Mandelkern
 

About Mandelkern

Wandern, fotografieren und darüber schreiben.Komoot ist für mich Wander-Blog, Fotogalerie und Forum. Das Wendland meine Wahlheimat, eine dünn besiedelte Region in Niedersachsen. Die nächste Autobahn gut anderthalb Stunden entfernt, die Elbe ganz nah. Der Kulturbahnhof Hitzacker mit Anschluss nach Lüneburg und ans »Tor zur Welt« in Reichweite. Mandelkern ist der »Nom de plume«, unter dem ich schreibe. Der kann hier nach Lust und Laune vor sich hindenkeln, Leute zu Papier bringen, seine Meinung verklappen und Gedanken verzetteln.Direktkontakt: daniel.mandelkern@gmx.de

Distance travelled

4,274 mi

Time in motion

1156:10 h

Recent Activity
  1. Mandelkern went for a hike.

    April 20, 2021

    03:20
    8.05 mi
    2.4 mph
    300 ft
    300 ft
    Rita🌵, Biggi and 25 others like this.
    1. Mandelkern

      April 20, 2021
      Swinmark | "Come dear May ...
      ... and make the trees green again «, begins perhaps one of the most famous art songs, which has become a folk song due to its widespread use. This has to do with the beautiful text by an unknown poet from Lübeck, Christian Adolph Overbeck, but above all with Wolfgang Amadeus Mozart, who set these lines to music in the year of the Lord in 1791. Its correct title "Longing for Spring" describes what was going on in me on the tour. Well, the clear blue sky was there, but a nasty, cold north wind accompanied me the whole time. That changed in May.I was traveling in Swinmark, in the extreme southwest of the Wendland. Nobody knows exactly how the name came about. Some say it was a particularly nourishing area for pigs. Others write that it cannot be ruled out that it was originally an appraising nickname in contrast to the neighboring Altmark.Today not a long text that might talk the lightness of this tour to death, but rather presents itself as a source for "snapshots" that give the tour an unmistakable face. Edited and framed with Adobe Lightroom and Photoshop Express.My request to May:

