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09:46
176km
18.1km/h
50.0km/h
1,640m
1,640m
Als ich früh am Morgen in Trappenkamp startete (liegt näher an Berlin), vermisste ich als Erstes Luft im Reifen. Nachdem das beseitigt war, vermisste ich als Nächstes meine Langfingerhandschuhe, denn 6,7 Grad, immerhin plus, fand ich im August doch etwas unangemessen. Also absolvierte ich die ersten 10 km mit eiskalten Fingern und Füßen auf gutem Schotter schlotternd, bis die ersten Sonnenstrahlen für Abhilfe sorgten.
Auf den nächsten 70 km bis Kiel gab es reichlich Abwechslung durch den ständigen Wechsel des Untergrunds und keinen Kilometer Langeweile. Ich verzichtete sogar aufs übliche Podcasthören. Wiesenwege zwischen Seen, Geschlängel durch Wälder mit uralten Bäumen, das Durchqueren kleiner Dörfer und immer wieder Blicke übers weite Land wollten einfach still genossen werden. Nur der bösartige Ast, der mir ins Kettenblatt sprang und den Umwerfer killte, war ärgerlich. Auf den nächsten 150 km musste ich deshalb auf die niedrigen Gänge verzichten, was sich als ungünstig erwies.
Da ich gerade erst dem Großstadtgetümmel entkommen war, war ich wenig scharf auf die Durchquerung von Kiel. So richtig großstädtisch wurde es aber tatsächlich nur auf wenigen Kilometern. Man pirschte sich auf kleinen Wegen zwischen Auto- und Eisenbahn Richtung Hafen an, kämpfte sich dann durch eine riesige Meute etwas orientierungsloser Kreuzfahrer, schwupp, über die Brücke, noch schnell das Radler-Menü von der Tanke (Kaffee, Brötchen, Eis) inhaliert und dann im Zickzack durch Parks und Kleingartenbiotope wieder hinaus aufs Land.
Der Streckenabschnitt entlang der Schwentine war überraschend. Mir war gar nicht klar, dass Schleswig-Holstein auch Wasserkraft nutzt.
Dann machte die Holsteinische Schweiz genau das, was ich von ihr erwartete: Sie bot viele, viele Abfahrten von kleinen Bergen. Nicht ganz so heftig wie in der schweizerischen Schweiz, aber doch oft genug. Plön war dann auch bald erreicht, und es folgten weiterhin gut zu fahrende Wege entlang zahlreicher Seen.
Erst fuhr ich an der weiten Welt vorbei, dann durch Berlin und schließlich sogar durch die Straße, die Namensgeber meines Heimatorts in Berlin ist: Lichterfelde! Die letzten Kilometer führten größtenteils über kleine, aber nette Nebenstraßen, bis ich wieder in Trappenkamp einrollte und das extra aufgehobene eiskalte Kettenriss-Bier aus der Marienfelder Craftbierbrauerei in mich hineinschütten konnte. Wobei Umwerferabriss passender wäre.
Und wieder werde ich allen anderen Absolventen dieses Orbits den letzten Platz streitig machen, weil ich ein Freund langer Pausen bin und das Kompetitive der jungen Jahre inzwischen der Vergangenheit angehört.
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (140 m)
Lowest point (50 m)
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