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Tina Gravelina
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JKB GRVL

went gravel riding

May 9, 2026

JKB GRVL

03:44

40.7km

10.9km/h

64.8km/h

1,060m

1,060m

Ehrlich gesagt - heute hat es mich zu Beginn gar nicht gezarrt. Nicht zum Rad fahren, aber zu sonst auch nichts.

Da ich meiner Logik zufolge aber genauso gut einfach trotzdem Rad fahren könnte, wenn ich zu etwas anderem ohnehin ebenso wenig motiviert bin, fahre ich also los - langsam, träge, unmotiviert. Es ist nicht so, dass ich müde bin, aber der Kopf spielt heute einfach nicht mit.

Bis zum Jochgrabenberg erscheint mir alles grau in grau, als hätte sich über alles ein innerer grauer Filter drüber gelegt. Der Wald? - Strahlt heute nicht. Das Rotwild im Gehege? - Sieht krank aus, denk ich mir. Die kleine Ringelnatter am Forstweg? Selbst die kann mich irgendwie nicht so richtig erfreuen. Ich ärgere mich über diesen geistigen Zustand, erkenne mich nicht wieder. So bin ich normalerweise überhaupt nicht.

Am Sender angekommen, lege ich mich auf den kühlen Betonblock am Boden und starre in die Luft. Irgendwie ist mir zum Umdrehen zumute. Aber irgendwie ist es auch entspannt, auf dem kühlen Beton, im Schatten der Bäume. Ich entschließe mich dazu, mal bis Eichgraben weiter zu fahren und dann zu schauen, wie ich mich fühle. Abkürzen kann ich von dort aus auch immer noch.

In Eichgraben beschließe ich, doch noch den Kohlreitberg mitzunehmen - mit Musik im Ohr, das hilft. Ebenso wie die fetzigen beiden Abfahrten von Hochstraß und von Götzwiesen; die Geschwindigkeit haucht wieder etwas Lebensgeist in meinen Kopf.

In Neulengbach angekommen, fühle ich mich gut - das Navi habe ich bereits ausgeschalten und überlasse mich ganz meinen inneren Rhythmus, will keine Kilometer und keine Höhenmeter sehen. Das ich heute ruhig unterwegs bin und für jeden Vogel und jeden Käfer stehen bleibe, ist ohnehin schon beschlossene Sache.

Als ich schließlich von der Buchbergwarte hinunter flitze, funktioniert auch meine Wahrnehmung wieder: das Grün erscheint mir saftig, ich rieche den Duft von Wald, Blüten und bevorstehenden Regen und ich freue mich, die Tour doch noch durchgezogen zu haben - halt auf gemütlich. Aber das ist völlig okay so.

Fazit:
Man muss mit dem arbeiten, was man hat. Träger, bockiger Kopf? Dann heute eben träger, bockiger Kopf. Erwartungshaltung anpassen, Tempo und alles andere an diese innere Landschaft anpassen - dann ist doch noch einiges möglich 💛 ✨

In diesem Sinne wünsche ich allen die bis hier her gelesen haben noch ein schönes Wochenende, möge eure Wahrnehmung euer Leben in den kräftigsten und schönsten Farben ausmalen! 🙏

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