RoutesPlannerFeaturesUpdates
App
Login or Signup
Get the App
Login or Signup
Gutermann experienced this adventure with komoot!

Have your own adventure with the #1 outdoor app today.

Sign up or log in
Gutermann
Completed activities

Serie Berge in Leipzig - 6. Deponie Leinestraße

Gutermann
Completed activities

Serie Berge in Leipzig - 6. Deponie Leinestraße

went for a hike

August 23, 2026 at 06:59

Serie Berge in Leipzig - 6. Deponie Leinestraße

09:22

50.8km

5.4km/h

450m

450m

Höhepunkte auf Nebenschauplätzen
• Ein Afghane hat mir Cricket erklärt.
• Maik – einen temporären Kajakfreund im Hafen getroffen und ein bisschen gequatscht.
• Beim Bäcker erfolgreich um Trinkwasser gebettelt.
• 70/3 Ironman in Leipzig.

Dienstag = Wandertag → Regen!
Jaaaa – aber erst am späten Nachmittag!

Ach, was hatte ich vorher alles geplant. Ich wollte zuerst nach … nein, das war mir dann doch zu weit weg. Aber … wäre doch möglich. Leider Schienenersatzverkehr. In … war ich doch schon lange nicht mehr. So ging es eine Weile hin und her.
Dann kam die hohe Regenwahrscheinlichkeit und ich war vorerst aus meinem Wanderplanungschaos erlöst.
Dann bleibe ich halt Dienstag zu Hause.
Zwei Tage später war der Kopf wieder klar und ich hatte sofort einen Plan.

Sonntag ist der neue Dienstag.
Abgelehnt!

Meine Miniserie „Berge in Leipzig“, inspiriert durch die Webseite buntekarte.de und den Artikel „Ausflugstipp Sachsen: Die höchsten Berge in Leipzig“, hatte noch einige Erhebungen offen, die es zu „besteigen“ galt.
Ich entschied mich für die Deponie in der Leinestraße.
Die meisten dieser Erhebungen liegen – von meinem Wohnort aus gesehen – in Richtung Südosten. Da ist nicht viel Abwechslung bei der Wanderroute im Spiel. Neue Luppe oder Elster-Saale-Kanal stehen zur Auswahl.
Ich entschied mich für den Elster-Saale-Kanal hinwärts und die Luppe zurück.
Das hatte auch einen Grund: Ich wusste, dass ich die 40-Kilometer-Marke bei Weitem überschreiten würde. Und da wollte ich mit dem interessanteren Teil der Wanderung beginnen – zum Beispiel mit dem Grünauer Hafen, dem Pleißeviertel und all dem, was danach noch kam.
Am späten Abend würde ich dann in Gedanken vor mich hertrotten und die recht eintönige Neue Luppe nehmen.
So war der Plan.
Und der hat sich auch nicht großartig geändert.

Nach dem Frühstück – meine Frau hatte wie so oft am Sonntag Dienst als Gemeindepädagogin – machte ich mich auf die Socken.
20 Grad Höchsttemperatur und kein Regen.
Gute Voraussetzungen, um nicht ins Schwitzen zu kommen.
Mein erstes Etappenziel war der Nachbarort Dölzig. Dort wollte ich auf dem Damm des Elster-Saale-Kanals stadteinwärts laufen.
Prinzipiell gibt es dort zwei Möglichkeiten: rechtes oder linkes Ufer.
Rechts ist es landschaftlich reizvoller und im Sommer liegen dort die Nackten.
Ich habe jedenfalls keine Nackten gesehen. Zu kalt, höchstwahrscheinlich.
Damit wisst ihr auch, welche Seite ich genutzt habe.
Ab Böhlitz-Ehrenberg, am Sportplatz, wechselte ich zur Abwechslung mal auf die andere Uferseite.

Gerechtigkeit muss sein.

Am Grünauer Hafen angekommen, schlug ich mich durch die Büsche. Ich wollte unbedingt ein Bild von dem zerfallenen Speicher beziehungsweise von den Häusern auf der anderen Seite machen.
Und genau dort, an meinem Fotopoint, traf ich Maik. Er war mit seinem Kajak unterwegs, hielt gerade an und wollte eigentlich gleich weiterfahren.
Wie er mir erzählte, hatte er einen freien Vormittag. Den wollte er nutzen, um auf dem Wasser ein bisschen die Seele baumeln zu lassen, bevor es wieder zurück ins Familienleben und in den Alltag ging.
Ein kurzer Plausch unter Kajakfreunden.
Dann trennten sich unsere Wege.

