mit Übernachtungsbetten). Wir essen ein wenig dort. Während dessen zieht es zu. Es regnet. Nicht schlimm deshalb Regenzeug an und los.
Nach 2 km zweigt unser Weg ab und führt auf einen matschigen Gravel. Ein Marokkaner meint, das sei bei dem vielen Regen zur Zeit keine gute Idee. Wir nehmen also die Straße die aber schon wieder + 700 hm für uns bedeutet.
Gut. Akzeptiert. Etwas zähneknirschend. Aber wir haben hier wenig Alternativen.
Nach ca. 300 hm Anstieg wird's richtig naß, windig, kalt und greislig. Durchhalten. Nicht jammern. Bergauf treten macht warm.
Nach weiteren 200 hm donnert es gewaltig und in mir kommen starke Zweifel auf ob es eine gute Idee ist bis auf 3000 m dem Tizi Ait Hmed entgegen zu fahren. Es ist nicht immer einfach die "richtige Entscheidung" zu treffen. Man hat zwar ein "ungutes Gefühl" aber auch da gibt es eine Schwelle bis eine Entscheidung fällt - z.B. zum Umkehren.
Uns kommt ein Jeep mit 2 Franzosen entgegen. Er hält im Regen an und fragt zuerst ob ich einen Motor habe. Dann ob wir Hilfe brauchen. Und dann, wie wenn er es nicht glauben kann was er sieht, ob er ein Foto von uns machen könne ..... mei, wenn's hilft :-)
Dass es kalt ist merke ich wieder daran dass meine Finger den Hebel der Schaltung kaum durchdrücken können. Nimmt man halr die Handballen.
Zu unserem "Schreck" geht es nun erst mal steil, schottrig ca. 300 m hinab in ein Bachdurchsetztes Tal das die Straße partiell überströmt.
Wir wägen ab on man besser das Zelt irgendwo aufbaut und sich in die warmen Schlafsäcke rettet .... hinter dem Tal sieht man die Straße erneut ca. 500 m ansteigen. Auf 1/3 des Anstieges ist ein Hüttchen zu sehen. Plan: Das steuern wir an. Als wir es erreichen hört der Regen auf.
Nochmal grundlosen Optimismus hervorholen und Planänderung: hoch zum Pass auf 3000 m.
Gesagt getan. Es bleibt rrocken und wird etwas hellgrauer. Oben alles anziehen und runterrollen in wärmere Lagen.
Auf ca. 2100 m kommt eine Häuseransammlung, Ameskan. Dort bieten uns sehr freundliche Marokkaner ein guestheose an - wir knicken sofort ein und geben die Zeltnacht auf. Gönnen uns ein Bett, Kochnische und Sofas im Trockenen und Warmen ...... legen die Beine hoch und sind erstaunt dass hier immer irgendwas los is was man nicht erwartethat ..... und gut dass alles gut ging.
Das häufige Ereignis des Unerwarteten erinnere ich auch auf der great divide..... und mittlerweile glaube ich sogar, dass das genau das ist, was solche bike-packing Fahrten so unglaublich faszinierend macht.
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