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Thorsten Vieweg went for a hike
September 19, 2026 at 05:00
20:00
98.9km
4.9km/h
2,860m
2,860m
Ultramarsch Heidelberg X-TREM 100 KM 🥾⛰️
100 Kilometer, über 3.000 Höhenmeter und eine Rechnung, die noch offen war.
Nachdem ich im vergangenen Jahr die 100-Kilometer-Runde aufgrund eines Notarzteinsatzes auf der Strecke vorzeitig verlassen und auf die 60 Kilometer verkürzt hatte, stand für mich dieses Jahr fest: Heidelberg bekommt seine 100 Kilometer.
Pünktlich um 7 Uhr ging es am Sportzentrum Heidelberg auf die Strecke. Schon die ersten Kilometer machten deutlich, was dieser Ultramarsch unter „X-TREM“ versteht. Der Ameisenbuckel mit seinen knapp 296 Metern war dabei noch eher die freundliche Begrüßung, bevor es Richtung Himmelsleiter ging.
Und ja – die Himmelsleiter trägt ihren Namen völlig zu Recht. Rund 1.200 Stufen führen hinauf zum Königstuhl.
Am Fuße der Treppe kommt unweigerlich die Frage:
„War die wirklich so schlimm?“
Nach den ersten Stufen lautet die Antwort ziemlich eindeutig:
Ja! 😂
Gefühlt zieht sich dieser Kilometer auf drei bis fünf Kilometer Länge. Puls hoch, Beine beschäftigt und der Kopf beginnt kurzzeitig, über die eigene Lebensplanung nachzudenken. Oben angekommen ist aber alles wieder vergessen, denn der Blick vom Königstuhl über Heidelberg und das Neckartal entschädigt für einiges.
Danach zeigt die Strecke, warum sie mir so gut gefallen hat. Abwechslung steckt praktisch hinter jeder Kurve. Waldwege, Trails, Aussichtspunkte, Ortschaften, Neckartal, Burgen und immer wieder knackige Anstiege sorgen dafür, dass auch nach vielen Stunden keine Langeweile aufkommt.
Besonders schön fand ich den Abschnitt Richtung Neckarsteinach. Der dortige Verpflegungspunkt mit Blick auf die Burgen war nicht nur für die Beine eine willkommene Pause, sondern auch landschaftlich ein echtes Highlight. Neckarsteinach und seine Burgen passen einfach perfekt in diese Strecke.
Und genau hier liegt für mich der große Unterschied zu manch anderer 100- oder 120-Kilometer-Strecke: Heidelberg lässt einen kaum in einen monotonen Rhythmus kommen. Während sich beispielsweise flache Strecken irgendwann fast automatisch „wegwandern“, wird man hier ständig durch neue Anstiege und Abstiege ausgebremst.
Heidelberg ist eben kein Kilometer-Sammelprogramm.
Hier muss man jeden Kilometer ein bisschen verdienen. 😄
Auch die Nachtpassage war spannend. Mit Stirnlampe verändert sich die komplette Wahrnehmung. Wege, Wald und Anstiege wirken plötzlich noch einmal ganz anders – und spätestens dann ist man froh, wenn man nicht nur auf seine Beine, sondern auch auf die Navigation achtet.
Denn gegen Ende wird die Strecke noch einmal richtig ernst. Rund um Kilometer 80 wartet mit einer Steigung von etwa 21 Prozent noch einmal ein ordentliches Brett. Danach geht es weiter mit einigen Auf- und Abstiegen. Besonders die Gefälle verlangen gegen Ende noch einmal Konzentration, denn der trockene Untergrund war stellenweise ziemlich rutschig.
Irgendwann taucht dann wieder Heidelberg vor einem auf.
Die letzten Kilometer gehen plötzlich etwas leichter. Der Kopf weiß:
Jetzt ist es wirklich nicht mehr weit.
Noch einmal etwas Tempo aufnehmen, die letzten Meter genießen und dann:
FINISH – 100 Kilometer Heidelberg! 🎉
Für mich war das diesmal mehr als nur ein weiterer Ultra.
Die Rechnung mit Heidelberg war beglichen.
Und sie hat sich gelohnt.
Die neue 100-Kilometer-Runde gehört für mich aktuell zu den interessantesten Long-Distance-Strecken, die ich bisher unterwegs war. Landschaftlich abwechslungsreich, technisch teilweise anspruchsvoll und mit vielen besonderen Punkten entlang der Strecke.
Dazu eine sehr gute Versorgung und ein herzlicher Empfang im Ziel durch das Ultramarsch-Team.
Vielen Dank dafür!
Heidelberg hat mich gefordert, mich zwischendurch auch mal fluchen lassen und mir dafür jede Menge schöne Eindrücke zurückgegeben.
Und deshalb steht für mich eigentlich schon fest:
2027 sehen wir uns wieder, Heidelberg!
Die erste Rechnung ist bezahlt.
Aber ich habe so ein Gefühl, dass die Stadt mir bereits die nächste hingelegt hat ... 😂🥾⛰️
Tour geschafft. Erinnerung bleibt.
„Man muss nicht immer wissen, wie weit es noch ist – manchmal reicht es zu wissen, dass der nächste Schritt noch geht.“
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (560 m)
Lowest point (100 m)
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