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Hanne mit dem Sesseldreirad
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Zwei Mädels auf Erkundungstour mit Waldbaden und Weitblicken

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Zwei Mädels auf Erkundungstour mit Waldbaden und Weitblicken

and went for a bike ride

September 2, 2026 at 11:15

Zwei Mädels auf Erkundungstour mit Waldbaden und Weitblicken

03:23

62.0km

18.3km/h

36.9km/h

320m

320m

Nachdem mir Anja von ihrer gestrigen Tour so vorgeschwärmt hatte, wollten wir den heutigen Tag dazu nutzen, gemeinsam die Natur zu erkunden. Schon der Weg zu ihr führte mich an der Nidda entlang und war ein Genuss. Nur wenige Menschen waren unterwegs und in Bad Vilbel entdeckte ich wieder den Kranich, der dort ganz wachsam in die Gegend schaute. Er reckte seinen langen Hals und beobachtete aufmerksam seine Umgebung.

Bei Anja angekommen, freuten wir uns sehr auf unsere gemeinsame Tour und es konnte losgehen. Zunächst ging es hinauf auf den Hühnerberg, ein Stück entlang der „Hohen Straße“ und anschließend hinunter nach Hochstadt. Auf der Hauptstraße machten wir in einem kleinen Café eine erste Rast. Nach einer kleinen Stärkung radelten wir weiter in Richtung Wachenbuchen. Dort kamen wir am Hofcafé des Bauern Steup vorbei. Wir beschlossen spontan, dass wir diesen schönen Ort bei einer unserer nächsten Touren einmal als Treffpunkt einplanen sollten.

Dann bogen wir ab in Richtung Hanau und hinein in den Wald. Was für ein wunderbares Gefühl. Waldbaden auf drei Rädern. Der Wald im Herbst ist einfach Balsam für die Seele. Ich kann kaum beschreiben, wie gut uns diese Fahrt durch den Wald tat. Wir genossen sie mit allen Sinnen. Wir sahen die Schönheit des Waldes, das unendliche Grün und die vielen Farben. Wir rochen die unterschiedlichsten Düfte, überall schien es anders zu riechen, einmal nach feuchter Erde, dann wieder nach Nadeln und Laub. Wir lauschten in den Wald hinein und ließen die besondere Atmosphäre auf uns wirken.

Unterwegs machten wir Halt an einem römischen Hügelgrab. Wir befanden uns hier auf der alten römischen Heerstraße, die vom Kastell Kesselstadt nach Friedberg führte. Geschichte und Natur lagen hier unmittelbar nebeneinander. Besonders beeindruckten uns die alten Eichen mit ihren filigranen Kronen und den knorrigen, verwachsenen Ästen. Anja stellte fest, dass manche dieser Äste wie eine Flusslandschaft auf einer Landkarte aussahen. Die Rinde des Stammes erinnerte an Sanddünen, die vom Wind geformt wurden. Irgendwie schien alles miteinander verwoben, Baum, Erde, Wind und Zeit.

Wir radelten weiter, bis Anja plötzlich drei Bäume entdeckte. Da stand ein großer, kräftiger, grober Baum, für uns der Vater. Daneben ein Baum mit glatterer Rinde, dessen Äste sich um den großen Baum schlangen, eindeutig die Mutter. Und daneben stand noch ein junger, dünner Baum, das Kind. Wir betrachteten die drei eine ganze Weile. Es war ein wunderschönes Bild, und unsere Fantasie ließ daraus eine kleine Baumfamilie entstehen.

Dann ging es weiter. Plötzlich hörte ich ein Geräusch an meinem Hinterrad. Sofort bekam ich Angst, dass es wieder etwas mit der Kette sein könnte. Doch dann kam es ganz plötzlich und völlig unerwartet, ein lauter Knall. Wir erschraken uns sehr, unsere Herzen schlugen kräftiger und der Puls raste. Sofort musste ich an @SIMI - Simone & Michael denken, die erst vor Kurzem einen Achsbruch erlebt hatten.

Vorsichtig drehte ich mich um und sah das Malheur. Das Schutzblech hatte sich mitsamt seiner Halterung gelöst und sich teilweise um das Rad gewickelt. Zum Glück konnten wir eine Schraube und das dazugehörige Stück Blech für die Halterung noch finden. Wir sammelten alles ein und zum Glück stellte ich erleichtert fest, dass ich weiterfahren konnte.

