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Ab in die Gaishölle … und weiter zur Hexe 🍷🍇

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Ab in die Gaishölle … und weiter zur Hexe 🍷🍇

went for a hike

6 days ago

Ab in die Gaishölle … und weiter zur Hexe 🍷🍇

04:56

15.8km

3.2km/h

660m

720m

Die Gaishöll-Wasserfälle, ein wildromantisches Naturdenkmal im heilklimatischen Kurort Sasbachwalden im Nordschwarzwald, sorgen gleich zu Beginn für ordentlich Eindruck — und für die erste Erkenntnis des Tages: Wasserfälle sehen immer besonders schön aus, wenn man selbst die Höhenmeter laufen muss. Der Brandbach stürzt hier kaskadenartig über riesige Granitfelsen und Findlinge rund 200 Höhenmeter ins Tal. Über einen gut ausgebauten Schluchtenweg mit 13 Holzbrücken und rund 225 Stufen geht es direkt am Wasser entlang bergauf. Spätestens hier weiß man wieder, warum Wandern offiziell als Sport gilt.
Doch das war nur der Auftakt unserer heutigen Tour. Nach dem wilden und gleichzeitig idyllischen Einstieg führt der Weg weiter durch dichten Wald, vorbei an moosbewachsenen Steinen, Felsformationen und kleinen Lichtungen in Richtung Brigittenschloss. Die Burgruine Hohenrode — im Volksmund meist Brigittenschloss genannt — thront auf etwa 760 Metern Höhe oberhalb von Sasbachwalden am Westrand des Schwarzwalds. Die Ruine stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert und bietet heute einen fantastischen Blick über die Rheinebene bis hin zu den Vogesen. Und wie immer gilt: Je mehr man vorher geschnauft hat, desto schöner wird die Aussicht.
Besonders praktisch ist die Panoramatafel auf dem Felsvorsprung — endlich mal ein Moment, in dem man so tun kann, als hätte man die Orientierung komplett im Griff.
Das nächste Highlight wartet bereits: der Katzenstein. Der markante Felsblock soll an einen Katzenrücken erinnern. Ganz erkannt habe ich das zwar nicht, aber vermutlich braucht man dafür entweder mehr Fantasie oder weniger Sonnenhitze.
Nach etwa 7,9 Kilometern haben wir etwas mehr als die Hälfte der Strecke geschafft und es wird höchste Zeit für eine Pause. Dafür bietet sich der berühmte Dasenstein perfekt an. Die Felsgruppe eröffnet tolle Ausblicke auf die Umgebung und auf Kappelrodeck. Über kleine Treppen und Pfade lassen sich die Felsen erkunden. Unterhalb wachsen auf den Granitgrusböden die Reben für den bekannten Spätburgunder „Hex vom Dasenstein“.
Wir bleiben allerdings bei unserem mitgebrachten Trinkwasser — irgendwer musste ja noch sicher bis zum Parkplatz zurückfinden.
Weiter geht es durch die Weinberge rund um Kappelrodeck. Überall begegnet uns der Slogan: „Kappelrodeck – Heimat der Hex vom Dasenstein“. Die Region ist sichtbar stolz auf ihre berühmte Weinmarke. Und ehrlich gesagt versteht man nach ein paar schweißtreibenden Kilometern auch ziemlich gut, warum hier Wein eine gewisse kulturelle Bedeutung hat.
Beim Wandern zwischen den Reben wird die Hitze langsam fast unerträglich. Umso besser, dass viele landwirtschaftliche Betriebe hier sogenannte „Schnapsbrunnen“ betreiben — kleine Selbstbedienungsstände mit regionalen Getränken. Genau an einem solchen kommen wir vorbei. Da es neben den edlen Tropfen auch alkoholfreie Getränke gibt, gönnen wir uns gegen einen kleinen Obolus eine erfrischende Pause. Wandern ist schließlich auch Leistungssport — zumindest reden wir uns das bei jeder Getränkepause erfolgreich ein.
Nach rund neun Kilometern wird es endlich wieder schattiger und der Weg führt erneut durch ein kleines Waldstück bis zur Blosenkopfkapelle. Dort gibt es übrigens einen schönen Grillplatz, eine Schutzhütte und mehrere Bänke mit herrlichem Blick ins Rheintal bis nach Straßburg. Eigentlich der perfekte Ort, um einfach sitzen zu bleiben und so zu tun, als hätte man die Tour genau hier geplant zu beenden.
Am Wegesrand entdecken wir außerdem noch die Skulptur „Paar mit Hund und Korb“ — vermutlich ein traditionelles Schwarzwälder Pärchen. Direkt daneben steht eine bunt bemalte Relaxliege aus Holz, natürlich ebenfalls mit fantastischer Aussicht auf die Weinberge. Fast hätten wir hier noch einmal eine längere Pause eingelegt, doch die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel und wir wollten die letzten Kilometer im schattigen Wald möglichst schnell hinter uns bringen. Der Schatten wurde plötzlich zum wertvollsten Naturdenkmal des Tages.
Fazit:
Eine der schönsten Wanderungen, die wir bisher gemacht haben — abwechslungsreich, aussichtsreich und trotz aller Höhenmeter absolut lohnenswert. Am besten allerdings nicht an Feiertagen oder Wochenenden. Wir waren an einem Dienstag unterwegs und hatten große Teile des Weges fast für uns allein. So konnte man sogar das eigene Schnaufen ungestört genießen.

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