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Rudi πŸ‡ΊπŸ‡¦
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Voralpen Rundfahrt ohne Gerlos BRM 400 16.05.2026

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Voralpen Rundfahrt ohne Gerlos BRM 400 16.05.2026

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May 16, 2026

Voralpen Rundfahrt ohne Gerlos BRM 400 16.05.2026

19:16

399km

20.7km/h

71.6km/h

4,260m

4,320m

Schon auf dem Weg nach Grafing Bahnhof tut das linke Knie weh. Noch im Zug nehme ich eine Ibuprofen (stets im GepΓ€ck), und hoffe, dass das nicht schlimmer wird.
Solche Schmerzen kenne ich eigentlich nur nach Überlastung und 300 km.

Vom Ostbahhhof radle ich mit einem Kollegen aus Großkarolinenfeld zum Roecklplatz. (Den Namen habe ich leider vergessen.)
Bei der BΓ€ckerei ist die Situation ΓΌbersichtlich, obwohl heute hier zwei Rundfahrten starten mit je rund 100 Teilnehmern. Aber viele haben es vorgezogen, im warmen Bett zu bleiben. Der erste den ich sehe ist der Max; der sieht frisch aus, kein Wunder bei seiner Jugend. :-)
Und wieder, wie damals, als ich Max hier kennenlernte: Ich werde mit Namen gegrüßt von Leuten, die ich noch nie bewusst gesehen habe: Eine Folge der Touren auf Komoot und Strava, wo halt gelegentlich ein Foto meiner Visage auftaucht (meist Kontrollfotos). Und ich hab dann einfach keine Ahnung und muss fragen; bei Namen wie Thomas und Christian hilft das dann aber oft auch nicht weiter. Aber ich lerne! (Langsam ...)

Kurz vor 8 erheben wir uns widerwillig von den Tischen in der BΓ€ckerei und treten hinaus in die KΓ€lte. Noch regnet es nicht, aber ich bin trotzdem schon mal in die Regenjacke geschlΓΌpft. Vorne am Roecklplatz halten JΓΆrg und Igor eine Ansprache; sie selber drΓΌcken sich tatsΓ€chlich vor der Fahrt, was wir Fahrer laut mit Johlen kommentieren. :-)
JΓΆrg weist noch darauf hin, dass man, sollte das Wetter unwartet gut werden, den Gerlos fahren kann, man muss das dann nur bei der Kontrolle entsprechend vermerken. Na, das haben heute die wenigsten vor (einen habe ich bei Strava gesehen, der das gemacht hat), die Bedingungen werden schlimm genug.

Aus MΓΌnchen raus geht es wie immer rechts an der Isar lang, dann wechseln wir in GrΓΌnwald auf die andere Seite. Noch fahren wir zusammen mit der anderen Gruppe, die nach Osten ΓΌber Burghausen fahren wird. An der LudwigshΓΆhe ruft mir JΓΆrg zu: "Servus Rudi!", dann ist er schon weg. Eigentlich rechne ich damit, dass ich ihn nochmal wiedersehe, aber er wird die andere Route nehmen.

Ab Kilometer 30 wird es zunehmend ungemΓΌtlich und grau, es nieselt und ist neblig.
Landschaftlich ist die Route traumhaft, ich bin ja viel zu selten in der Gegend. Viele extrem kleine Straßen, und heute ist hier natΓΌrlich auch kein Ausflugsverkehr. Dasselbe gilt fΓΌr den Tegernsee, dessen Ostufer an Wochenenden ein HΓΆllenloch ist. Wir fahren trotzdem auf dem "Radweg", weil wir keine Lust auf Γ„rger haben, bis es nicht mehr anders geht und wir auf die Straße wechseln.
In Rottach Egern hatten wir uns eigentlich eine Mittagspause beim Dânerladen erhofft, an den wir beste Erinnerungen haben, aber der ist geschlossen (hoffentlich nicht dauerhaft). Kurz bevor wir die Ortschaft auf der Valepper Straße verlassen, winkt noch "[Bertls Bikeshop]" mit Cafè, und der Bertl Kammerer serviert uns hâchstpersânlich zwei Stück Apfelkuchen mit Kaffee -- ein Glücksfall, sonst hÀtten wir eventuell nichts mehr auf dem Weg nach oben bekommen. Kurz vor unserer Einkehr, meint Bertl, habe es noch geschüttet, und wir gratulieren uns zu unserem Glück. Aber gleich als wir losfahren, geht es wieder los, und wir halten gleich wieder an, um die Regenhosen anzuziehen.
Die Überschuhe hatte ich schon zu Hause angezogen, weil die unterwegs ziemlich unmâglich anzuziehen sind. Hat auch nicht geschadet, die Füße sind warm und trocken.

