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Freischwimmer went cycling
September 5, 2026 at 10:27
08:28
183km
21.6km/h
50.1km/h
1,750m
1,630m
Wahoo ELEMNT BOLT v2
Wenn man erst nach dem Mittag zu einer 180 km langen Tour aufbricht, muss man damit rechnen, am Ende in die Dunkelheit zu kommen. Dass es aber eine derart lange Nachtfahrt werden würde, lag am strengen Westwind. Bereits kurz nach dem Start wurde mir im Ilmtal bewusst, dass der vom Sturm des Vorabends übrig gebliebene Wind eine ziemliche Bremse werden würde. In der offenen Landschaft zwischen Weimar und Erfurt gab es kaum Windschutz, so dass ich sehr froh war, dass ich in Erfurt eine Pause machen konnte. Ich bin nicht nur lieb empfangen, sondern neben einem anregenden Gespräch gleich noch gestärkt worden.
Mental und physisch gestärkt konnte ich mich entlang der Gera noch ganz gut gegen den Wind stemmen, doch von Neudietendorf bis Georgenthal konnte ich über weite Strecken kaum 20 km/h treten. Erst im Windschatten des Thüringer Waldes lies der Wind nach – doch dann begannen die Berge! Auf der ehemaligen Bahntrasse ging es flott nach Tambach-Dietharz, doch dann musste der Kamm des Rennsteigs überquert werden. Wie froh war ich, als ich das Rennsteighaus Neue Ausspanne endlich erreicht hatte. Auf der anschließenden Abfahrt bei Sonnenuntergang ins Tal der Schmalkalde wurde es schon ziemlich frisch und unten im Tal immer dämmriger. Daher habe ich es auch bei einem kurzen Besuch der bezaubernden Innenstadt von Schmalkalden belassen, bevor ich westwärts bei immer weniger Licht am Horizont weitergefahren bin.
Nach Dermbach konnte ich auf der ehemaligen Bahntrasse der Feldatalbahn nach Kaltennordheim nochmal verschnaufen, bevor es ab Zella mit dem beeindruckenden Kloster wieder ordentlich steil wurde. Wie glücklich war ich, als ich auf der Höhe kurz vor Theobaldshof das Hinweisschild zum Eisernen Vorhang gesehen habe. Die Abfahrt nach Tann fühlte sich schon ganz nach Rhön an: Dunkel und ziemlich kalt!
Als ich bei Tann auf den Ulstertalweg gekommen war, habe ich zum ersten Mal den klaren Sternenhimmel wahrgenommen. Der war so viel heller und detaillierter als im Rheinland! Immer wieder warf ich den Blick in den Himmel, so dass ich schon wieder nur langsam vorankam. Bei Aura habe ich den Milseburgradweg erreicht, den ich schon zigmal gefahren bin. Allerdings habe ich gelernt, dass der Milseburgtunnel bei Dunkelheit – im Gegensatz zum Tag – nicht beleuchtet ist. Allerdings war es mit dem Fahrradlicht selbst im unbeleuchteten Tunnel deutlich heller aus außerhalb.
Beim anschließenden Hinabrollen in Richtung Fulda habe ich immer wieder in den Sternenhimmel geschaut und im Kopf die wunderbar chillige Tracklist von DJ Robag Wruhme gehabt, der als Gabor Schablitzki in Apolda aufgewachsen war– allem voran Jacques Palminger und Erobique »Ich schulde dem Leben das Leuchten in meinen Augen.
Wann strahlst du …?«
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