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Silvana 🥾🥾 went for a hike
August 26, 2026 at 06:20
07:57
13.2km
1.7km/h
970m
700m
Garmin Instinct 2
Die Nacht mit festem Dach über dem Kopf tat sehr gut. Erst kurz vor 7 Uhr bin ich aufgewacht, packte erst mal alles zusammen (mal was anderes, ein Zelt in einem Zimmer einzupacken), gönnte mir noch eine Dusche und brach auf. In einem Carrefour konnte ich mich nach Herzenslust mit Getränken eindecken; zwei Literflaschen Wasser, zwei kleine Colaflaschen und noch 0,5 Liter Eistee packte ich ein, dann noch ein Pain au Chocolat für unterwegs und eine warme Apfeltasche, die ich gleich als Frühstück verspeiste, während ich darauf wartete, dass die Apotheke öffnen würde. Pünktlich um 9 Uhr ging der Rolladen hoch und ich erstand zwei große Packungen Blasenpflaster (Compeed gab's leider nicht, also nahm ich, was zu bekommen war...) und ein Schmerzgel für die Knie.
So beladen ging's dann erst mal ein bißchen aus der Zivilisation raus, da ich meine kaputten Füße nicht unbedingt mitten im Dorfzentrum auspacken wollte. Ich verarzte mich dann am Wegrand in einem nahegelegenen Waldstück und begann mit dem Aufstieg. Kaum oben ging's auch schon wieder runter. Gegen Mittag kam ich durch das kleine Dörfchen Les Gallands, das jedoch essenstechnisch allem Anschein nach nichts zu bieten hatte und so gab's am Ortstand noch den letzten Rest Brot aus Font d'Urle und ein Stück Wurst dazu. Zum Nachtisch dann noch das französische Schokobrötchen und weiter ging's.
Bis dahin hatte die Route noch nicht viel aufregendes zu bieten gehabt; sehr schmale, teils etwas zugewucherte Waldpfade, ein paar Stellen, die mit Halteseilen versehen waren und einige etwas kritische Passagen, an denen Gerölllawinen den Weg mit sich gerissen hatten. Kaum Aussicht im Vergleich zu den vorangegangenen beiden Tagen. Dafür begegnete mir, anders als an Tag 1 und 2 auch den ganzen Tag über nicht ein einziger anderer Wanderer.
Nach meinem Mittagspäuschen ging's wieder bergauf - so langsam dass ich teilweise meinte, überhaupt nicht mehr voranzukommen. Ab und an konnte man nun einen Blick in die Ferne erhaschen und das Highlight war ein kleines Felsentor, aber sonst gab es an diesem Tag nicht viel zu fotografieren. Ganz auf den Kamm führte mein Weg mich nicht, dafür aber für ein paar entspannende Kilometer ohne viel Höhenunterschied seitlich am Berg entlang, dann nochmal etwas bergauf und schließlich kam der Abstieg nach Miscon. Wenn ich davor noch gedacht hatte, es vielleicht noch bis Lesches-en-Diois schaffen zu können, wurde mir da klar, dass ich mir damit nach den vorangegangenen, (für meinen Geschmack etwas langen) Einstiegsetappen, wohl zu viel zumuten würde.
Ich brauchte dringend nochmal Stromanschluss, da ich leider einen nicht schnellladefähigen Stecker eingepackt hatte, der mir über Nacht zwar Handy und Uhr geladen hatte, die Powerbank aber nicht und mit nur einer Ladung würde ich unmöglich zwei Tage lang aufzeichnen und Navigieren können. In Miscon gab es einen netten, kleinen Campingplatz. Leider komplett ohne Betreiber. Das Geld für den Aufenthalt sollte in einem Couvert in den Briefkasten an der Rezeption eingeworfen werden. Na prima; 6 € sollte es kosten und das kleinste was ich hatte war ein 50 € Schein. Ich baute erst mal das Zelt auf, füllte den Anmeldeschein aus und hoffte, dass vielleicht noch irgendwelche Menschen mit Bargeld vorbeikommen würden, was dann tatsächlich auch der Fall war. Gegen 18:30 Uhr kam eine Spaziergängerin vorbei. Sie hatte zwar nichts bei sich, nahm mich aber mit zu ihrem Haus, ganz in der Nähe und wechselte mir den Schein, sodass ich dann legal auf dem schönen Plätzchen stehen konnte. Strom gab es und eine warme Dusche. Ich hatte auch die Gelegenheit, meine Wandersachen zu waschen und in einer wunderbaren Kombination aus Sonne und Wind trocknen zu lassen. Leider gab's nichts zu Essen, also begnügte ich mich mit einem Beutel gesalzenem Nussmix als Abendessen und hoffte, dass ich am nächsten Tag ohne Frühstück bis Lesches-en-Diois durchhalten würde. Ich nahm mir vor, früh schlafen zu gehen, um früh starten und die heutige wirklich sehr kurze Etappe am nächsten Tag etwas ausgleichen zu können...
Waypoints
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