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Holger went for a hike
August 16, 2026 at 07:35
05:20
16.9km
3.2km/h
210m
220m
Garmin fēnix 8 solar
Es geht vieles zu schnell. Heute sind wir in Toschkent.
Toschkent wurde 1966 durch ein Erdbeben fast vollständig zerstört. Es gab kaum Todesopfer, aber fast alle Häuser wurden zerstört, was zu einer Welle der Solidarität in der Welt und zu einer konzertierten Aufbauhilfe der sozialistischen Staaten führte. Alles, was an Baukapazitäten in der Sowjetunion und in den RGW-Ländern vorhanden war, wurde nach Toschkent umgelenkt. Und so kam es, das Toschkent quasi zur internationalen Architekturausstellung sozialistischer (Platten-)Bauweise geriet: total unterschiedliche Stile, von traditionell bis avantgardistisch, Materialien und Größen. Heute kommen noch die Bauwerke des explodierenden Kapitalismus und die Macht und Potenz ausstrahlenden Bauten des Staates hinzu.
Am Amir-Timur-Platz (mit der großer Reiter-Statue) besichtigen wir das Haus der Fotografie mit Bildern zum Aralsee, dann das Timuriden-Museum zur Geschichte Usbekistans - wenn auch von einer Staatsideologie getragen, durchaus informativ und interessant. Weiter geht's über den "Broadway" zum Großen Theater und von da zur himmelhoch strebenden, supermodernen "Tashkent City" und all den teuren Wohnbauten in der Nähe. Ziel ist der Hazrati-Imam-Komplex mit der gleichnamigen Moschee (bei der Nichtgläubige nur in den Hof gelassen werden) mit schönen Holzsäulen. Auf einem weiten Platz steht klein und hübsch die Mui Mubarak-Medrese (1857), heute ein Kalligraphie-/ Koranmuseum. Hier wird der Koran, den Timur Leng im 14. Jahrhundert aus Syrien mitbrachte - also der älteste Koran der Welt - ausgestellt (als Kopie; das Original würde nebenan, im Zentrum der islamischen Zivilisation, liegen). Er wird traditionell mit dem Kalifen ʿUthmān (dem dritten Kalifen!, 644–656) verbunden, wissenschaftlich ist das späte 8. bis frühe 9. Jahrhundert verbürgt. Am anderen Ende des Platzes liegt die Barak-Chan-Medrese, in der die Händler den Touristen Handwerk anbieten.
Auf dem Hügel davor liegt echt riesig das "Zentrum der islamischen Zivilisation": neu erbaut, auf Geheiß des Präsidenten, 2026 eröffnet. Ein blauer Kasten mit 150x100m Kantenlänge, die Kuppel 65m hoch, vier riesige Portale, über und über mit Majolika verziert. Ich war nicht drin; keine Zeit.
Auch das davor liegende, alt wirkende, lehmverputzte Viertel ist neu erbaut. -
Den Chorsu-Basar hingegen gibt es schon immer ;-), er erstreckt sich über eine riesige Fläche, besitzt mehrere große Stahlkuppelhallen, Straßen und gefühlt Millionen Stände. Daneben liegt die alte Kukeldash Medrese von 1420, mit Sternendekor, schlicht und schön.
Waypoints
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