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Frank the Pirat went for a hike
October 2, 2026 at 06:09
05:08
21.0km
4.1km/h
320m
310m
🌧️ Der letzte Pilgertag – 523 Kilometer liegen hinter uns 🥾
Bonjour et Salut 🙋🏼♂️ – heute zum letzten Mal von unserem Weg durch Frankreich!
Und ausgerechnet heute: Il pleut 🌧️ – mais cela n’arrête pas le pèlerin! 🥾
Es regnet, aber das hält einen Pilger natürlich nicht auf. 🤓
Nach 22 überwiegend sonnigen Pilgertagen kommen heute tatsächlich noch unsere Ponchos zu ihrem eigentlichen Einsatz. 🤣 Wir deuten den Regen einfach einmal so: Der Herr im Himmel weint ein wenig, weil unsere Reise heute zu Ende geht. 😇
Und tatsächlich schwingt auf diesen letzten Kilometern Wehmut mit. Hinter uns liegen fantastische Tage voller Landschaften, Kirchen, Begegnungen, Anstrengungen, Hitze, Gastfreundschaft und vieler kleiner Geschichten, die wahrscheinlich erst mit etwas Abstand ihre ganze Bedeutung bekommen werden.
Unsere letzte Etappe führt uns noch einmal mitten durch das französische Baskenland – Euskal Herria. Die Landschaft ist nun deutlich grüner und hügeliger als noch vor wenigen Tagen. Wiesen, kleine Wälder und verstreute Bauernhöfe bestimmen das Bild, dahinter rücken die Pyrenäen immer näher.
Auch die baskische Identität begleitet uns weiterhin auf Schritt und Tritt. Ortsnamen erscheinen auf Französisch und Baskisch, an Häusern wehen baskische Fahnen, und Käse, Schinken, Bier, Milch und viele andere Produkte werden mit sichtbarem Stolz als baskisch gekennzeichnet. Die typischen weißen Häuser mit ihren roten oder dunkelgrünen Fensterläden wirken gepflegt und fast wie ein verbindendes architektonisches Merkmal der Region.
Dabei ist dieses Baskenland weit älter als die heutige Grenze zwischen Frankreich und Spanien. Die Basken leben beiderseits der westlichen Pyrenäen und besitzen mit dem Euskara eine außergewöhnliche Sprache, die mit keiner anderen heute gesprochenen europäischen Sprache nachweislich verwandt ist. Gerade Sprache, regionale Traditionen und das starke Bewusstsein einer gemeinsamen Kultur erklären viel von dem ausgeprägten baskischen Selbstverständnis, das wir in diesen letzten Tagen wahrgenommen haben.
Zunächst führt unser Weg aus Larceveau durch das Pays de Cize. Auf dem historischen Jakobsweg passieren Pilger hier auch den Bereich des alten Utxiat und die Croix de Galtzetaburu. Letztere markiert den Übergang in das Gebiet von Cize, das uns nun endgültig an den Fuß der Pyrenäen führt.
Dann erreichen wir Gamarthe. Die kleine Église Saint-Laurent geht in ihren Ursprüngen bis ins Mittelalter zurück. Heute interessiert uns allerdings zunächst etwas ganz anderes: ein trockener Platz! 😅
Gemeinsam mit zahlreichen anderen Pilgern legen wir hier eine kurze Pause ein. Für einen Moment hört es sogar auf zu regnen und wir nutzen die Gelegenheit, unsere Sachen etwas trocknen zu lassen.
Courage! Weiter geht’s. 🥾
Kaum sind wir wieder unterwegs, ist auch der Regen zurück. 🌧️ Poncho an, Poncho aus – irgendwann geben wir das Spiel auf. Die Regenpausen sind einfach zu kurz. 🤪
Über kleine Straßen und Wege geht es durch Wiesen, Felder und Bauernland weiter. Unterwegs trifft unser GR 65 auf den GR 78, den Chemin du Piémont Pyrénéen, bevor wir schließlich Saint-Jean-le-Vieux – baskisch Donazaharre – erreichen.
Bereits gegen 13:00 Uhr sind wir dort und machen unsere letzte richtige Mittagsrast dieser Pilgerreise bei Bier, Sandwich, bzw. Croque und Kaffee.
Offenbar hat auch der Regen ein Einsehen und wir können tatsächlich draußen sitzen. 😊
Saint-Jean-le-Vieux ist ein alter Ort am Jakobsweg. Besonders sehenswert ist die Église Saint-Pierre-aux-Liens mit ihrem romanischen Portal aus dem 12. Jahrhundert. An den Kapitellen finden sich Pflanzenornamente, aber auch Schlangen und ein Fuchs; die Gestaltung zeigt Einflüsse von der anderen Seite der Pyrenäen.
Und dann liegen nur noch ungefähr vier Kilometer vor uns.
Diese letzten Kilometer gehen wir anders als die vielen hundert zuvor. Ruhiger. Andächtiger. Vielleicht auch ein wenig langsamer.
Plötzlich zählt nicht mehr, wie viele Kilometer noch vor uns liegen, sondern wie wenige.
Nach 23 Tagen soll es das nun tatsächlich gewesen sein?
Wird die Ankunft ähnlich emotional wie damals in Santiago?
Noch einmal führt der Weg durch die grüne baskische Landschaft. Die Pyrenäen stehen inzwischen unmittelbar vor uns. Für viele Pilger beginnt in Saint-Jean-Pied-de-Port erst das große Abenteuer: Von hier führt der Camino über die Ports de Cize nach Roncesvalles und weiter nach Santiago de Compostela. Für uns dagegen endet hier heute die Via Podensis.
