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Von der Ruhr nach Böhmen – mit dem Fahrrad ins Bierland Etappe #3 🇨🇿☀️🚴🏻

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Von der Ruhr nach Böhmen – mit dem Fahrrad ins Bierland Etappe #3 🇨🇿☀️🚴🏻

went for a bike ride

August 16, 2026 at 07:24

Von der Ruhr nach Böhmen – mit dem Fahrrad ins Bierland Etappe #3 🇨🇿☀️🚴🏻

03:36

73.3km

20.3km/h

42.1km/h

330m

300m

🚲 Etappe 3: Rückenwind, Regenschauer und ein Bernard auf meinen Namen – von Ústí nad Labem über Litoměřice und Mělník nach Prag 🇨🇿

Nach zwei sehr warmen Tagen begann der dritte Tourtag zunächst angenehm entspannt. In meiner Pension in Ústí nad Labem hatte ich hervorragend geschlafen und konnte den Morgen ganz in Ruhe angehen. Ein paar Kaffee zum Start, und da ich diesmal kein Frühstück dabei hatte, ging es noch schnell in den Supermarkt direkt unterhalb der Pension. Dort versorgte ich mich mit Proviant für unterwegs.

Draußen erwarteten mich zunächst bewölkter Himmel und angenehme 22 Grad – nach den Temperaturen der vergangenen beiden Tage geradezu eine Wohltat. Auch wenn ich die Hitze gar nicht als besonders schlimm empfunden hatte, tat es doch gut, einmal etwas durchzuatmen.

Schon kurz nach dem Start stellte ich erfreut fest: Heute ist etwas anders. Während ich an den vergangenen Tagen häufig gegen den Wind ankämpfen musste, kam dieser heute von hinten. Und zwar ordentlich! Genau das konnte ich gut gebrauchen, denn mein Blick auf den Regenradar hatte mir bereits verraten, dass mich irgendwann eine ziemlich breite Regenfront erwarten würde. Also hieß es zunächst: Kilometer machen!

Die Landschaft entlang der Elbe wurde nun deutlich weiter und offener als noch am Vortag, verlor dabei aber keineswegs ihren Reiz. Und auch heute konnte ich dem Elberadweg wieder ein großes Kompliment machen. Die Strecke war hervorragend ausgeschildert und fast durchgehend richtig gut zu fahren. Lediglich an ein oder zwei Stellen musste ich das Fahrrad über eine Rampe schieben – unter anderem an einer Staustufe kurz hinter Ústí nad Labem. Aber auch das war problemlos zu meistern.

Dank des kräftigen Rückenwinds kam ich ausgesprochen gut voran. Gleichzeitig behielt ich den Regenradar im Auge. Die dort angekündigte Regenfront wurde immer größer und sollte mich spätestens gegen 11 Uhr erreichen. Seltsamerweise sah der Himmel in Fahrtrichtung zunächst überhaupt nicht danach aus. Dort war es sogar richtig freundlich. Die Erklärung war allerdings schnell gefunden: Die Regenfront kam von hinten.

In Litoměřice legte ich deshalb vorsichtshalber eine Pause ein. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die ersten Tropfen fielen. Kein Wolkenbruch, aber doch ausreichend Regen, dass ich für eine Weiterfahrt die Regenkleidung hätte auspacken müssen. Also machte ich es mir auf einer Bank unter einem schönen Unterstand gemütlich, wartete den Schauer ab und nutzte die unfreiwillige Pause gleich für mein inzwischen längst überfälliges Frühstück.

Nach ungefähr einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Ich konnte wieder aufs Fahrrad steigen – und der Rückenwind war immer noch da. Kurz darauf drehte ich mich einmal um und sah hinter mir eine riesige Front blauen Himmels aufziehen. Besser konnte das Timing kaum sein. ☀️

Von nun an ging es bei deutlich besserem Wetter weiter entlang der Elbe. Ich hatte heute richtig gute Beine und kam entsprechend schnell voran. Mein Plan war, gegen 16 Uhr in Prag anzukommen, um noch genügend Zeit für eine Dusche und anschließend einen ersten Stadtbummel zu haben.

Zunächst musste ich aber noch bis Mělník kommen. Und auf den letzten zehn Kilometern hielt ich immer wieder Ausschau nach einem Biergarten. Ich bin da inzwischen etwas anspruchsvoll geworden: Nicht irgendeiner soll es sein, sondern einer, bei dem ich beim Vorbeifahren denke: Ja, genau hier möchte ich sitzen!

Etwa acht Kilometer vor Mělník war es dann soweit. Ein kleiner, uriger Biergarten, angenehme Atmosphäre, strahlender Sonnenschein und ein Bier, das für mich schon aufgrund seines Namens eigentlich Pflichtprogramm war: Bernard. 😄🍺

Das Bier schmeckte hervorragend und kostete gerade einmal 44 Kronen für den halben Liter – in einem Biergarten wohlgemerkt. Dazu bestellte ich mir eine Klobása, also eine typische tschechische Wurst, serviert mit Brot, Senf und Meerrettich. Genau das Richtige für eine kleine Pause vor den letzten Kilometern.