Bald darauf hârt es aber schon wieder auf, aber wir schwitzen uns nach oben. Bald liegt Schnee auf der Straße, und von oben kommen uns schneebedeckte Autos entgegen. Aber es ist zum Glück so warm, dass es nicht friert.
In der [Albert-Link-Hütte], dem ersten Kontrollpunkt nach 95 km, ist ein Radfahrertisch reserviert, an dem schon einige von uns sitzen. Die Kartoffelsuppe im Brotteig ist für viele ein Favorit, aber ich gebe mir einen Kaiserschmarren mit einem Spezi, gefolgt von einem alkoholfreien Weißbier. Alex und Bernd kommen an und setzen sich an den Tisch, aber bevor wir in der warmen Stube festwachsen, brechen wir schnell wieder auf. Allzu viel Reserve haben wir nÀmlich nicht, wir liegen nicht mal anderthalb Stunden vor der Zeit.
Draußen spricht mich ein junger Kollege an, ob wir uns nicht letztes Jahr im Zug nach Rosenheim getroffen hÀtten? Ich hÀtte eine PBP-Tasche gehabt? Und heiße Rudi? Passt alles, aber ich kann mich tatsÀchlich erst mal nur vage erinnern. (Inzwischen weiß ich, dass das auf dem Heimweg aus Frankreich letzten September war, mit Doris und voll bepackten RÀdern.)
Ich hΓ€tte ihm hiervon erzΓ€hlt, und dass er sich anmelden solle. Ich muss lachen: "Das hast du jetzt davon!", wΓΌnsche gutes Gelingen und verabschiede mich, denn Olli wartet schon.

Die Abfahrt vom Spitzingsattel ist wegen der Regenkleidung nicht ganz so rasant wie sonst, aber knappe 70 gehen trotzdem. Bei Bayrischzell halten wir kurz, um uns fΓΌr den Anstieg zum Sudelfeld etwas luftiger zu machen. Sogar die Sonne lΓ€sst sich seit einiger Zeit sehen!
Oben angekommen verlieren wir keine Zeit und stΓΌrzen uns sofort in die Abfahrt. Ich vergesse sogar, mir etwas ΓΌberzuziehen und friere mit verschwitztem dΓΌnnem Langarmshirt und Trikot darΓΌber doch ein wenig, aber so werde ich wenigstens wieder trocken.

Am Tatzelwurm biegen wir rechts ab, und weiter geht es mit der lustvollen Abfahrt; zum Glück auf trockener Straße.
Bei Niederaudorf queren wir den Inn an der Holzbrücke und folgen dem wunderschânen Mozart-Radweg, nur ein kurzes Stück müssen wir auf der doch recht ekelhaften Bundesstraße fahren. Die Landschaft wird immer schâner; kurz vor dem Walchsee kommen wir an einem verschilften See vorbei, umgeben von Kuhweiden und Vogelschutzgebieten. Die Gegend kommt auf meinen persânlichen Merkzettel.

