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Bernd went for a bike ride
August 15, 2026 at 09:23
05:00
94.7km
18.9km/h
34.9km/h
270m
240m
🚆🚴🏻♂️ Tag 2 – Von Glauchau an die Elbe und hinein ins Bierland Tschechien 🇨🇿
Nach einer ausgesprochen erholsamen Nacht in der Pension Förster begann der zweite Tag meiner Tour mit einem wirklich hervorragenden Frühstück. Damit war die Grundlage für die heutige Etappe gelegt. 😋
Ich war früh fertig, packte meine Sachen, sattelte mein Fahrrad und machte mich auf den kurzen Weg zum Bahnhof in Glauchau. Da ich noch reichlich Zeit hatte, nahm ich vorher sogar noch ein paar zusätzliche Straßenzüge von Glauchau mit – schließlich will man auf einer solchen Tour ja nicht nur Bahnhof und Pension kennenlernen. 😉
Der Zug kam – wie schon gestern – überpünktlich und war erfreulich leer. Auch das Fahrrad ließ sich gut unterbringen. Besonders angenehm war heute der ebenerdige Einstieg. Nach den drei Stufen mit dem vollgepackten Fahrrad gestern war das heute fast schon Luxus. 😂
In Chemnitz war es dann allerdings kurz mit der entspannten Zugfahrt vorbei: Der Zug wurde durch einen Ersatzzug ersetzt und alle mussten umsteigen. Zum Glück stand der andere Zug direkt am gegenüberliegenden Bahnsteig. Also wieder Gepäck runter, Fahrrad raus, alles herüber und wieder einräumen. Nicht unbedingt mein Lieblingssport – aber letztlich völlig problemlos.
Weiter ging es bis Dresden-Mitte.
Dort wurde das Fahrrad wieder aufgerüstet und schon wenig später war ich mitten im Dresdner Stadtgeschehen. Ich habe mir noch einige der bekannten Sehenswürdigkeiten angeschaut, unter anderem natürlich die Frauenkirche.
Allerdings merkt man als Radfahrer ziemlich schnell, dass eine Stadtbesichtigung mit dem Fahrrad ihre Tücken hat: abgesperrte Bereiche, Fußgängerzonen und Umwege machen das Ganze nicht unbedingt einfacher. Außerdem war in Dresden ordentlich etwas los. Zwischen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Bundeswehr und anderen Einsatzorganisationen sah es nach einer größeren Veranstaltung beziehungsweise Präsentation der Blaulicht-Organisationen aus.
Doch irgendwann war genug Stadt – ich wollte zur Elbe!
🚴🏻♂️ Der Elberadweg – einfach großartig!
Und was dann kam, hat mich wieder einmal völlig begeistert.
Der deutsche Elberadweg hat mich schon nach den ersten Kilometern überzeugt. Fast durchgehend hervorragend asphaltiert, bestens ausgeschildert und immer wieder direkt an der Elbe entlang.
Genau so macht Radfahren Spaß.
Durch kleinere Orte ging es immer wieder hindurch, was die Strecke angenehm abwechslungsreich machte. Gleichzeitig blieb der Charakter der Tour erhalten: Fluss, Landschaft, Felsen – und immer wieder fantastische Ausblicke.
In Pirna stand dann die Frage an: Welche Elbseite nehme ich?
Ich entschied mich für die westliche Seite – und das sollte sich als goldrichtig herausstellen.
Denn jetzt begann der landschaftlich wohl spektakulärste Teil des Tages. Die Felsen der Sächsischen Schweiz, die Bastei mit ihrer berühmten Brücke und später die markanten Felsformationen rund um Bad Schandau begleiteten mich auf meinem Weg. Besonders beeindruckend fand ich die Schrammsteine.
Und das alles bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen bis etwa 35 °C. Ich mag Wärme beim Radfahren ja durchaus – aber irgendwann ist auch bei mir die Grenze erreicht. 35 Grad sind definitiv genug. 😅☀️
Dazu kam natürlich – wie sollte es anders sein – der Wind. Und natürlich kam er mir entgegen. Aber auch das konnte meine Freude an dieser fantastischen Strecke nicht trüben.
💧 Die Sache mit dem Wasser
Kurz hinter Bad Schandau wurde es dann allerdings etwas knifflig.
Meine Trinkwasservorräte waren aufgebraucht und auf dem bisherigen Weg hatte ich keine Möglichkeit gefunden, meine Flaschen nachzufüllen. Vielleicht habe ich irgendwo eine Quelle oder einen Trinkwasserhahn übersehen – ausschließen möchte ich das ausdrücklich nicht.
Aber irgendwann musste Wasser her.
Also erinnerte ich mich an einen alten Radfahrer-Trick: Friedhof suchen.
Dort angekommen fand ich tatsächlich einen Wasserhahn – allerdings mit einem Hinweis der Gemeindeverwaltung, dass die Wasserentnahme zwischen 9 und 19 Uhr wegen der derzeitigen Trockenheit zur Bewässerung untersagt sei. Der Grund war angesichts des extrem niedrigen Elbpegels durchaus nachvollziehbar.
Nun ja …
Ich war schließlich nicht zur Bewässerung da. 😂
Also habe ich mir – mit durchaus schlechtem Gewissen – ungefähr einen Liter direkt vor Ort gegönnt und einen weiteren Liter für die Weiterfahrt abgefüllt.
