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roman discovers went for a bike ride
July 26, 2026 at 07:13
04:35
60.0km
13.1km/h
26.9km/h
220m
230m
Den Morgen verbringe ich damit, mal wieder ein Loch in meiner Therm-a-Rest-Matratze zu suchen. So nervig das ist, so glücklich bin ich über einen neuen Reisegefährten in der Ausrüstung: einen fünf Gramm schweren Plastikstöpsel, den man auf jeden Abfluss legen kann, um Wasser einzustauen. Jeder, der viel reist, weiß, wie selten man ein dichtes Waschbecken hat. Willkommen, mein Freund.
Kurzer Halt in den Gärten von Villandry – bezaubernd, aber mein Bedarf an Renaissance-Schlössern nähert sich der Sättigung.
Heute verstehe ich, warum die Profis die Loire à Vélo flussaufwärts fahren. Ein strammer Wind kommt mir vom Atlantik entgegen. Gerade als ich mich besonders abkämpfe, fährt ein Bikepacker mit beachtlicher Geschwindigkeit an mir vorbei, verlangsamt – und zieht mich zehn Kilometer bis zum nächsten Ort in seinem Windschatten mit. Dann winkt er und fährt in seiner doppelten Geschwindigkeit weiter. Wir hatten keine zehn Worte miteinander geredet. Was für eine Geste.
Aus dem Nichts stoße ich auf den Écomusée du Véron, untergebracht in einem alten Gutshof nahe der Mündung von Loire und Vienne. Zuerst will ich weiterradeln, halte dann aber doch – und werde für fast zwei Stunden verschluckt. Ein Museum im allerbesten Sinne: eines, das überrascht.
Statt einer Heimatkunde erwartet mich eine Ausstellung mit dem Titel „Créer un monde – Creating a World". Sie denkt den Menschen in sieben großen Fragen durch: In der Welt sein, die Zukunft gestalten, das Selbst weitergeben, zwischen Konformismus und Distinktion, das Zusammenleben, Flucht und Kritik, einen Ort bewohnen. Ausgerechnet hier, mitten in der Loire-Idylle, bleibe ich an zwei Tafeln hängen. „In der Welt sein": Für Heraklit sind Leben und Tod dasselbe wie Nacht und Tag – ein Kreis, in dem Anfang und Ende ineinanderfallen. Auf dem Rad, wo jeder Tag neu beginnt und endet, leuchtet mir das unmittelbar ein. Und „Einen Ort bewohnen": Im Westen markiert sich Privateigentum durch Türen, Läden, Schlösser – der Andere als mögliche Gefahr. Anderswo gehört der Raum dem Kollektiv. Ich, mit meinem Zelt, leihe mir Orte für eine Nacht.
Kein schlechter Zustand und Ort, um über solche Fragen nachzudenken.
🇬🇧 Day 30: Loire à Vélo, from Villandry to Montsoreau. The morning went to patching yet another hole in my Therm-a-Rest — but I've gained a tiny new companion: a five-gram plastic plug for any drain, so I always have a watertight sink. A brief stop at the enchanting gardens of Villandry, though I've reached peak Renaissance château. Then a stiff Atlantic headwind — until a bikepacker slowed and towed me ten kilometres in his slipstream, waved, and vanished at double my speed. Barely ten words between us. What a gesture. Out of nowhere I found the Écomusée du Véron, in an old manor near the Loire-Vienne confluence, which swallowed me for two hours: not local folklore but an exhibition, "Creating a World", thinking through the human condition in seven great questions. For Heraclitus, it said, life and death are one, like night and day — which makes immediate sense on a bike, where every day begins and ends anew. And "inhabiting a place": in the West, property means doors, shutters, locks, the Other as a threat; elsewhere space belongs to all. I, with my tent, inhabit nothing. I borrow places for a night. Not a bad state in which to ponder such things.
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