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Christian aus S.
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Von Löhnberg über die Höhenburg nach Weilburg

Christian aus S.
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Von Löhnberg über die Höhenburg nach Weilburg

went for a hike

September 3, 2026 at 09:08

Von Löhnberg über die Höhenburg nach Weilburg

04:24

19.5km

4.4km/h

440m

450m

Für die erste genaue Vermessung im Fürstentum Nassau wurden markante Erhebungen zu Vermessungspunkten 1. Ordnung. An diesen Orten wurden auffällige Vermessungspfeiler aufgestellt. Wichtig war dabei, dass es eine freie Sicht zu anderen Messpunkten erster Ordnung gab. In den historischen Karten wird einer dieser Punkte als Höhenburg bezeichnet. Auf den schnell zugänglichen Karten habe ich keinen Berg mit diesem Namen gefunden. Ich wusste nur, dass die Höhenburg eine der Ecken in einem Dreieck von Heidenhäuschen und Knoten ist. Um die Höhenburg zu finden habe ich diese Tour geplant und das geschlossene Waldgebiet zwischen Weilburg, Löhnberg und Merenberg abgesucht.

Besondere Erwartungen etwas zu finden hatte ich eigentlich nicht. Allerdings hatte ich gelesen, dass diese Region schon in vorchristlicher Zeit besiedelt war und die Kelten hier mehrere Wälle angelegt hatten. Mit Wälle machten es Angreifern schwer die Wohnplätze auf den Bergkuppen anzugreifen. Deshalb habe ich die Strecke besonders zu den Erhebungen in dem großen Waldgebiet geführt. Zuerst erreichte ich querfeldein den Hintersten Kopf. Auf der Karte ist eine Ausgrabungsstelle vermerkt. Die Kuppe ist bedeckt mit kleinen Felsbrocken, was auf einen Wall schließen lässt und das Gehen erschwert. Einen Vermessungsstein habe ich inzwischen dieser Masse an kleinen Steinbrocken nicht gefunden.

Nachdem ich wieder zurück auf angelegte Wege kam, steuerte ich den Roten Kopf an. Auch diese Kuppe erreichte ich nur mit einem Abstecher durch den Wald. Entlang einem steilen Abhang befinden sich größere, von Moss überzogenen Felsbrocken in einer Linie. Mit Sicherheit die Überreste eines Schutzwalls. Ein Steinhaufen mit beachtlicher Höhe wurde hier auch schon aufgeschichtet. Nur ein Vermessungsstein habe ich auch hier nicht gefunden.

Als letztes kam noch ein Aussichtspunkt auf Merenberg in Betracht. Ein Felssporn auf dem sich eine Hütte des Westerwaldvereins befindet. Zuerst fielen mir die hohe Anzahl an Tischen und Bänken auf. Etwas Abseits standen nochmals Bänke. Und dort fand ich zuerst den typischen TP-Stein, an der Geländekante. Zwei in Steinringen gefasste Feuerstellen befinden sich in der Nähe. Gegrillt wird hier also auch. Von der Kante hat man einen schönen Blick auf das nah gelegene Merenberg und die Burgruine. Ich wollte schon abdrehen und meine Wanderung fortsetzen als ich ihn fand. Der Vermessungspfeiler stand direkt vor mir, allerdings deutlich kleiner als er ursprünglich war. Das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG) hat hier schon 2013 eine Rekonstruktion aufgestellt. Hurra. Schon wieder eine Tour, die zum Erfolg wurde, den ich an dieser Stelle nicht vermutet habe.

Die Wanderung selbst ist dagegen nur mäßig. Bis auf die Querfeldeinabstecher bin ich ausschließlich auf geschotterten Forstwegen gelaufen. Die wenigen Pfade, die ich es gibt, bin ich meistens doch nicht gegangen. Manchmal waren sie übersäht mit Resten von Baumkronen, an anderer Stelle waren sie ziemlich zugewachsen oder durch schwere Fahrzeuge aufgefahren. Zwischendurch hatte ich auch ein paar Schauer, so dass die Gräser zu nass waren, um auf solchen Pfaden noch Spaß haben zu können.

Neben dem Vermessungspfeiler und dem einen Gipfel gibt es noch einen Aussichtsturm bei Löhnberg, einen grünen See (er wird eigentlich "Blauer See" genannt) in einem alten Basaltbruch und ein paar Quellen die sich in einen Trog ergießen. Das war´s. Da wird sogar eine Unterführung der B49 zu einer Attraktion. Ein Waldlehrpfad bei Löhnberg wurde offenbar abgebaut. Jedenfalls sind nur noch die Rahmen der Schautafeln übrig. Leider ist ein besonders interessanter Teil der historischen Wasserversorgung von Weilburg mittlerweile komplett verfallen. Weilburg selbst ist natürlich immer Reise wert. Hier hätte ich meine Wanderung auch in einem Café beenden können. Da mir Weilburg gut bekannt ist, habe ich heute darauf verzichtet.

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