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Pedalen-Paul and others went for a bike ride
February 16, 2026 at 15:18
02:50
31.3km
11.0km/h
49.8km/h
470m
390m
Garmin Edge 1040
Ich schlief nicht so gut, denn es bellten viele Hunde während der Nacht. Nicaragua ist ein armes Land und das heißt, dass es wieder viel mehr Hunde gibt (und leider auch viel mehr Müll am Straßenrand). Außerdem scharzwenzelte irgendjemand mitten in der Nacht um unsere Zelte herum, ich hatte ein unterdrücktes, männliches Husten gehört, und sowas aktiviert mein inneres Alarmsystem und dann kann ich nicht mehr pennen.
Wir krochen bisschen später aus den Zelten, denn wir hatten heute eine recht übersichtliche Strecke zu bewältigen. Unser Frühstück bereiteten wir uns in der riesigen, gut ausgestatteten Hostelküche zu und starteten langsam in den Tag.
Wir fuhren die nordwestliche Schleife um den aktiven Vulkan Concepcion herum, der sich zum Vormittag unter einer tiefhängenden Wolkenglocke versteckte und fast gar nichts von sich preisgab. Das änderte sich aber im Tagesverlauf, die Wolken lösten sich immer mehr auf, zum Nachmittag war er komplett zu sehen, und auch abends hing im Sonnenuntergang nur ein kleines Wölkchen an der Kraterspitze.
Obwohl diese Gegend wahrscheinlich eine der touristischsten Nicaraguas ist und dementsprechend bisschen ausländische Kohle hier hängenbleiben dürfte, ist der Kontrast zu Costa Rica wirklich immens. Uns begegnete viel Armut, sehr einfache Häuser, die Gesellschaft scheint viel stärker kleinbäuerlich geprägt zu sein als im globalisiertesten aller lateinamerikanischen Länder, Costa Rica. Viele Menschen sind zu Fuß, auf dem Rad oder mit uralten, US-amerikanischen Bussen unterwegs, die sich über die staubigen, steinigen und schlaglochzerfressenen Schotterpisten oder in den Dörfern über das Kunststeinpflaster quälen. Private Autos gibt es auf Ometepe nur wenige. Trotzdem gefällt es mir hier besser als in Costa Rica, so ein Land mit dem Rad zu bereisen ist einfach spannender und interessanter, die Begegnungen mit den Menschen sind authentischer und irgendwie echter.
Unsere Mittagspause verdeutlichte nochmal mehr die Verhältnisse hier, wir hielten an einem "Comedor" und Carmen war recht sauer, dass ich mich nicht davon überzeugen ließ, weiterzufahren, womit sie aber, das muss ich im Nachhinein zugeben, wohl recht hatte. Ich wiederum bestand darauf, dazubleiben, weil sie aufgrund von Unterzuckerung richtig miese Laune hatte und was essen wollte und sollte, obwohl wir nur 15min vorher eine lange Pause mit Süßgetränken und der restlichen Ananas von heute morgen gemacht hatten und ich angenervt war, dass sie schon wieder Mittagspause machen wollte, nach gerade mal insgesamt 18 gefahrenen Kilometern. Hachja, unsere Bedürfnisse sind manchmal schwer vereinbar. Zumindest stellte sich schnell heraus, als ich das "Klo" der Kantine besuchte, dass Hygiene hier an diesem Ort etwas kleiner geschrieben wird und ich konnte auch einen Blick in das Haus und die Küche werfen, das verschwieg ich Carmen aber; mir verschlug es den Atem und mir verging der Appetit vollends dabei und ich hoffte inständig, dass wir das nicht später bereuen würden. Ich hatte zum Glück nur eine Gemüsesuppe bestellt, da kann man nicht so viel falsch machen, Carmen aber hatte Hühnchen mit Reis und ich kreuzte meine Finger insgeheim, dass das keine üblen Nachwirkungen haben würde.
Nach nur 5 Minuten Fahrt trafen wir an einem kleinen Fluss Sam aus Italien wieder. Wir hatten schon in den letzten Tagen Kontakt gehabt und uns dazu verabredet, morgen mit ihm zusammen den Vulkan Madera zu besteigen und wir hatten uns dazu eine gemeinsame Unterkunft reserviert. Sam hat heute Geburtstag, und ich glaube, er freut sich vielleicht, diesen mit ein paar Gleichgesinnten zu verbringen. Er stand in Unterhose in dem klaren Fluss, der von einer Vulkanquelle gespeist wird, aber trotzdem angenehm und erfrischend temperiert war und ich gesellte mich gleich mal dazu. Nach dem herrlichen Bad setzten wir unsere restliche Fahrt gemeinsam fort, nur noch knapp 8km waren es bis nach Balgüe, einem kleinen Dorf am Ufer des großen Vulkansees. Es ist ein kleiner Backpacker-Ort, es gibt ein paar Hostels, ein paar Cafés und Restaurants und ein paar kleine Läden, aber alles trotzdem sehr gemütlich und ruhig, nicht übertrieben touristisch, ganz und gar nicht. Wir kauften da ein paar Vorräte ein, klapperten sämtliche Läden ab, um Avocados für Guacamole zu finden, denn wir hatten in einer Hipster-Bäckerei ein leckeres und auch wieder sehr teueres Sauerteigbrot gekauft, welches wir morgen auf der Wanderung mit der Guacamole verspeisen wollten, aber leider wurden wir nicht fündig und so werden wir irgendwie was anderes auftreiben uns zusammenimprovisieren müssen.
Unsere Unterkunft, eine etwas abgelegene Finca, lag weiter oben, schon ein Stück Richtung Vulkan. Von da aus hat man eine wirklich spektakuläre Sicht auf den anderen Vulkan, den Concepcion. Das alte Finca-Gebäude aus dem 19. Jh. ist riesig, die Zimmer sind sehr rustikal (und auch günstig); wir wurden herzlich empfangen und fühlten uns da sofort sehr wohl. Ich genoss den Sonnenuntergang mit Blick auf den See und den Vulkan vom Balkon aus, während ich meine gerade gewaschene Wäsche aufhängte. Außer uns gibt es nur noch zwei Dreadlockmädels aus dem Schwarzwald hier, ansonsten haben wir die riesige Finca fast für uns.
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (190 m)
Lowest point (40 m)
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