      translated byView Original
      • 5 days ago

  2. Mandelkern went for a hike.

    April 13, 2021

    07:07
    16.0 mi
    2.2 mph
    450 ft
    475 ft
    1. Mandelkern

      April, 13, 2021
      Gartow | Ich brauch Tapetenwechsel
      «Ich brauch Tapetenwechsel sprach die Birke und macht sich in der Dämmerung auf den Weg« sang im Jahre des Herrn 1971 Hildegard Knef. Heute auf der Tour, entlang eines Birkenhains, fiel mir diese Zeile ein. Meine Mutter sang, summte das Chanson immer dann, wenn sie der Meinung war, dass nur noch ein «Tapetenwechsel» ihr Leben retten konnte.Nach Rückkehr habe ich mir den Text ergoogelt, dazu die Musik. Sehr schnulzig für heutige Ohren. Aber der Text ist klug. Meine Lesart in Zeiten der Pandemie: Wenn wir schon nicht reisen können, sorgt Wandern für den Tapetenwechsel. Denn auch «Ich brauche frischen Wind um meine Krone».Der Gartower See, ganz im Nordosten von Niedersachsen, ist ein touristisches Ziel im Wendland. Es gibt viele Möglichkeiten, das Auto loszuwerden. Leere Parkplätze rund um den See.Ich starte mit einem kleinen Schlenker durch Gartows Hauptstraße. Vorbei am «Eismacher» (geschlossen), am Gartower Hof (dauerhaft geschlossen), an der Kunstkammer (geschlossen). Die Galerie macht mit «Schaufenster-Ausstellungen» auf sich aufmerksam und hofft im Mai wieder öffnen zu können. Die St. Georg-Kirche, gepriesen wegen ihrer barocken Innenausstattung - geschlossen. Gartow an einem sonnigen Werktag im April 2021 - eine Kleinstadt im coronabedingten Dornröschenschlaf.Nur einen Katzensprung von der Kirche entfernt lande ich auf der betonierten Deichpromenade. Der folge ich in westlicher Richtung. Der Gartower See ist ein künstlicher. Angelegt in den 1970er Jahren und rundherum vollgespickt mit Angeboten ländlicher «Sommerfrische» für die ganze Familie. Camping, Bootsverleih, Minigolf, Angeln, Fitness-Pfad und natürlich Baden. Auch hier ist nix los. Hin- und wieder treffe ich Leute, der ihren «Spazinesen» ausführen.Eine Beobachtungsplattform am Westufer nutze ich zum Fotografieren. Nach der Überquerung der Seege, den Fluss, der den Gartower See durchfließt und der L 258 lande ich in einem kleinen Eichenwald. Aus dem Wäldchen heraus führt ein asphaltieren Wirtschaftsweg, der aber bald seine Teerdecke verliert und als schöner unbefestigter Wanderweg mich zu jenem Birkenwald führt, der verantwortlich ist für die Erinnerung an besagter Schlagermonzette.Meine Aufmerksamkeit gilt wenig später einer alten Holzbrücke, die über den «Südlichen Schaugraben», einer der unzähligen Entwässerungsgräben über die Qualmwasser in die Seege geleitet wird. Auf dem Bildschirm ploppt ein Fenster auf, es erscheint der Erklärbär: «Bei Hochwasser kann es an Deichen zu einer Unterströmung kommen. Durch den Wasserdruck des hohen Flusspegels wird der Deich dann von Grundwasser unterströmt. Direkt hinter dem Deich tritt das Wasser wieder an die Oberfläche und bildet Seen und Tümpel. Dabei erfolgt der Wasseraustritt manchmal ›qualmend‹, weil im Boden eingelagerte Luft hochgedrückt wird. Deshalb nennt man dieses Phänomen Qualmwasser. Um großflächige Überschwemmungen zu verhindern, wurden landseitig Qualmdeiche angelegt oder Entwässerungsgräben gezogen. In einem Naturschutzgebiet sind Qualmwasser ein Segen und Voraussetzung für die Entstehung wertvoller Biotope», verrät der Erklärbär und verschwindet wieder.Weiter geht’s und schon kurze Zeit nach der Holzbrücke biege ich ab, westwärts. Über einen Wirtschaftsweg erreiche Pevestorf. Genauer gesagt, das Werkstor eines Saftherstellers, dessen Unternehmensgeschichte sich so liest: In den 1920er Jahren zogen Margret und Karl Voelkel mit ihrem «Mostmax», einer mobilen Saftpresse, von Dorf zu Dorf und verwandelten Obst der Bewohner in Saft. Ab 1936 entstand in der stillgelegten Meierei von Pevestorf eine Naturkostsafterei. Heute, Deutschlands grösste.Die Hauptstraße in Pevestorf heißt Fährstraße. Vermutlich auch deshalb, weil es außerhalb des Dorfes einem Fähranleger gibt. Von dort pendelt zwischen 06 und 20 Uhr die «Westprignitz». Die bringt Fußgänger und Radfahrer, aber auch Mopeds und PKWs über die Elbe nach Lenzen und damit in den westlichsten Zipfel von Brandenburg.In der Fährstraße treffe ich einen Bekannten, der mich mit einer Überraschung empfängt. Am Fenster im Dachgeschoss seines Hauses hat er ein Teleskop aufgebaut. Er nennt diesen Platz «meine Naturerlebnisstation». Ich habe eine Weile gebraucht, um das brütende Kranichpaar inmitten der vielen Tümpel, Senken und Gestrüpp der Pestorfer Wiesen zu erkennen. Ausnahmsweise wähle ich für dieses Schauspiel einen Begriff aus der Floskelwolke: «Ganz großes Kino! [Alle jetzt Besorgten sei gesagt, es trafen sich zwei Erstgeimpfte, die sich so verhielten als wären sie noch nicht geimpft und alle AHA-Regeln beachteten]. Wir verabreden uns zum Kranich-Gucken und Kaffee nach der zweiten Impfung in vier Wochen. Bis dahin sind die Kranich-Küken geschlüpft, aber noch nicht flugfähig. Wir sind zuversichtlich, dass wir die Kranich-Kleinfamilie wiedersehen, denn oft bleiben sie bis zum Winterquartier zusammen.Aus Pevestorf hinaus folge ich einer ruhigen Landstraße bis zu ihrer Rechtskurve, die zum Fähranleger führt. Ich laufe geradeaus, vorbei an einer Schutzhütte und gut gestalteten Informationstafeln über einen unbefestigter Wanderweg mit vertrauter Markierung, dem «E» für Elbhöhenweg. Zuerst aufwärts zum Aussichtsturm auf dem Höhbeck. 120 Stufen sind zu bewältigen. Zur Belohnung, spektakuläre Aussichten weit über die Elbe hinaus in den «Nahen Osten».Weiter dann am Cafégarten «Schwedenschanze» vorbei. Der Name führt in die Irre. Es ist kein Austragungsort für die Qualifikation zum Neujahrsspringen der Vierschanzentournee, sondern es handelt sich bei diesem Erdwall um die Reste einer slawischen Burg. Seit Jahrzehnten existiert hier eine wunderbare Möglichkeit einzukehren. Der «Kaffeegarten Schwedenschanze» hat ganzjährig geöffnet. Ja, wenn es die Pandemie nicht gäbe.Es folgt ein sehr abwechslungsreicher Abschnitt, bergauf und bergab, manchmal auch mit Hilfe von Stufen, später über einen langen Steg dann wieder in Serpentinen aufwärts, die mich zur Vietzer Schanze bringen. Im frühen 9. Jahrhundert ließ Karl der Große eine Festungsanlage hier errichten, um sein Frankenreich gegen die Bösen (= die Slawen) jenseits der Elbe zu schützen. Auch hier eine Aussichtsplattform und vielen Informationstafeln über den «Global Player» und seine Machtzentren in der Welt um 800. Seitdem ist viel Wasser die Elbe hinuntergeflossen. Ich muss an die Zeit in einem anderen «Karlsort» denken, wo ich einen «Milieuwechsel» erfahren sollte. An «Aquis Villa» (Aachen), die der «Reisekönig» später zu seiner Lieblingspfalz erklärte und an seine Pfalzkapelle (Aachener Dom), wo im Laufe von 600 Jahren mehr als 30 römisch-deutsche Könige gekrönt wurden.Ab hier folge ich einer attraktiven Alternative zum Elbhöhenweg, die auf den etwas umständlichen Namen «Entdeckerpfad-auf-dem-Höhbeck» hört. Er ist schmaler, dem Steilhang, dem Fluss näher. Praktisch und irritierend zugleich, ist er ebenfalls mit einem «E» markiert. Man merkt erst beim Betrachten der Karte hinterher, dass man sich zum Glück (!) verlaufen hat. Am Ende dann, auf einem Plateau eine hölzerne Sitzgruppe mit großem Tisch und großer Aussicht auf den Fluss. Ab hier kann man wählen. Entweder nutzt man den hölzernen Stufensteg oder begleitend den sandigen Fusspfad. Beide Möglichkeiten bringen den Wanderer zu einer Grillhütte direkt am Elbufer.Zwiespältig bin ich immer, wenn ich auf ein «Kriegerdenkmal» treffe. In Vietze steht so eins mitten im Weg. Ein «Mini-Mausoleum» mit der Inschrift «Unseren tapferen Söhnen». Von einer «Gedenkhalle» ist auf der Homepage des Dorfes die Rede im expressionistischen Architekturstil des Kunstmalers und Grafikers Adolf Schlawing. Ich lass das mal umkommentiert.Vietze war einst ein Schifferdorf (in besseren Zeiten auch «Klein Hamburg» genannt, weil sich das Dorf unmittelbar am Ufer der Elbe entlang streckt und die Bewohner fast ausschließlich von der Elbschifffahrt lebten). Im Einwohnerbuch von 1929 werden 3 Schiffseigner, 24 Schiffsführer, 11 Schiffer und 35 Steuerleute und Maschinisten aufgeführt.
      Das ist heute anders. Man versucht auf bescheidenem Niveau, Wanderer und Radfahrer zum Genießen und Entspannen anzulocken, punktet mit einem kleinen Hotel, zwei Pensionen und vielen Privatunterkünften. Für Wohnmobilisten gibt es schöne Stellplätze direkt an der Elbe. Aber auch hier ist die Pandemie greifbar. Vietze wirkt wie ein verlassenes Dorf.
      Vorbei am Höhbeck-Museum (öffnet wieder Anfang Mai) folge ich der Kapellenstraße, die mich - wie könnte es anders sein - zu einer schmucken Feldsteinkirche mit Friedhof, etwas außerhalb des Dorfes bringt. An diesem schönen Tag leuchtet das Kirchlein und gibt sich fotogen.Weiter muss ich jetzt ein Stück Radfahrweg entlang der Kreisstraße in Kauf nehmen, um von einem Parkplatz nach links einem Feldweg folgen zu können, der mich vorbei an einem See mitten hinein in ein abwechslungsreiches Waldgebiet bringt. Die Fotos sprechen für sich. Kurz bevor ich Brünkendorf erreiche, verlasse ich den Weg und gebe mir für heute die Portion grasige Deichkrone. Fast zwei Kilometer ist sie lang. Rechts mit Blick Richtung Seege, links Agrarlandschaft mit Aussicht auf Mist, Brünkendorf und Restorf.Wenn der Deich einen großen Bogen nach links Richtung Restorf macht, verlasse ich ihn nach rechts und folge einem betonierten Wirtschschaftsweg durch die Seege-Niederungen in Richtung Laasche, wo ich als erstes einen Campingplatz erreiche. Hier ist auch nix los, denn bekanntlich sind Campingplätze derzeit nur für Dauercamper geöffnet. Noch bevor ich überhaupt das Dorf betrete, bin ich auch schon wieder raus und etwa 500 Meter später überquere ich für heute zum zweiten Mal die L 256 geradeaus hinein in den Wald.Am einem ›niedrigen‹ Hochsitz, gut getarnt, biege ich nach links ab. Ab hier geht es immer weiter geradeaus durch den Meetschower Forst, für heute meine Zielgerade. Der Waldweg wird zum Gedelitzer Weg. Ihm folge ich bis zur Einmündung in die Hahnenberger Straße. Hier nehme ich den Bürgersteig ortseinwärts zurück zum Parkplatz.Es klang einmal:

