
Have your own adventure with the #1 outdoor app today.
Jakob went cycling
May 9, 2026
14:30
372km
25.7km/h
58.6km/h
1,210m
1,200m
Wahoo ELEMNT BOLT
Irgendwie war es nicht ganz mein Tag. Eigentlich ideale Bedingungen: kaum Wind, Regenwahrscheinlichkeit gleich 0, schöne, teils bekannte Strecke. Ein wenig frisch war es (bzw. ich zu optimistisch gekleidet), aber alles im Rahmen. Dennoch war ich ab der Hälfte recht schlapp; Beine bei 30%, Kopf bei maximal 10%.
Raus aus Berlin rollte es ganz gut; eine kleine feine Gruppe formte sich, das Tempo passte (dachte ich in meiner Übermut). 50 km nach dem Start (bzw 70 von zu Hause aus) hob der Wahoo plötzlich die Hufen und besann sich auf seine Werkseinstellung zurück: Aufzeichnung weg, Meilen, Fuß, und Fahrenheit, und weder Track noch Karten da. Da das Ding ein eigenständiges Android-Gerät ist, und mein Handy quasi nur die Fernbedienung dafür, war es ohne WLAN nicht zu beheben. Naja, bis Rheinsberg kannte ich den Weg, den Abschnitt bis Röbel auch zu 75%, und eine Offline-Karte hatte ich auch dabei. Außerorts war das kein Problem, aber innerorts merkte ich wie schlecht meine Orientierung geworden ist.
Gelegentlich geriet ich kurz vor den Kontrollpunkten in Gruppen. Es war schon nett sich mitziehen zu lassen und ein paar bekannte Gesichter zu sehen, aber ich machte die Pausen eher kurz und fuhr allein weiter. Nach Rheinsberg wurde ich von einer schnellen Truppe wieder aufgegabelt, aber in Flecken Zechlin war Schluss; mit 35 über Kopfsteinpflaster ballern mit ein halbes Brötchen in der Hand war mir zu stressig. Hier merkte ich schon dass ich vielleicht nicht ganz so fit war wie am Morgen vermutet.
Die Platte war schön wie eh und je; knallige Rapsblüten so weit das Auge reicht. Die Ortsnamen waren auch unterhaltsam, insbesondere Ortsausgang Lutheran, nächster Ort Rom. Spätestens in Parchim war die Luft aber raus. Ich war seltsam schläfrig, und die Beine deutlich schlapper als sie sein sollten angesichts der 200 km die noch zu fahren waren. Die Bundesstraße nach Marnitz zog sich ewig hin, immer leicht Berg an. Nur der Schlenker über den Ruhner Berg sorgte für Aufheiterung. Die Aussicht vom Turm oben war eine Freude; Vormoränenlandschaft ist überall auf der Welt schön.
Auf halber Strecke zwischen Perleberg und Bad Wilsnack wurde ich noch mal von einer Gruppe geschluckt und durfte mich bei 30 km/h im Windschatten ausruhen. Die Schläfrigkeit jedoch blieb. Kurz vor Havelberg setze ich mich in der Abendsonne am Elbdeich und machte 10 Minuten die Augen zu, was extrem gut tat. Leider 30 Sekunden zu lang; just als ich aufstand zog die letzte große Gruppe vorbei. An einholen war nicht mehr zu denken, also besann ich mich auf 120 km alleine.
Das letzte Stück zog sich noch ewiger hin.. Die Havelniederung ist an sich reizarm, und ich obendrein noch vortraumatisiert (kann aus eigener Erfahrung bestätigen dass es dort bei 50 km/h Gegenwind richtig bescheiden ist). Dafür war der Sonnenuntergang im Rücken traumhaft. An der 24-Stunden-Tanke in Friesack erwischte ich die Besatzung bei der Raucherpause; sie meinten sie wären gleich bei mir, aber ich machte nur mein Kontrollfoto, wünschte die Damen einen schönen Abend, und fuhr weiter. Tiefer im Luch überlegte ich bei den Schwiegereltern vorstellig zu werden und eine Toilette und eine Tasse Kaffee einzufordern, aber erstens hätte das Zeit gekostet, und zweitens hätte ich erklären müssen was zum Henker ich halb 11 auf dem Rad zu suchen habe. Also weiter.
Langsam wurde es frisch. 8 grad sind eigentlich perfekt für Windweste und Armlinge, aber nicht unbedingt im erschöpftem Zustand. Meine Hände wurden immer steifer, sodass ich das Handy zum navigieren aus der Tasche rausholen konnte, aber es nicht mehr schaffte mit einer Hand wieder reinzustecken. Ich hatte gehofft beim McD an der letzten Kontrollstelle in Döberitz was zu essen und mich aufzuwärmen, aber es war rappelvoll. Im Vorbeigehen fragte mich ein Familienvater was es mit den ganzen Rädern auf sich hatte, woraus ich schloss dass ich nicht mehr als eine Stunde hinter der Gruppe war. Irgendwie fand ich mich dann durch Spandau (gefühlt 50 km lang) und Charlottenburg wieder ins Amstel House nach 17:57 Gesamtzeit (hätte bis zu 27:00 gehabt), wo noch ca 7 Mitfahrer zugegen waren. Nach mir kamen auch ein paar Einzelkämpfer an. Nach Nixbier und Lasagne ging es mir etwas besser, und von der Kälte abgesehen war die Heimfahrt auch erträglich. Sicher werde ich in meinem Leben wieder aufs Rad steigen, aber nicht mehr heute!
Waypoints
Route Details
Elevation
Highest point (180 m)
Lowest point (30 m)
Sign up to see more specific route details
Sign up for free
Comments
Want to know more?
Sign up for a free komoot account to join the conversation.
Sign up for free