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"Zwischen Himmel und Gipfel " Eine 🖼️ -hübsche Trailwanderung von der Gurnigel Passhöhe hinab zum ehem. Grand Hotel Gurnigel-Bad.
"Zwischen Himmel und Gipfel " Eine 🖼️ -hübsche Trailwanderung von der Gurnigel Passhöhe hinab zum ehem. Grand Hotel Gurnigel-Bad.
Udo unter freiem Himmel and Susanne B. went for a hike
May 2, 2026
01:31
6.28km
4.2km/h
50m
490m
Heute war wieder mal einer dieser Tage, die von viel Emotionen geprägt waren. Zum einen, weil es der liebe Gott mit dem Wetter wieder mal gut gemeint hat, zum andern weil ich diese Wanderung so kurz vor meiner bevorstehenden Operation, so richtig richtig geniessen durfte. Es würde auf Wochen hinaus, meine Letzte sein. Und... weil das wildromantische Gantrisch Gebiet mit seinen Gipfeln, Hügeln und Alpwiesen, zusammengefasst zum Gantrisch Naturpark nicht nur zu den erlesendsten Wanderregionen der Schweiz zählt, sondern ein Kraftort für Körper und Seele ist. Also, Herz was willst du mehr?! Unsere "Trail-Wanderung" beginnt eigentlich auf dem Parkplatz des ehemaligen Grand Hotel Gurnigel-Bad, das in der 2. Hälfte des 19. und der 1. Hälfte des 20. Jh. seine Blütezeit erlebte. Das äusserst schwefel- und eisenhaltige Gurnigelwasser das aus tiefen Quellen stammt, lockte schon früh tausende Heilsuchende- und Landschaftsverliebte Gäste in die Region. Es war die gute alte Zeit der Belle Époque, als das Reisen ganz hoch im Kurs stand. Heute fristet das einstige Vorzeigeobjekt ein verlassenes Dasein. Immerhin existieren konkrete Pläne, es in den kommenden Jahre unter dem Namen "Gantrisch Lodge Gurnigel-Bad", wieder aus seinem Dornröschenschlaf wachzuküssen. Unser Auto haben wir bequem beim Hotel stehen gelassen und bis zur Bushaltestelle "Gurnigel-Bad" sind es gerade mal 50 Meter. Aufgepasst! Das Postauto bedient die Strecke "Riggisberg - Gurnigel-Bad - Schwarzenburg" nur 2x am Tag. Stand 2025 9:01 und 13:01 Uhr. Die Fahrt mit "Tatütata" dauert gerade mal 10 min. und endet zumindest für uns, auf der Gurnigel Passhöhe. Während der kurvenreichen Fahrt die der Passtrasse folgt, überholen uns unzählige Motorradfahrer mit ihren heulenden Maschinen. Auch Bergab ist ganz schön was los. Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen, der charakteristische Motorenlärm, sollte uns wenn auch längst nicht mehr so laut, fast den ganzen Tag begleiten.
Die ersten echten Wanderschritte tun wir auf dem Pass beim Berghaus Gurnigel, welches wegen Umbau geschlossen ist. Schon hier begrüssen uns die Berge der langgezogenen Stockhorn- und Gantrischkette, die uns aus dieser Perspektive an den krummen Rücken eines aus den Fluten auftauchenden Buckelwals erinnert. Wir folgen erst einer breiten Forststrasse, vorbei an der Flanke des "Ziegerhubels", dessen Waldboden ein einzig grüner Teppich ist. Der schattige Spass ist jedoch nur von kurzer Dauer, denn kurz darauf verlassen wir das Halbdunkel des Tannenwalds und treten hinaus in die Sonne. Die hügelige Landschaft die sich vor uns ausbreitet und den Blick weit übers Land bis hin zum Chasseral freigibt, ist schon eine tolle Nummer. Sonne und Wolken verwandeln die Landschaft in ein kunstvolles Bühnenbild. Zum verlieben möcht man sagen. Wir wandern erst mal gemütlich Bergab bis der Hügelkam zu unserer Rechten, die Sicht auf den tiefblauen Thunersee, mit den noch leicht verschneiten Flanken von Eiger Mönch und Jungfrau freigibt. "Ach wäre das Wetter doch nur klarer, dann sähen wir deutlich mehr Details von diesen Oberländer Schönheiten." Übrigens. Unser Trail ist Teil des Gantrisch Panoramawegs, der sich über 21km von Gurnigel-Bad bis Zollhaus FR erstreckt.
Während wir also zielstrebig auf den Gipfel des Obere Gurnigel zuhalten, passieren wir am Wegesrand immer wieder kleine Ansammlungen von rojalblauen Frühlingsenzianen. Ein echter Hingucker sind diese strammen Blümchen und so kontrastreich im Vergleich zu den grasgrünen Alpwiesen. Einzig die dottergelben Butterblumen, buhlen mit den Einzianen um die Gunst der Wanderer. Nach der Gurnigel Alphütte steigt das Gelände an und führt uns schnurstracks Richtung Vermessungspunkt, der wie ein kleiner 1. Augustzuckerstock in den Himmel ragt. Hier machen wir Rast. Eine gepflegte Grillstelle mit Sitzgelegenheiten samt Tisch erwartet uns Gipfelstürmer und eine 360° Rundumsicht auf das von Flicken überzogene Gürbetal, die Thunersee Region das bewaldete Emmental, Teile der Stadt Bern und die langezogene Jurakette. Selbst den Fernsehturm auf dem Chasseral kann man erkennen. Ein Tipp! Folgt dem Wiesenpfad bis zu seinem Ende des Gipfelgrats, dort wo die Gleitschirmpiloten ihre Flüge starten. Dort hat man eine grandiose Aussicht aufs Stockental und die drei Seeli, Amsoldinger-, Uebeschi- und Dittligsee. Wir verlassen nur ungern diesen Punkt zwischen Himmel und Gipfel und steigen hinab in die steilen Flanken des Waldes, der sich etwas weiter unten ausbreitet. Hier macht das Wort "Trail" seinem Namen nun wirklich alle Ehre. Im Gänsemarsch folgen wir dem mit Natursteinplatten besetzten Pfad, wärend links und und rechts von uns, das waldige Gelände steil abfällt bzw. ansteigt. Es ist schon schön anzusehen, welche Vielfalt die Fauna in dem sonst so naturbelassenen Wald aufweist. Überall spriessen Pflänzchen und Blumen aus dem Boden und ein Heer von Insekten, ist auf der Suche nach den verlockendsten Blüten. Beim Skilift Gurnigel-Bad öffnet sich der Wald und erfrischt uns mit offenem Gelände und der Ansicht auf die beeindruckende Stockhütte, die sich für Schullager, Konffeiern und vielem mehr, geradezu anbietet. Das Ende unseres Gantrisch Trips, bildet die weitläufige Parkanlage des Gurnigel-Bads, samt Grillplatz. Dort empfängt uns unser Auto wieder, welches in unsere Abwesenheit, über und über mit Blütebstaub bedeckt wurde. Auf der Heimfahrt über das ländliche Riggisberg nach Einigen am Thunersee, ziehen wir kurz Bilanz. Bedonders fasziniert hat uns das grandiose Naturspektakel, das uns aus Bergen, Wäldern, Seen und weitläufigen Alpwiesen geboten wurde. Zudem ist die Wanderung absolut familientauglich. Weniger berauschend fanden wir die ferne Soundkulisse des Passverkehrs. Lohnt sich also die Wanderung? Aber ja doch. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Bringen wir beides in Einklang, ists die Reise allemal wert. Viel Spass!
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