      • April 25, 2021

  3. Mandelkern went for a hike.

    April 2, 2021

    06:31
    15.8 mi
    2.4 mph
    1,150 ft
    1,150 ft
    Sabine B, Marflow and 49 others like this.
    1. Mandelkern

      April 2, 2021
      Klötzie-Rose | Stay Close (XIX)
      Good Friday 2021. Still pandemic. The days are getting longer, which means that the tours can also be longer. But I suspect «training deficit».I'm too lazy to come up with a tour. Maybe I'm running out of ideas too? So I'll just do it myself and follow a “classic” in Wendland, the “Klötzie-Stieg”. Sounds a bit like I'm traveling in Switzerland, but unfortunately it's not like that. Klötzie-Stieg is called 26 kilometers of Wendland. The combination of pandemic, Good Friday and Wendland means that the tour becomes a “training session in complete isolation”.The conditions: cloudy, 8 °, fresh west wind. The “rifle light” is modest. I have to think of Barbara Klemm, who described her way of getting around as a photographer as “very concentrated strolling”. I miss that today. Nevertheless: 48 pictures from the roadside.I don't need a journey for the tour. It practically leads past the living room window. That is why the launch site is not one of the many hiking parking lots that the "Klötzie-Stieg" has ready, but a locomotive shed at the former oil station in Harlingen and the remnants of a large WIFO tank farm (a Nazi camouflage organization). It was used by a farmer as a field barn for many years and is now a hideous “sight”, a littered “lost place” with fresh traces that suggest a current meeting point. It is unclear who meets here.Today no detailed protocol, but a short portrait. The tour could be divided into four sections.The first leads through light forest area with a few steep climbs eastwards to the outskirts of Hitzacker. "Klötzie" is the name for the area of a terminal moraine landscape that ends as a steep slope on the Elbe.The second section (certainly the most beautiful) leads over a narrow footpath along the steep coast, steadily up and down and offers great, natural vantage points of the Elbe and Elbe landscape beyond the river. But also the sections at eye level with my “flow of life” over the low-lying meadows are great.In the third part - again a bit away from the river but still so close that it sometimes squints through the trees - again a deciduous forest section up to the Osterberg and after a little pan over Tießau to Tiesmesland, past the Kniepenberg observation tower to the skipper's village Drethem. Again, constant ups and downs.The fourth section, the way back, is a mixture of agricultural landscape, small villages and, towards the end, a lot of forest again. The gradients are significantly less here than on the way there. It occurs to me a few times that the tour - due to the little variety on the long farm roads and a lot of asphalt - is somehow drawn out. And there is point deduction for that.

      But the sporty aspect was in the foreground. And what should I write? I did it, but in the end I also did a little. Around 26 kilometers and almost seven hours on my feet. In addition, something completely surprising for this region: 350 meters of altitude have come together.

      translated byView Original
      • April 7, 2021

  4. Mandelkern went for a hike.

    March 16, 2021

    02:59
    7.99 mi
    2.7 mph
    150 ft
    150 ft
    Sabine B, Biggi and 47 others like this.
    1. Mandelkern

