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2026/37 Stadtwanderung von Lichterfelde-Süd oft entlang auf dem Grünen Hauptweg 15 bis nach Alt-Marienfelde
2026/37 Stadtwanderung von Lichterfelde-Süd oft entlang auf dem Grünen Hauptweg 15 bis nach Alt-Marienfelde
rainer kunke went for a hike
July 15, 2026 at 10:00
01:58
9.10km
4.6km/h
80m
80m
Heute war wettermässig der ideale Tag für meine wöchentliche Stadtwanderung und ich wollte einmal wieder einmal eine Tour durch das "Grüne Berlin" machen und so entschloss ich mich zu einer Wanderung im südlichen Westberlin, wo ich noch nicht war.
Gestartet bin ich am S-Bahnhof Lichterfelde-Süd und dann bin ich in Richtung Lichtenrade gewandert und dann entschied ich mich, dass meine Tour in Alt-Marienfelde sein Ende findet.
Nicht weit vom S-Bhf. Lichterfelde-Süd beginnen die vielen neuen Siedlungen, die so ab 1950 gebaut wurden und zuerst kam ich in die sogenannte "Thermometersiedlung". Diese Großsiedlung mit Gebäuden von bis zu 22 Stockwerken wurde zwischen 1968 und 1974 als typisches Beispiel für den sozialen Wohnungsbau am West-Berliner Stadtrand gebaut.
Ein Stück weiter kam ich durch
"City Village-Siedlung".
In den 1950er Jahre errichtete man am Woltmannweg eine "Kleinraumsiedlung" mit extrem spartanisch ausgestatteten Steinbaracken. Sie diente als Notunterkunft, um den drängenden Zustrom von Flüchtlingen aus dem Osten nach West-Berlin aufzufangen. Rund 3.000 Menschen lebten zeitweise auf dem engen Areal in knapp 450 Mini-Wohnungen.
Um 1980 entschloss sich die Wohnungsbaugesellschaft GSW für eine grundlegende Neugestaltung und Neubebauung des Areals. Die alten Baracken wurden abgerissen und die Siedlung wandelte sich in das heutige "City Village" um, das vor allem durch die gleichartigen Reihenhäuser beeindruckt und wenn man den Stadtplan zoomt, dann sieht man da nur viele kleine Strassen und Wege und keine grossen Parkplätze.
Mein nächstes Ziel war der berühmte "Fliegeberg" von Otto Lilienthal mit dem schönen Park.
Der Fliegeberg in Lichterfelde ist eine rund zwölf Meter hohe Aufschüttung, die Flugpionier Otto Lilienthal 1894 auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei anlegen ließ. Von hier aus unternahm er bis 1896 über 1.000 wegweisende Gleitflüge mit Weiten von bis zu 80 Metern.
Nach Lilienthals tödlichem Absturz 1896 wurde das Areal der Tongrube schrittweise in den heutigen Lilienthalpark umgestaltet.
1932 wurde der Park vollkommen neu gestaltet.
Man formte den Hügel zu einem vierfach abgestuften Kegelstumpf. Die Spitze krönt eine bronzene Weltkugel, die 1932 eingeweiht wurde. Sie symbolisiert eine friedliche, weltumspannende Luftfahrt.
Jetzt habe ich in den letzten Jahren schon 3 Orte beim Wandern besichtigt, wo Lilienthal seine Flugversuche unternommen hatte und besonders beeindruckend war das auf den Rhinower Bergen bei Stölln, wo Lilienthal 1896 auch tödlich verunglückte.
Dann ging es ein grosses Stück auf dem Lankwitzer Grünzug entlang in Richtung Waldsassener Strasse und da beginnt wieder der Grünzug in Richtung Poppenreuter Weg und dann ging es auf den "Schlehenberg" hoch und dieser Berg entstand nach dem Zweiten Weltkrieg als Trümmerberg.
