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Wolf Beyenburg and HotCupNoodle went for a hike
April 10, 2026
00:03
1.14km
21.1km/h
50m
0m
Schon seit Tagen quäle ich meine Umgebung mit begeisterten Ausführungen zum wichtigen Thema Arbeitsschutz. Der Leiterbeauftragte, ein Triumph der Arbeitsschutzbürokratie. Unvergleichlich großartig: die Beanstandung einer fehlenden Gefährdungsanweisung für eine Schere in einem Betrieb. Kann man sich nicht ausdenken. So schön kann nur die Arbeitsrealität sein. Herrliche Lehrfilme auf YouTube über die Schrecken des leichtfertigen Gabelstaplerfahrens. Leider teilt meine Umgebung die Begeisterung nicht so wirklich und folgt mir nur etwas dezimiert zu meiner großen Arbeitsschutzpräsentation nach Dortmund. Herrlich ungläubige Blicke, als wir auf dem Parkplatz des Deutschen Instituts für Arbeitsschutz fahren. Der meint das tatsächlich ernst! Das kann doch nicht sein. Sooo alt ist er doch auch noch nicht. Und doch. Inmitten des Instituts hat man als Außenstelle der EXPO Hannover die Deutsche Arbeitsschutzausstellung eingerichtet, die sich inzwischen vorsichtigerweise als Arbeitsweltenausstellung bezeichnet, was meine Gefolgschaft aber auch nicht sooo mitreißend findet. Dahinter verbirgt sich allerdings ein ohne jedwede Kostenbedenken errichtetes, vielgliedriges, großzügiges und architektonisch abwechslungsreich gestaltetes Gebäudeensemble, das eine der größten technischen Ausstellungen Deutschlands mit enormer Personalquote beherbergt und das sich zu einem eher symbolischen Eintrittsobulus besichtigen läßt. Eine der Krönungen und das unvermutete Belohnungsziel nach anstrengender Klausurenphase ist ein echter Flugsimulator eines Airbus A320. Wir haben das Glück, fast ohne Wartezeit das Gerät nutzen zu können: unser Pilot darf neben dem Schulungspiloten Platz nehmen. Nach Programmierung des Systems fliegen wir in Echtzeit manuell und mit Autopilot in nur 1000 Metern Flughöhe von Dortmund nach Düsseldorf und lernen eine Menge über Flugzeuge und Flugverkehr. Eine volle halbe Stunde betreuter Simulatorflug! Und dem Museum gelingt es, drei neue wirklich Arbeitsschutzbegeisterte zu gewinnen. Leider ist der Gabelstapelfahrsimulator defekt, es gibt aber zahlreiche, gut betreute Experimente und Modelle, die Technik erläutern. Eine uralte Schreibmaschine in Kugelform begeistert, sorgt aber für Knoten in den Fingern, eine echte Enigma mit Funktionsmodell zum Ausprobieren für Knoten im Gehirn. Wenn man sich die Finger dann noch am Stahlofen oder der Feuerwehrausstellung verbrannt hat (hier findet sich auch die Küche des unglücklichen, von Minz und Maunz vergeblich gewarnten Paulinchens, einschließlich ihres Schuhs und einem Film der Brandentwicklung) findet man Hilfe in der großen Krankenhaus und Rettungsdienstausstellung im Obergeschoß. Hier kann man operieren mit Zangen üben und das Innere des berühmten Dresdener gläsernen Menschen bewundern. Leider ist die Bauausstellung selbst eine Baustelle, dafür gibt es historische Textilmaschinen mit meinen geliebten Lochkartensteuerungen und eine Druckereiausstellung. Schilder mahnen die Arbeiterschaft zu Pflichterfüllung, Fleiß und Ordnung, heute wohl eher ein Fall für den Betriebsrat. In Lärmkabinen lassen sich Lärmgerätschaften probieren und in einer Stillekabine hinterher die Ohren testen. Eine alte Straßenbahn lockt und die ausgebrannte Fahrerkabine des Herborner Unglückstanklastzuges schockiert. In der Ausstellung läßt sich locker ein Tag verbringen.
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