      März 16, 2021
      Die Lucie | In der Nähe bleiben (XVI)
      Das Auto stelle ich auf dem Parkstreifen der Bundesstraße in Woltersdorf ab. Woltersdorf ist kein Dorf, obwohl es der Name suggeriert, sondern ein «zweizeiliger langgestreckter größerer Ort» rund 4 km südwestlich von Lüchow. Die B493 führt mittendurch, zerschneidet das Dorf in zwei Hälften. Der Wanderer, der hier startet, will dann auch nix wie weg.Der Versuch der Bundesstraße über die Feuerwehrstraße zu entkommen scheitert, weil sie, ohne besonderen Hinweis, zur Sackkasse wird. Vor einem verschlossenem Schiebetor aus Stahl, wird klar, ich muss wieder zurück. Gelandet bin ich auf dem Gelände einer jener Banken, die nicht nur mit Geld, sondern auch mit Saatgut, Düngemittel und vielen anderen landwirtschaftlichen Produkten handelt.Also zurück auf die Bundesstraße. Aber nur ganz kurz, denn am ehemaligen Bahnhof geh ich nach rechts in die Bahnhofsstraße. Woltersdorf war einst Haltepunkt der Schmarsauer Kleinbahn, die bis 1969 zwischen Lüchow und Schmarsau verkehrte. Einen besonderen Namen machte sie sich in den Jahren 1945 bis zur Währungsreform 1948. Weil die Strecke parallel der «Zonengrenze» verlief, hieß sie im Volksmund auch «Heringsexpress». Der damaligen Not geschuldet, wurde auf der Strecke geschmuggelt, vor allen Dingen Fisch und Fischöl.Kurz hintern den letzten Häusern des Bahnhofsviertels folge ich einem Schnurgeradeausweg, anfangs geteert, später unbefestigt, aber problemlos zu laufen. Die äußeren Bedingungen, Vorfrühling: Heiter bis wolkig. 8°, wenig Wind. Erstes «Sighting», direkt am Weg in einem kleinen Birkenhain gelegen, ist ein Findling, der «Brautstein», der an das böse Ende eines Hochzeitszuges erinnert, der nie sein Ziel erreichte. Mensch und Tier hat der Erdboden an dieser Stelle verschluckt. Sollte sich die Geschichte wirklich zugetragen haben, muss es zu einer Zeit gewesen sein, als «Die Lucie», so heißt die Landschaft in der ich heute unterwegs bin, noch eine Sumpf- und Moorlandschaft war.Nach noch einmal einem knappen Kilometer über den Schnurgeradeausweg erreiche ich den Luciekanal, der - zusammen mit einem verzweigten Netz von vielen kleinerer Entwässerungsgräben - für die Trockenlegung der Auenlandschaft verantwortlich ist. Schon seit 1951 ist «Die Lucie» als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Anlass dafür waren Brutvorkommen des Kranichs.Was folgt ist ein Weg, der eigentlich keiner ist. Über die grasige Deichkrone, deren Untergrund bei jedem Schritt gelenkschonend nachgibt. Zweimal wechsele ich die Uferseite. Dieser Streckenabschnitt braucht keinen Text. Die Fotos sprechen für sich. Und wenn ihr neben dem Bildschirm auf einem zweiten Monitor Google Earth mit der Satelliten-Ansicht aufschlagt, wird deutlich warum. Auf diesen Metern entsteht der Vorsatz, spätestens im Sommer wiederzukommen.Klein Breese (eigentlich ein schöner, kleiner Rundling), lasse ich links liegen (wörtlich), wende mich nach rechts und überquere für heute zum zweiten Mal den Luciekanal. Blicke aufs Wasser gewähren «den Himmel auf Erden».Ich kehre dem Luciekanal den Rücken und folge einem kleinem namenlosen Entwässerungsgraben entlang eines Wirtschaftsweges, der mich direkt zum schönen, aufgeräumten Dorfplatz - gesäumt von einem Kranz alter Eichen - von Thurau bringt. Um ihn herum sanierte Gebäudefassaden. Dieses Ensemble, bestehend aus Dorfplatz und angrenzenden Hofanlagen, ist denkmalgeschützt.Thurau ist ein Rundling und auch heute noch als solcher zu erkennen. Kleiner Exkurs. Thema Dorfbrände. Zur Entstehungszeit waren die meisten Häuser stroh- oder reetgedeckt. Sie hatten offene Feuerstellen in der Diele. Die Ernte lagerte unterm Dach. Das und die enge Bebauung der Häuser führte selbst bei nur einer Brandstelle nicht selten dazu, dass ganze Dörfer Opfer der Flammen wurden. Vorsorglich gab man beim Wiederaufbau die Rundlingsform auf. War der Rundling aber nur zur Hälfte abgebrannt, wie hier in Thurau, wurde sie beim Wiederaufbau beibehalten.Wenn man das Dorf nach Westen verlässt, ist er nicht zu übersehen. Der Thurauer Turm. Was von weitem aussieht wie ein riesiges Nasenspray-Fläschchen, ist eine ehemalige Militärliegenschaft und diente ab 1967 der Aufklärung des Feindes im Osten. Als der sich 1989 «unsichtbar» machte und vom Westen aus nichts mehr zu klären gab, wurde er 1994 nach einer Ausschreibung an eine Firma verkauft, die u.a. für die Rüstungsindustrie produziert. Leider kein Museum oder Aussichtsturm mit Restaurant o.ä., wie sich das viele gewünscht haben, sondern «Militärtechnik made in Wendland« mit viel Gegenwind aus der Bevölkerung. 2018 hat die Firma den Turm aufwendig restauriert und bekam einen «Tarnanstrich» mit grün abgestuften Farbringen, ähnlich wie die modernen Strommühlen. Und so steht er da, der Thurauer Turm, als «Landmarke» und Fotoobjekt. Als Symbol, als Wahrzeichen des Kalten Krieges ungeeignet. Entlang der Obstbaumallee, wie die L259 hier heißt, verlasse ich den gut abgeschirmten Ort wieder in Richtung Woltersdorf. Nutze vorher die Gelegenheit für einen Abstecher über den Friedhof vorbei an der Feldkirche Woltersdorf, die - wie so oft im Wendland - außerhalb des Dorfes steht. Das liegt daran, dass in den Rundlingen - gebaut in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts - kein Platz war für eine Kirche. Und die Wenden ließen sich erst später christianisieren.Die wortwörtliche Zielgerade ist so ein für die Region typischer Wirtschaftsweg, zweispurig mit Betonplatten ausgelegt und einem grünen Mittelstreifen, der mich zurück zum Ausgangspunkt nach Woltersdorf bringt.Heute kein Fazit, sondern ein «Lied für jetzt» (nicht von den «Ärzten»).

      • March 24, 2021

  5. Mandelkern went for a hike.

    March 5, 2021

    Güni, Maik and 60 others like this.
    1. Mandelkern

      March 12, 2021
      Drawehner Jeetzel | Stay Close (XV)
      Half the Friday just scrolled around, read something here, posted something quickly. The digital life at home makes me edgy and so take a little (analog) break.There are still three hours left until sunset. So quickly to the starting point of the tour. A small, hidden parking lot in the shadow of the official tower (now a museum) in Lüchow, where I get rid of the car. I chose Lüchow as my starting point because I can still shop there at my favorite discounter after sunset.Turning the corner once, I reach the beautiful path through the district garden along the Drawehner Jeetzel. It is a tributary of the Jeetzel River and is so called because it absorbs and distributes the water from the Drawehn (the name of the old moraine landscape in the southern Wendland). Actually just a drainage ditch, but is kept alive as a river by many weirs. Almost stagnant water. Angler's paradise.Walking along the shore is a short pleasure. I cross the river because the path is moving away from the water and a few moments later I stand in front of the dyke of the “right one”, the river Jeetzel. Now further over the grassy crest of the dike in a south-easterly direction. The elevated position makes it possible: Great views over meadows and pastures.The destination is Jeetzel, the village that bears the name of the river. The assumption that a trading center mentioned in a document in the 9th century is identical with the name "Schezla" is highly controversial. Because if that were the case, the village would be one of the oldest settlements in Wendland. A little too much subjunctive. However, the location of a neat chapel is undisputed. Three architectural styles side by side. The choir, brick construction on a field stone base, in the middle half-timbered with brick lining, a wooden tower at the end. At his side, a linden tree. Wonderful ensemble.Back the same way. At the exit to the right to a grove of fir trees. Then to the left, first across the river, then over a former track. It belongs to an old railway connection between Dannenberg and Salzwedel: the Jeetzeltalbahn. Due to the division of Germany in Lübbow in 1963, continuous trains ran from here via Dannenberg, Uelzen and Bremen to Bremerhaven in the 1950s. Only railway romantics believe that this line will be reactivated.After a while on the side of the road along the railroad tracks, I «may» go back onto a hiking trail. In front of me is a big brack. The scene, around an hour before sunset, as chosen by wedding photographers for a photo shoot and perfect beauty photos for life after the wedding.Back to the evening reality. I reach the Jeetzel River again. The home straight is again one of those wonderful narrow, grassy footpaths over the top of the dike that I like so much.If you get closer to the city, it becomes clear that Lüchow was once a port city. Transshipment point for barges from Hamburg, loaded with herring tons, coffee or kerosene, to put long winter evenings in the country in the right light.The photo yield is meager. Also because the light doesn't play along. What pleases the hiker is a horror for the photographer. A glaring, shadowless light of the high sun, a cloudless sky. So bright that the photos literally burn. Only in the evening, during the “blue hour”, are a few postcard-compatible photos that are very close to the kitsch. Apple's AI goes one better. Even with the help of Lightroom, I can't get that under control.Conclusion? I had made up my mind that in this text about hikes on days before spring without the word pandemic. Almost succeeded.