Also ging es weiter nach Bruchköbel, anschließend Richtung Mittelbuchen, an Roßdorf vorbei und wieder hinauf auf die „Hohe Straße“. Und immer wieder diese wunderschönen Aussichten. Weitblicke, die Herz und Lungen öffnen. Der Blick konnte über die Landschaft schweifen, und jedes Mal dachten wir aufs Neue, wie schön ist es doch, unterwegs auf unseren Rädern zu sein und in dieser herrlichen Gegend wohnen zu dürfen.

Später kamen wir noch am Hof „Schönecker Roberts Landgeflügel“ vorbei. Dort beobachteten wir unzählige Hennen und ihre Hähne. Ein richtiges Gegacker und Gewusel. Wie bei den Menschen. Manche neugierig, mutig, die anderen Hennen scheu und zurückhaltend.

Schließlich kamen wir wieder bei Anja an. Und nun zeigte sich, dass sie nicht nur eine wunderbare Pflanzenexpertin, sondern auch eine begabte Mechanikerin ist. Zuerst dengelte sie mein Schutzblech wieder zurecht, dann schraubte sie es erneut an die Halterung. Für die ausgerissene hintere Befestigung hatte sie allerdings keine passende Schraube zur Hand. Die eine war zu kurz, die andere zu lang. Also musste eine kreative Lösung her. Zwei Kabelbinder wurden kurzerhand zu Ersatzteilen erklärt. Und siehe da, es hielt. Danke, Anja. Du bist die Größte.

Voller Freude trat ich anschließend den Heimweg an. Während ich so dahinradelte, gingen mir wieder die Hühner durch den Kopf. Ob sie wohl glücklich waren? Die Werbung preist ja immer die Eier von glücklichen Hühnern an. Die Hühner von vorhin hatten Auslauf, Platz und Licht und die Eier schmeckten auch, die durfte ich bei Anja schon mehrmals verköstigen.

Und schon war ich bei einer Frage angelangt, die sich die Menschheit wohl schon seit Ewigkeiten stellt. Was war zuerst da, das Ei oder das Huhn? Im Religionsunterricht in der Schule hieß es damals, dass Gott ein Ei erschaffen habe, aus dem anschließend ein Huhn schlüpfte. Also zuerst das Ei. Dann kam die Evolution ins Spiel. Da hieß es immer, dass das Ei zuerst da war, denn Dinosaurier, Fische und Reptilien legten schon Eier, lange bevor es überhaupt Hühner gab. Und Hühner sind schließlich Vögel, die sich aus den Dinosauriern entwickelt haben. Also wieder das Ei. Aber wenn ich mich genauer frage, wer das Ei gelegt hat, aus dem das erste Huhn schlüpfte? Dann müsste es doch wieder die Henne sein. Ich meine mich sogar zu erinnern, einmal gelesen zu haben, dass Forscher zu der Erkenntnis kamen, dass zuerst die Henne und nicht das Ei da gewesen sei. Die genaue Begründung weiß ich allerdings nicht mehr. Vielleicht werden wir die endgültige Antwort niemals erfahren.

Und so radelte ich weiter nach Hause und ließ die Gedanken einfach schweifen. Die Sonne begann bereits unterzugehen, und am Himmel lag dieses besondere Licht, das den Tag langsam verabschiedet. Während ich weiterfuhr, ließ ich unsere wunderbare Tour noch einmal Revue passieren.

Die Nidda, den Kranich in Bad Vilbel, den Hühnerberg, die Hohe Straße, das Café, den Wald, die alten Eichen, die Baumfamilie, das römische Hügelgrab, den überraschenden Knall am Hinterrad, die Hühner und Hähne und natürlich Anja, die mein Schutzblech wieder an meine Blitzblume befestigt hatte. Was für ein wundervoller Tag. Danke, Anja, für diese wunderschöne, gemeinsame Tour, für Deine Freude an der Natur, die Du mit mir teilst, für die vielen schönen Gespräche und natürlich für Deinen Einsatz als Mechanikerin. Es war einfach herrlich.

Ich war voller Lebensfreude und dankbar für diesen Tag, an dem wir gemeinsam unterwegs waren, die Natur mit allen Sinnen genießen durften und am Ende sogar ein kleines Rätsel der Menschheit mit nach Hause nahmen. Ei oder Huhn? Vielleicht ist es manchmal gar nicht so wichtig, die Antwort zu kennen.

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