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Von Aachen nach Middelburg rollen (über Hamont-Achel, Antwerpen, Veere)

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Von Aachen nach Middelburg rollen (über Hamont-Achel, Antwerpen, Veere)

and went for a bike ride

September 14, 2026 at 19:59

Von Aachen nach Middelburg rollen (über Hamont-Achel, Antwerpen, Veere)

18:06

301km

16.7km/h

25.3km/h

320m

490m

Diese Tour sind @Roman & ich im September 2026 gefahren. Inkl. erstes Mal Camping (und daher auch Bikepacking!)

Eigentlich war die Tour für 6 Tage und bis nach Amsterdam ausgelegt (siehe die gespeicherte Route in meinem Profil), aber leider wurde Roman krank und wir mussten früher nach Hause. Wahrscheinlich wurden wir im geteilten Schlafraum in Antwerpen angesteckt - keine Empfehlung für geteilte Schlafräume!

Ansonsten wars sehr schön, hier die kurze Zusammenfassung, und zum Schluss noch was dazu, wie wir unser Gepäck transportiert haben, weil das quasi ein DIY Novum war:

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Am ersten Tag sind wir etwa 90km von Aachen bis zum Natuurkamp Wega gefahren. Gut vorbereitet und schlau wie wir sind sind wir natürlich erst um 16:45 losgefahren, nachdem wir noch bis dahin gepackt hatten und ich die Route erst um 5:30 diesen Tages fertig "geplant" hatte.

Angekommen sind wir trotzdem unversehrt, ganz entspannt kurz nach 22 Uhr. Zelt im Dunkeln aufgebaut, alles kein Problem - das Camp können wir auch sehr empfehlen. Die Strecke bis nach Maastricht kannten wir schon, ab da waren wir die meiste Zeit an einem Kanal unterwegs, das war nett, aber auch etwas langweilig.

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Am zweiten Tag haben wir festgestellt, dass es den ganzen Tag regnen sollte, sodass wir uns entschieden, den Weg nach Antwerpen größtenteils mit dem Zug zu bewältigen. Nachdem wir etwas länger gebraucht hatten, um unser nasses Zelt wieder abzubauen (und einen meiner Schuhe mit Klopapier auszustopfen, der doof stand und nass geworden war), fuhren wir erst kurz nach 12 Uhr los, um natürlich die 1 stündige Regenpause zu verpassen und trotzdem nasser als das Wasser selbst zu werden. An diesem Tag sind wir wahrscheinlich nur etwa 13km gefahren.

Im Zug zogen wir uns mühselig auf der Toilette um - jedenfalls so gut das eben ging - und quietschen dann mit Wasser in den Schuhen in unser Hostel in Antwerpen. Das war eigentlich super, aber leider teilten wir uns das Zimmer mit zwei gefühlt Schwerkranken. Wir waren nun zwar früher in Antwerpen angekommen als "geplant" (ich setze dieses Wort weiterhin in Anführungszeichen, denn davon kann man bei von mir "geplanten" Vorhaben eigentlich nicht sprechen), mussten aber auch einige Zeit aufwenden, um unsere klitschnassen Sachen zu waschen und zu trocknen. Das taten wir (nach einem kurzen Abstecher in einen uns doch zu dubiosen Waschsalon im Chinatown) in der uns bekannten Wasbar. Dabei stellten wir zum ersten Mal fest, warum der Laden so heißt, denn neben den gewöhnlichen Dienstleistungen eines Restaurants wird hier halt auch angeboten, seine Sachen zu waschen und zu trocknen.

Nachdem wir danach nochmal im Hostel runtergekommen waren und ich 2 weitere Klopapierrollen für unsere Schuhen aufgewandt hatte, gingen wir los, um ein bisschen die Stadt zu erkunden. Und da muss ich leider sagen - so toll fand ich Antwerpen nicht, grade im Vergleich zu den anderen belgischen Städten, die wir letztes Jahr schon besucht hatten. Wenn ich ranken würde, würde ich sagen: Löwen > Gent / Brüssel > Brügge > Antwerpen. Trotzdem nett!

In der Nacht ließ ich meine Schuhe dann nochmal fertig trocknen, indem ich 2 weitere Toilettenpapierrollen opferte, was mich zu einem Kill-Count von insgesamt 5 bis 6 Rollen für diesen Tag brachte.

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Am nächsten Tag sind wir nicht lange geblieben, und nach einem Einkauf im Albert Heijn und einem ausgiebigen Frühstück los nach Veere bei Middelburg. Dort wartete nach weiteren 100km unser nächstes Camp auf uns. Der Weg dahin verlief zunächst durch ein sehr cooles Hafengebiet mit wundervollen Radwegen inkl. einer Menge Induktionsplatten und automatisch schaltenden Fahrrad-Ampeln - ein Träumchen! Später fuhr man dann die meiste Zeit an Deichen, was auch schön war, aber irgendwann eintönig wurde. Auch meldete sich mein rechtes Knie wieder, das sich schon seit Tag 1 bemerkbar gemacht hatte, und auch weitere Symptome sowie die nicht vorhandene Steigung / Gefälle führten dazu, dass die Strecke irgendwann etwas zu monoton & ermüdend wurde. Zum Ende hin wurde sie aber wieder schöner, nachdem wir die Deiche verlassen hatten und mehr durch Wälder fahren durften - zu dem Zeitpunkt hatten wir auch entdeckt, dass man ja einfach Musik anmachen kann auf seinem Navigationshandy. Laut durch die Gegend gesungen hatte ich sowieso schon die ganze Zeit, aber so wars noch etwas spaßiger.