      translated byView Original
      • March 8, 2021

  6. Mandelkern went for a hike.

    February 10, 2021

    03:03
    7.20 mi
    2.4 mph
    375 ft
    375 ft
    Ida Bogø, Baerbel L 🍁 and 57 others like this.
    1. Mandelkern

      Februar 10, 2021
      Schieringer Forst | In der Nähe bleiben (XI)
      Ich starte die »Flockdown-Tour« heute von einem winzigen Wanderparkplatz an der L231 zwischen Barskamp und Walmsburg. Die äußeren Bedingungen: -2°, stark bewölkt, Nordwind. Es schneit. Mittwoch. Hier ist außer mir niemand.Die ersten Meter hinein in den Schieringer Forst wird klar, ich bin in der Situation eines Pioniers. Ich lege frische Spuren in den Schnee. Weil es aber immer noch (oder wieder) schneit, kann ich sicher sein, dass die Spuren nach mir wieder verschwinden.Ein Begrüßungsschild, das ich vom Schnee befreien muss, um es lesen zu können heißt mich «Willkommen im Forst der Hünen». Kleiner Zeitsprung. In der Jungsteinzeit ändern die Menschen ihre Lebensgewohnheiten. Aus Jägern und Sammlern werden Bauern und Viehzüchter. Sie werden seßhaft. Zu ihrem neuen «Lebensstil» gehört das Errichten von riesigen Grabmonumenten: «Senkrecht stehende große Steine tragen quer darüber liegende, wodurch Grabkammern entstehen».Schon bald nach dem Start, nachdem ich an einer fünfarmigen Waldkreuzung nach links abgebogen bin, erreiche ich das erste Hünengrab. Besonderen Eindruck macht das nicht. Aber es ist heute schön dekoriert und die «Säulen» sind schon deshalb nicht zu übersehen, weil sie weiße Hüte tragen.Weiter folge ich einem schmalen Waldpfad bis zu einer Gabelung. Hier halte ich mich links und überquere einen breiteren Waldweg, um einen halben Kilometer später nach rechts abzubiegen. Nach einer schneebedeckten, unberührten steinernen Sitzgelegenheit mit Tisch erreiche ich den Opferberg, der sich schneebedeckt wie ein Rodelhügel ankündigt. Ist er aber nicht. Nicht zufällig, auch keine Laune der Natur, sondern im Inneren des Hügels verbirgt sich eine Grabkammer. Von den Denkmalbehörden werden die Hügel erfasst, um sie im Blick zu behalten und weiter zu untersuchen.Den Opferberg zur rechten folge ich einem schönen Waldweg, vorbei an einem jener Hochsitze, die den Namen «Schlaf- und Jagdkanzel» verdient hätte und ich mich bei dieser Gelegenheit frage, ob das Betreten eines Hochsitzes erlaubt ist. Ich meine ohne Gewehr, sondern mit Kamera «bewaffnet» und Geduld «im Anschlag». Die Antwort kommt aus Armeniens Hauptstadt. Radio Erivan antwortet: «Im Prinzip nein, aber es wird immer wieder gemacht». Die Frage, ob das erlaubt ist oder nicht, spielt aber für heute keine Rolle. Es ist deutlich zu kalt und der heiße Tee ist auch schon alle.Wenig später, an einer T-Kreuzung biege ich links ab, vorbei an einer Lichtung mit See und der Försterei Schieringen zur rechten. Ab hier wird’s sehr ungemütlich. Heftiges Schneetreiben, böiger Wind und dichter Nebel sorgen dafür, dass die Wege augenscheinlich nicht mehr zu erkennen sind. Die Orientierung ist futsch. Auch die Landschaft bietet keine. Vereinzelte kleine Bäume am Wegrand im dichten Nebel sind erst zu erkennen, wenn man quasi vor ihnen steht. Ich verlasse mich auf die Navigation und versuche mit Blick auf die Karte auf der (geplanten) Spur zu bleiben.Gott sei Dank lässt das Schneetreiben nach. Dass der Weg auch raus aus der freien Landschaft in den Wald hineinführt, macht das Weiterkommen wieder einfacher. Nächste Station ist Reeßeln. Im Mittelpunkt des Dorfes steht der Kastanienhof, eine Höfegemeinschaft verschiedener Landwirte, die sich zur Hauptsache um die Kartoffel kümmern und ein Reiterhof. Am Ortsausgang muss ich aufpassen. Denn die Dorfstraße macht einen Schwenk nach rechts, ich muss aber weiter geradeaus, wenig später nach rechts abbiegen, um einem schmalen Fußpfad bergauf zu folgen. Oben angekommen wird daraus ein schöner Hohlweg, der mich bergab ins nächste Dorf bringt. Walmsburg, Ortsteil Bruchdorf. Endstation Eigenheimsiedlung, angeklebt ans Dorf. Mittendrin «Mutter Grün». Kein Biomarkt, sondern ein Campingplatz. Nach der Überquerung der L231, wähle ich nicht den direkten Weg ins alte Dorf, sondern erreiche den historischen Dorfkern über den Wiesenweg. Brutal idyllisch. Die einzelnen Bauernhäuser, im Kreis angeordnet. In ihrer Mitte eine dreieckige schneebedeckte Insel, ihr Herzstück wiederum «Die Schneckenfrau». Die Skulptur steht seit 2010 hier, ist aus Ulmenholz und stammt von Wolf Kobernuß aus Neetzendorf. Das Café Hofliebe - selbstverständlich geschlossen. Hat nur Sonntags drei Stunden geöffnet für den Außer-Haus-Verkauf.Ich verlasse Walmsburg immer noch über den Wiesenweg in südwestlicher Richtung. Kurz hinterm Ortsausgang geht’s dann nach weiter rechts. Bergauf, erst Wald, dann Waldrand, dann Freies Feld und wieder vorbei an einem stattlichen Hochsitz. Ein Wegweiser überrascht. Ich bewege mich, während es wieder anfängt zu schneien, auf einem Europäischen Fernwanderweg, der von der Ostsee bis an die Adria führt. Dachte ich bisher immer, Fernweh sei eine Marketing-Idee der Tourismusbranche, so keimen für den Moment Ideen auf für die Zeit, wenn das Gröbste überstanden ist.Inzwischen wieder im Wald, vorbei an den letzten Hünengräbern für heute. Nach einem Rechts-links Schwenk mündet der Weg auf einen querlaufenden, breiteren Waldweg. Meine Zielgerade, die mich zurück zum Wanderparkplatz an der L231 führt. Der Schieringer Forst bietet wenig Ablenkung, es sei denn, man ist besonders interessiert an einem gutsortierten «Bodenarchiv für Archäologen». Aber wenn «Wandern an sich» oder heute «Stapfen an sich», eine eigene Kategorie ist, empfehle ich die Tour.

