
Have your own adventure with the #1 outdoor app today.
03:32
16.0km
4.5km/h
660m
670m
Nach traditionellem Übergang vom alten Jahr ins neue wurde einmal mehr eine weitere Tradition wiederbelebt: die Neujahreswanderung.
Schlaf wird überschätzt, vor allem, wenn die Sonne bereits wieder früh vom Himmel lacht und so stand ich noch vor der Mittagsstunde bereit, den restlichen halben Tag auf der Alb zu verbringen.
Ein Novum ergab sich durch die spontane Teilnahme von Eric, der sich überwunden hatte, sein Langschläfertum zugunsten einer Wanderung auszusetzen. Hut ab!
Angesichts der Umstände aus Wetter und verbleibendem Tageslicht fiel die Wahl auf die nächstmöglichen Erhebungen der Alb und unser Dunninger Privileg will es so, dass es direkt der Plettenberg ist.
Nach kurzer Anfahrt startete unser Marsch am eisigen Parkplatz an der Plettenbergstraße in Dotternhausen, der fast unbefleckt vor uns lag.
Einer weiteren Tradition folgend, begann die Tour nach nur wenigen Metern direkt mit dem Aufstieg und meine Befürchtung, unvorhersehbare Schneelagen könnten die schmalen Pfade verdecken und uns in die Irre führen oder gar dazu zwingen, die breite Forststraße zu nutzen, zerschlug sich schnell, denn Spurenleger vor uns waren fleißig und die weiße Pracht vermochte uns den Verlauf der verschlungenen Wege quer durch den Wald und in direkter Linie den Hang hinauf nicht verwehren.
Trotz passagenweiser Eiswind-Einlagen triefte bald der Schweiß unter unseren Kleidungsschichten und Eskimo-Eric verschaffte sich sogar etwas Luft bei geöffneter Jacke.
Wer den Aufstieg kennt, weiß um den finalen Aufschwung an der abschließenden Felswand und kann sich gut vorstellen, dass uns die eigene Körperwärme weiterhin gut warm hielt.
Generell galt aber auch erhöhte Konzentration, denn fast der gesamte Aufstieg war durchsetzt von blankem Eis, was sich vor allem auf den finalen Kehren deutlich zeigte, da jeder Ausrutscher an der Hangkante keine gute Landeprognose aufwarf und daher zu vermeiden galt.
Auf dem Plettenberg angekommen bot sich eine wunderbare Fernsicht, trotz aufkommender Wolkenschwaden und wir stachen daher zuerst zum Aussichtspunkt jenseits der überdachten Brücke am Steinbruch ab.
Nachdem wir uns am Fernblick Richtung Rottweil sattgesehen hatten, kehrten wir um und steuerten das Gipfelkreuz nahe des Funkturms an, wo Eric zum ersten Mal von seinem mitgeführten Heißgetränk Gebrauch machte. Bevor wir in Gefahr liefen, festzufrieren, ging es etwas querfeldein Richtung Abgang in die Scharte zwischen Plettenberg und Schafberg.
Die verlorenen Höhenmeter konnte wir auf dem Weg zum Hohen Fels schneller wieder wettmachen, denn das uns begleitende Eis schien sich größtenteils nicht zwischen den dicht stehenden Bäumen durchsetzen zu können.
Dass der Schafberg über den Lochenpass gut erreichbar ist, zeigte sich im verstärkt auftretenden Publikumsverkehr, der uns im Wesentlichen entgegenkam.
Am Hochberg angekommen, drangen auch allmählich erste Erinnerungen bei Eric durch, dass er diese Stelle und auch die darauffolgenden bereits aus einer anderen Konstellation kannte. Doch wie sagt der Kenner: egal. Hier macht man nichts falsch, auch wenn man die Gegend schon hundertfach besucht hat.
Vom Hochberg folgten wir dem nun wieder veriesten Traufweg zum Gespaltenen Fels, einem echten Höhepunkt. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, in die Spalte hinabzusteigen, anstatt sie nur aus der Ferne auszukosten.
Ein Schlenker zur Wenzelsteinhöhle war vertretbar, bevor wir am Bilderrahmen vorbei auf den Lochenstein zusteuerten, dem wohl markantesten Gipfel in dieser Region.
Auf dem steilen Südaufsteig tummelten sich überraschenderweise Scharen von Menschen, darunter auch Kinder, die gerade das Laufen gelernt hatten und nun ihrerseits uns Geduld lehrten, bis sie die zahlreichen Felsstufen erklommen hatten.
An der ersten Überholmöglichkeit spielten wir unsere deutlich bessere Trittsicherheit aus und erreichten kurz darauf etwas atemringend den Gipfel.
Nun fühlte ich mich wie Asterix auf seiner Prüfung, den altehrwürdigen des Gipfels zu besuchen, denn derselbe eisige Wind pfefferte uns um die Ohren, sodass ich gezwungen war, das Kapuzen-Add-On in Anspruch zu nehmen. Eric war deutlich resistenter und legte erst mal eine gemütliche Trinkpause ein, während sich um meinen Körper gefühlt erste Eiskrusten bildeten.
Den Genuss der Aussicht ließ ich mir dennoch nicht nehmen, wenn er auch eher kurz ausfiel.
An der Lochensteinhütte vorbei ging es moderat abwärts zum Parkplatz und schließlich über die Passstraße, die heute ebenfalls moderat befahren wurde, was die gefährliche Querung etwas angenehmer verlaufen ließ.
Wir folgten einer ehemaligen Abstiegsroute von mir auf nun kaum erkennbaren Pfaden entlang der oberen Kehren der Straße und schließlich deutlich abfallend Richtung Roßwangen.
Nach der Serie an attraktiven Höhepunkten zeichnete sich der Abstieg eher als Entspannungsübung im schattigen Wald aus, ohne mit größeren Sehenswürdigkeiten vom Laufen abzulenken.
Kur vor dem Auslauf gen Ort passierte mir derselbe Fehler, wie beim ersten Mal, als mich die Navigation scheinbar auf einen toten Weg leitete, der aber der richtige war.
So fügten wir meinen Fehlgang, den ich heute Morgen extra noch aus der Route entfernt hatte, wieder ein. Ich lasse ihn nun als Mahnmal stehen.
Eine Bachüberquerung auf einer Naturbrücke später umgingen wir Roßwangen am nördlichen Ortsrand uns steuerten auf Dotternhausen zu.
Im Glauben, aber hier den restlichen Weg zu kennen, verwehrte ich mir den Blick auf die Karte und so landeten wir mitten im Ort und bahnten uns im Zickzack den direktesten Weg entlang des nun wieder neben uns aufragenden Plattenbergs zurück zum Parkplatz.
Mit dem restlichen Tee und in meinem Fall noch der praktischen Sitzheizung wärmten wir uns auf der Rückfahrt provisorisch auf, bevor uns in der nun eingetretenen Abenddämmerung die eigenen vier Wände wieder aufnahmen.
Somit ist der erste Vorsatz, diese schöne Tradition einer Neujahreswanderung aufleben zu lassen, geglückt und damit sind wir sicher schon vielen anderen Vorsätzlern voraus.
In diesem Sinn ein frohes neues Jahr an alle und bis bald im Wald oder sonstwo.
Waypoints
Route Details
Elevation
Highest point (1,040 m)
Lowest point (670 m)
Sign up to see more specific route details
Sign up for free
Comments
Want to know more?
Sign up for a free komoot account to join the conversation.
Sign up for free