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Hanne mit dem Sesseldreirad went for a bike ride
August 23, 2026 at 12:47
01:47
33.0km
18.4km/h
31.4km/h
90m
90m
Als ich so da saß, aus dem offenen Fenster schaute, den strahlend blauen Himmel sah und die angenehme Wärme spürte, war er plötzlich da, der Drang nach draußen. Es bedurfte keiner großen Überredung. Schon wenig später saß ich auf meinem Dreirad und wollte losfahren, mit dem Ziel, kurz mal bei Anja vorbeischauen. Kaum war ich auf der Straße, kam mir meine Nachbarin von einem Spaziergang entgegen. Wir plauderten einen Augenblick miteinander, und dann konnte es endlich losgehen.
Ich kam allerdings nicht besonders weit. Hinter einigen Büschen bewegte sich etwas, und schon entdeckte ich die nette Frau, die unseren Hund immer mit Leckerlis versorgt. Natürlich musste ich anhalten. Wir unterhielten uns angeregt über Hunde und die Blumenpracht, die im Spätsommer langsam seltener wird.
Nach vielleicht 50 Metern begegnete ich Frau Buhlmann, die in Begleitung einer Dame unterwegs war. Frau Buhlmann, eine damalige Lehrerin, kannte ich aus der Grundschulzeit unserer Tochter. Wir sprachen über die Jugend von heute und darüber, wie dankbar man für das Leben sein kann. Sie erzählte mir, dass sie am Abend vor lauter Freude über den wunderschönen Tag eine Kerze aufstellen wolle. Wir erinnerten uns an einen Elternabend, als sie uns davon berichtete, dass immer, wenn es etwas zu bereden oder klären gab, sie die Familie um den Tisch versammelte und in die Mitte eine Kerze aufstellte. Diesen Brauch behielt sie bis in’s hohe Alter bei. Ein schöner Gedanke, der mich noch eine Weile beschäftigte.
Ich radelte weiter, winkte einem Ehepaar zu, das es sich draußen gemütlich gemacht hatte und gerade Kaffee trank. Auch hier wechselten wir ein paar freundliche Worte, bevor ich meinen Weg entlang der Nidda in Richtung Bad Vilbel fortsetzte. Unglaublich viele Menschen waren hier unterwegs. Offenbar hatten alle die gleiche Idee wie ich. Sie wollten den schönen Tag draußen genießen. Als ich am Wassermosaik vorbeifuhr, winkte mir plötzlich eine Frau fröhlich zu. Es war Gaby, die dort ehrenamtlich während der Öffnungszeit aufpasste und den Besuchern Auskunft gab, wenn sie Fragen hatten. Natürlich musste auch hier ein kleines Schwätzchen sein.
Irgendwann konnte die Fahrt, wenn man das überhaupt noch so nennen konnte, weitergehen. Denn inzwischen war ich im Park angekommen und bewegte mich nur noch im Schneckentempo vorwärts. Die Menschentrauben wurden immer größer, und alle schienen dasselbe (oder etwa das gleiche?) Ziel zu haben, den „Vilbeler Markt“. Eine bunte Mischung aus Fahrgeschäften, Spiel- und Imbissbuden lockte die Besucher an. Überall duftete es verführerisch nach vielfältigen Leckereien. Ich blieb eine ganze Weile stehen und beobachtete einfach das bunte Treiben. Es herrschte Volksfeststimmung. Es gab viel zu sehen und zu hören, und irgendwie war es schön, mittendrin zu sein, ohne selbst irgendwohin zu müssen oder gar mit einem rasanten „Freefall Tower“ zu fahren. Ich überließ die Schreie den mutigen Menschen in ihren Gondeln, denn ich bekam bei dem Gedanken und vom Zuschauen schon ein mulmiges Gefühl. Ein Riesenrad dreht sich langsam, ja das ginge, besonders wegen der tollen Aussicht bei diesem herrlichen Wetter.
Schließlich fuhr ich aus Vilbel hinaus in Richtung Dortelweil. Dort begegnete ich Ursula vom Rehasport und ihrem Mann. Wieder hieß es anhalten. Wir unterhielten uns eine ganze Weile über Dreiräder, den ADFC, Fahrradcodierung und allerlei andere Dinge.
Da wurde mir langsam bewusst, wie ungewöhnlich diese Tour eigentlich war. Ich war fast zwei Stunden unterwegs und gerade einmal etwa zehn Kilometer weit gekommen. Aber vielleicht machte das genau den Reiz dieser Fahrt aus. Es ging gar nicht darum, möglichst weit zu kommen. Der Weg war das Ziel und vor allem die Menschen, denen ich unterwegs begegnete.
Ich wollte ja mal kurz bei Anja vorbeischauen. Dort angekommen, fand ich auch Danie vor. Was war die Freude groß. Wir hatten interessante Gespräche, lachten viel und genossen einfach die gemeinsame Zeit. Doch irgendwann musste ich mich wieder auf den Heimweg machen. Und natürlich dauerte es nicht lange, bis mir wieder jemand begegnete, Ingrid vom Rehasport. Unsere Begegnung fiel diesmal allerdings etwas kürzer aus, denn ich wollte unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit wieder zu Hause sein.
Am Vilbeler Markt war ich dann besonders froh, ein Dreirad zu haben. Schritt für Schritt im absoluten Schneckentempo, ging es durch die Menschenmassen. Immer wieder musste ich anhalten und warten. Die Zweiradfahrer hatten es da deutlich schwerer, denn sie mussten ständig von ihren Rädern absteigen oder das Fahrrad durch das Gedränge schieben.
Als ich schließlich wieder zu Hause ankam, dachte ich über diese ungewöhnliche Tour nach. Wenige Kilometer in mehreren Stunden für eine Fahrradtour. Keine beeindruckende Leistung. Aber darum ging es an diesem Tag überhaupt nicht. Es war eine schöne Dreiradtour der Begegnungen. Eine Tour voller zufälliger Treffen, netter Gespräche, vertrauter Gesichter, Lachen und kleiner Geschichten. Menschen, die mir auf meinem Weg begegneten, machten aus einer einfachen Ausfahrt einen ganz besonderen Tag. Vielleicht ist genau das manchmal das Schönste am Radfahren, nicht möglichst schnell ans Ziel zu kommen, sondern offen zu sein für all die Menschen und kleinen Momente, die einem unterwegs begegnen.
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