Die Erhebung wurde ab 1948 planmäßig aufgeschüttet, um den Schutt von etwa 50.000 kriegszerstörten Gebäuden aus ganz Berlin zu lagern. Der Trümmerberg türmt sich heute auf 64 Meter über dem Meeresspiegel auf. Er ist mittlerweile begrünt, dient als geschützte Grünanlage und war während des Kalten Krieges als militärisches Sperrgebiet der Standort einer US-amerikanischen Abhörstation/Radaranlage. Auf den Berg hoch sind steile und neu angelegte Kopfsteinpflasterwege und oben auf dem höchsten Punkt stehen nur 2 Bänke und durch die hohen Bäume hat man keinen Fernblick auf die umliegenden Wohngebiete.
Ganz nah folgt dann der "Marienfelder Freizeitpark" mit einer Grösse von 40 Hektar.
Der Landschaftspark Marienfelde entstand aus einer ehemaligen Mülldeponie, die von 1950 bis 1981 betrieben wurde und wo in diesem Zeitraum rund 4 Millionen Kubikmeter Hausmüll abgelagert wurden.
Dort entdeckte ich auch eine technische Anlage, wo das noch immer sich im Müllberg entwickelnde Methangas abgefackelt wird.
Im Freizeitpark gibt es viele gepflegte Wege, aber da, wo es steiler wird, da sind die Wege auch mit Kopfsteinpflaster versehen und das letzte Stück zum höchsten Punkt, "Alpenblick" genannt, da sind nur schmale steile Pfade und eine schon aus etwas verfallenen Holzbalken bestehende Art Treppe und das war dann für mich auch schon eine anstrengende Herausforderung mit meinem Rollator, aber oben ist dann eine Bank zum Ausruhen und für das Geniesen des grossen Panoramablickes, zuerst bis zum Fernsehturm im Grunewald, dann von westlich ab dem Steglitzer Hochhaus, dann der Blick bis zum Fernsehturm am Alexanderplatz und dem 176 m neuen Estrel-Tower und dann kann man bis ganz nach Südosten zu den Müggelbergen schauen.
Dann ging es auf schmalen steilen Pfaden bergab und dann kamen auch wieder die Kopfsteinpflasterwege und dann kam ich zum "ehemaligen Güterbahn-Aussenring" und dort ist sogar noch ein Stück Bahngleis zu sehen und da beginnen dann mehrere Radwege. Dort musste ich mich entscheiden, wandere ich bis zum S-Bahnhof Schichauweg oder bis zum S-Bahnhof Lichtenrade, aber ich entschied mich dann auf dem gepflegten Radweg nach Alt-Marienfelde zu wandern. Leider kann man den riesigen Guthof nicht besichtigen, denn darin befindet sich jetzt das "Bundesamt für Risikobewertung". Kurz vor meinem Ziel entdeckte ich noch die schöne denkmalgeschützte Dorfkirche.
Die Dorfkirche Marienfelde ist eine spätromanische Feldsteinkirche. Sie gilt als eine der ältesten Kirchen in Berlin. Der Tempelritterorden erbaute sie wahrscheinlich zwischen 1230 und 1240. Die Kirche ist das Herzstück des denkmalgeschützten Dorfes.
Dann erreichte ich bald mein Ziel, die Bushaltstelle nahe dem Dorffriedhof an der Marienfelder Allee. Für heute hatte ich bei dieser Tour nur maximal 10 km vorgeplant, weil ich schon vermutet hatte, das ich da auch über 2 ehemalige Deponien wandern werde und erfahrungsgemäss geht es da oft steil hoch und ich habe mir auch einige Pausen gegönnt, so das ich für die 9 km so 7 Stunden gebraucht habe, aber ich hatte auch unterwegs zweimal interessante längere Gespräche über die Deponieberge und die Hochhausviertel und interessant ist auch, dass diese Trümmerdeponien oft am südwestlichen Stadtrand von Westberlin zu finden sind.
Aber es war auch wieder eine interessante Tour in einer Berliner Gegend, wo ich bisher noch nicht war.
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