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Jürgen Wafzig went mountaineering
August 9, 2026 at 02:31
08:45
15.3km
1.8km/h
1,250m
1,240m
Garmin fēnix 7
Kategorie: Leichte Hochtour, Gletscher, Spalten, Firngrat
Ausrüstung: Klettergurt, Trilock-Karabiner, Steigeisen, Gletscherbrille, Stöcke mit Schneetellern, optional Pickel & Helm
Früh um 4:30 Uhr starten wir mit Stirnlampen Richtung Gletscher. Die Luft ist kühl, der Hang noch schwarz, und der Weg zieht sich stetig bergauf. Im ersten Dämmerlicht seilen wir uns an und steigen eine Stunde über Blankeis – konzentrierte Schritte, Spalten werden im leichten Zickzack umgangen, das Seil gibt den Rhythmus vor.
Nach etwa einer Stunde auf dem Gletscher wird die Oberfläche weicher. Der Firn trägt gut, und mit wenigen Serpentinen erreichen wir die Felswand des Kleinvenedigers. Bis dahin keine Spalten mehr sichtbar. Rechts am Felsaufbau queren wir mehrere Spalten, eine davon rund 50 cm breit. Eine Leiter lehnt am Fels – noch nicht im Einsatz, aber ein Hinweis auf die Dynamik des Gletschers.
Der Firngrat zum Großvenediger liegt im Grau, Gruppen kommen uns entgegen, denen keine Aussicht vergönnt war. Dann bricht kurz Licht durch, der Grat wirkt wie eine helle Linie im Nebel, für Sekunden leuchtet das Gipfelkreuz silbern. Fünf Stunden nach dem Start stehen wir oben.
Als es aufreißt, zeigt sich die ganze Bergwelt: Grat, Weite, umliegende Gipfel. Genau die Bilder, die mich zu dieser Tour gebracht haben. Ein kurzer Jubel im Inneren, Sekundenglück.
Der Abstieg gelingt gut, der Firn trägt, die Spur ist klar. An der Hütte bin ich erschöpft, aber zufrieden – mit dem Vorsatz, mich beim nächsten Mal gezielter zu akklimatisieren.
Im Hochgebirge zählt nicht die Stunde, sondern der nächste sichere Schritt.
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