Die Kontrollstelle an der Tankstelle am Walchsee nach 146 km ist weniger idyllisch, aber hier hat JΓΆrg fΓΌr uns einen Deal ausgehandelt: 1 LeberkΓ€ssemmel mit GetrΓ€nk fΓΌr 2,50 Euro ... Nehmen wir, und treffen einige Mitfahrer wieder, unter anderem den Max, den ich weit vor uns wΓ€hnte. Er hatte schon frΓΌh Pech mit seinem Reifen und anderthalb Stunden verloren; spΓ€ter finde ich heraus, dass er es nur bis KitzbΓΌhel schaffen wird. Schade!
Auch Alex und Bernd sind wieder da, wir fahren wohl eine ziemlich Γ€hnliche Geschwindigkeit.
Trotzdem brechen Olli und ich erst mal zu zweit wieder auf. Es geht jetzt das Kohlental hinauf, parallel zur Hauptstraße auf einem kleinen Fahrweg. Toll!

Bei St. Johann in Tirol kommen wir nach einer lÀngeren, verdienten Abfahrt ins Leukental runter. Meine gewachste Kette quietscht schon seit einiger Zeit furchtbar, wir machen eine kurze Pause, in der ich sie nachwachse. Die Route geht parallel zur Bundesstraße auf einem hübschen Weg an Bergbauernhâfen entlang. Vor Kitzbühl kommt noch ein kleiner, brutaler Stich mit bis zu 15 %, und dann winkt die Kontrolle an der Tankstelle in Kitzbühl bei km 180. Alex und Bernd sind da, und auch der Max, der augenscheinlich von der vorglühenden Dorfjugend interviewt wird.

Ich kaufe mir ein Sandwich, einen Energydrink und eine Banane (letztere wird es in der Trikottasche bis München schaffen) und brechen zu viert auf. Bald beginnt es, stÀrker zu regnen. Bernd und Alex haben wohl schon früher zum Anziehen gehalten, Olli und ich werfen die Regenklamotten im Schutz eines Balkons über; inzwischen ist es auch Zeit, Leuchtwesten und Lichter für die Nacht anzulegen. Zu viert donnern wir durch den Regen, rüber ins Brixental und runter ins Inntal, mit Geschwindigkeiten um die 35 km/h. Kurz vor Wârgl reiße ich wegen eines Verfahrers ab; Olli wartet kurz, wir hatten eigentlich vorgehabt, in den McDonald's in Wârgl zu gehen. Aber es lÀuft gerade gut, und wir haben noch keinen Hunger. Kurz danach treffen wir wieder Alex und Bernd, die dieselbe Entscheidung getroffen haben, und wieder geht der VierspÀnner mit Karacho los, jetzt durchs Inntal. Noch haben wir letztes Tageslicht, die Kulisse mit den umliegenden Bergen ist beeindruckend.
Alex ist irgendwann ein bisschen abgerissen, kommt aber hinterher. Olli und Bernd halten, um sich der Regenklamotten zu entledigen, ich fahre erst mal weiter in der Annahme, dass sie mich schon einholen werden.

Ich merke langsam den Hunger; die Aussicht auf Tankstellenfraß ist nicht verlockend. Da ich Zeit habe, schaue ich bei Brixlegg auf der Karte nach Gastronomie, immerhin ist es schon gegen 9: Normale Gasthâfe haben jetzt keine Küche mehr.
Als die anderen mich endlich einholen, schlage ich das Nagano vor, einen Asiaten gleich um die Ecke, und man ist einverstanden: Viel kommt ab hier nΓ€mlich nicht mehr, wir haben den Achenpass und danach eine lange Durststrecke ohne Verpflegung bis Bad TΓΆlz vor uns.

Im Restaurant ist man nett zu uns, wir dΓΌrfen unseren Kram zum Trocknen am Nebentisch ausbreiten. Die Bedienung erkundigt sich, was wir denn vorhaben, sie ist beeindruckt, aber ob sie wirklich versteht, was wir machen?
Das Essen dauert leider etwas lΓ€nger als gedacht, obwohl alle vermeintlich schnellen Reis bestellt haben. Tee und Suppe tun aber erst mal gut.

In Regensachen fahren wir wegen der KΓ€lte erst mal weiter und ziehen uns an der Tankstelle in Wiesing um, als der Anstieg zum Achenpass beginnt. Ich beginne schon seit LΓ€ngerem, hinterherzuhinken, auch weil ich das linke Knie nicht zu sehr belasten will. Die Schmerzen sind stΓ€ndig leicht zu spΓΌren: ein Fehler, und ich kann die Fahrt vergessen. Also fahre ich bei Pausen stets als erster los und lasse mich irgendwann einholen.

