Routes

Planner

Features

Updates

App

Login or Signup

Get the App

Login or Signup

Pedalen-Paul experienced this adventure with komoot!

Have your own adventure with the #1 outdoor app today.

Sign up or log in

Pedalen-Paul
Completed activities

Jour 1160: de Mont Saint-Michel à Saint-Martin-d'Aubigny

Pedalen-Paul
Completed activities

Jour 1160: de Mont Saint-Michel à Saint-Martin-d'Aubigny

went for a bike ride

August 15, 2026 at 06:23

Jour 1160: de Mont Saint-Michel à Saint-Martin-d'Aubigny

05:26

84.1km

15.5km/h

48.8km/h

880m

850m

Garmin Edge 1040

Als die letzten Leute, die den Sonnenuntergang über Mont Saint-Michel und den Eingang der Flut in die Bucht beobachten wollten, verschwunden waren, wurde es richtig ruhig an meinem Picknickplatz und ich hatte eine angenehme Nacht.
Morgens wurde ich von dem Blöcken der Schafe geweckt, die mittlerweile das ganze Marsch um mich herum eingenommen hatten, inklusive des Picknickplatzes; nun verstand ich, warum hier überall Schafsköttel rumlagen, die haben hier die Oberhand, die lustigen Tierchen. Um meinen Picknicktisch musste ich mich mit ihnen streiten, denn die benutzen den gern, um sich zu schubbern, wie ich beim Frühstück amüsiert beobachten konnte.

Das Felseninselkloster Mont Saint-Michel versteckte sich hinter einer grauen Suppe aus Wolken, dicke, tiefhängende Nebelschleier zogen über das Marsch, das braungraue Watt verschwamm mit dem grauen Himmel zu einer Masse. Ich mag diese Stimmung, so schön melancholisch; so hab ich mir die Gegend hier auch vorgestellt.

Die flache Marschlandschaft der westlichen Normandie begleitete mich noch etwa 6-7 Kilometer, bis ich nach Norden auf die Halbinsel Cotentin abbog, die weit in den Ärmelkanal hineinragt. Hier fuhr ich noch ein Stück an einer breiten, schönen Bucht entlang, bei friedlicher Morgenstimmung.

Die Stadt Avranches ließ ich zuerst rechts liegen und dabei fiel mir ein und auf, dass heute Feiertag ist in Frankreich und morgen Sonntag - und meine Essenstasche relativ leer. Schlechte Kombination. Zur Not kann man auch mit Hafer, Reis und Nudeln überleben, aber das muss ja nicht sein. Auf Google Maps fand ich heraus, dass es am Rande von Avranches einen Supermarkt gibt, der noch bis 12:00 geöffnet hat, was ich nicht auf der Karte sah, war, dass ich dazu einen Berg hochochsen muss, das merkte ich dann erst unterwegs, als ich die 4-5km Umweg einbaute, um mir in einem Carrefour meine Tasche mit frischem Gemüse, Obst, Brot, Käse und Wurst vollzustopfen. Dann ballerte ich den gleichen Berg wieder hinunter, zurück zur Route, und kam an einem McDonald's vorbei. Zum Essen war es zum Glück noch zu früh, aber ich ging trotzdem rein, trank einen Kaffee, hing mal meine Elektronik ans Ladegerät, nutzte das WLAN, um meinen gestrigen Komoot-Bericht auf dem Laptop fertigzustellen und konnte da auch noch meine Morgentoilette auf dem Klo erledigen. Ja, ich weiß, einige Leute werden die Nase rümpfen, wie oft ich in letzter Zeit in diesen verdammten McDonald's-Filialen rumhänge, aber die Ladestände meiner Geräte gehen immer weiter nach unten und irgendwie kann ich in diesen Fastfoodtempeln immer sehr viel effizient miteinander verbinden (hier musste ich allerdings so Plastikeinsätze aus den Steckdosen rausbrechen, die verhindern sollen, dass Kunden die Dosen nutzen, aber da kenn' ich nix, da wende ich Gewalt an).

