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Über den historischen Grenzweg bei Oberthal (Saarland): Morgenlicht, Grenzsteine und Weitblick im Naturpark Saar-Hunsrück
Über den historischen Grenzweg bei Oberthal (Saarland): Morgenlicht, Grenzsteine und Weitblick im Naturpark Saar-Hunsrück
Dirk Rüger went for a hike
October 3, 2026 at 04:57
03:25
9.93km
2.9km/h
250m
250m
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Du startest im Herbst, kurz vor Sonnenaufgang – und das merkt man sofort. Der Himmel über Oberthal ist noch dunkelblau, ein Halbmond hängt darin wie hingemalt, während sich am Horizont schon das erste Orange ausbreitet. Bodennebel liegt in den Tälern zwischen den Häusern, Windräder zeichnen sich als stille Silhouetten gegen den glühenden Morgenhimmel ab. Kondensstreifen kreuzen sich hoch oben. Wer früh aufbricht, bekommt ein Schauspiel, das kein Reiseführer verspricht – das musst du einfach selbst gesehen haben.
Die Route folgt dem ausgeschilderten Grenzsteinweg in der Gemeinde Oberthal, der entlang der ehemaligen Saargebietsgrenze von 1920–1935 verläuft. Das klingt nach trockener Geschichte, ist es aber nicht: An mehreren Stellen stehen gut erhaltene Grenzsteine direkt am Weg, und Infotafeln erklären, warum diese Waldgrenze einmal eine echte Staatsgrenze war – zwischen dem Völkerbunds-Saargebiet und dem restlichen Deutschland. Wer genau hinschaut, entdeckt auf manchen Steinen noch die eingemeißelten Hoheitszeichen beider Seiten.
Der Weg führt auf weichen Waldpfaden hinauf zum Losenberg (ca. 512 m), der Wasserscheide zwischen Blies und Nahe – dem höchsten Punkt der Runde. Danach geht es ins Nahetal hinunter. Der Wald wechselt Charakter: Buchenstämme stehen schlank im Dämmerlicht, der Boden ist dicht mit rötlich-braunem Herbstlaub bedeckt, die Stille ist vollständig. Kaum Trubel, kaum andere Wandernde. Genau das ist der Reiz hier.
Ein Highlight, das viele übersehen: Am Wegesrand steht eine kunstvoll geschnitzte Holzskulptur aus einem mächtigen Baumstamm – eine verspielte Figur mit großer Nase, die an einem Pult sitzt, umgeben von eingeschnitzten Sonnen und Blumen. Niemand erwartet sie mitten im Wald. Solche kleinen Überraschungen machen den Grenzweg zu mehr als nur einer Geschichtsrunde.
Auf dem Rückweg streifst du durch den sogenannten Pfaffenwald und kommst in den Bereich eines alten Rhyolith-Steinbruchs, der plötzlich am Hang auftaucht – das Gestein ist dem Granit verwandt und wurde hier einst industriell abgebaut. Ein stiller Zeitzeuge, der kaum in den üblichen Touren-Beschreibungen auftaucht.
Oberthal selbst liegt mitten im Naturpark Saar-Hunsrück, eingebettet in die sanften Höhenzüge des Sankt Wendeler Landes. Der bekannte Vereinigung für Geschichte und Heimatkunde Oberthal hat den Grenzsteinweg einst ehrenamtlich freigelegt, kartiert und mit Schildern versehen – ein Projekt, das Geschichte buchstäblich wieder gehbar gemacht hat.
Geheimtipp: Komm im Herbst früh morgens – mindestens eine Stunde vor Sonnenaufgang. Der Bodennebel, das erste Morgenrot über den Windrädern und der Halbmond zusammen ergeben Bilder, für die du auf Instagram vergeblich suchen würdest. Festes Schuhwerk ist Pflicht, manche Waldwege können matschig sein. Mit 9,9 km und moderatem Höhenprofil (zwischen 403 und 514 m) ist die Runde gut zu schaffen – aber die Eindrücke bleiben länger.
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (510 m)
Lowest point (400 m)
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