In der "Kanzlerkehre" steht ein GetrÀnkeautomat, da hole ich wieder zur Gruppe auf und ziehe mir ein warmes Red Bull. Kurz nach mir kommt eine Frau an, ich grüße kurz, bin aber in der Dunkelheit nicht sicher, ob ich sie kenne.
Wieder breche ich vor den anderen auf, die mich aber bald einholen. Den Rest bis nach oben fahre ich alleine, langsam aber stetig. Als ich die anderen bei Eben am Straßenrand beim Umziehen stehen sehe, grüße ich kurz und fahre einfach weiter, die werden mich schon einholen.
Es geht jetzt am Ufer des Achensees lang, ohne große Anstiege: Hier bin ich schnell unterwegs, aber irgendwann bemerke ich hinter mir ein starkes Licht: Da sind sie wohl. Oder nur Olli? Mit dem Licht im Nacken eile ich weiter, bis es mich irgendwann ein- und überholt: "Hallo Rudi!" sagt die Frau, und ich grüße verblüfft zurück. Wer war das jetzt? Es war die Frau von vorhin, aber woher kennt sie mich? Esther fÀllt mir sofort ein, aber war das Esther vorhin am Automaten? An die Brille kann ich mich nicht recht erinnern, aber Katja, die ich mit ihrem Mann Falk bei der Anfahrt zum Flèche kennengelernt hatte, trÀgt so eine Brille. Nur: So gut kennen wir uns nicht, dass sie mich so grüßen würde. Wo wÀre Falk? Und sind sie nicht auf der Burghausen-Rundfahrt? Hatte ich das falsch verstanden?

Ich versuche, dran zu bleiben, aber Esterkatja ist kaum einzuholen. An einer abschüssigen Stelle kurz nach Achental hole ich sie ein, und überhole so schnell, dass kaum Zeit zum Gruß ist. Und fragen, wer sie ist? Langsam wird es mir peinlich, lieber enteile ich: Hier auf dieser lang gezogenen Abfahrt spiele ich den Vorteil meines Gewichts aus. Irgendwann sehe ich den Scheinwerfer nicht mehr. Ich biege zum Sylvensteinspeicher ab, immer noch geht es bergab, da taucht wieder ein Blinken hinter mir auf, das immer nÀher kommt, so sehr ich auch trete. Ich verliere langsam die Orientierung, ich war vor über 20 Jahren hier, bin aber seitdem nicht mehr ortskundig. Ist das der Speicher lnks neben mir? Oder schon der Walchensee? Ich habe keine Ahnung von den rÀumlichen ZusammenhÀnge, das NavigationsgerÀt gibt auch keinen Aufschluss, zu weit habe ich hereingezoomt und sehe nur den Strich der Straße mit meinem Positionspfeil. Also weiter, versuchen, das Licht auf Distanz zu halten, aber das klappt immer weniger. Gelegentlich kommen kleine Anstiege, ich kapituliere und lasse das Licht nÀher kommen, aber was ist das, wird sie extra langsamer und will nicht überholen? Sie müsste mich lÀngst eingeholt haben! Dann wieder eine kleine Abfahrt mit Distanz, und wieder ein Anstieg, und irgendwann überholt sie dann doch...

Ich komme kurz nach ihr an der Bushaltestelle in Vorderriß an (Kontrolle 4, km 288), und sie spricht einen kurzen Satz -- mit leichtem Schweizer Singsang, und da ist mir endlich klar, dass es Esther ist.
Ich muss lachen und gestehe ihr, dass ich nicht sicher war. Und wo denn Manja und Lorenz seien, mit denen sie sonst fΓ€hrt? Die hΓ€tten in WΓΆrgl aufgegeben und seien mit dem Zug heimgefahren.

Ich beginne mir Sorgen zu machen, wo Olli und die anderen bleiben, die müssten uns lÀngst eingeholt haben. Aber es dauert noch ein paar Minuten, bis sie endlich auftauchen, anscheinend ist mein Vorteil bei Abfahrten doch grâßer als gedacht.