Nach Avranches fuhr ich ein Stück auf einer extrem dicht befahrenen Landstraße und war dem Wahnsinn nahe, weil ich dort sekündlich überholt wurde, sehr dicht und sehr schnell, allen voran von Wohnmobilisten, eine Sache, die ich noch viel weniger verstehe als schon bei normalen PKWs: die sind doch im Urlaub und müssten eigentlich Zeit und Geduld haben, sollte man denken, warum können die nicht mal zwei Sekunden warten, bis kein Gegenverkehr kommt, um mir ausweichen zu können, warum müssen die mit 100km/h und einem Abstand von <50cm an mir vorbeihämmern, ohne Respekt und ohne Rücksicht auf Verluste, sodass es mich fast von der Straße weht?! Ich kapiere das einfach nicht - diese Idioten. Voller Wut und Hass im Bauch bog ich zum Glück nach wenigen Kilometern wieder ab von dieser Höllenstraße; auf der Karte ist das leider nicht immer ersichtlich, was einen da erwartet, doch den Rest des Tages wurde ich zum Glück von dem schrecklichen, französischen Überlandverkehr verschont. Obwohl ich heute keinen Radrouten folgte, hatte ich dennoch Glück auf der restlichen Etappe, auf kleinen, einspurigen Landstraßen schraubte ich mich durch das Hinterland der Halbinsel Contentin, durch Wälder, Dörfer und Felder, immer mit stetigem Auf und Ab und das wurde heute mein erster, richtiger Klettertag im bisher so flachen Frankreich, auch mit einigen kurzen, aber knackigen Anstiegen ging es achterbahnmäßig durch die eher unauffällige Kulturlandschaft. Abseits von Tourismusrouten wartete ich hier lange auf eine Gelegenheit, um Mittagspause zu machen, es fand sich kein kleiner Park, keine Bank, kein Picknicktisch; das hatte ich lange nicht mehr, und so futterte ich im Stehen nur ein paar Kleinigkeiten direkt aus meiner Tasche heraus. Es war von da aus auch gar nicht mehr so weit zu meinem heutigen Ziel, einem "Aire de naturelle de Camping", einem kleinen, frei zugänglichen Gemeindecampingplatz im Dorf Saint-Martin-d'Aubigny. Diese Gemeindecampingplätze sind wirklich eine tolle Sache in Frankreich, vor allem, wenn sie abseits der Touristenrouten und -plätze liegen, dann ist da nämlich nicht viel los und man hat seine Ruhe. Das war hier der Fall, sofort fühlte ich mich recht wohl und es sind auch nur eine handvoll Leute da. An den vielen Steckdosen begann ich gleich als allererstes, mein Geraffel zu laden, im total blitzsauberen Badezimmer wusch ich Wäsche und später mich. Irgendwann im Laufe des Abends, als ich mir gerade Quinoa mit Gemüse und Chorizo kochte, kam die Campingplatzbesitzerin mit ihrer unfassbar hübschen Tochter, die für mich ins Französisch übersetzte (sie sprach ein fast perfektes, urbritisches Englisch mit Londoner Akzent) und kassierte alle ab, so läuft das hier. Später kam die junge Frau nochmal zu mir und schenkte mir zwei Bier, weil es ihr unangenehm war, dass ihre Mutter mir 3€ für die Benutzung der Steckdosen berechnet hatte. Überglücklich bedankte ich mich bei der nicht nur hübschen und gut englisch sprechenden, sondern auch noch sehr netten, jungen Französin, schnabulierte zufrieden mein Bierchen und ließ den Abend ruhig ausklingen, ohne Bericht zu schreiben, denn ich hatte mich dazu entschlossen, hier einen Tag Pause zu machen, also kann ich das morgen ohne Druck erledigen. Wer weiß, wann ich mal wieder die Gelegenheit habe, mich irgendwo an einem ruhigen, angenehmen Ort auszuruhen und meine Akkus zu laden, denn Warmshowers fällt erstmal aus: die Webseite und die App wurden gehackt und die Server sind runtergefahren, die Betreiber, eine gemeinnützige Organisation, braucht mindestes 10 Tage, um den Schaden zu beheben und eine neue Webseite und App an den Start zu bringen, und so wird es mit dieser Art der Übernachtungsmöglichkeit bis auf weiteres erstmal nichts. Aber hier, im Herzen des kleinen, alten Dorfes, welches im Zweiten Weltkrieg fast komplett von alliierten Bombenschlägen vernichtet und in den 50er Jahren wieder aufgebaut wurde, fühlte ich mich sehr wohl, im Schatten der alten, schönen Kirche, die alle naselang bimmelt.

11 people liked this tour.

11

Share

Embed

Comments

Navigate

Send to Phone

Save

Waypoints

Route Details

Elevation

Nothing selected – click and drag below to see the stats for a specific part of the route.

Sign up to see more specific route details

Sign up for free

Comments

guide_signup

Want to know more?

Sign up for a free komoot account to join the conversation.

Sign up for free

Loading
Explore
RoutesRoute plannerFeaturesRedeem a voucherHikesMTB TrailsRoad cycling routesBikepackingSitemap
Download the app
Follow Us on Socials

© komoot GmbH

Privacy Policy