Nun beginnt für mich der schönste oder zumindest ein sehr schöner Teil der Wanderung.

Immer an der Weißen Elster entlang nach Neulindenau und später nach Plagwitz.

Nicht weit vom Hafen entfernt, wurden aus dem Erdboden heraus neue Bauten errichtet, die mich irgendwie an den Bauhaus Stil erinnerten.
Faktisch vielleicht falsch. Aber schön anzusehen.
Hier waren viele Menschen unterwegs. Es gab offenbar irgendetwas zu feiern. Ich sah einen Flohmarkt, die Berufsfeuerwehr auf dem Wasser und Spielebuden für Kinder. Auch Schachbegeisterte kamen nicht zu kurz.
Mir war das zu viel Trubel und ich lief schleunigst weiter.
Am ehemaligen MDR-Talkshow-Gebäude, das über der Weißen Elster thront, ging ich links ab.
Ab hier war der direkte Flusslauf an der Weißen Elster für mich zu Ende.
Über die Nonnenstraße – dort stehen die Elster-Lofts, die früher die VEB Bundgarnwerke beherbergten – ging es über die Industriestraße an der Nonnenwiese vorbei zum Schleußiger Weg.
Ich wollte gerade an der Pleiße abbiegen, da sah ich viele Radfahrer, die eine Nummer auf ihrem Leibchen trugen.
Ich war neugierig und fragte einen Streckenposten, was hier abging.
Seine Antwort bestand nur aus einem Wort:
„Ironman.“
Den Rest suchte ich mir im Web zusammen.
Heute fand tatsächlich der Ironman 70.3 Leipzig statt.
1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen.
Geilo.

Eilmeldung vom Schreibtisch – zwei Tage später

Ich muss mich erstmal wieder in mein Geschriebenes eingrooven. Manches, was ich gestern geschrieben habe, würde ich heute schon wieder anders formulieren.
Warum sage ich das?
Weil sich vielleicht mein Schreibstil jetzt unbewusst verändert.
Abwarten und Tee trinken.

Fasziniert von den sportbegeisterten, vorwiegend jungen Leuten, lief auch ich einen Schritt schneller.
War ich doch nun bis zur Haarspitze motiviert worden.
Da heute Sonntag ist und das Wetter einen regelrecht auffordert, nach draußen zu gehen, sind dementsprechend viele Ausflügler im Wald unterwegs.
Jedes Mal, wenn ich ansetzte, um zu urinieren, kam einer um die Ecke.
Irgendwann war das Bedürfnis so groß, dass ich kurzfristig in den tieferen Wald abbog.
Man muss Prioritäten setzen.

Ich überquerte die Koburger Straße und lief zum Connewitzer Bahnhof. Von dort war es nur noch ein Katzensprung bis zur Leinestraße beziehungsweise zur Deponie.
Mein Trinkwasser ging zur Neige. Und Freunde, wir haben Sonntag. Kein Laden hat auf. Doch ein Bäcker.
Ich machte einen auf Not und „bettelte“ um Trinkwasser.
Die Bäckersfrau lächelte mich an. „Kein Problem.“
Sie wollte noch wissen, was ich vorhatte. Als ich von 50 Kilometern sprach, war sie fassungslos – aber auch respektvoll angesichts dessen, was ich vorhatte.
Wasser bekommen. Mission erfüllt.

