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Frank the Pirat went for a hike
October 1, 2026 at 06:20
05:24
21.9km
4.1km/h
580m
520m
Voilà – unsere vorletzte Etappe steht nun tatsächlich an. Irgendwie kaum zu glauben, wie schnell die vergangenen Wochen und Kilometer vergangen sind. Um 7:10 Uhr gibt es bereits Frühstück mit frischem Baguette und einem noch warmen Croissant. Draußen ist es noch dunkel, der Sonnenaufgang ist erst gegen 8.00 Uhr. Der nächtliche Regen hat gutgetan: Die Luft ist frisch und klar und bei maximal 20 Grad erwarten uns heute geradezu ideale Wanderbedingungen.
Gemeinsam mit Dietmar aus Ravensburg machen wir uns auf den Weg. Gemütlich geht es durch das hügelige französische Baskenland, und mittlerweile ist unübersehbar, dass wir in einer ganz eigenen Region Frankreichs angekommen sind. Sanfte grüne Hügel wechseln sich mit Wiesen, Weiden und kleinen Waldstücken ab, dazwischen liegen verstreut Bauernhöfe und kleine Dörfer. Fast könnte man meinen, irgendwo im Voralpenland unterwegs zu sein.
Besonders auffällig sind die typisch baskischen Häuser: weiß verputzte Fassaden, dazu rote oder dunkelrote Fensterläden, Türen und Holzbalken. Viele Anwesen wirken ausgesprochen gepflegt. Überhaupt erscheint uns hier vieles ordentlicher und sauberer als in manchen Gegenden, die wir in den vergangenen Wochen durchwandert haben.
Und noch etwas fällt auf: Die Basken scheinen einen ausgeprägten Stolz auf ihre Heimat und ihre Kultur zu besitzen. Die baskische Sprache begegnet uns auf Orts- und Straßenschildern, und auch beim Essen und Trinken wird die Herkunft mit sichtbarem Selbstbewusstsein betont. Egal ob Käse, Schinken, Milch oder Bier – man erfährt fast immer ausdrücklich, dass das Produkt aus dem Baskenland stammt.
In Larribar legen wir eine kurze Kaffeepause ein und besorgen uns gleich noch ein Sandwich für den Tag. Denn anschließend wartet der anspruchsvollere Teil der heutigen Etappe.
Nach der Überquerung der Bidouze beginnt der Aufstieg zur Stèle de Gibraltar. Bei Nässe kann dieser Weg über Schiefer und blanke Steinplatten ausgesprochen rutschig werden – nicht umsonst wird davor auch in Wanderführern gewarnt. Wir haben Glück: Trotz des nächtlichen Regens können wir den Aufstieg weitgehend trocken bewältigen.
Die Stèle de Gibraltar wurde in den 1960er-Jahren errichtet und markiert symbolisch einen wichtigen Punkt der europäischen Jakobswege: Hier treffen die aus Richtung Tours und Vézelay kommenden Pilgerwege – die zuvor bei Saint-Palais zusammenlaufen – auf die Via Podiensis aus Le Puy. Historisch ist der genaue Konvergenzpunkt nicht zweifelsfrei belegt, doch als Symbol für das Zusammenfinden der Pilgerwege besitzt der Ort eine besondere Bedeutung. Die scheibenförmige Stele selbst steht auf einem runden Sockel und wirkt ohne dieses Hintergrundwissen allerdings eher unspektakulär. ☺️
Danach wird es noch einmal anstrengend. Über große Schieferplatten führt der Weg steil hinauf in Richtung Chapelle de Soyarza. Oben angekommen werden wir für jeden Höhenmeter belohnt. 🤩
Die kleine Kapelle liegt weithin sichtbar auf dem Höhenzug und ersetzt einen älteren Wallfahrtsort, der bereits im Mittelalter bestand. Vor allem aber ist ihre Lage außergewöhnlich: Von hier oben eröffnet sich ein großartiges Panorama über die Hügellandschaft des Baskenlandes bis hinüber zu den Pyrenäen.
Für mich ist dies einer der schönsten Aussichtspunkte unserer gesamten Tour. 😍
Wir suchen uns einen schönen Platz und essen hier oben unser mitgebrachtes Brot. Vor uns breiten sich die grünen Hügel, Wälder und Weiden aus, am Horizont zeichnen sich die Berge ab. Ein perfekter Ort für eine Mittagspause. Der Weg über die offene Höhe erinnert uns sofort an die Hospitales-Route auf dem Camino Primitivo – diese Weite, der Wind, die Berge am Horizont und das Gefühl, für einen Moment weit über der Landschaft zu stehen.
Nach dieser wunderbaren Rast beginnt der Abstieg. Der Weg führt über offene Flächen, vorbei an Farnen und anschließend durch Eichenwälder hinunter nach Harambeltz. Schon der Name passt zur Landschaft: Er lässt sich aus dem Baskischen sinngemäß als „schwarzes Tal“ erklären und verweist auf die früher dichten Wälder dieser Gegend.
Hier steht die Chapelle Saint-Nicolas d’Harambeltz, die leider verschlossen ist. Schade, denn ihr Inneres soll ausgesprochen sehenswert sein. Die im 12. oder 13. Jahrhundert errichtete Kapelle gehörte zu einem mittelalterlichen Pilgerhospital. Im Inneren befinden sich unter anderem eine bemalte Holzdecke, eine Empore und ein monumentales Altarretabel zu Ehren des heiligen Nikolaus. Seit 2001 steht die Kapelle als Monument historique unter Schutz.
Ein solcher Ort erinnert daran, wie alt die Tradition der Pilgerherbergen auf diesem Weg ist. Schon vor Jahrhunderten fanden Menschen hier Schutz und Unterkunft auf ihrem Weg über die Pyrenäen nach Santiago.
In Harambeltz verabschieden wir uns von einigen Mitpilgern, die hier ihr Quartier beziehen. Für uns geht es weiter nach Ostabat. Die Landschaft bleibt wunderbar abwechslungsreich: grüne Hügel, alte Eichen, Weiden und immer wieder die weiß-roten baskischen Häuser. Das alles verstärkt unseren Eindruck, irgendwo im Voralpenland unterwegs zu sein.
Nach einer Kurve staunen wir nicht schlecht über die relativ große Kirche von Ostabat, die allerdings ebenfalls verschlossen ist. Der Ort war über Jahrhunderte eng mit den Jakobspilgern verbunden und besitzt noch heute zahlreiche Häuser im traditionellen nieder-navarresischen Baustil.
Gemeinsam mit Beate aus Dresden und Dietmar nutzen wir die Gelegenheit für eine letzte kleine Pause und einem Bier. Danach liegen nur noch wenige Kilometer vor uns.
Schließlich erreichen wir Larceveau und damit unsere letzte Gîte dieser Pilgerreise. ☺️
Das Timing hätte kaum besser sein können: Wir sind gerade angekommen, da beginnt wenig später der Regen. Wieder einmal haben wir den Tag optimal genutzt. 😊
Am Abend sitzen wir mit insgesamt zehn Personen an einer gemeinsamen Tafel. Noch einmal wird erzählt, gelacht, gegessen und getrunken. Menschen aus unterschiedlichen Gegenden, die sich irgendwann unterwegs begegnet sind und für ein paar Tage oder manchmal nur für wenige Stunden denselben Weg miteinander geteilt haben.
Unser letzter gemeinsamer Abend unter Pilgern. 😊
Morgen wartet die letzte Etappe.
Saint-Jean-Pied-de-Port rückt immer näher. 🥾🐚🇫🇷
Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (290 m)
Lowest point (70 m)
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