      • February 11, 2021

  7. Mandelkern went for a hike.

    January 12, 2021

    04:28
    11.5 mi
    2.6 mph
    400 ft
    375 ft
    Ingorato, So, nun aber los and 32 others like this.
    1. Mandelkern

      Januar 12, 2021
      Kiek Ut | In der Nähe bleiben (IV)
      Auf der Suche nach bekannten Wegen, die ich neu «mischen» kann, fällt mir eine alte Wanderkarte in die Hände. Leicht vergilbt und deutlichen Spuren aus einer anderen Zeit. Sie zeigt markierte Wanderungen im Wendland.Ich füttere Komoot mit den Daten und herauskommt der «DVV 2». DVV steht nicht für Deutscher Vanderverein, sondern für «Deutscher Volkssportverband». Klingt wie Volkstanz oder Volkswagen. Nein, Volkswandertag ist das Stichwort. Vielleicht erinnern sich die Älteren. «Jeder Kilometer zählt» war das Motto. Klingt modern, stammt aber aus den 1970er Jahren. Für mich war das vereinsorganisiertes Wandern mit Eltern in der Eifel oder im Siebengebirge.Zurück in die Gegenwart. Ich bin heute später los, um dem Regen ein Schnippchen zu schlagen. Es gelingt halbwegs. Zu Beginn und am Ende Regen, dazwischen «Goldener Januar».Ich starte auf dem Marktplatz von Hitzacker und es geht stadtauswärts über die Jeetzelbrücke in die Drawehnertorstraße. Die verlasse ich aber schon bald, laufe nach links in eine Gasse zwischen den Hausnummern 13 und 15. Die wird zu einem schmalen Fußpfad entlang der Gärten an der Brunnenhofsiedlung. Hätte ich einen Garten, würde ich ihm einen Namen geben. So wie ein Zeitgenosse hier, der seinen Garten «Musenhain» nennt. Gefällt mir. Am Ende des Fußpfads Hitzackers Skaterpark, im letzten Sommer erneuert und erweitert um eine Fullpipe, umgebaut aus einem ausgedienten Getreidesilo. Sehr fotogen.Ich überquere Hitzackers Umgehungsstraße, den Parkplatz des Archäologischen Zentrums und dann eine Holzbrücke überm Harlinger Bach, der sich hier der Jeetzel ergibt. Weiter geht es über einen Pfad, der mit Abstand dem Ufer des Hitzacker Sees folgt und später zu einem «richtigen» Weg mutiert. Am Ende lande ich auf Hitzackers Aus- und Einfahrtsstraße. Ich nutze den Fußgängerweg der Dannenberger Straße, rund 400 Meter später den unbefestigten, breiten Weg nach links. Der schwenkt nach wenigen Meter nach rechts und führt mich raus aus Hitzacker.Ein kleiner Schlenker durch ein Wäldchen, dann führt ein Feldweg durch die offene Landschaft in Richtung Seerau. Aber noch bevor ich den Ort erreiche, an der Grüngut-Annahmestelle, unterquere ich die Bahnlinie der Wendlandbahn, um direkt hinter der Brücke, noch vor dem Trafoturm zur Rechten, nach links einen schönen, grasigen Weg entlang des Bahndamms zu folgen. Übrigens bin ich heute pünktlich und erwische die Wendlandbahn auf der Brücke Richtung Lüneburg. Nächster Halt: Bahnhof Hitzacker.Etwas später kommt mir der erste Mensch an diesem Tag entgegen. Eine Frau, unterwegs mit ihrem «Spazienesen». Sie ist besorgt, meint wohl, ich sei fremd hier. «Kann ich ihnen weiterhelfen?». Ich widerspreche, bedanke mich. Wir ziehen weiter, jeder in seine Richtung.Der Weg führt etwas später weg vom Bahndamm halb rechts hinein in den Wald (später am Waldrand entlang) Richtung Kähmen. Kähmen lasse ich links liegen (wörtlich) biege nach rechts ab (nachdem ich kurz die L231 genutzt habe) und folge einer kleinen Straße leicht bergauf, um sie einen knappen halben Kilometer später wieder nach links zu verlassen.Auf halber Höhe, kurz nachdem rechts ein schmaler Weg abzweigt, gehe ich nach links und folge einem grasigen Weg hinein ins Glück, ins Biosphärenreservat Elbtalaue. Der Streetzer Mühlenbach gibt diesem Abschnitt seinen Namen. Der Höhepunkt für heute. Gut ein Kilometer (viel zu kurz!) durch wunderbare «strukturreiche Waldgesellschaften», wie es in der Charakterisierung des Gebietes heißt. Mittendrin die Ernüchterung. Ein Schießstand mit den entsprechenden Absperrungen und Verbotshinweisen. Später erfahre ich, dass hier der Jägernachwuchs ausgebildet wird. Aber wie zum Trost folgt wieder Wald noch einmal rund 1500 Meter - unterbrochen von einer einzigen Ackerlichtung. Riskau, das nächste Dorf auch ohne besondere Vorkommnisse. Bettelnde Gänse, knorrige Eichen und an der Bushaltestelle im Dorf gleich zwei Busse, beide ohne Fahrgäste. Das heißt, Zeit für die Fahrer zum Plaudern bei heruntergelassen Scheiben.Wenig später verlasse ich die Dorfstraße nach rechts auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg. Man muss hier schon dem Komoot-Coach zuhören, denn der Hinweis «Sarenseck» auf dem steinernen Wegweiser ist verblichen. Gut ein Kilometer später, am Waldrand, da wo der Weg seine Asphaltdecke gegen einen zweispurigen Waldweg mit grasigem Mittelstreifen austauscht, treffe ich wieder auf einen in Stein gemeißelten Hinweis. Der ist so grade noch zu entziffern ist und so erreiche ich einen halben Kilometer später Sarenseck. Auch hier keine Menschenseele.Bis zum Ortsausgang zunächst ein Stück Straße, später Waldrandweg und es folgt ein Abschnitt mit sehr guten Aussichten ins weite Land. Das Licht verzaubert die Landschaft. Ich versuche, den romantisch-kitschigen Klischees von Fotos zu entkommen und fokussiere die Landschaft durch Löcher im Lattenzaun - das funktioniert nicht wirklich gut.Nach einer Rechtskurve überquere ich die Bauernstraße und treffe auf einen schönen Grasweg, besser Graspfad, also einspurig. Sehr gut zu laufen und hält großartige Blicke parat über eine Acker- und Weidenlandschaft. Der Weg wird breiter, führt an einer Schweine-Mastanlage vorbei, lässt mich die Kreisstraße überqueren und folge dann einer kleinen Straße leicht bergauf zum eigentlichen Ziel für heute, zum «Kiek Ut». Doch bevor es soweit ist, steht noch ein Hindernis im Weg. Die Hinweisschilder am breiten Tor sind eindeutig. «Betreten des Grundstücks verboten». Zusätzlich die unmissverständliche «Warnung vor freilaufendem Hund». Eine schmale Wegmarkierung für den Wanderer befindet sich am Torpfosten. Der offizielle Wanderweg führt ab hier exakt entlang der Grundstücksgrenze. «Eigentum verhindert» könnte man formulieren. Neugierig bin ich trotzdem und folge den Grundstücksgrenzen, dreimal links, immer am Zaun entlang bis zum Aussichtspunkt «Kiek Ut». Der ist ausgestattet mit Bänken, Schutzhütte und in unmittelbarer Nähe befindet sich eine Grabstätte aus der Bronzezeit. So ist das jedenfalls in der (veralteten) Karte eingezeichnet. Sofort wird klar, der Aussichtspunkt war gestern. Heute keine Schutzhütte, keine Bänke. Auch keine Grabstätte. Nur eine vergammelte Sitzgelegenheit. Vielleicht haben sie den «Kiek Ut» aufgegeben, weil keiner mehr kommt? Oder verlegt an eine Stelle mit mehr Aussichten. Immerhin, der Ausblick über die Felder bis nach Hitzacker ist noch da. Die Wegmarkierung bittet mich wieder zurück an den Zaun. An einem zweiten Tor, verriegelt wie das erste, muss ich ein paar Schritte nach rechts, dann nach links, erst am Waldrand entlang, dann über einen Feldweg zurück auf die Kreisstraße.Der Rest der Tour ist schnell erzählt. Auch deshalb, weil es anfängt zu regnen. Nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit, aber eine Stunde später wäre auch okay gewesen. Die Kreisstraße ein Stück abwärts, dann nach links auf einen unbefestigten Weg, vorbei an Hitzacker Dorf durch das Gewerbegebiet Am Räsenberg und über den Bahnübergang in die Neue Straße. Hier überquere ich zum zweiten mal den Harlinger Bach und erreiche die Lüneburger Straße. Über ihren Fußgängerweg stadteinwärts, an der großen Kreuzung weiter nach links in die Drawehnertorstraße. Vorher kurzer Blick rüber zum standhaften Anti-Atom-Ritter. Dann über die Jeetzelbrücke zurück auf die Stadtinsel. Ich bin am Ziel. Mir bleibt noch Zeit, frisches Brot bei meinem Lieblingsbäcker einzukaufen.Fazit? Keine Tour ist so verrückt, dass sie nicht einen noch Verrückteren fände, der sie anschaut. (sehr frei nach Heinrich Heine)

