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Andreas
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Lost Place Tour durch Zossen und Wünsdorf in der "Verbotenen Stadt"

Andreas
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Lost Place Tour durch Zossen und Wünsdorf in der "Verbotenen Stadt"

went for a bike ride

May 18, 2026

Lost Place Tour durch Zossen und Wünsdorf in der "Verbotenen Stadt"

02:07

23.0km

10.8km/h

26.8km/h

100m

90m

Interessanter Ort. Heute war aber Montag und wir kommen nochmal her, um eine Führung zu machen

Hier ist ein kompakter Überblick über die wechselvolle Geschichte dieses geschichtsträchtigen Ortes:
​1. Das Kaiserreich: Die Anfänge (1910–1918)
​Die militärische Nutzung begann um 1910 mit der Einrichtung eines Truppenübungsplatzes und dem Bau von Kasernen für das kaiserliche Heer.
​Das „Halbmondlager“: Während des Ersten Weltkriegs wurde hier ein besonderes Kriegsgefangenenlager für muslimische Soldaten der Entente-Mächte (u.a. Araber, Inder, Nordafrikaner) eingerichtet. Um sie zum Überlaufen und zum Dschihad gegen ihre Kolonialherren zu bewegen, wurde 1915 in Wünsdorf die erste funktionstüchtige Moschee Deutschlands aus Holz errichtet (1925 wegen Baufälligkeit abgerissen).
​2. Weimarer Republik und NS-Zeit: Das Nervenzentrum der Wehrmacht (1919–1945)
​Nach 1933 bauten die Nationalsozialisten Wünsdorf massiv aus. Der Ort wurde zum logistischen und strategischen Herzstück der deutschen Kriegsmaschinerie.
​Hauptquartier des Heeres: Ab 1937 zog das Oberkommando des Heeres (OKH) nach Wünsdorf.
​Bunkeranlagen „Maybach I und II“: Zum Schutz der Führung entstanden gigantische, unterirdische Bunkerkomplexe. Um sie aus der Luft zu tarnen, wurden die oberirdischen Zugänge als harmlose märkische Dorfhäuser mit Spitzdächern getarnt.
​Nachrichtenzentrale „Zeppelin“: Dieser Tiefbunker war die modernste und größte Kommunikationszentrale des Dritten Reiches, über die der gesamte Nachrichtenverkehr zu den Fronten lief.
​3. Die Sowjetzeit: Das „Verbotene“ Klein-Moskau (1945–1994)
​Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm die Rote Armee das Areal kampflos. Aus Wünsdorf wurde der Hauptsitz der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD).
​Völlige Abschottung: Das rund 600 Hektar große Areal wurde mit einer kilometerlangen Mauer umgeben und für die DDR-Bevölkerung strengstens abgeriegelt. Auf deutschen Landkarten existierte der Ort quasi nicht mehr – daher der Name „Verbotene Stadt“.
​Autonome Infrastruktur: In der Enklave lebten zeitweise bis zu 75.000 sowjetische Männer, Frauen und Kinder (Militärs und ihre Familien). Es gab eigene Schulen, Kinos, Kaufhäuser (Magasins), Schwimmbäder und sogar eine tägliche, direkte Zugverbindung nach Moskau.
​Der Geist von Lenin: Mitten im märkischen Wald stand das größte Lenin-Denkmal außerhalb der Sowjetunion, das bis heute vor dem ehemaligen Haus der Offiziere (einem prächtigen kaiserlichen Bau) thront.
​4. Der Abzug und die heutige Nutzung
​Mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag kam das Ende der militärischen Ära. Im August 1994 verließen die letzten russischen Soldaten Wünsdorf und hinterließen eine riesige Geisterstadt mit immensen Altlasten, aber auch einer beeindruckenden Architektur.
​Bücher- und Bunkerstadt: Heute ist Wünsdorf ein einzigartiges Flächendenkmal. Ein Teil der Kasernen wurde saniert und zu Wohnungen oder Behördensitzen umgewandelt. Ein anderer Teil ist als „Bücherstadt“ (nach dem Vorbild des walisischen Hay-on-Wye) mit Antiquariaten bekannt.
​Industriearchäologie und Führungen: Die monumentalen, teils gesprengten Bunkeranlagen (Maybach und Zeppelin) sowie das verfallende, aber imposante Haus der Offiziere mit seinem sowjetischen Schwimmbad sind heute Fixpunkte für Denkmalschützer, Historiker und Fotografen. Viele Bereiche können im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

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