Das Handy meldet, dass im USB Port Feuchtigkeit sei und es deswegen nicht laden kânne. Doof, ich hatte in Jenbach den eigens angeschafften Stâpsel nicht reingesteckt, weil ich vorher geladen hatte. Zum Glück ist es halbwegs voll, aber mit 60 % komme ich nicht ins Ziel. Ich stecke das Ladekabel ein, damit nicht noch mehr Feuchtigkeit eindringt (Tau), und wider Erwarten lÀdt es dann doch. Ich bin erleichtert, denn den Stress hÀtte ich nicht gebraucht, alleine schon wegen der Kontrollfotos. Und die Fahrkarte würde ich spÀter auch brauchen. [LocaToWeb] hatte sich schon vorher beendet, ich starte den Live-Track neu uns erhalte einen langen Strich zwischen Achenpass und Vorderriß.

Da mir langsam kalt wird, breche ich bald mit Olli auf. Ich habe immer noch keine rechte Ahnung wo ich bin, müsste jetzt nicht gleich der Walchensee kommen? Die Straße sieht so Àhnlich aus wie die Mautstraße ... Aber wir landen erst mal in Wallgau, und ich bin restlos desorientiert. Als wir endlich zur Mautstraße abbiegen, ist im Track ein merkwürdiger Artefakt, der uns abseits der Straße durch den Campingplatz leiten will. Nach einigem Hin und Her nehmen wir die dann doch altbekannte Straße. Alex und Bernd holen uns ein, man spricht davon, dass in Jachenau ein geheizter Bankomat steht, wo man sich aufwÀrmen will. Sie fahren vor, und wir werden sie erst mal nicht wiedersehen, da wir etwas nach ihnen durch Jachenau eilen, um bald in Tâlz zu sein. So langsam wird es uns aber wirklich kalt, obwohl der Coros nur 1 Grad plus zeigt. Meine Füße, in den wasserdichten und dicken Überschuhen, beginnen vor KÀlte zu beißen; die Handschuhe reichen erstaunlicherweise noch (das sind noch die dünnen, die besseren habe ich noch nicht rausgeholt).

Das Tempo halten wir hoch, solange es geht; hier geht es leicht abwÀrts. Der Nebel beschlÀgt die Brille, bis ich fast nichts mehr sehe, nur den weißen Strich der Straßenmarkierung rechts neben mir.
Kurz nach Lenggries kommt der gemeine Stich nach Grundnern rauf, wo wir kurz Pinkelpause machen. Der Akku von Ollis RΓΌcklicht Nummer 1 ist jetzt leer, aber die 5 km nach TΓΆlz schaffen wir auch so. An der Tankstelle (Kontrolle 5, km 348) sattelt Esther gerade wieder ihr Rad fΓΌr die Weiterfahrt. Wir werden ihr nicht mehr begegnen, sie wird eine halbe Stunde vor uns in MΓΌnchen ankommen.
In der Tankstelle ist es hell und warm, wir bestellen Kaffee und ich, weil ich nichts Süßes mehr sehen mag (die letzten Stunden habe ich alle 10 Minuten ein GummibÀrchen verspeist) eine heiße Riesenwurst mit Semmel. Ein paar andere Randonneure wÀrmen sich hier auf, ich frage jovial, wie es allen so geht?

Aus einer Ecke kommt eine gequÀlte Antwort; ist das der Kollege von der Albert-Link-Hütte, den ich angestiftet habe? Ich weiß es nicht mehr, sein Gesicht ist ziemlich eingefallen ... Ein paar Minuten spÀter wankt er mit einem beÀngstigenden Schritt nach draußen. Als wir aufbrechen und am Bahnsteig Bad Tâlz vobeikommen, sieht Olli ihn dort stehen: Er hat aufgegeben. Wie schade, so kurz vor dem Ziel! Aber der Gang ließ Schlimmes vermuten ...

