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Leer (Ostfriesland) - Stadtwanderung

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Leer (Ostfriesland) - Stadtwanderung

went for a hike

July 27, 2026 at 12:19

Leer (Ostfriesland) - Stadtwanderung

00:46

2.36km

3.0km/h

50m

40m

Heute ging es als zweiter Teil eigentlich zur Meyer Werft, die man ohne Voranmeldung besuchen und mit Anmeldung Werksbesichtigung machen kann.
Petrus, hat uns hier mit 4,3 Liter auf den Quadratmeter und Dauerregen einen Strich durch die Rechnung gemacht.
So machten wir kurzerhand auf der Not eine Tugend und steuerten die Gegenrichtung "Leer" Ostfriesland an.
In Leer fanden wir schnell einen der perfekten Parkplätze mit E-Lademöglichkeit und waren bereits in der Altstadt, die uns in ihre Geschichte eintauchen ließ. Die Mischung aus Alt und neuer Baumstruktur ist sehr gut gelungen und überall mit grünen Bereiche verbunden, die keine Schmuddelecken zuließ. Sprich ein als fast perfektees Rezept für Wohnen und Arbeiten.
Unser Rückweg ging über den Hafen und schmalen Gäsle.
Gastronomie? Ja, auch diese findet man nach jeder Preisklasse. Wobei wir heute uns auf eine norddeutsche Brotzeit freuten.
Wenig später erreichten wir unser heiliges Blechke und traten den Rückweg an.

Bevor ich meine Reise beende möchte ich Sie noch in die Geschichte von Leer entführen.

Der Ursprung von "Leer" das im Mündungsgebiet der Leda in die Ems liegt kann man auf ca 2900, bis 2700 vor Christus benennen, wobei Leer selbst im Jahr 791 und Siedlungskern im Bereich des späteren reformierten Friedhof gesehen wird.
Missionierte der Friesenapostel Liudger, auch als die "Leeraner", bezeichnet gründete die erste Kapelle im ostfriesischen Raum am Westrand der damaligen Siedlung, Sie stellte einen der kirchlichen Mittelpunkte der in Friesland dominierenden Grundherrschaft des Klosters Werden dar. In den späteren Jahren erwarben auch andere Klöster hier Besitz, wie z.B., das Kloster Fulda.
Der Ortsname "Leer" kommt von dem urgermanischen Wort „hlér“ (was soviel wie "Weideplatz“) heißt.
Anfang des 11. Jahrhundert wurde Leer Münzstätte und durch Gottfried II. (Niederlothringen), dem Grafen von Friesland betrieben.
Im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert war Leer durch den Häuptling Focko Ukena (1370-1436 war ein ostfriesischer Häuptling des Moormer- und Lengenerlandes. Er entstammt dem mächtigen ostfriesischen Häuptlingsgeschlecht der Ukena.) ein aus heutiger Sicht politisches Zentrum Ostfrieslands.

Die aufstrebenden Cirksena verbanden sich 1433 selbstständig mit der Stadt Hamburg. Diese wollte der in Ostfriesland weit verbreiteten Duldung der Seeräuber und setzten daher auf einen starken Souverän in Ostfriesland. Hierdurch war die Basis für die Herrschaft der Cirksena in Ostfriesland gelegt. Zur strategisch Absicherung wurden Burgen, wie z.B. in Stickhausen und ab 1435 im heutigen Stadtteil Leerort errichtet. Im Jahr 1453 übertrug für 10.000 Mark Hamburg seinen Besitz in Ostfriesland einschließlich der Festung (Burg) "Leerort" an den Häuptling und späteren Grafen Ulrich Cirksena über. Die Burg wurde Sitz des gräflichen Drosten und Amtmannes und zur stärksten Festung in Ostfriesland ausgebaut. Das neu gebildete Amt Leerort umfasste unter anderem Leer mit dem Moormerland, das westliche Overledingerland und das Oberrheiderland bis zur heutigen niederländischen Grenze.

Leer galt als Marktflecken was soviel hieß wie sehr große, aber lokal bedeutende Ansiedlung.

In den folgenden Jahrhunderten erfolgten kriegerische Handlungen, Kriege, Besetzung, Eigentumsveränderung,
Der See Handel nahm mit der Beruhigung extrem zu. Mühlen und andere technische Anlagen entstanden,...Menschen siedelten sich an,...der Handel ging in eine Blüte.

Elf Tage nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt zogen am 25. Oktober 1806 niederländische Truppen auf Befehl ihres Königs Louis Bonaparte, eines Bruders Napoleons, in Leer ein.

Nach dem Wiener Kongress im Jahre 1815 fiel die Stadt an das Königreich Hannover. Preußen richtete im 1816 in Leer und in Emden Konsulate ein. Durch König Georg IV. erhielt der Ort sieben Jahre später das Stadtrecht.

Der Hafen, die Industrie erwarb einer ihre Höhepunkte und wurde massiv ausgebaut und somit Leer selbst.
Dies sollte ab dem Jahr 1929, auch jeden als Wirtschaftskrise bekannt vollständig anders werden. Die Industrie brach massiv ein und die Folgen waren verheerend. Es gab zwar Arbeitsamt und Wohlfahrtsunterstützung, jedoch half es nur bedingt, die Unzufriedenheit nahm rapide zu. Der Nationalsozialismus fand halt und erstarkten. Die Folgen sind allen bekannt.

Mit dem Erwachen des politischen Leben im Jahre 1946, Gründung von Ortsparteien begann die Basis des neuen Aufschwungs. Zuwanderung, Flüchtlingsrückströme, aufstrebende Industrie erwarb Leer wieder seine wirtschaftlichen Höhen.
Mit dem Jahr 1971 begann mit eigenen sowie Bundes- und Landesmitteln nach dem Städtebauförderungsgesetz eine erheblich Sanierung der Leeraner Altstadt. So soll zwischen den Jahren 1971 und 1990 130 Millionen D-Mark (60 Millionen öffentliche Mittel aus je ein Drittel Stadt, Land und Bund, sowie 70 Millionen privater Investitionen).
Etwas was nicht nur die Lebensqualität extrem steigerte, sondern auch den Tourismus, was man an uns selbst sehen kann.
Die Schließung des Olympia-Werks Bremsen 1984-1985 massiv den Aufschwung, was Arbeitslosigkeit um 23Prozent nach dich zog.trug maßgeblich dazu bei, dass 1984 und 1985 die Arbeitslosigkeit in Leer auf Höhen um 23 Prozent. Nur drei Jahre später folgte die Insolvenz der Jansen-Werft, was erneut ein Tiefpunkt bedeutete, der 1980er Jahre durch die Gründung neuer Reedereien nicht nur Auffing, sondern einen neuen Aufschwung mit darstellte und automatische weitere Firmenansiedlungen nach sich zog.

Heute, steht Leer wirtschaftlich gut da und der Geist der drohenden VW-Schließung in Emden wird vermutlich die nächste Herausforderung werden.

Fazit:
Ein Ort mit Vorbildfunktion und einer fast perfekten Symbiose aus Wohnen, Arbeiten und Tourismus.

Pit liked this tour.

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