Wie schon an den vergangenen Tagen kam ich auch hier wieder mit Einheimischen ins Gespräch. Diesmal allerdings auf Englisch – mit meinen inzwischen immerhin rund zehn tschechischen Wörtern komme ich bei einer richtigen Unterhaltung dann doch noch nicht ganz so weit. 😉 Trotzdem war es wieder eine ausgesprochen nette Begegnung.

Besonders schön fand ich, dass ich mich hier inzwischen tatsächlich ein wenig „mittendrin“ fühlte und nicht nur als Tourist unterwegs war.

Nach dieser gemütlichen Pause hieß es dann aber doch irgendwann Aufbruch. Mein Zug in Mělník sollte um 15:11 Uhr abfahren, und ich wollte auf keinen Fall in Zeitnot geraten. Also die letzten acht Kilometer noch einmal ordentlich Tempo gemacht und pünktlich in Mělník angekommen.

Dort blieb sogar noch etwas Zeit, um einige schöne Fotomotive der Stadt einzufangen, bevor es zum Bahnhof ging.

Und dann folgte für mich ein weiteres kleines Highlight dieser Reise: tschechisches Bahnfahren, wie man es sich wünscht. Der Zug stand bereits bereit, war modern und sauber und fuhr pünktlich auf die Minute los. Über die zuvor heruntergeladene App der tschechischen Bahn konnte ich ganz unkompliziert noch kurz vor der Abfahrt mein Ticket kaufen – einschließlich Fahrrad. 159 Kronen für die 50 Kilometer bis Prag, davon 119 Kronen für mich und 40 Kronen für das Fahrrad.

Auch die anschließende Kontrolle funktionierte völlig problemlos: QR-Code vorzeigen, scannen lassen – fertig. So unkompliziert kann Bahnfahren sein. 🚆🚲

Der Zug brachte mich pünktlich bis zum Prager Hauptbahnhof. Von dort waren es noch etwa sieben Kilometer mit dem Fahrrad bis zu meinem Hotel. Das Fahrrad konnte ich sicher an der Rezeption abstellen, dann hieß es erst einmal: Duschen und frisch machen.

Denn schließlich wollte ich den restlichen Nachmittag und Abend noch für Prag nutzen.

Mit der Metro ging es anschließend hinein in die Stadt. Vom Wenzelsplatz über die Altstadt mit der astronomischen Uhr, weiter zur Karlsbrücke und auf die Kleinseite – Prag zeigte sich bei inzwischen fast wolkenlosem Himmel und angenehmen 28 bis 29 Grad von seiner schönsten Seite.

Natürlich durfte auch eine kulinarische Pause nicht fehlen. In der Havelská Koruna gab es Schweinefleisch mit Reis und Soße und dazu ein Pilsner Urquell. Später ging es weiter über die Kampa, zur Brücke der Legionen und am Nationaltheater vorbei.

Und dann kam für mich noch eine kleine Premiere: Kofola. Das tschechische Kultgetränk hatte ich bisher noch nie probiert. Mein erster Eindruck? Irgendwie eine Mischung aus ungefähr einer Hälfte Cola und einer Hälfte Almdudler – deutlich kräuteriger, mit einer leichten Lakritznote und nicht so süß wie klassische Cola. Und erstaunlicherweise: richtig stimmig und angenehm. Eine weitere kleine tschechische Erfahrung, die ich von dieser Reise mit nach Hause nehmen werde.

Später schaute ich noch bei Pivovar Národní / Czech Lion 13 vorbei, bevor es schließlich mit der Straßenbahn 18 wieder zurück Richtung Hotel ging. Von der Haltestelle war es nur noch ein kleines Stück zu Fuß.

Und nun liege ich hier im Hotel und lasse diesen Tag noch einmal Revue passieren.

Was für eine Etappe!

Am Morgen noch grauer Himmel und Regenradar, zwischendurch ein kleiner Zwangsstopp in Litoměřice, danach Rückenwind, strahlender Sonnenschein, ein uriger tschechischer Biergarten mit einem Bernard-Bier auf meinen Namen, nette Begegnungen mit Einheimischen, eine völlig unkomplizierte Zugfahrt mit Fahrrad und schließlich noch ein wunderbarer Nachmittag und Abend in Prag.

Heute hat einfach unglaublich viel zusammengepasst.

Und genau deshalb liebe ich solche Radtouren: Man kann morgens noch überhaupt nicht wissen, welche kleinen Geschichten der Tag am Ende bereithält. 🚲❤️🇨🇿

Etappe 3 – geschafft.
Und morgen geht es weiter. 😎

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