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awapi and Joerg-Velo&Photo went for a bike ride
June 23, 2026
03:24
43.2km
12.7km/h
36.4km/h
240m
230m
Terezín – Theresienstadt liegt heute auf unserer Tour. Schon beim Annähern an diesen Ort spüren wir diese bedrückende Stimmung. Ein großer Davidstern mit vielen
davorliegenden Gräbern zeugt von der grausamen Vergangenheit der ehemaligen Festung. Sie
wurde während der NS-Zeit in ein Konzentrationslager verwandelt.
Doch zuerst starten wir von Ústí nad Labem und müssen die Räder über ein paar Treppen an einer Zugbrücke und an der Schleuse tragen, mit Gepäck sind die Fahrräder einfach zu schwer und wir nehmen die Packtaschen ab. Gleich dahinter eröffnet sich uns ein toller Blick auf die Burgruine Schreckenstein. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Porta Bohemica. Die Porta Bohemica
(”Tor nach Böhmen”) ist ein etwa vier Kilometer langer Abschnitt, der den Eintritt der Elbe in das Böhmische Mittelgebirge kennzeichnet.
Immer wieder sehen wir auf unserem Weg das Wort BROD. Das heißt in Tschechien „Furt“. Bei uns ist es eine Querrinne. Von den Hängen kann dort bei Regenwetter erhebliche Menge Wasser quer zum Weg schiessen.
Unmittelbar hinter der Porta Bohemica wird die Landschaft tatsächlich deutlich flacher. Wir fahren in das schöne Städtchen Litoměřice und suchen unsere Pension. Litoměřice empfängt uns voll in der Mittagshitze. Die Stadt liegt
auf einem Hügel, sehr malerisch mit kleinen Gassen und bunt gestrichenen Häusern. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung in die Garnisonsstadt Terezin (Theresienstadt). Die österreichische Festung aus dem 18. Jahrhundert wurde gebaut, um Angriffe der Preußen abzuwehren. Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt als “Ghetto Theresienstadt” bekannt - hinter dem irreführenden Namen verbarg sich das größte Konzentrationslager Böhmens und Mährens.
Die Gedenkstätte besuchen wir und mit einem Audioguide erfahren wir von Massenlagern von Menschen, die auf Holzlatten schlafen mussten, von Wasser-Suppe die immer dünner wurde und im eiskalten Winter in nasse Kleidung gezwungen wurden zu arbeiten. Wie blanker Hohn wirkt dazu das Schild „Arbeit macht frei“, am Hoftor, durch das die Insassen das Internierungslager betreten haben. Mein Kloß im Hals wird größer
und ich möchte am liebsten fliehen. Wie grausam können Menschen sein. Ich höre mir die grausamen Erzählungen an, während ich auf dem Hinrichtungsplatz stehe und durch den Todestunnel laufe.
Still und betroffen radeln wir zurück zu unserer Pension.
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