Dann erscheint sie endlich vor uns:
La Porte Saint-Jacques.
Das obligatorische Zielfoto darf selbstverständlich nicht fehlen. 📸🥾
Durch genau dieses Tor betreten die Pilger seit Jahrhunderten Saint-Jean-Pied-de-Port. Die Porte Saint-Jacques ist heute Bestandteil des UNESCO-Welterbes „Jakobswege in Frankreich“. Wer weiter nach Santiago zieht, durchquert von hier die mittelalterliche Stadt und macht sich anschließend auf den Weg über die Pyrenäen nach Roncesvalles.
Wir gehen durch das Tor und hinunter über die gepflasterte Rue de la Citadelle, vorbei an den alten Häusern aus rosafarbenem und grauem Sandstein. Über uns liegen Stadtmauer und Zitadelle, unter uns fließt die Nive. Saint-Jean-Pied-de-Port war einst eine Festung des Königreichs Navarra und ist bis heute einer der bedeutendsten Pilgerorte am französischen Jakobsweg.
Im Pilgerbüro holen wir uns unseren letzten französischen Pilgerstempel. Um diese Jahres- und Tageszeit herrscht erfreulicherweise kein großer Andrang, sodass sogar noch Zeit für ein entspanntes Gespräch bleibt. Für 3 Euro gibt es schließlich noch eine eher bescheidene Urkunde im Postkartenformat, die immerhin bestätigt, dass wir einen Jakobsweg in Frankreich gegangen sind. Welchen genau, scheint dabei nebensächlich zu sein. ☺️
Unser Quartier für die kommenden zwei Nächte liegt gerade einmal 20 Meter von der Kirche entfernt.
Und dort schließt sich am Abend ein Kreis, den wir vor 23 Tagen noch gar nicht in dieser Deutlichkeit erkennen konnten.
⛪ Drei Gottesdienste – ein Pilgerweg
Unsere Pilgerreise begann in Rocamadour. Noch am Morgen unseres ersten Tages besuchten wir das Heiligtum mit der Schwarzen Madonna und nahmen an einem Gottesdienst mit Pilgersegen teil.
Etwa auf halber Strecke unseres Weges waren wir in Condom und feierten dort am Sonntag erneut einen Gottesdienst.
Und heute, am Ende unserer Reise, sitzen wir um 18:30 Uhr wieder in einer Kirche – diesmal in Saint-Jean-Pied-de-Port.
Wir feiern gemeinsam die Messe, empfangen das Abendmahl und den Segen.
Damit endet diese Pilgerfahrt genauso, wie sie begonnen hat.
Mit einem Gottesdienst.
Mit einem Segen.
Und mit Dankbarkeit. 🙏
Vielleicht ist genau das der passendste Abschluss für diese Reise.
Denn am Ende bleiben nicht nur die Kilometer.
Es bleiben die heißen Tage auf den staubigen Wegen des Gers, die Kalkplateaus der Causses, Weinberge und Sonnenblumenfelder, der Lot und die Garonne, kleine romanische Kirchen, mittelalterliche Städte, Klöster und Kapellen. Es bleiben die langen Alleen, die Bauernhöfe, die ersten Blicke auf die Pyrenäen und schließlich das grüne Baskenland mit seinen weißen Häusern und roten Fensterläden.
Vor allem aber bleiben die Menschen.
Unsere Gastgeber, die uns Abend für Abend aufgenommen haben. Die Pilger aus Frankreich, Deutschland, Polen, Italien, Kanada, den USA und vielen anderen Ländern. Manche begleiteten uns nur wenige Kilometer, andere begegneten uns immer wieder. Gespräche am Wegesrand, gemeinsame Abendessen an langen Tafeln, ein Kaffee am Morgen, ein Bier nach einer heißen Etappe – L’Esprit du Chemin.
Die unterschiedlichsten Quartiere gehörten genauso dazu. Vom einfachen Pilgerbett bis zum beinahe luxuriösen Chambre d’hôtes war alles dabei – aber fast überall wurden wir mit großer Gastfreundschaft empfangen.
Und auch das gehört unbedingt in die Schlussbilanz:
523 Kilometer zu Fuß. 🥾
23 Pilgertage.
Und beide ohne Blessuren am Ziel. 😊
Was will man mehr?
Das Pilgern in Frankreich ist tatsächlich etwas Besonderes. Vielleicht ruhiger und ursprünglicher als auf manch anderem Jakobsweg. Es sind nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, sondern gerade die kleinen Dinge: eine offene Dorfkirche, ein gedeckter Tisch in einer Gîte, ein Café au lait am Morgen, ein freundliches Bonjour, ein Pilgerstempel, eine Bank unter einem alten Baum oder einfach ein Stück Brot mit Aussicht über eine Landschaft, die man sich zu Fuß erarbeitet hat.
Heute endet unser französischer Jakobsweg mit einem Abendessen in dem Lokal, in dem wir mit einem Mittagessen vor 18 Jahren unseren ersten Camino hier nach Santiago mit dem Fahrrad begonnen haben.
Hinter der Porte Saint-Jacques führt der Weg weiter. Über die Pyrenäen, Roncesvalles, Pamplona und irgendwann nach Santiago.
Aber nicht für uns. Jedenfalls diesmal nicht. 😉
Wir sind angekommen.
Ein wenig müde.
Ein wenig wehmütig.
Sehr zufrieden.
Und vor allem dankbar.
Merci beaucoup, la France. 🇫🇷
Merci beaucoup, le Chemin. 🥾
Merci für 523 Kilometer voller fantastischer Momente. 😍
Ultreïa et Suseïa!
🥾🇫🇷⛪️🙏❤️
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (270 m)
Lowest point (160 m)
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