Wir haben noch 50 Kilometer, wir rechnen mit gut 2 Stunden, mindestens. Also Ankunft kurz nach 8.
AllmÀhlich beginnt es im Osten zu dÀmmern, aber es wird dauern, bis die Sonne zu sehen ist und uns wÀrmen kann. Die kleinen Ortschaften (Dietramszell, Lochen, Baiernrain) jetzt wieder vertraut, die Hügellandschaft südlich von München lieblich wie stets. Hier wird heute am Sonntag viel Ausflugsverkehr herrschen, aber noch schlafen alle. Dann allmÀhlich die AuslÀufer der Stadt, und die vermaledeiten [Fahrradschwellen von Deisenhofen], die allmÀhlich psychopathische Ausmaße annehmen ... Olli, als Deisenhofener, umquert sie gekonnt, wÀhrend ich drüberrumpeln muss.

Ob der Wolf uns wohl Tee bringen wird? Er hat den Live-Track, aber es ist noch früh. Und wir kommen gar nicht, wie ich erst dachte (daher der Verfahrer) an der Großhesseloher Brücke vorbei, sondern biegen an der Nussbaumranch rechts ab. Hier kommen uns schon die ersten Early Birds entgegen, aber der große Ansturm wird sich erst in 1-2 Stunden aus der Stadt auf seinen S-Works in Rapha-Montur herauswÀlzen. Tierparkbrücke, Flaucher, Heizkraftwerk, die letzten Stationen auf dem Weg. Dann am Roecklplatz vorbei, wo wir vor fast 24 h gestartet sind, und da ist das Ziel, die Aral-Tankstelle in der Kapuziner Straße. Zwei Kollegen sitzen in der Sonne an der Straße und wÀrmen sich, sie sind aus der Burghausen-Fahrt. Wir machen die Zielfotos, füllen unsere Karten aus, stempeln sie und werfen sie in die Box in der Tankstelle.

Ich schaue im EBrevet nach den Positionen der anderen: Es sieht so aus, als ob Max in Kitzbühl aufgegeben habe (das scheint ein Fehler zu sein), Alex und Bernd waren nach uns in Tâlz, und da sind sie schon! Wir machen noch ein Erinnerungsfoto und verabschieden uns herzlich, dann mache ich mich langsam zum Ostbahnhof auf. Heimradeln will ich nićht mehr, das geht sich zeitlich nicht aus: Um 10 muss ich im Seminar in Ebersberg sein.

Also noch gemΓΌtlich Wasser, Kaffee und GebΓ€ck am Bahnhof und am Bahnsteig in der Sonne sitzend frΓΌhstΓΌcken, und dann ab nach Grafing Bahnhof.
Als ich aussteige, schieben Bekannte ihre FahrrΓ€der in den Zug: "Rudi, du bist ja auch so frΓΌh unterwegs!" -- "Ich komme gerade heim ..."

Eine ungenaus Statistik (ich habe eventuell nicht alle Zahlen): 38 von 102 Angemeldeten haben teilgenommen, 24 sind durchgekommen und, wie es aussieht, 4 haben nicht mal die erste Kontrolle erreicht, warum auch immer. Das war wirklich eine exklusive Veranstaltung. Aber schΓΆn!
Und die UmstΓ€nde waren tatsΓ€chlich nicht so widrig wie es erst aussah. Der Niederschlag hielt sich in Grenzen, allein die Temperaturen ab 3 Uhr (um 0 Grad) waren doof und insgesamt sehr KrΓ€fte zehrend.

Nachtrag Kardiologie
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Ich hatte ja nach dem [Flèche] vor 2 Wochen Wasser in den Beinen gehabt und habe das abklÀren lassen, die Gefahr einer Insuffizienz war mir dann doch unheimlich. Zum Glück hatte ich zufÀllig einen schnellen Termin in einer kardiologischen Praxis bekommen, gerade am Freitag vor dem Gerlos. Ergebnis: Alles prima, kein Grund zur Beunruhigung. Das Belastungs-EKG beendeten wir vorzeitig, weil angeblich sonst niemand 300 Watt treten würde und mit dem Puls unter 140 bliebe ...

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Highest point (1,130Β m)

Lowest point (470Β m)

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