      • January 18, 2021

  8. Mandelkern went for a hike.

    January 10, 2021

    02:47
    8.50 mi
    3.1 mph
    50 ft
    50 ft
    Schwester Silke, Baerbel L 🍁 and 34 others like this.
    1. Mandelkern

      Januar 10, 2021
      Wurtendörfer | In der Nähe bleiben (III)
      Start ist der Parkplatz am «Wussegler Dorfkrug» (heute Elbterrassen) in WUSSEGEL. Der Blick vom Deich aus über die Elbe verrät, vor mir liegt eine Tour mit trüben Aussichten. Das Restaurant mit seinen ausladenden Terrassen lässt leider keine Möglichkeit zu, dem Deich zu folgen. Ich muss also runter auf die Elbuferstraße um etwa 300 Meter später in Richtung NIENWEDEL nach links abzubiegen.Schnurstracks geradeaus führt die schmale Straße in ein «echtes» Storchendorf. Im Rundling gibt es vier Nester, die regelmäßig belegt sind. An der ersten Kreuzung verlasse ich Nienwedel vorbei an einem «Zucht-Betrieb». Die Stalltüren sind weit geöffnet, es riecht streng. Die Rindviecher fressen. Sie stecken ihre Köpfe durch die Absperrgitter, lassen sich dabei aber nicht stören. Nur Nummer 36 hebt fürs Foto kurz seinen dicken Schädel. Nächste Station ist GRABAU. Hier ist nicht der Hund begraben, sondern lebt. Als er mich bemerkt, kommt er auf mich zu, bellt mich an. Seine Chefin will ihn zurückpfeifen. Aber das ignoriert er. Er beruhigt sich und folgt mir, mit Abstand. Meist läuft er vor mir, so dass ich ihn im Auge behalten kann. Er führt mich durch Grabau. Aber auch am Dorfende macht er keine Anstalten zurückzukehren. Die Rufe seiner Chefin werden immer leisen und verhallen schließlich auf dem Weg durch die Dannenberger Elbmarsch.Ich versuche mich zu konzentrieren, zum Beispiel auf die windschiefen, zerzausten Kopfweiden am Wegrand, die dastehen wie gemalt und wie wir sie aus den Skizzenbücher von Malern kennen. Erst rund zwei Kilometer später endet meine Begegnung mit dem großen schwarzen Hund. Seine Chefin hatte sich inzwischen das Fahrrad geschnappt und holt uns kurz vor den Bracks und Altwässern bei Predöhlsau ein. Sie schaut mich achselzuckend an und befielt meinem Kurzeitbegleiter zur Umkehr.In PREDÖHLSAU belebt oder stört kein Hund, kein Mensch die «Szene». Ein Dorf wie ein Freilichtmuseum - nur ohne Besucher. Das einzige Geräusch ist der Auslöser der Kamera. Trotz maroder Bausubstanz und der vielen Eingriffe, schreibt das Wendland-Lexikon Predöhlsau sei als «denkmalgeschützter Rundling noch erlebbar». Die ergoogelten Daten: Im Dorf leben 37 Menschen zwischen zwei und 86 Jahren, sieben sind unter 18, zehn über 65 Jahre alt. Auf vier von zwölf Höfen wird Landwirtschaft betrieben. Aktuell beweiden rund 100 Milchkühe und 14 Pferde die Flächen rund ums Dorf. [Stand 2017]Der grasige Weg hinaus aus dem Dorf führt in den nächsten «Naturraum», der den Namen Dambecker Wiesen trägt. Großräumiges Grünlandgebiet, Ackerflächen. Nach einem knappen Kilometer trifft dieser Weg auf die Kreisstraße, die ich überquere, um in einem kleinen Bogen nach DAMBECK zu gelangen. Das Dorf liegt sehr abseits und an keiner Durchfahrtsstraße. Ein großer landwirtschaftlichen Betrieb und seit 2009 eine Keramik-Manufaktur (im wohl ältesten Haus von 1734 ) «wirtschaften» hier. Überragend, wörtlich genommen, aber ist ein Storchennest. Und wie überall wird buchgeführt. In Dambeck aber sind sie sehr vorausschauend. Die Tafel bietet Platz für Eintragung über den Bruterfolg bis ins Jahr 2039 (!). Noch ein kurzes Stück durch die Dambecker Wiesen lande ich wieder auf der Landstraße, der ich nach rechts folge und die leider ohne Rad- oder Fußgängerweg auskommt. Erst im nächsten Dorf, in PENKEFITZ hält sie für mich einen Bürgersteig parat, dem ich folge. Zur Linken die wunderbaren Aussichten auf die «Taube Elbe», ein alter Mäander und zur Rechten das Dorf. Penkefitz erlebe ich also nur «am Rande». weil ich den Bürgersteig entlang der Elbuferstraße nicht mehr verlassen will. Ob sich das Dorf von den anderen abhebt oder in wiefern unterscheidet, will ich heute nicht mehr herausfinden.Am Ende des Dorfes verlasse ich die Hauptstraße in einer Linkskurve nach rechts in eine schmale Teerstraße. Die führt mich in den Ortsteil Strachauer Rad. Später wird aus der Straße ein unbefestigter Weg. Kurz nach der Milchtankstelle der Familie Lind erreiche ich den Elbdeich. Hier halte ich mich links und wandere elbabwärts über die grasige Deichkrone. Rund ein Kilometer später endet der Grasweg und der Wanderer landet auf dem Radweg. Die Deichkrone ist ab hier betoniert. Schließlich befinden wir uns auf dem Elberadweg («1300 km voller Überraschungen»), der mich zum Ziel nach WUSSEGEL bringt.Allen DÖRFERN gemeinsam ist, sie sind Wurtendörfer. Sie entstanden, um sich vor Winterhochwasser (wenn im Riesengebirge der Schnee taut) oder Sommerhochwasser (bedingt durch starke Regenfälle im Juni), zu schützen. Die Menschen bauten Einzelhöfe aber auch ganze Dörfer auf eine «Wurt», auf einen aus Erde aufgeschüttetem Hügel, um sich und ihr Vieh bei «Land unter!» zu schützen.Die Tour drängt sich auf, sie zu wiederholen. Vielleicht im Mai, Juni. Dann könnte man sie mit «Entlang der Storchenstraße» überschreiben. Wenn die Störche wieder da sind und sich um ihre Jungen kümmern. Fazit? Manchmal liegt die Schönheit nicht im Auge des Betrachters, sondern im Verfall.

