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long_distance_solo_cyclist went cycling
May 30, 2026
11:58
314km
26.2km/h
44.0km/h
2,610m
2,550m
Garmin Instinct 2X
Um 4:00 Uhr klingelte der Wecker. Ich hab ihn geschlummert und mich umgedreht. Um 4:05 Uhr klingelte der Wecker noch einmal. Wieder habe ich ihn geschlummert und mich umgedreht. Erst gegen 4:30 Uhr stand ich doch noch auf, ging in die Küche und machte mir Frühstück. Während der Kaffee brühte, pumpte ich die Reifen an der Stahlrandonneuse auf. Dann war das Toastbrot fertig und ich setzte mich an den Frühstückstisch. Während ich das Toastbrot verzehrte, hörte ich auf einmal ein deutliches Zischen. Wie jetzt? Schnell lokalisierte ich das Geräusch am Fahrrad. Ich stand auf und schaute mir das Rad an. Am Hinterrad trat aus einem klitzekleinen Loch Dichtmilch aus. Nee, nicht wirklich?! Ich zweifelte, ob ich mich heute wirklich aufs Rad setzen sollte, wenn der Tag schon so anfing. Ich drehte das Hinterrad einige Male durch, dann war das Loch wieder dicht. Ok, dachte ich mir, fahr, aber wenn nur ein Defekt auftritt, ist Schluss.
Etwa 20 vor 6 saß ich auf dem Rad und fuhr durch Hamburg nach Norden aus der Stadt. Dann ging es vielfach über asphaltierte Nebenwege, aber auch einige Spurbahnen mit Betonplatten und sogar etwas Schotter Richtung Großenaspe, wo ich bei Edeka die erste Pause angesetzt hatte. Beim 400er ARA Brevet "Rund um die Schlei" war ich dort schon einmal eingekehrt. An der Wurst-, Käse-, Brötchentheke bestellte ich einen Kaffee mit Milch und fragte nach einem belegten Brötchen, weil ich die offene Butter sah. Die Bedienung fragte: "Welche Sorte?". "Etwas Würziges", antwortete ich. Wir einigten uns auf Tilsiter. Anschließend setzte ich mich vor den Laden in die wärmende Sonne, aß das Brötchen, trank meinen Kaffee und lauschte den Erzählungen der Mittvierziger, die einige Meter weiter standen und ihr Bier in der Sonne tranken.
Weiter ging es, wie bisher, über Nebenwege, Spurbahnen und wenig Schotter durch den Naturpark Westensee und Richtung Nord-Ostsee-Kanal. Das Übersetzen mit der Fähre über den NOK nutzte ich, um noch einen Riegel zu verzehren.
Hinter Sehestedt bog ich dann nach Haby ab. Der benutzungspflichtige Radweg war anfangs geschottert und später mit Wurzelaufbrüchen übersät. Fürchterlich! Dann ging es nach Eckernförde rein, Richtung Hafenspitze, wo ich mein Fischbrötchen suchte. Der Weg über die Strandpromenade war mir versperrt, ein Schild mit VZ 254 sagte "nein!". Dann eben nicht. Beim Lokal "Mehrfisch" bestellte ich mir das ersehnte Backfischbrötchen und zwei Flensburger Radler alkoholfrei. Der Backfisch wurde jedoch nicht frisch zubereitet, sondern fertig frittiert dem Konvektomaten entnommen. Ich setzte mich auf eine Bank am Yachthafen gegenüber und aß und trank. Das Flens erfrischte wunderbar; das Fischbrötchen hingegen war eher mäßig: zwar war der Fisch noch zart und saftig, aber die Bierteighülle war schon pappig. Und ein grünes Salatblatt brauch ich im Fischbrötchen auch nicht. Das habe ich in Hohwacht und besonders in Heiligenhafen schon viel besser erlebt.
So machte ich mich, ein wenig unzufrieden, auf den Rückweg. An einer Tankstelle füllte ich noch einmal Getränke auf und gönnte mir ein Eis am Stiel. Dann ging es, zunächst überwiegend an der Land- und Bundesstraße, Richtung Rendsburg. Und dann versperrte mir eine Baustelle den Weg über eine Nebenstraße. Doch eine Umleitung war schnell gefunden und ich gelangte wieder auf den Track. Statt der Schwebefähre nutzte ich den Fuß- und Fahrradtunnel, um den NOK zu queren.
Auf dem Weg nach Aukrug wurde ich dann durch die nächste Baustelle ausgebremst: In Oldenhütten war die K81 vollgesperrt. Auf den ersten Blick führte die nächste Umleitung über Nortorf. Nortorf? Bahnanschluss nach Hamburg. Ok, es reifte der Gedanke, nach mehr als 200 km abzubrechen, wenn ich schon am Bahnhof vorbeikam. Doch mein Fahrradcomputer wusste es besser, als ich mich wieder in Bewegung setzte. Er fand eine vollständig asphaltierte Umleitung, die deutlich kürzer war als der Weg nach Nortorf. Ok, dann eben so.
In Aukrug machte ich beim Bäcker die nächste planmäßige Pause. Statt eines belegten Brötchens gab es zwei Stücke Kuchen. Anschließend füllte ich noch einmal Getränke auf. Nach der Pause brauchte ich einige Kilometer, um wieder ins Rollen zu kommen. Doch dann entfaltete der Zucker im Kuchen seine volle Wirkung und verlieh mir neue Kraft. Dazu kam dann vielfach der Rückenwind, der mich nun anschob.
War der Himmel ab Eckernförde doch vielfach bedeckt, kam nun mehr und mehr die Sonne wieder raus, die Wolken verzogen sich, es blieben nur wenige kleine Wölkchen am sonst strahlend blauen Himmel. Jetzt war es sogar schöner als am Vormittag.
So kam ich dann glücklich und zufrieden, aber auch erschöpft, zu Hause an. Es hatte sich zweifellos gelohnt, überhaupt gestartet zu sein, wenn auch nicht unbedingt für dieses Fischbrötchen.
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Highest point (60 m)
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