In Veere angekommen konnten wir leider um kurz vor 22 Uhr kein Essen mehr finden, also mussten wir - nachdem wir unser Camp Mal wieder im Dunkeln aufgebaut hatten - bei Lieferando Pizzen bestellen. Diese holte ich dann wie ein echter Pizzalieferant auf dem Gepäckträger vom Eingang des Camps ab, das übrigens das bis dahin am besten ausgestattete war, mit heißen Duschen, Schließfächern mit Steckdosen drin und allem.

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Am nächsten Tag stand eigentlich ein Umweg über Middelburg und insgesamt weitere 90km bis zu einem Camp in Oostvoorne an (warum ein Vokal, wenn man auch mehrere haben kann?). Leider entwickelte Roman schnell die anfangs erwähnten Krankheitssymptome, sodass wir uns kurzfristig entschlossen, nach Aachen zurückzukehren. Vorher frühstückten wir noch sehr leckere Pfannkuchen bei Suster Anna in Veere, was übrigens eine richtig schöne, süße kleine Stadt ist. Wahrscheinlich mein persönliches Highlight. Durch Middelburg fuhren wir nur kurz durch - sah aber auch ganz nett aus.

Den Rest des Tages verbrachten wir in Zügen und damit, Zugfahrten zu planen, was ich persönlich sehr viel anstrengender fand als 100km mit dem Rad zu fahren. Das ist also kein Symptom, dass der DB alleine zusteht. Übrigens heißen die Züge in den Niederlanden "NS-Züge" und man bucht sie bequem in der "NS-App", naja... Man muss aber auch sagen dass es nirgends in den Niederlanden - im Gegensatz zu Belgien - Übersetzungen gibt, weder ins Englische, noch ins Deutsche, und auch Deutsch sprechen da gar nicht Mal so viele Niederländer wie man vielleicht denkt. Wir hatten keine einzige Speisekarte mit Übersetzung, selbst in Lokalen wo nur Deutschsprachige saßen.

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Zum Anfangs erwähnten Bikepacking -> das war quasi ein DIY Novum von mir. Und zwar hatte ich, wie man auf einigen Bildern sehen kann, sogenannte "Backies" bestellt von einem französischen Unternehmen, die am Gepäckträger hängen und mit verschiedenen Riemen ermöglichen, auf simple Weise alles an ihnen zu befestigen. Zum Beispiel auch einen 70L großen Trekkingrucksack mit fetten Hüftgurten.

An einer Seite auf meinem Rad hatten wir so also den Rucksack geschnallt (ungefähr zu Hälfte befüllt), und auf der anderen Seite eine in eine reflektierende Rucksackregenhaube gepackte Gruppe an Gegenständen bestehend aus unseren Isomatten, einer extra Wasserflasche & meinem Schlafsack. Auf Romans Rad versammelten sich zudem rechts ein Fahrradrucksack mit Rucksackfunktion, links unser Zelt und mittig seine Isomatte.

Die Idee war, dass man so flexibel auch zu Fuß unterwegs sein kann, z.B. durch Städte, wenn man aus dem Hotel auschecken muss, aber diese noch sehen möchte, ohne Schließfächer suchen und bezahlen zu müssen; oder man zwischendurch auch eine Fußwanderung machen kann. Die nicht in Rucksäcken befindlichen Sachen hätte man z.B. noch in oder an diesen befestigen können, grade der Trekkingrucksack ließ sich sehr einfach tragen, auch wenn er schwer beladen war.

Realistisch muss man sagen, dass das keine sehr sinnvolle Idee ist. Campingausrüstung wiegt schon was und sonderlich viel Spaß macht das nicht, damit durch Städte zu spazieren. Dafür kostet es auch viel mehr Zeit, die Backies gut zu sichern und zu verzurren, jedenfalls viel mehr, als einfach Fahrradrucksäcke an die Seiten zu klicken. Man verliert dadurch immer wieder Zeit - und da wir sehr lange Strecken geplant hatten pro Tag, hatte man sowieso nicht wirklich Zeit, sich noch zu Fuß irgendetwas anzuschauen.

Das heißt aber nicht dass diese Art des Packens gar keinen Sinn macht, denn funktioniert und gehalten hats ja. Ich denke das macht einfach mehr Sinn, wenn man kürzere Strecken fährt, und dann längere Zeit verweilt an einem Ort, wo sich der Trekkingrucksack lohnt, also wenn man dann viel zu Fuß unterwegs ist. Aber einen so großen Rucksack braucht man dann eigentlich in der Stadt nicht mehr - der Anwendungsfall ist dann wohl eher, irgendwo hinzuradeln, wo man eine mehrtägige Wandertour machen will inkl. Camping.

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Wir haben jedenfalls wieder viel erlebt und auch viel gelernt was Bikepacking, Campen und Planen angeht:)

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