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Tag 544 🚴🏼‍♀️🌍🇵🇱 von Bukowno nach Jawiszowice 🍄‍🟫🍝

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Completed activities

Tag 544 🚴🏼‍♀️🌍🇵🇱 von Bukowno nach Jawiszowice 🍄‍🟫🍝

went for a bike ride

September 27, 2026 at 09:31

Tag 544 🚴🏼‍♀️🌍🇵🇱 von Bukowno nach Jawiszowice 🍄‍🟫🍝

03:25

50.1km

14.7km/h

37.4km/h

230m

270m

Garmin Edge Explore 2

Der gestrige Schlafplatz war top. Sogar der Vollmond hat geschienen und die Nacht ein wenig erhellt.
Wir sind auch erst spät aufgewacht, so gemütlich war es, wieder im Zelt zu sein.

Kurz nach 11:00 ging es dann los und nur wenige Meter später, staunten wir nicht schlecht, in was für einer Gegend wir sind. Sandlandschaft gemischt mit Waldpartien. Und es standen wieder sehr viele Autos am Straßenrand. Erst dachten wir, die Leute genießen diese coole Landschaft. Aber dann dämmerte es uns: heute ist Sonntag und alle Pilzsammler sind bei diesen perfekten Wetterbedingungen sammeln. Es waren wirklich sehr viele Menschen unterwegs. Selbst als wir auch in den Wald abbogen, waren links und rechts Familien mit Eimern unterwegs. Scheint auch für jeden genug da zu sein, denn alle hatten sie Pilze im Korb.
Dieser Waldabschnitt war mal schön zu fahren. Der Weg war gut fest und nur gelegentlich lagen lose Steine herum.

Plötzlich sah ich es am Wegesrand: ein Butterpilz. Top! Direkt eingesammelt. Und wo einer ist, sind auch noch mehr. So war es auch. Ich fand sehr viele Pilze und diese soll es nun zum Abendessen geben. Eine Weile fuhren wir noch durch den Wald und beobachteten die Pilzsammler. Die tauchen meist dort auf, wo dann bald wieder Straße ist und so war es auch.

Über gut ausgebaute Straßen fuhren wir gemütlich weiter Richtung Süden. Eine Pause muss es aber dennoch irgendwann sein und so suchten wir uns einen etwas ruhigen Platz an einer Waldeinfahrt. Wir packten unsere Stühle aus und kochten einen Kaffee. Irgendwann kam ein alter Mann mit dem Fahrrad auf uns zu und sprach uns auf unsere Fahnen an, was sie repräsentieren. Ich erzählte es ihm. Er wollte noch wissen, woher wir kommen und wo wir hin möchten als auch, welche Sprachen wir sprechen. Ich war stolz auf mich, dass ich eine Konversation auf Polnisch führen konnte. Zwar holprig und auch sehr Basic aber der Mann war sehr geduldig und sprach langsam. Vielleicht war er Lehrer gewesen.

In nur 16km erreichten wir Auschwitz. Das Umland ist extrem schön mit dem Fahrrad befahrbar. Alle Deiche rund um die Weichsel wurden für Fahrräder bereitgestellt und es waren auch einige Menschen unterwegs.
Auf einmal tauchte auf der rechten Seite das große Areal des Konzentrationslager auf. Ich hatte gar nicht in Erinnerung, dass das in der Stadt so eingebettet war. Erst war die riesige Mauer und dahinter die ganzen Baracken. Es erinnert an schlimme Zeiten und ein Besuch ist echt empfehlenswert. Nicht weil es hier so toll ist, sondern damit einem die Grausamkeit bewusst wird und klar wird, dass sich das nicht wiederholen darf. Die Gedenkstätte stellt sehr viele Fundsachen der Opfer aus und sämtliche Dokumente. Auch ein Opferbuch, wo säuberlich und alphabetisch geordnet ist, wer hier ermordet wurde. Als ich vor sehr vielen Jahren hier war, entdeckte ich auch meinen Familiennamen in diesem Buch. Man kann es sich einfach nicht vorstellen, wozu Menschen ist der Lage sind, was sie anderen Menschen antun können.

Nun gut, weiter geht es aber mit unserer Reise und so langsam wollten wir einen Platz finden. Doch irgendwie reihte sich wieder eine Stadt an die andere und wir wollten schon fast den Pfarrer fragen, der gerade seine Abendmesse vorbereitete, ob er uns helfen kann. Doch wir fanden einen Platz nicht weit vom Friedhof entfernt. Es ist heute ein absoluter Notplatz. Den hätten wir mit viel Zeit wahrscheinlich nicht gewählt. Aber auf Google Maps war nichts besseres zu sehen und die Dörfer führten weiter.
Es wird wohl gehen. Es ist etwas schräg und huckelig und man sieht, dass Tiere oft über das Areal laufen. Heute Nacht müssen sie wohl einen anderen Weg wählen.

Sofort bereiteten wir unser Abendbrot vor. Es sollte unsere Pilze mit Nudeln geben. Die Sonne war schon am Untergehen und die Mücken attackierten uns. Schnell aßen wir und verkrümelten uns ins Bett.

Weit ist es übrigens nicht mehr bis zur Slowakischen Grenze. Vermutlich sind wir in zwei oder drei Tagen in der Slowakei.

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