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Udo unter freiem Himmel
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"Wie ein Nagel im Wald" Eine abenteuerliche Mai-Wanderung zum Esterliturm auf dem Lenzburger Berg

Udo unter freiem Himmel
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"Wie ein Nagel im Wald" Eine abenteuerliche Mai-Wanderung zum Esterliturm auf dem Lenzburger Berg

and others went for a hike

7 days ago

"Wie ein Nagel im Wald" Eine abenteuerliche Mai-Wanderung zum Esterliturm auf dem Lenzburger Berg

01:36

6.47km

4.0km/h

150m

160m

Türme haben auf viele Meschen eine magische Anziehungskraft. Davor sind auch wir nicht gefeit. Daher haben wir uns heute entschlossen, dem Esterliturm auf dem Lenzburger-Berg einen Besuch abzustatten. Hierfür sind wir vom Thunersee ins schöne Lenzburg gereist, wo wir in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal der Altstadt und dem Schloss unsere Aufwartung gemacht haben.
Im heutigen Fall führen nicht nur viele Wege nach Rom, sondern auch zum Esterliturm! Der Lenzburger-Berg wird nämlich von einem dichten Netz von Wegen überzogen, von denen jeder seinen eigenen Namen besitzt. Die dazugehörigen Holzschilder verfolgen einen auf jedem Schritt und Tritt. Diese beruhen auf historischen Überlieferungen, Ortsbeschreibungen oder Zielortorten und dienen nur einem Zweck. Der Orientierung! Die Route, der wir uns anvertrauen, ist schlicht und harmonisch und eignet sich bestens für Familien. Barrierefrei ist sie aber nicht! Folgt der Weg anfangs noch dem Saum des Waldrandes mit Sicht auf Schloss Lenzburg und die gleichnamige Strafanstalt, kippt er schon bald ins Schatten spendende Grün der Bäume. Unterwegs kommen wir an bestens in Schuss gehaltenen Grill- und Picknickplätzen vorbei, die an schönen Tagen sicher viel Freiluftenthusiasten anlocken. Vor sehr langer Zeit beherbergte der Lenzburger Wald fünf Weiher. Drei davon sind über die Zeit verlandet, sodass am Ende nur noch zwei von ihnen erhalten geblieben sind. Der «Feufweier» und der «Drittweier». Es sind herrliche Biotope, in denen das Leben nur so pulsiert. Bei unserer Ankunft haben sich im Wasser des Feufweier, ganze Heerscharen von Kaulquappen zu imposanten Traubenstöcken zusammengerottet, die wie ein Organismus durchs trübe Nass gleiten. Genau wie die beiden Weiher, besitz auch der Esterliturm im Lenzburger-Wald Kultstatus. So mitten im Wald und umgeben vom schillernden Grün der Bäume und Sträucher, ragt der 48m hoher Riese aus Beton und Stahl wie ein grauer Nagel, der aus dem dichten Laubdach ragt. Bei seinem Bau 1974, war die fantasievolle Flower-Power Bewegung gerade am Abklingen. Eins gleich vorweg. Eine Schönheit ist das Charakterbauwerk nicht! Er wirkt eher wie ein Fremdkörper in der sonst so natürlichen Umgebung. Seine enorme Höhe liess zu der Zeit leider kein anderes so platzsparendes Baumaterial zu. Sein Querschnitt ist erstaunlich gering. Zudem geriet er bei der Planung in den Fokus der Luftfahrtbehörde, die dem Turm aus sicherheitstechnischen Aspekten einen rot/weissen Anstrich verpassen wollte. Am Fusse der kreisrunden Konstruktion, befindet sich übrigens eine grosse Lichtung mit Feuerstellen, Sitz und Essgelegenheiten und einer schicken Komposttoilette, der neben dem Turm mindestens genau so viel Beachtung geschenkt wird. Aus nachvollziehbaren Gründen versteht sich! Der Aufstieg zur 45m hohen Aussichtsplattform, hat es mit 253 Stufen in sich. Vielleicht hätten wir uns vor dem Aufstieg nicht noch die Bäuche mit Sandwiches und Getränken vollschlagen sollen. Das rächt sich jetzt und muss spürbar mithochgeschleppt werden. Wenigstens ist es im Innern trotz sommerlichen 32°, erstaunlich kühl. Wir sagen es nur ungern, aber «Beton sei Dank!» Eine Wendeltreppe schraubt sich schier endlos in die Höhe, während allenthalben kleine Fenstereinlässe Schiessscharten gleich, Licht ins Halbdunkel leiten. Wem unterwegs die Puste ausgeht, kann sich in unterschiedlichen Höhen, auf einen der hierfür vorgesehenen Klappstühle niederlassen. Platzangst braucht man im Treppenhaus keine zu haben. Auch bei grösserem Andrang, bieten die breiten Stufen genügend Raum zum Kreuzen. Oben endlich angekommen, heisst es (für mich) erst Mal zu Atem zu kommen. Dann aber überwältigt mich die grandiose Aussicht, die bei klarem Wetter vom Schwarzwald bis zu den Alpen reicht. Die Plattform wird von einer hüfthohen Mauer umfasst, auf der wiederum ein Geländer montiert ist, an dem in regelmässigen Abständen, Infotafeln Wissenswertes über Berg und Landschaft preisgeben. Wir geniessen neben dem weitläufigen Panorama, vor allem den kühlen Wind, der uns hier oben sanft um die Ohren streicht. Besonders beeindruckt hat uns die Sicht auf den schönen Hallwilersee, der wie ein saphirblaues Juwel in der in der grünen Landschaft funkelt. Menschen mit Höhenangst, sollten es sich zwei Mal überlegen, auf den Turm zu steigen. Wir haben jede Sekunde in luftiger Höhe genossen und haben uns nur widerstrebend an den Abstieg gemacht. Um es noch zu erwähnen, der Zutritt zum Esterliturm ist kostenlos. Im weiteren Verlauf unserer Wanderung, kommen wir wieder auf offenes Gelände. Die nachmittägliche Sonne brennt heiss auf die Felder und bei uns läuft schon wieder der Schweiss. Die Erlösung kommt aber bereits nach einem Kilometer, als der Wald uns wieder empfängt. Über einen längeren Zeitraum folgen wir dem Verlauf des Aabachs, der munter an uns vorbeiplätschert. Gibt es zu Anfang kaum Möglichkeiten, sich die Füsse ins kalte Nass zu tunken, ändert sich das gegen Ende unserer Route schlagartig. Es ist, als hätte sich der Bach dazu entscheiden, nun doch auf unsere Gesellschaft zurückzugreifen. Und wir sind nicht die einzigen! Eine kleine Schar an Schulkindern tummelt sich lautstark am Ufer und nimmt von uns kaum Notiz. Gut so. Der Aabach entspringt unsers Wissens dem Hallwielersee vereint sich bei Wildegg mit der Aare.
Das Gelächter der Kinder und das Gurgeln des Baches in den Ohren, erreichen wir nur wenige Dutzend Schritte weiter, den Ausgangspunkt unserer Wanderung. Es war ein herrlicher und erlebnisreicher Tag. Die Fahrt vom Thunersee nach Lenzburg hat sich mehr als gelohnt und die Gespräche auf unserer Heimreise sind geprägt, von den letzten Stunden. Besonders der niedliche und gelb schwarz gestreifte Feuersalamander, der uns einfach so ganz "en passant" vor die Füsse gelaufen ist, hat für viel Gesprächsstoff gesorgt.
@Susanne B.

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