In diesem Moment war mir das Wasser jedenfalls wichtiger als das Verbot. Und immerhin habe ich damit vermutlich keinen Garten bewässert. 😉
🇨🇿 Grenze überschritten – jetzt wird’s interessant!
Kurz darauf war es dann soweit:
Tschechien! 🇨🇿
Und damit begann für mich endgültig der Teil der Reise, auf den ich mich schon lange gefreut hatte.
Auch der tschechische Abschnitt des Elberadwegs setzte den positiven Eindruck nahtlos fort. Bis Ústí nad Labem war die Strecke hervorragend zu fahren und gut ausgeschildert.
Jetzt fehlte eigentlich nur noch eines:
ein kleiner tschechischer Biergarten. 🍺
Allerdings wollte ich nicht schon mitten am Nachmittag eine längere Pause machen – schließlich lagen noch rund 45 Kilometer vor mir.
Kurz hinter Děčín hatte ich dann aber Glück: Ich entdeckte einen kleinen, urigen Biergarten, der genau meinen Vorstellungen entsprach.
Einheimische Gäste, eine gemütliche Atmosphäre, leckeres tschechisches Bier und Preise, bei denen man als deutscher Radfahrer erst einmal staunt. 😉
Zuvor hatte ich an einem Geldautomaten noch versucht, tschechische Kronen zu bekommen. Die angebotenen Gebühren waren allerdings so happig, dass ich den Vorgang kurzerhand abbrach.
Also fragte ich den Wirt einfach, ob er mir 50 Euro in tschechische Kronen wechseln würde. Mein Währungsrechner zeigte mir 1.210 Kronen an – und genau diesen Betrag bekam ich von ihm. Problem gelöst. 🇨🇿👍
Noch viel schöner war aber die Begegnung mit den anderen Gästen.
Mit meinen paar Brocken Tschechisch konnte ich tatsächlich ein wenig mit den Einheimischen ins Gespräch kommen. Und dabei kam es zu einer besonders netten kleinen Episode:
Einer der Gäste bot mir einen selbstgemachten Kartoffelpuffer – auf Tschechisch „Bramborák“ – an, den seine Mutter für ihn gemacht hatte.
Natürlich konnte ich da nicht Nein sagen. 😋
Ich nahm ihn dankend an, probierte ihn – und was soll ich sagen:
richtig lecker!
Ein selbstgemachter tschechischer Kartoffelpuffer von der Mutter eines Einheimischen, mitten in einem kleinen Biergarten irgendwo zwischen Děčín und Ústí nad Labem – genau für solche Momente fährt man doch durch Tschechien.
Und ganz nebenbei konnte ich auch noch mein Tschechisch ein wenig ausprobieren. Ein paar Worte hier, ein „Děkuji“ dort – und plötzlich ist man nicht mehr nur der deutsche Radfahrer, der zufällig vorbeikommt, sondern kommt tatsächlich ein kleines bisschen mit den Menschen vor Ort in Kontakt.
Das war für mich einer der schönsten Momente des Tages. ❤️
🏁 Die letzten Kilometer nach Ústí
Nach dieser wunderbaren Pause lagen noch ungefähr 25 Kilometer vor mir.
Die habe ich dann tatsächlich noch einmal im Eiltempo heruntergespult.
Um 19:05 Uhr rollte ich schließlich an meiner heutigen Unterkunft ein.
Und was soll ich sagen?
Diese Pension ist ein echter Volltreffer.
Für gerade einmal 32 Euro bekomme ich hier praktisch eine komplette Ferienwohnung mit moderner Ausstattung und einem richtig schönen Badezimmer. Dazu ein Kühlschrank, in dem inzwischen sogar schon mein tschechisches Betthupferl auf mich wartet. 😎
Eine echte kleine Perle – und deshalb von mir schon jetzt eine ganz klare Empfehlung.
Leider war das Restaurant in unmittelbarer Nähe geschlossen, weil der Inhaber krank war. Also musste Plan B her.
Ich fuhr noch einmal nach Ústí nad Labem und landete dort in der von meiner Pension empfohlenen Brauerei-Gaststätte.
Ein uriges Lokal, ein dunkles tschechisches Lagerbier und dazu ein richtig leckeres Gulasch mit Knödeln und Sauce.
Das Gulasch und die Sauce waren hervorragend. Bei den Knödeln hätte ich mir angesichts ihrer Menge allerdings etwas mehr Sauce gewünscht – die waren mir dann doch ein bisschen zu trocken. Aber satt geworden bin ich allemal. 😋
Bezahlt wurde übrigens ganz problemlos mit Karte.
Danach ging es wieder zurück in meine kleine Luxus-Pension.
Jetzt liege ich hier im Bett, lasse den Tag noch einmal Revue passieren und stelle fest:
Was für ein Tag!
Vom hervorragenden Frühstück in Glauchau über den Zug nach Dresden, die Frauenkirche, die Elbe, die Bastei, die Schrammsteine, einen unfreiwilligen Wasserstopp auf einem Friedhof, den Grenzübertritt nach Tschechien, einen urigen Biergarten mit einer wunderbaren Begegnung mit Einheimischen und einem selbstgemachten Bramborák bis hin zum Gulasch in Ústí nad Labem.
Und genau deshalb liebe ich solche Touren.
Man plant eine Strecke –
und unterwegs schreibt das Leben die Geschichte dazu. ❤️🚴🏻♂️🇩🇪🇨🇿
Tag 2: geschafft. Glücklich. Satt. Und ziemlich müde.
Morgen geht’s weiter. 🚴🏻♂️☀️🇨🇿
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