      • January 15, 2021

  9. Mandelkern went for a hike.

    January 6, 2021

    02:24
    6.57 mi
    2.7 mph
    225 ft
    225 ft
    Renate, Biggi and 41 others like this.
    1. Mandelkern

      January 6, 2021
      Breeser reason | Stay close (II)
      “Stay close” is the name of the new “folder” in which I will sort the tours of the coming lockdown weeks. I put it on in March last year to dispel the thought that it could mean “stay at home”. It is a coincidence that it is exactly 15 kilometers to the starting point on the edge of the L253. By car you can reach it after 15 minutes, also by chance.This is not my first time in the Breeser Grund. For the last time when the first corona wave swept over us. The idea today to scour a sculpture park in quotation marks with the first snow in Wendland in order to wrest photos of snow-capped sculptures from it. That didn't quite work out, by the photos I mean because far too little snow had fallen and too warm, as if it could have stayed. That means I have to come back when it has snowed properly.The long walk through this bizarre-looking “fairytale forest” was nevertheless ideal to clear your head. Unfortunately, the virus is also in our heads.The Breeser Grund is an elongated valley, surrounded by tall, dark fir trees and has been a nature reserve since 1985. A sandy path leads through the middle of a heather landscape with many "disheveled" old oaks with widely spreading crowns. Many of them are rotten or hollow inside. Or lie on the ground. “Dead wood full of life” can be read on an information board. Almost 400 species of beetle make their home here, many of which specialize in breaking down dead wood. And because the Breeser Grund has been left to its own devices for decades, this cultural landscape looks like a “sculpture park” to me."In the pandemic, the decisive factor is not what we are allowed to do, but what we do or what we don't do." writes the Berliner Tagesspiegel and gets to the point.Remain visible!

      translated byView Original
      • January 11, 2021

  10. Mandelkern went for a hike.

    January 2, 2021

    Gerd, Güni and 38 others like this.
    1. Mandelkern

      January 02, 2021
      Lower Jeetzel Lowlands | Anti-nuclear knight round
      Unlike the last tour last year, the external conditions are better. Lots of sun, bright blue and almost cloudless sky, 4 °. The goal is the “Lower Jeetzel Lowlands”, as a section of the Elbe Valley Biosphere Reserve is called. How do I get there? Without traveling, starting from the sofa? I'll try a new variant. A few minutes along “An der Dorfmark” in the direction of the neighboring village, then not the first (as is so often the case) but the second option, turning left before the Lüneburger Landstrasse, I follow a nameless hiking trail that deserves one. It could be named “Am Harlinger Bach” because it almost runs alongside the stream.This path ends abruptly at the Lüneburger Landstrasse, which I have to use for around 300 meters to turn left. Then a very short distance over a wide farm road towards Wurzelberg. Wurzelberg is a couple of holiday homes on a small hill. I leave the path immediately to the left, because I don't want to go to the Wurzelberg.There follows a wonderful open field path with wonderful views, because the fields are resting or are planted with green manure, yellow-flowering field mustard. Birch trees line the path at regular intervals. It shouldn't go well. Later I google myself for certainty. “The birch doesn't like it when it's too wet in winter and too dry in summer. But that is exactly what climate change does ».After Gut Hagen, originally a farming village, even earlier a manorial sheep farm, today there is only a transit station to get to Marwedel, Hitzacker's suburb. Along the Bauernstrasse, I reach the north-western edge of the “Untere Jeetzelniederung”, the Hitzacker See. It is mainly fed by the Jeetzel, which flows through the city lake. Unfortunately, you cannot go around it. The association “Together for Hitzacker” has been taking care of things for years and, together with many sympathizers, has called for the expansion of a hiking trail around the lake. Alone, it takes time.At the landing stage, the Jeetzel is back to normal width. Past the Hitzackers open-air museum, which has not closed because of the pandemic, but goes into hibernation from November to March every year. When it's over, will we have more vaccine? I cross the Jeetzel and follow a paved and wide path that cyclists and pedestrians share. This is not necessarily a near-natural path, but at least it does not run directly along the Elbuferstraße, but below. This means that the path through the “flooded area” prevents a view of the Elbe and Elbe meadows, but opens up great views of extensive meadows and pastures.The highlights of the tour are the crossing of the species-rich “grassland communities” (as this type of landscape is called to distinguish it from arable land) and the section that follows over the dike along the Jeetzel back to Hitzacker.Not the recording, but the text accompanying the tour ends with the “Anti-Nuclear Knight”, a sculpture that recalls the last Castor transport with highly radioactive waste from France in 2011. Can he go now, after the end of the Gorleben conflict? Of course not, "because as one of sixteen interim storage locations we still have to worry about nuclear waste." Maybe thinking about it will distract us a little.Conclusion? The Wendland is perfect for a less fast-moving time. That's one of the reasons why I enjoy being here. But today I feel something like a standstill. In times of the pandemic, Komoot helps us to remain visible and not to lose contacts. I think Komoot is systemically relevant in a very likeable way.

      translated byView Original
      • January 3, 2021

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