An der Leinestraße standen die nächsten fleißigen Helfer des Leipziger Ironman.
Nach 24,5 Kilometern stand ich vor den geschlossenen Toren der Deponie.
Mist, dachte ich. Die ist verschlossen.
Das war mir nicht bewusst. Sah ich nicht irgendwo im Netz Bilder von Menschen, die oben auf Bänken saßen? Das ließ mir keine Ruhe.
Dann sah ich etwa 20 Meter neben dem Tor einen Trampelpfad, der direkt auf den Müllberg führte.
Mir war mulmig zumute. Darf man das? Ist das illegal?
Dann sah ich eine Gruppe junger Menschen und zwei Gassi Geher. Das beruhigte mich innerlich.
Oben angekommen: die erwähnten Bänke.
Also doch für jedermann zugänglich. Das Tor vielleicht nur für die LKWs?
Ich habe keine Ahnung.
Ich war entspannt und blickte mich um.
Überall viel Grün und in der Ferne sah ich Leipzigs Sehenswürdigkeiten, unter anderem das Völkerschlachtdenkmal.
Genau dort muss ich hin. Das wird Teil meines Nachhausewegs sein. Nach einer besinnlichen halben Stunde setzte ich mich wieder in Bewegung.
Abwärts. Ein Schild warnte vor Wildschweinen.
Moment mal …
Sind da nicht gerade Menschen mit ihren Hunden langgegangen?
Wieder war mir mulmig zumute. Unten angekommen, musste ich über einen heruntergetretenen Zaun „klettern“.
Okay. War also doch nicht sooo ganz der richtige Weg.

Vor mir lag der Erholungspark Lößnig-Dölitz.
Absolut schön, hier durchzugehen. Überhaupt war ich begeistert von den vielen Parks und Grünanlagen rund um Leipzig.
Das nächste Highlight ließ nicht lange auf sich warten.
Der Südfriedhof strahlte eine unglaubliche Ruhe aus.
Und dann stand er vor mir: der Koloss aus Stein.
Wahnsinn! Wie hoch der Völki doch ist.

Leipzig Stadt hatte mich wieder. Vorerst kein Grün mehr.
Ich lief ziemlich geradlinig durch Zentrum-Südost.
Eigentlich wollte ich mich noch beim Dönermann oder Asiaten verpflegen. Ich bekam gerade noch die Kurve. Hatte ich doch noch einige Kilometer vor mir.

An der Jahnallee, genauer gesagt an der Red Bull Arena, sah ich von Weitem eine Gruppe, die irgendetwas spielte. Mein Blick wurde neugierig.
Sofort sprach mich einer aus der Gruppe an:
„Wir sind aus Afghanistan und spielen Cricket. Fußball ist bei uns nicht so in. Mach dir keine Sorgen, alles in Ordnung.“ Das gefiel mir sehr.
Zufriedene Menschen beim gemeinsamen Austoben.
Spielerisch sozusagen.
Ein kleiner, unerwarteter Moment mitten in Leipzig.

Die Neue Luppe begrüßte mich. Jetzt konnte ich auf Sparflamme gehen.
Führt mich der Fluss doch fast bis nach Hause.
Am Haus Auensee machte ich noch eine kurze Rast und aß die letzten eingeweichten Haferflocken.

Noch zehn Kilometer.

Das wusste ich deshalb so genau, weil das mal meine Halbmarathon-Übungsstrecke war. Nun bin ich an der Domholzschänke.
Drei Kilometer bis Kleinliebenau. Mein Zuhause.
Ich schaute auf die Komoot-Aufzeichnung.
48 Kilometer werde ich am Ende gelaufen – beziehungsweise gewandert – sein.
Zwei Kilometer fehlen bis 50. Ich ahnte schon, was ich machen würde. Und genau das ist passiert.
Ich stand vor meinem Haus und wollte die 50 auf dem Display sehen.
Hatte aber gedanklich schon einen Fuß auf dem Sofa.
Ich wusste:
Morgen nehme ich mir das übel. Meinen Schweinehund nicht überwunden zu haben.
Also lief ich noch die letzten zwei Kilometer – immer wieder auf das Handy schauend, ja nicht zu viel zu machen.
Am Ende war ich glücklich und zufrieden.
Auch wenn es eigentlich völlig unnötig war, meinem Ego noch einmal Futter zu geben. Aber egal.

Yes!
Ich kann es immer noch. Extremwandern. Ohne dass der Arzt kommt.

7 people liked this tour.

7ShareEmbedComments
NavigateSend to PhoneSave

Waypoints

Bagged Peaks

Route Details

Elevation

Nothing selected – click and drag below to see the stats for a specific part of the route.

Highest point (160 m)

Lowest point (50 m)

Sign up to see more specific route details

Sign up for free

Comments

guide_signup

Want to know more?

Sign up for a free komoot account to join the conversation.

Sign up for free
Loading
Explore
RoutesRoute plannerFeaturesRedeem a voucherHikesMTB TrailsRoad cycling routesBikepackingSitemap
Download the app
Follow Us on Socials

© komoot GmbH

Privacy Policy